Japan hat im August das größte Handelsbilanzdefizit seit mehr als 25 Jahren eingefahren. Insbesondere der massiv eingebrochene Export in die USA sorgte dafür, dass ein Defizit in Höhe von 324,0 Mrd. Yen (2,08 Mrd. Euro) zustande kam. Die extrem exportorientierte Wirtschaft Japans spürt bereits seit Monaten die Auswirkungen der Finanz- und Immobilienkrise in den USA und der weltweiten Konjunkturabkühlung.
August 2007: Vier Mrd. Überschuss
Im August 2007 hatte Japan noch einen satten Handelsüberschuss von 743,6 Mrd. Yen (rund 4,2 Mrd. Euro) verzeichnet. Die Exporte kletterten nun im August nur noch um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, die Importe legten hingegen um 17,3 Prozent zu.
Insbesondere die teuren Energieeinfuhren belasten die Wirtschaft des rohstoffarmen Inselstaates, der bereits Anfang des Jahres ein Handelsbilanzdefizit eingefahren hatte. Die Regierung in Tokio hat bereits eingeräumt, dass der Anfang 2002 begonnene Aufschwung vorbei ist und die Wirtschaft in einer Rezession steckt. "Die Wirtschaft wird immer schwächer. Wir werden die Lage auch künftig genau beobachten", sagte Vizefinanzminister Kazuyuki Sugimoto.
Ein fünftel weniger Exporte in die USA
Die Exporte in die USA gingen im August zum Vorjahr um mehr als ein Fünftel zurück. Derart stark war die Nachfrage von jenseits des Pazifiks noch nie eingebrochen. Allerdings gehen die japanischen Ausfuhren in die größte Volkswirtschaft der Welt bereits seit zwölf Monaten zurück. Auch die Exporte nach Europa haben nunmehr bereits zum dritten Mal in vier Monaten abgenommen. Die noch immer wachsende Nachfrage aus Asien und insbesondere China konnte diese Schwächen bei weitem nicht kompensieren.
(Ag.)
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