Die New Yorker Aktienbörse hat am Donnerstag nach mehreren kräftigen Trendwechseln mit deutlichen Kursgewinnen geschlossen. Der Dow Jones Industrial Index stieg 552,59 Punkte oder 6,67 Prozent auf 8.835,25 Einheiten. Der S&P-500 Index gewann 58,99 Punkte (plus 6,92 Prozent) auf 911,29 Zähler. Der Nasdaq Composite Index erhöhte sich um 97,49 Einheiten oder 6,50 Prozent auf 1.596,70 Zähler.
Die Wall Street erlebte im Verlauf eine regelrechte Achterbahnfahrt und konnte sich lange weder für die Gewinn- noch für die Verlustzone entscheiden. Der Dow Jones fiel zeitweise auf unter 8.000 Punkte und der S&P-500 notierte auf dem tiefsten Stand seit dem Jänner 1998.
Im späten Handel setzte an der Wall Street aber eine spektakuläre Kursrally ein, die vor allem von den Energietiteln getragen wurde. Händler verwiesen auf den im Späthandel gestiegenen Ölpreis und auf eine Schnäppchenjagd, da viele Titel extrem billig wären. Ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Dezember stieg auf 59,01 Dollar. Das sind 2,83 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Zuvor hatten Rezessionsängste den Ölpreis auf den tiefsten Stand seit rund drei Jahren sinken lassen.
In diesem für Energietitel freundlichen Umfeld legten Chevron deutlich um 12,53 Prozent auf 75,71 Dollar zu und Exxon Mobile kletterten um 9,40 Prozent auf 75,41 Dollar. Die zwei Titel steuerten zusammen rund 119 Indexpunkte zum Dow Jones-Gewinn bei. Halliburton schlossen mit einem Kursplus von 10,69 Prozent auf 19,16 Dollar. Alle drei Titel notierten im Verlauf zeitweise sogar in der Verlustzone.
Die kräftige Aufwärtsbewegung der Ölwerte konnten nicht einmal von enttäuschenden Arbeitsmarktdaten, negativen Budgetzahlen und schlechten Aussichten für Technologieunternehmen gestoppt werden. In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der abgelaufenen Woche mit 516.000 auf den höchsten Stand seit sieben Jahren gestiegen. Außerdem haben die Vereinigten Staaten den ersten Monat ihres neuen Budgetjahres mit einem Rekorddefizit geschlossen. Die Ausgaben im Oktober übertrafen die Einnahmen um 237,2 Mrd. Dollar. Experten hatten mit einem Defizit von 200 Mrd. Dollar gerechnet.
Für Aufregung am Markt hatte der weltgrößte Computerchip-Hersteller Intel mit seiner Umsatzwarnung für das vierte Quartal gesorgt. Angesichts der Nachfrageflaute reduzierte Intel seine Umsatzprognose um 14 Prozent auf rund 9 Mrd. Dollar und schockte damit die gesamte Technologiebranche, in der Intel als Stimmungsbarometer gilt. Die Kursrally an der Wall Street konnte aber sogar die Intel-Papiere mitziehen, welche um 6,73 Prozent höher auf 14,43 Dollar schlossen.
Auch die Branchenkollegen Microsoft und IBM, die im Verlauf im Minus notiert hatten, konnten von der positiven Börsenstimmung profitieren und legten zu. Zudem hatte Microsoft bekanntgegeben, in den nächsten drei Jahren über eine Milliarde Dollar in Forschung und Entwicklung in China zu investieren. Microsoft stiegen um 4,68 Prozent auf 21,25 Dollar und IBM gewannen 5,61 Prozent auf 84,21 Dollar.
Der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart hat trotz des Konjunkturabschwungs im dritten Quartal einen Ergebnissprung erzielt. Der Überschuss kletterte in dem Ende Oktober beendeten dritten Geschäftsquartal um fast zehn Prozent auf 3,14 Mrd. Dollar. Trotzdem senkte der Branchenriese wie viele Wettbewerber die Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Wal-Mart stiegen dennoch um 4,39 Prozent auf 54,93 Dollar.
Auch die meisten Bankenwerte konnten den Handelstag mit Gewinnen beenden. So kletterten JPMorgan Chase um 7,58 Prozent auf 37,19 Dollar und Morgan Stanley erhöhten sich um 10,64 Prozent auf 13,21 Dollar. Nur Citigroup zeigten sich mit einem Abschlag von 1,97 Prozent auf 9,45 Dollar. Das Bankinstitut hat laut dem Wall Street Journal Interesse an der US-Regionalbank Chevy Chase bekundet.
(APA)

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