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Aufstand gegen Software-Riesen SAP

19.11.2008 | 21:44 |  PETER MARTOS (Die Presse)

Während die von SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp gesponserten Kicker um den Meistertitel mitspielen, erregt SAP Unmut mit der geplanten Verteuerung der Kundenunterstützung.

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WIEN. Der deutsche Software-Riese SAP ist dieser Tage nicht so erfolgreich wie „sein“ Fußballteam Hoffenheim. Während die von SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp gesponserten Kicker um den Meistertitel mitspielen, erregt SAP Unmut mit der geplanten Verteuerung der Kundenunterstützung. „Wie kaum ein anderes Thema hat der ,Enterprise Support‘ die Gemüter der SAP-Nutzer erhitzt“, schrieb die deutsche Fachzeitung „Computerwoche“. Manche Kunden wollten „geplante Projekte auf Eis legen, andere schauen sich nach Alternativen zu SAP um“.

In Österreich haben 40 Unternehmen einen Brief an die beiden SAP-Chefs Henning Kagermann und Léo Apotheker geschrieben. „Die Antwort war ausgesprochen patzig“, bestätigen die Initiatoren, die – „noch, und die Betonung liegt auf noch“ – ungenannt bleiben wollen. Sie erregen sich vor allem über den Umstand, dass der Betrieb der SAP-Software – es gibt sie für fast alle betriebswirtschaftlichen Aufgaben – schmerzhaft verteuert wird. SAP hat angekündigt, in den nächsten vier Jahren die Wartungsgebühr von 17 auf 22 Prozent der Lizenzgebühren anzuheben. Ausgenommen sind nur Kunden, die jährlich mehr als fünf Millionen Euro zahlen.

 

„Kommunikationsproblem“

Uwe Hommel, Executive Vice President bei SAP und für den weltweiten Support verantwortlich, stritt mit deutschen Journalisten: „Es handelt sich hierbei mitnichten nur um eine Preiserhöhung, sondern um einen allseitigeren Support.“ Dieser bietet nach SAP-Lesart den Nutzern viele Vorteile. In einer langatmigen Aussendung teilte der Konzern am 7. November die Verlängerung auf neun Jahre mit. Damit biete SAP „den längsten Wartungshorizont von Standardsoftware der Branche“. Zugleich wurden Anreize angekündigt, unter anderen „Unterstützung für kundenspezifische Entwicklungen“.

Bei der Vorstellung der Änderungen habe es „zugegebenermaßen ein Kommunikationsproblem“ mit den Kunden gegeben, räumte Hommel ein. Das sei nun behoben.

SAP sah sich allerdings gezwungen, mit dem Netzwerk der Nutzervereinigungen eine Arbeitsgruppe einzusetzen, „um Kundenreaktionen zu sammeln, den Informationsaustausch zu fördern sowie den Umstieg auf SAP-Lösungen zu unterstützen“. Das wiederum betrachten viele Kunden als Missbrauch der Nutzervereinigungen.

Viele Kunden ärgern sich, dass der Konzern ihnen Wartungs- und Supportdienste vorschreibe, die sie oft gar nicht bräuchten. So forderte selbst die als brav geltende „Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe“ (DSAG) SAP auf, den Enterprise Support auf Freiwilligkeit umzustellen. Was Kagermann glatt ablehnte. Er hatte nicht weit zu gehen: Die DSAG residiert am SAP-Konzernsitz in Walldorf. Nicht weit von Hoffenheim.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.11.2008)

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