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Bankenpaket: Auch die Versicherer wollen Staatshilfe

02.11.2008 | 18:27 |   (Die Presse)

Am Wochenende liefen intensive Verhandlungen über eine Staatsbeteiligung bei der Kommunalkredit.

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wien(dom/APA).In Deutschland muss die Regierung die Banken offenbar zur Annahme von staatlicher Hilfe zwingen, indem sie ihnen höhere Eigenmittel vorschreibt, welche die Institute nicht aus eigener Kraft aufbringen. In Österreich dürften hingegen nahezu alle Großbanken den Staat anpumpen. Bereits in der Vorwoche hat sich die Erste Bank für 2,7 Mrd. Euro Partizipationskapital vom Staat geholt und damit das Eis gebrochen. Das nächste Geldinstitut, das Geld vom Staat bekommt, wird die Kommunalkredit sein.

Am Wochenende liefen letzte Verhandlungen über eine Verstaatlichung der Spezialbank, die vor allem die heimischen Gemeinden finanziert und im Eigentum der Volksbank AG und der französischen Dexia Bank steht. Ein Ergebnis stand zu Redaktionsschluss noch aus. Spekuliert wurde bis zuletzt auch über einen Einstieg anderer heimischer Banken, die an der Finanzierung von Bundesländern und Gemeinden interessiert sind.

Der Kommunalkredit, die zinsgünstige und langfristige Darlehen an Gemeinden vergibt und sich das Geld dafür kurzfristig am Kapitalmarkt holt, ist wegen der Finanzkrise das Geschäftsmodell weggebrochen. Zusätzlich hat sie erhebliche Außenstände im finanzmaroden Island und Probleme bei ihrer Tochter in der Slowakei und braucht daher sowohl Liquiditätshilfe als auch eine Eigenkapitalspritze.

Volksbanken, Hypo Alpe Adria und Bawag prüfen derzeit, ob sie nach dem Vorbild der Erste Bank Kapitalhilfe vom Staat anfordern. Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad hatte eine Staatsbeteiligung bei der Raiffeisen Zentralbank ursprünglich kategorisch abgelehnt. „Nur über meine Leiche“, erklärte Konrad wörtlich.

Nun geht es aber nicht um eine direkte Beteiligung des Staates, sondern um Partizipationskapital. Und auch sonst werden – anders als in Deutschland – keine sensiblen Auflagen gemacht: Weder werden die Gagen der Manager begrenzt, noch wird die Ausschüttung von Dividenden verboten. Und es gibt auch keinerlei Mitsprache des Staates im operativen Bankgeschäft.

Finanzminister Wilhelm Molterer (ÖVP) sei den Banken recht weit entgegengekommen, heißt es. Jede „Zwangsbeglückung“ wurde vermieden. Deshalb könnte nun auch Raiffeisen Partizipationskapital vom Staat anfordern.

 

Hilfspaket ist „flexibel“

Neben den Großbanken dürften auch die heimischen Versicherungen beim Staat um Hilfe anklopfen. Offen ist noch, welche Gesellschaft dabei den „Eisbrecher“ machen wird. Ebenso wie bei den Banken wird damit argumentiert, dass ausländische Mitbewerber – etwa die niederländischen Gesellschaften Aegon und ING – vom Staat Stützungen in Milliardenhöhe bekommen haben. Um im internationalen Wettbewerb nicht ins Hintertreffen zu geraten, könnten die österreichischen Assekuranzen beim Finanzminister anklopfen.

Insgesamt sind für Kapitalspritzen an Banken und Versicherungen von der Regierung 15 Mrd. Euro reserviert. Das Paket ist aber laut Finanzminister Wilhelm Molterer „flexibel“ und dürfte daher in jedem Fall ausreichen.

AUF EINEN BLICK

Kapital vom Staat wollen nun offenbar fast alle heimischen Großbanken, nachdem sich die Erste Bank bereits 2,7 Mrd. Euro an Partizipationskapital geholt hat. Auch die Versicherungen dürften das staatliche Hilfspaket in Anspruch nehmen. Fraglich ist nur, welche Gesellschaft den „Eisbrecher“ macht.

Die Kommunalkredit, Tochter der Volksbank AG und der Dexia Bank, steht vor der Verstaatlichung. Die Spezialbank leidet wegen der Finanzkrise nicht nur unter akuter Liquiditätsknappheit, sie braucht auch zusätzliches Eigenkapital.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.11.2008)

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6 Kommentare
Der Ätzer
03.11.2008 10:35
0 0

Unter Dammriß, wurde mir erklärt, könne eine Gebärende leiden - jetzt leiden alle kleinen Leute weil alle Dämme reißen!

Welch GROKOnellen Monster haben wir geboren?

Nehmt es Haider (heiter) - der wußt wovor er uns warnte!

www.amtshaftung.at es lohnt sich diesen Verein anzusehen !

Der "Verein für Finanzmarktausgleich" wird 2008 gegründet und tritt als unabhängiger Verein für mehr Fairness, Sicherheit und Korrektheit am Finanzmarkt ein.

Unser wesentliches Anliegen ist es einerseits, Anleger gegen unlautere oder unpassende Praktiken von Anbietern von Wertpapierdienstleistungen - große Kreditinstituten aber auch den "kleinen Nachbarn", die nebenberuflich für "die Versicherung" oder "den Strukturvertrieb" arbeiten, zu schützen. Zu oft bieten uns diese Anbieter Produkte an, die wir nicht verstehen, und deren Risiko oft nicht einmal der Anbieter richtig versteht.

Wir ALLE wollen Staatshilfe!

Wo bleibt, zum Beispiel, der staat- und (statt)liche Zuschuss für die auf der Bank sitzenden Versicherten? Her mit dem Zaster! Über drei Millionen unselbständig Erwerbstätiger und Pensionisten - wenn man die Nichtsteuerzahler abzieht - löhnen in hohem Maße und hoher Masse diesen Wahnsinn, der jetzt über die Bühne geht. Zuerst kamen die Banken, dann kreischten die Versicherungen, heute sabberte der Grinsekater von der Wirtschaftskammer um Hilfe für "seine" Klienten. Nur die ECHTEN "Brenner" bleiben von allen Überlegungen ausgespart. Ganz leise wird bereits verlautbart, dass sich die Steuersenkung doch nicht ausgehen dürfte - zumindest nicht in der notwendigen Höhe. Einfach zum Sp....! Eines lehne ich allerdings ab: die Konsequenz, die ein Poster im Sklavenverhältnis andenkt. Derartiges richtet sich in letzter Konsequenz nahezu immer gegen die (Erst)henker. Das möchte er denn wohl doch nicht.

Gast: ASVG-Sklave
02.11.2008 20:44
0 0

Gebt ihnen allen: Millionen, Milliarden und was sonst noch...........

.........nur nicht den Kleinen, die es sich mit harter Arbeit täglich verdient hätten. Nein, kein Geld für Familien- und Kinderbeihilfen, für eine würdige Alterspension (außer für die pragmatisierten Gfraster), für echte Wohnbeihilfe und für Löhne von denen man auch leben kann. Nein, und nochmals nein: DAFÜR wollen wir kein Geld ausgeben. Aber für Herrn Treichls und Herrn Konrads Boni und die Belohnung für andere unfähige Finanzschusterbuben, für die muss Geld da sein. Richtig: Nicht nur "Geld" sondern gleich Milliarden. Todesstrafe? Es wird wieder Zeit darüber nachzudenken!

Antworten Gast: Graf Gudenus
02.11.2008 21:34
0 0

nur nicht den Kleinen

nur den Kleinen!

Gast: gast
02.11.2008 19:56
0 0

Gusi und Molti retten die Welt!

Und alle stellen sich bei ihrer Suppenküche an. Sogar der stinkreiche Treichl mit seiner "Letzten" Bank. Die haben im Osten massiv Miese gemacht und lassen sich jetzt vom Steuerzahler sanieren!
Die Zampanos der großen Koalition sind ihrerseits ebenso große Taschenspieler, die immer mehr versprechen als sie halten können. Bald gibt's eine neue Regierung mit den alten Großkoalitionären und dem alten Zank und Hader (nicht dem Kabarettisten!).
Die erste allgemeine Verunsicherung will auch Geld und die notleidenden Autohändler, die teuerungsgebeutelten Haushalte....... Österreich wird ein einziges großes Rettungspaket - aber ich glaub, wir sind nicht mehr zu retten
weil uns die Staatsschulden ohnehin schon bis zur Nase stehen. Wenn Gusi den Mund aufmacht, verschluckt er sich!