04.07.2009 15:21 | Meine Presse Merkliste0

Insolvenz: Pfaff ist pleite

02.01.2009 | 18:29 |   (Die Presse)

Der Niedergang von Pfaff war unaufhaltsam. Seit September 2008 ist der traditionsreiche Hersteller von Nähmaschinen zahlungsunfähig, nun hat das Amtsgericht Kaiserslautern das Insolvenzverfahren eröffnet.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Kaiserslautern/Wien (cim).  Die billige Konkurrenz aus Asien setzt Pfaff seit Jahren schwer zu. Fast alle Nähmaschinen, die in den Regalen der Elektrohändler stehen, stammen heute aus Asien.

 

Pfaff ist nicht gleich Pfaff

Mehr als eine einfache, billige Nähmaschine braucht kaum jemand mehr. In Österreich werden pro Jahr gut 30.000 bis 35.000 Nähmaschinen verkauft. In der Blütezeit der schneidernden Hausfrau, den 1970er-Jahren, waren es 100.000. In Deutschland gab es damals 200 Hersteller von Nähmaschinen, Pfaff hat 10.000 Menschen beschäftigt, heute sind es noch 400.

Nähmaschinen für zu Hause mit dem Namen Pfaff wird es aber trotz Pleite weiter geben. Die Sparte für Haushaltsgeräte wurde schon im Zuge der ersten Pfaff-Insolvenz 1999 von dem Geschäft mit Industriemaschinen getrennt und an den schwedischen Konzern Husqvarna Viking verkauft. Dieser verlagerte die Produktion ins Ausland. Mit hochwertigen, teuren Maschinen für daheim wurde eine Nische gefunden, die Marke Pfaff stehe heute gut da, heißt es.

In die erneute Insolvenz schlittert nur die Pfaff Industrie Maschinen AG. Dort geht es in der „Verwertungsphase“ nun um einen möglichen Verkauf des Unternehmens – Insolvenzverwalter Paul Wieschemann berichtete kürzlich von Verhandlungen mit fünf möglichen Investoren – und um die Anmeldung von Forderungen gegenüber dem Insolvenzverwalter.

Für die verbliebenen 400 Mitarbeiter gilt seit Anfang Jänner Kurzarbeit. Kündigungen seien damit vorerst vom Tisch.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.01.2009)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

4 Kommentare
Kito
03.01.2009 13:48

Aufgemerkt!

Wo Nähmaschine draufsteht, ist Motocross- und Fichtenmoped drin!
Darum spotzt das Teil immer so... hätte man meiner Frau gesagt, daß das Ding ein Zweitakter ist, hätte sie einen Sturzhelm und Gehörschutz getragen.

hw
02.01.2009 22:09

aha

"..Der Niedergang von Pfaff war unaufhaltsam. Seit September 2008 ist der traditionsreiche Hersteller von Nähmaschinen zahlungsunfähig.."

und weiter im artikel

"..Nähmaschinen für zu Hause mit dem Namen Pfaff wird es aber trotz Pleite weiter geben. Die Sparte für Haushaltsgeräte wurde schon im Zuge der ersten Pfaff-Insolvenz 1999 von dem Geschäft mit Industriemaschinen getrennt und an den schwedischen Konzern Husqvarna Viking verkauft.."

so eine meldung könnte man schnell als kreditschädigung auslegen!

Antworten Ratio
04.01.2009 14:43

Re: hw

Haha, der war gut! Weil ja ein Unternehmen, das Insolvenz angemeldet hat, jede Menge Kredit bekäme!
Tatsache ist, dass es Pfaff-Nähmaschinen seit 1999 nicht mehr als eigenständiges Unternehmen gibt, sondern nur mehr dem Namen nach, da damals die Sparte von Husqvarna Viking übernommen wurde.

Antworten Antworten hw
04.01.2009 17:52

Re: Re: hw

eben. ein leser des artikels (überschrift-hauptseite) könnte eben zur meinung kommen "Pfaff-Nähmaschinen" sei pleite. betroffen ist aber ein ganz anderes unternehmen. (Pfaff Industrie Maschinen AG)
die kreditschädigung trifft also für "Pfaff-Nähmaschinen" zu. ob das jetzt eigenständig ist oder nicht, ist sekundär.

jetzt verstanden?

Schlagzeilen Wirtschaft

  • Fall Madoff: Neue Spuren führen nach Wien
    Im „Fall Madoff“ gibt es schwere Vorwürfe gegen Sonja Kohn, Gründerin der Wiener Bank Medici. Dabei geht es um umstrittene Geldflüsse von rund 40 Mio. Dollar (28,4 Mio. Euro).
    Ohne Job: Generation Krise
    Der Einstieg ins Berufleben wird schwieriger. Die Jugendarbeitslosigkeit steigt daher deutlich stärker als die allgemeine Arbeitslosenquote. Firmen nehmen lieber freigesetzte Mitarbeiter als Neueinsteiger.
    Verteilungskonflikt: "Wir brauchen Aufstand der Jungen"
    Keine Pension, kein Job und keine Kinder. Droht ein Kampf der Generationen? „Die Verteilungskonflikte zwischen Alt und Jung werden zunehmen“, meint Experte Wolfgang Gründinger.
  • Pflege: 22 Prozent mehr offene Stellen als 2008
    Während am allgemeinen Arbeitsmarkt um 38,2 Prozent weniger Menschen eine Beschäftigung haben, fehlen im Pflegebereich Arbeitskräfte.
    AUA: Streik liegt in der Luft
    Wegen des geplanten Stellenabbaus bei der AUA-Tochter könnte es zu Streiks kommen. Betriebsrat Junghans meint aber, dass man gegen die Kündigungen nicht viel tun könne. Sie sollen nur "sozial verträglich" sein.
    SPÖ: An der Peripherie der Macht
    Jetzt hat es die SPÖ quasi amtlich: Die Partei hat massiv an Macht und Einfluss in der Wirtschaft eingebüßt. In einem Ranking der hundert einflussreichsten Österreicher findet sich nur eine Handvoll SPÖler.
  • Skylink: Rechnungshof macht Druck
    Die Oppositionsparteien fordern eine Untersuchung des Finanzdebakels. Derzeit kann der RH ein Unternehmen nur prüfen, wenn die öffentliche Hand mindestens 50 Prozent der Anteile hält.
    Kroatien/Slowenien: Polemisch um Gäste buhlen
    Slowenien macht Kroatien die Urlauber aus Serbien abspenstig – mit einer Kampagne voller Spott und Ressentiments.
    Bau: Strabag: Zukunft ohne Cemex
    Kein Okay der Kartellhüter, Konzern zieht sich zurück. Cemex Austria und Cemex Hungaria betreiben zusammen 85 Betonmischanlagen und 38 Stein- und Kiesgruben.
  • Bahn: Steuernachzahlung für ÖBB
    Die Mitarbeitertickets wurden nicht versteuert. Der heimische Fiskus verlangt nun eine Steuernachzahlung von rund 80 Mio. Euro für die letzten fünf Jahre.
    Russland: Lenins Leuchte wird ausgedreht
    Auch Moskau verkündet ein Glühbirnenverbot. Medwedjew hat entschieden, dass ab 2011 herkömmliche Glühbirnen in Russland verboten werden.
    Telekom: Eine Milliarde fürs Glasfasernetz
    Konzern startet Pilotprojekte in Wien und Kärnten. Aktie reagiert mit Kursanstieg. Durch neue multimediale Anwendungen verdopple sich das Datenvolumen alle ein bis eineinhalb Jahre.