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Lula: "Industrie-Staaten haben Welt zu Kasino gemacht"

15.10.2008 | 16:25 |  (DiePresse.com)

Die Regierungen von Südafrika und Brasilien kritisieren die Industrie-Staaten wegen der Finanzkrise. Denn sie sehen nicht ein, warum sie Opfer einer Krise werden sollen, die von reichen Ländern geschaffen wurde.


Die Regierungen der aufstrebenden Schwellenländer Brasilien und Südafrika haben die Industriestaaten wegen der Finanzkrise scharf angegriffen. Der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva kritisierte am Mittwoch in der indischen Hauptstadt Neu Delhi, die reichen Staaten hätten die Welt zu einem "gigantischen Kasino" gemacht. Entwicklungsländer drohten nun zum Opfer der Krise zu werden. Südafrikas Präsident Kgalema Motlanthe sagte: "Die schlecht durchdachten Entscheidungen weniger haben das internationale Finanzsystem an den Rande des Zusammenbruchs gebracht."

"Unsere Stimme muss gehört werden"

Gemeinsam mit dem indischen Premierminister Manmohan Singh nahmen Lula und Motlanthe am Indien-Brasilien-Südafrika-Gipfel (IBSA) in Neu Delhi teil. Singh sagte: "Unsere Stimme, wie diese Krise in einer Weise gemeistert werden kann, die unsere Entwicklungsprioritäten nicht gefährdet, muss in internationalen Gremien gehört werden."

Lula betonte: "Warum sollten wir Opfer einer Finanzkrise werden, die von reichen Ländern geschaffen wurde? Gleichzeitig gaben sie uns Lektionen, wie wir unsere Länder regieren sollten." Es sei "unglaublich", dass die USA und Europa fast ein Jahr gebraucht hätten, um das Ausmaß der Krise zu begreifen.

Entwicklungsländer nicht immun

In einer gemeinsamen Erklärung der drei Staaten hieß es, Entwicklungsländer seien gegen die Krise nicht immun, viele würden stark davon betroffen werden. Die drei Regierungschefs betonten "die Notwendigkeit einer neuen internationalen Initiative, um strukturelle Reformen des weltweiten Finanzsystem herbeizuführen".

Handel auf 15 Milliarden ausbauen


Die drei zunehmend wichtigen Schwellenländer vereinbarten auf dem Gipfel, den trilateralen Handel bis 2010 von 10 Mrd. Dollar (7,34 Mrd. Euro) im vergangenen Jahr auf 15 Mrd. Dollar zu steigern. Indien, Brasilien und Südafrika unterzeichneten außerdem Handels-, Investitions- und Umweltschutzabkommen. Der eintägige IBSA- Gipfel am Mittwoch war der dritte der Regionalmächte Indien, Brasilien und Südafrika. IBSA war 2003 gegründet worden.


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