Kaiserslautern/Wien (cim). Die billige Konkurrenz aus Asien setzt Pfaff seit Jahren schwer zu. Fast alle Nähmaschinen, die in den Regalen der Elektrohändler stehen, stammen heute aus Asien.
Pfaff ist nicht gleich Pfaff
Mehr als eine einfache, billige Nähmaschine braucht kaum jemand mehr. In Österreich werden pro Jahr gut 30.000 bis 35.000 Nähmaschinen verkauft. In der Blütezeit der schneidernden Hausfrau, den 1970er-Jahren, waren es 100.000. In Deutschland gab es damals 200 Hersteller von Nähmaschinen, Pfaff hat 10.000 Menschen beschäftigt, heute sind es noch 400.
Nähmaschinen für zu Hause mit dem Namen Pfaff wird es aber trotz Pleite weiter geben. Die Sparte für Haushaltsgeräte wurde schon im Zuge der ersten Pfaff-Insolvenz 1999 von dem Geschäft mit Industriemaschinen getrennt und an den schwedischen Konzern Husqvarna Viking verkauft. Dieser verlagerte die Produktion ins Ausland. Mit hochwertigen, teuren Maschinen für daheim wurde eine Nische gefunden, die Marke Pfaff stehe heute gut da, heißt es.
In die erneute Insolvenz schlittert nur die Pfaff Industrie Maschinen AG. Dort geht es in der „Verwertungsphase“ nun um einen möglichen Verkauf des Unternehmens – Insolvenzverwalter Paul Wieschemann berichtete kürzlich von Verhandlungen mit fünf möglichen Investoren – und um die Anmeldung von Forderungen gegenüber dem Insolvenzverwalter.
Für die verbliebenen 400 Mitarbeiter gilt seit Anfang Jänner Kurzarbeit. Kündigungen seien damit vorerst vom Tisch.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.01.2009)

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