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Rohstoffe: Iran will Ölpreis-Talfahrt stoppen

07.09.2008 | 18:10 |   (Die Presse)

Diskussionen vor der morgigen Opec-Sitzung

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Teheran/Wien. (Reuters/höll). Der Iran hat vor einer weiteren Preis-Talfahrt beim Öl gewarnt. Wenn der Rohstoff noch billiger werde, schade dies den Produzenten, erklärte Ölminister Gholamhossein Nosari am Wochenende in Teheran. Iran wolle einen „fairen Preis“. Die Regierung in Teheran werde daher nicht akzeptieren, dass Öl künftig weniger als 100 Dollar kosten soll. Am Dienstag kommen die Vertreter der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) in Wien zusammen. Der Rohölpreis ist nach einem Rekord von 147 Dollar je Barrel im Juli auf inzwischen auf unter 107 Dollar gesunken.

Wirtschaftsexperten gehen von einer weiteren Reduktion aus. „Ein Ölpreis von 40 Dollar je Barrel ist natürlich möglich“, sagte der britische Energieforscher und Ex-BP-Manager Nick Butler.


Experten erwarten Preissenkung

Das Hamburger Welt-Wirtschaftsinstitut (HWWI) erwartet, dass sich die Talfahrt fortsetzen wird. „Wir halten es für denkbar, dass die Ölpreise bereits in diesem Jahr auf unter 100 Dollar pro Barrel sinken“, meint HWWI-Konjunkturchef Michael Bräuninger. Langfristig prognostiziert das Institut, dass sich der Ölpreis auf einem Niveau von 85 Dollar einpendelt.

Das will der Iran aber verhindern. Dessen Vertreter verlangten im Vorfeld der Opec-Sitzung, dass die Förderung um fünf Prozent täglich gedrosselt wird. Iran ist der weltweit viertgrößte Ölproduzent.

Analysten gehen davon aus, dass die Opec ihre offiziellen Förderquoten nicht ändern wird. Laut DekaBank-Expertin Dora Borbely bestehe zwar das Risiko, dass sich das Ölkartell den Stimmen einzelner Mitgliedsländer wie Iran oder Venezuela beugen werde und doch eine Kürzung beschließe. „Die Wahrscheinlichkeit hierfür läge aber deutlich unter 50 Prozent“, meint Borbely. Größter Unsicherheitsfaktor sei das Opec-Mitglied Saudi Arabien, das sich bislang bedeckt hielt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2008)

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