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Russland stoppt Gaslieferung an Ukraine

01.01.2009 | 09:26 |   (DiePresse.com)

Der russische Staatskonzern Gazprom hat seine Drohungen wahr gemacht und den Gashahn zugedreht. Die Reserven der Ukraine reichen für drei Monate. Die Ukraine bittet die EU um Vermittlung.

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Im Gas-Streit mit der Ukraine hat der russische Staatskonzern Gazprom seine Drohungen wahr gemacht und den Gashahn zugedreht. Die Gas-Versorgung an die Ukraine sei drastisch reduziert worden, berichtete die russische Agentur Interfax am Neujahrsmorgen. Das russische Staatsfernsehen berichtete, die Pumpstationen seien angewiesen worden, die Durchleitung des Gases für die Ukraine ganz zu stoppen. Man habe sich nicht über die Rückzahlung ukrainischer Schulden und Details eines neuen Liefervertrages einigen können, sagte der Chef des staatlichen russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller, am Mittwochabend in Moskau.

Russland schürt damit Sorgen vor Liefereinschränkungen auch in Westeuropa. Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin hatte die Ukraine zuvor davor gewarnt, im Falle eines Lieferstopps die Versorgung nach Europa anzutasten. 80 Prozent des russischen Gases für Westeuropa werden durch die Ukraine geleitet. Im Gasstreit 2006 war bei einem ähnlichen Streit zeitweise weniger Gas nach Westeuropa gelangt. Europa bezieht ein Viertel seines benötigten Gases von Russland.

EU soll vermitteln


Die Ukraine gab inzwischen eine Erklärung ab, der zufolge die Lieferungen nach Europa aufrechterhalten würden. "Europa wird das ganze Gas erhalten, das Russland dorthin liefern will", war von offizieller staatlicher Seite zu hören. Der Sprecher des Versorgers Naftogaz beantwortete zudem eine diesbezügliche Anfrage der AFP mit "Ja, natürlich", würden die Lieferungen Richtung Europa weitergehen. Die Ukraine hat die Europäische Union um Vermittlung im Gas-Streit mit Russland gebeten.

Reserven für drei Monate


Dass die 47 Millionen Einwohner der Ukraine nun ab dem Neujahrstag in der Kälte sitzen müssen, scheint aber wenig wahrscheinlich. Schon vor Tagen hieß es, das Land habe seine Gas-Speicher aufgefüllt und verfüge nun über Reserven für drei Monate.

Russland verlangt 40 Prozent mehr


Wichtigster Streitpunkt zwischen beiden Ländern war zuletzt offenbar der Gaspreis, den die Ukraine ab dem 1. Jänner 2009 zahlen soll. Die bisherigen Verträge liefen zum Jahresende aus. Russlands Präsident Dmitrij Medwedjew erklärte, man wolle künftig von der Ukraine 250 Dollar pro 1000 Kubikmeter Gas haben. Dies sei zwar 40 Prozent mehr als bisher, Kunden in Westeuropa müssten aber deutlich mehr zahlen. Die Ukraine hat einen Preis von 201 Dollar für angemessen erklärt. Nach Berechnungen auf Basis des im Oktober unterzeichneten Abkommens zwischen Russland und der Ukraine müsse der Gaspreis maximal auf diese Höhe steigen, erklärten der ukrainische Präsident Victor Juschtschenko und Regierungschefin Julia Timoschenko.

Russland bestreitet politische Hintergründe für den Streit. Allerdings haben sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern eingetrübt, nachdem pro-westliche Politiker in der Ukraine unter anderem auf eine Mitgliedschaft in der Nato drängen.

(Ag.)

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6 Kommentare
Gast: G.Maurer
01.01.2009 16:03
0 0

Das ist der originale Kapitalismus nach Art der Ukraine


Gast: G Ast
01.01.2009 15:34
0 0

Es ist schon irgendwie faszinierend, was die Ukraine da macht!

Man kauft Gas und zahlt es nicht.

Man intrigiert und hetzt gegen den Lieferanten und dieser soll weiterhin Gas zu Freundschaftpreis liefern.

Frage:

Warum läßt man sich das Gas nicht von den neuen amerikanischen Freunden zum Freundschaftspreis liefern?

Wenn die schon die "Orange Revolution" finanzierten, wird das mit dem Gas ja wohl auch kein Problem sein.

Schließlich läßt man seine Freunde nicht verkommen, oder?

demedici
01.01.2009 14:17
0 0

welche hilfe

Die Ukraine bezieht eine Leistung und bezahlt sie nicht. Als Resultat bekommt sie nichts mehr. Was soll die EU da helfen ?
Ich werde auch meine Zahlungen an die EVN einstellen und bitte dann die Ukraine um Hilfe, mal sehen :-).

Antworten Gast: greengnom
01.01.2009 15:21
0 0

merkwürdig

wieso wendet sich die Ukraine hier an die EU? sie gehört ja nicht mal zur europäischen union und was sollte die EU hier schon ausrichten können? sie hat schon bei weit wictigeren verhandlungen mit Russland versagt

Gast: ASVG-Sklave
31.12.2008 17:09
0 0

Lieferkonditionen

Sofortiger Lieferstopp bis zum vollständigen Zahlungseingang. ------ Künftig nur noch Lieferung per Vorauskasse. -------------Zahlung nur in Goldbarren, anstatt wertlosen Papierdollars oder Euros.--------- Lieferbedingungen: "Frei russische Grenze" für alle Abnehmer, also auch für die EU.

Antworten Gast: Delirium
08.01.2009 17:13
0 0

Re: Lieferkonditionen

xD

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