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Vertriebskooperation: Post-Pläne sorgen in Deutschland für Aufregung

07.09.2008 | 18:11 |   (Die Presse)

Post will bei der Vertriebs-Gesellschaft der Fellner-Zeitung „Österreich“ einsteigen. Es wurde schon eine Anzahlung geleistet.

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HAMBURG/WIEN (höll). Steigt die Post bei der Fellner-Tageszeitung „Österreich“ ein? Ganz hinten im Anhang zum Post-Geschäftsbericht findet sich dazu folgender Hinweis: „In den sonstigen Beteiligungen ist eine Anzahlung in Höhe von 751.000 Euro für den Erwerb einer 24,9-Prozent-Beteiligung an der Fellner Medien GmbH (vormals Fellner Medien AG) in 2009 ausgewiesen.”

Dieser Satz lässt aufhorchen. Denn der Fellner Medien GmbH ist Eigentümer der Zeitung „Österreich“. Hat nun Herausgeber Wolfgang Fellner mit der Post einen Partner gefunden? Im Inland ist der brisante Passus aus dem Post-Geschäftsbericht bislang keinem aufgefallen. Ganz anders dagegen in Deutschland. Laut „Financial Times Deutschland“ erreichten die Spekulationen über einen Einstieg der Wiener Post bei „Österreich“ sogar die Zentrale der Deutschen Post in Bonn. Denn eine mögliche Allianz zwischen einem teilstaatlichen Konzern und einem Verleger gilt in beiden Ländern als heikel.

In Deutschland hat der Bundesverband der Zeitungsverleger (BDZV) jüngst eine Klage gegen die Post eingebracht. Grund für das juristische Vorgehen ist die Gratis-Postille „Einkauf Aktuell“, die von der Deutschen Post herausgegeben und wöchentlich allen Haushalten zugestellt wird. Das Management der Post in Bonn kündigte an, nach dem Vorbild von „Einkauf Aktuell“ weitere überregionale Printprodukte in Millionenauflage zu entwickeln.

Die Zeitungsverleger sind darüber empört. Sie orten einen „wettbewerbswidrigen” Auftritt der Deutschen Post auf dem Pressemarkt. In dieser aufgeheizten Stimmung beobachtet das Management der Deutschen Post die Vorgänge in Österreich mit Argusaugen.

Wolfgang Fellner, Herausgeber von „Österreich“ bestreitet, dass die Post bei seiner Zeitung einsteigen will. Die Angaben im Geschäftsbericht der Post seien „falsch“. Es gebe zwar eine Option, wonach sich der teilstaatliche Konzern beteiligen könne. Dabei gehe es es allerdings nur um die Vertriebsgesellschaft der Tageszeitung.

Und selbst dabei seien die genauen Konditionen noch nicht festgelegt worden, so Fellner in der FTD. Ein Post-Sprecher wollte die Angaben im eigenen Geschäftsbericht nicht kommentieren. Er räumt aber ein, dass die Firma, an der die Post aktuell interessiert sei, „Media Logistik“ heiße – also die Vertriebsgesellschaft der Fellner-Zeitung.

Derzeit hat die Post noch eine andere Baustelle offen: Der Verkauf des Gratis-Wochenblattes „Wiener Bezirkszeitung“ soll sich demnächst entscheiden. Haupteigentümer ist die Post-Tochter feibra, die ihre Beteiligung an der Bezirkszeitung von 79,9 Prozent auf 25,1 Prozent reduzieren will.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2008)

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