Die Wirtschaft im Euro-Raum findet im Sommer nicht aus dem Konjunkturtal. Die Geschäfte von Industrie und Dienstleistern stabilisierten sich im August lediglich auf niedrigem Niveau, wie die Marktforscher von Markit am Donnerstag zu ihrer Umfrage unter 5000 Unternehmen mitteilte. Ökonomen sehen die Gefahr einer Rezession damit nicht gebannt, zumal sich die Lage in Europas größter Volkswirtschaft Deutschland spürbar verschlechterte.
Leise Hoffnung in der Industrie
Der RBS/Markit-Index für die Industrie im Euro-Raum stieg vorläufigen Angaben zufolge um 0,1 auf 47,5 Punkte. Bei den Dienstleistern gab es einen Rückgang um 0,1 auf 48,2 Zähler - das ist der niedrigste Stand seit gut fünf Jahren. Beide Umfragen fielen besser aus als von Analysten erwartet. Die Werte blieben aber unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Rezessionsgefahr sehen Experten daher nicht gebannt. "Wir sind nahe an einer Rezession, es steht auf Messers Schneide", sagte Commerzbank-Volkswirt Matthias Rubisch.
Hohe Zinsen drücken die Stimmung
Es gebe eine Fülle von negativen Faktoren, darunter die Verteuerung von Krediten durch die Finanzkrise, den Ölpreisschock und in einigen Ländern die Korrektur an den Immobilienmärkten.
Das Bruttoinlandsprodukt im Euro-Raum war von April bis Juni um 0,2 Prozent und damit erstmals geschrumpft. Von Rezession wird bei einer Minus von mindestens zwei Quartalen in Folge gesprochen.
(Ag.)

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