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Deutsche Verschrottungs-Prämie belebt Autohandel

31.01.2009 | 12:34 |   (DiePresse.com)

Mit dem Autohandel in Deutschland scheint es wieder bergauf zu gehen: Schon im Jänner zieht das Geschäft wieder an. Die Preise dürften durch die Abwrackprämie jedoch bald steigen.

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Die deutsche Automobilindustrie sieht dank Verschrottungsprämie ("Abwrackprämie") und der Entscheidung für eine CO2-basierte Kraftfahrzeugsteuer eine spürbare Belebung des Geschäfts. Die Kunden hätten nun langfristige Planungssicherheit, erklärte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, und fügte hinzu: "Die Menschen gehen wieder in die Autohäuser, die Bereitschaft zum Autokauf wächst."

Noch lägen keine Absatzzahlen für den Jänner vor, doch es zeichne sich ab, dass das Geschäft bereits in der zweiten Monatshälfte wieder angezogen habe. Wissmann sprach von "ersten ermutigenden Signalen für eine Stabilisierung des immer noch sehr schwierigen Pkw-Inlandsmarktes". Die positive Reaktion der Bürger habe alle Miesmacher, Berufspessimisten und selbst ernannte Automobilexperten eines Besseren belehrt.

Weniger Verbrauch und Schadstoffe

Der Kraftstoffverbrauch der Altfahrzeuge, die im Zusammenhang mit der Umweltprämie verschrottet werden, liege um durchschnittlich zwei Liter pro 100 Kilometer höher als der neuer Modelle. Die Bestandserneuerung führe damit nicht nur zu einer deutlichen CO2-Minderung, sondern auch zu einer noch stärkeren Reduzierung der Schadstoffemissionen. Außerdem mache die Einigung bei der Kfz-Steuerreform den Weg frei für mehr Klimaschutz und eine Entlastung umweltfreundlicher kleiner und mittlerer Fahrzeuge.

Ein Jahr bringt 800 Millionen Liter Sprit

Der VDA-Präsident erwartet, dass das Gesamtpaket rasch zu einer Erneuerung des Fahrzeugbestandes beiträgt. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge auf deutschen Straßen liege mittlerweile bei über 8,5 Jahren. "Wenn der Fahrzeugbestand in Deutschland sich um ein Jahr verjüngt, können 800 Millionen Liter Kraftstoff oder zwei Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden", erläuterte Wissmann.

Auch die Recyling-Industrie sieht in der Verschrottungsprämie einen positiven Impuls fürs Geschäft. Pro Auto falle etwa eine Tonne Metallschrott an, die etwa 150 Euro einbringe, schreibt die "Wirtschaftswoche" und zitiert den Chef des Recyclingunternehmens Interseroh, Axel Schweitzer, dessen Unternehmen mehr als 90 Schrottplätze gehören: "Wir reden bei der Umweltprämie immerhin über ein Gesamtvolumen von fast 90 Millionen Euro." Viele Altautos würden damit künftig nicht mehr nach Osteuropa oder Südafrika verkauft, sondern in Deutschland verschrottet.

Verteuert die Prämie neue Autos?

Der Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK) schließt wegen der "Abwrackprämie" bereits Preiserhöhungen für Neuwagen nicht mehr aus. "In der Branche sind Anzeichen sichtbar, dass ein Preisanstieg kommen wird", sagte der BVfK-Vorsitzende Ansgar Klein gegenüber der "Bild"-Zeitung". Auch die Rabatte würden in den kommenden Monaten geringer als bisher ausfallen. Konkrete Zahlen nannte Klein jedoch nicht. Der Verbandschef erklärte, die Autohändler verhielten sich entsprechend den Marktgesetzen, wonach eine steigende Nachfrage zu steigenden Preisen führe.

(Ag.)

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5 Kommentare
mikahila
01.02.2009 14:39
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Irrtümer

@1: Die meisten dieser Neuwägen werden wohl günstig sein und sind sicher (überdurchschnittlich) billig finanziert - das kann man sich bald leisten.

@2: wenn man mit den momentanen Preisen derzeit vielleicht nicht einmal seine Kosten decken kann, aber so billig anbieten muss, um überhaupt irgendein Auto zu verkaufen, dann liegt in der Anhebung der Preise aufgrund der stärkeren Nachfrage eine berechtigte Maßnahme und keine "bodenlose Frechheit". Sonst hätten wir in 3 Jahren gar keine Autohändler mehr.

@3: Das Problem wird nicht verschoben. Erstens greifen durch die Verschrottungsprämie vermehrt Leute zu Neuwagen, die sonst gebraucht kaufen würden. Zweitens wird es (nach der Theorie) im Jahre 201x wieder eine normale Konjunktur und beständige Nachfrage nach Neuwägen geben. Jetzt gilt es den Beteiligten Liqudidität zu verschaffen.

Antworten nuXbe
01.02.2009 17:46
0 0

Re: IRRTUM!

Kann es sein, dass sie sich selbst etwas überschätzen?

@billig finanziert, zB Kredit, in einer Wirtschaftskriese, wo die Banken alle krachen. Ja, supa!
Heute Auto mit Kredit, morgen Bank weg, übermorgen Auto weg + Schulden!

Radagast
31.01.2009 18:08
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was ich nicht verstehe

wer, der sich ein neues Auto leisten kann, fährt jetzt ein solches, für das man die Verschrottungsprämie bekommt?

Ich denke, die meisten welche sich neue Autos leisten haben auch ein eher neues Auto zum Eintauschen, oder?

Gast: GAST
31.01.2009 16:51
0 0

bodenlose Frechheit der Autohändler

wenn nun die Verschrottungsprämie dazu (anscheinend) hilft, dass mehr Autos verkauft werden, und die Autohänderl damit argumentieren dass aufgrund der Nachfrage nun auch die Preise steigen, erkennt man ganz klar die Absichten dieser "ach so armen" Branche.

Anstatt froh zu sein, dass ihnen mit Steuergeldern geholfen wird, sind sie so frech, und erhöhen die Preise.

Ich werde mir somit nun KEIN neues Auto kaufen, diese Abzocker an Autoverkäufern sollen weiterhin bluten!

nuXbe
31.01.2009 16:32
0 0

?

Oh, wirklich, ein stärkerer Absatz im Jänner?

das is ja was.....

und ich dachte zu Jahresbeginn gibt es jedes Jahr mehr Nachfrage nach neuen Autos.

Natürlich kauft sich der Ein oder Andere jetzt ein neues Auto wegen der Prämie, nur wird er sich dann in den nächsten 5, 10 Jahren eben keines mehr kaufen, somit wurde das Problem nur ins Jahr 201X verschoben.

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