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EU-Staaten geht das Geld aus - Brüssel eröffnet Defizit-Verfahren

09.02.2009 | 15:52 |   (DiePresse.com)

Staatliche Hilfspakete für Banken sowie konjunktur-belebende Maßnahmen kosten so viel Geld, dass es den Staaten der EU schon bald ausgehen könnte. Brüssel plant schon erste Defizitverfahren.

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Die Mitgliedsstaaten der EU werden 2009 und 2010 rund drei bis vier Prozent ihres Bruttonlandsproduktes für Konjunktur- und Hilfspakete ausgeben. Wenn sie es noch können: Denn ein vertraulicher Bericht des Wirtschafts- und Finanzausschusses der EU warnt davor, dass den Staaten schlicht das Geld dafür ausgeht, wie die "Financial Times Deutschland" berichtet.

BIP
Das Brutto-Inlands-Produkt ist die Summe aller Wertschöpfungen innerhalb einer Volkswirtschaft. Es entsteht aus der Summe aller produzierten Waren und Dienstleistungen abzüglich der Vorleistungen der einzelnen Betriebe. Steuern werden addiert, Subventionen abgezogen. Ein stark vereinfachtes Beispiel: Ein Importeur kauft eine Ware X um 15 Euro. Er verkauft sie um 18 Euro an einen Großhändler. Dieser verkauft sie um 21 Euro an einen Einzelhändler. Dort kauft sie ein Konsument um 26 Euro. Hier wurden 3+3+5 = 11 Euro Wertschöpfung erzielt, das BIP stieg dadurch um elf Euro

Bürger werden mehr fordern als geht

Der WFA-Bericht weist auf einen Teufelskreis hin: Die vollen Auswirkungen des Abschwungs auf Wachstum und Beschäftigung würden nun bald sichtbar. Daher müssten die Bürger der EU überzeugt werden, dass die Hilfs- und Konjunkturprogramme der Staaten mit der Zeit Ergebnisse bringen. Gelingt das, würden die Bürger mehr Pakete fordern - jedoch sei der finanzielle Handlungsspielraum der Staaten stark reduziert.

Konkret werde das Haushaltsdefizit 2010 ein Niveau von 4,8 Prozent des BIP erreichen - der höchste Wert seit 15 Jahren. Die Maastricht-Obergrenze, also die Teilnahmebedingung am Euro als Währung, liegt aber bei drei Prozent. Wird dies überschritten, so droht ein Defizitverfahren:

Die ersten Defizitverfahren kommen

Die EU-Kommission will in der kommenden Woche Defizit-Verfahren gegen mindestens sechs EU-Länder eröffnen. Konkret betroffen seien

  • Irland
  • Griechenland
  • Spanien
  • Frankreich sowie die nicht zum Eurogebiet gehörenden Länder
  • Lettland und
  • Rumänien.

Alle Staaten überschritten nach Zahlen der EU-Kommission bereits im vergangenen Jahr die Maastrichter Defizitgrenze von drei Prozent. In allen Fällen droht im laufenden Jahr eine Verschlimmerung der Lage. Brüssel sehe sich deshalb zum Eingreifen verpflichtet. Nach früheren Angaben von EU-Währungskommissar Joaquin Almunia will er sich am 18. Februar zur Haushaltslage in den Mitgliedstaaten äußern.

Stabilitätspakt ohnehin schon aufgeweicht

Wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise handhabt die Kommission den Euro-Stabilitätspakt flexibler und gibt den Staaten mehr Spielraum bei der Haushaltssanierung. In letzter Konsequenz drohen bei den Verfahren für Euro-Länder hohe Bußen, die Milliardenhöhe erreichen können.

 

 

(Red.)

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10 Kommentare
Gast: smilefile
18.08.2009 14:53
0 0

...es liegen..

Billionenbeträge anonym auf unterschiedlichsten Konten verschiedener Steuerparadiese,....- eine Geld,- und Währungsentwertung wäre gleichzeitig ein Verfall dieser gestohlen und an den Steuern vorbeibetrogenen Unsummen.

Ich denke die Eigentümer dieser Summen, werden es bestimmt nicht soweit kommen lassen. Das ist einmal sicher...


phuter
09.02.2009 18:07
0 0

Wenn die Herrschaften einen Funken Anstand hätten.

^Dann würden sie endlich zugeben, dass die Ersparnisse der Bürger von unseren PT Banken verzockt wurden. Jetzt versucht man deren Haut zu retten und einen Bankenkonkurs über einen Staatsbankrott abzuwenden. Daran kann man sehen, wem sich unsere Volksvertreter verpflichtet fühlen. Daraus müssen Konsequenzen folgen - schmerzhafte - oder auch schmerzlose - je nach Liquidationsmethode.

Antworten Gast: AEIOU
17.02.2009 20:55
0 0

Re: Wenn die Herrschaften einen Funken Anstand hätten.

Ich kenn zwar dem Schumpeter seine Schriften nicht, aber trotzdem sagt mir mein Hausverstand, das viele Postings Schwachsinn sind. Welche? Das wissen ihre Autoren ohnedies.

nomane
09.02.2009 17:12
0 0

Na dann prost...

Wenn den Wucherern das Geld ausgeht, kann man schon jetzt gute Nacht Europa sagen...

Die Europaer haben in den letzten 20 Jahren mit der Wucherei gelebt.. Sie haben mehr komsumiert als sie produziert haben...

In 5 Jahren wird die Eu wahrscheinlich nicht mehr existieren!!! Das die grossen EU-Lander ihren eigenen Weg gehen müssen...

0 0

Österreich dann 2010


Österreich wird 2010 an der Reihe sein.

Faymann vergrinst unsere Steuergelder für sinnloseste Ideen, die Kranken Kassen bekommen ohne Reformen wieder eine halbe Milliarde geschenkt und österreichs Staatsbonität wird bald sinken. Dann gehts erst richtig los mit der Schuldenspirale und es werden Spar-und Steuererhöhungs-Pakete anstehen dass es nur so kracht.

Ausbaden wird das dann eine ÖVP Regierung müssen, allerdings ohne den "Reserve-Sozi" Pröll!

Gast: Oskar
09.02.2009 15:45
0 0

Weitere Steurerhöhungen für die Mittelschicht?

Jahrelang wurde der Bevölkerung die heile globalisierte Welt vorgegaukelt, obwohl vieles bereits seit langem falsch lief. Die Bevölkerung hat dies gespürt, z.B. Armutsimmigration und Staatsverschuldung, aber sie wurde gnadenlos ignoriert.

Jetzt versucht man den Eindruck zu erwecken, diese Krise sei vom Himmel gefallen. Das ist gelogen.

Das Volk hat schon lange die Kontrolle verloren. Aber irgendwann holt sie sich diese wieder zurück.

Ratio
09.02.2009 15:32
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Dann dürfen die Nettozahler nichts mehr nach Brüssel schicken,

sondern für die eigene Bevölkerung aufwenden.
Die EU kann ja trotzdem exisiteren. Schengen bleibt, der gemeinsame Handel bleibt, die gemeinsame Währung bleibt und die Politiker und Beamten in Straßburg und Brüssel bekommen eben nur mehr die Hälfte - immer noch eine Lawine zu "unseren" Beamten.
Der einzige Unterschied: Jeder Staat ist dann für sich verantwortlich und nicht mehr einer oder zwei für alle anderen. Das kann auf Dauer sowieso nicht gut gehen.

Gast: Crusader
09.02.2009 15:13
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Die Politiker werden sich bald entscheiden müssen wen sie lieber wutentbrannt vor der Türe stehen haben wollen! Entweder ein paar korrupte, misswirtschaftende Bänker und Unternehmer oder die Bevölkerung....


Antworten Leon632
09.02.2009 18:01
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Re: Die Politiker werden sich bald entscheiden müssen wen sie lieber wutentbrannt vor der Türe stehen haben wollen! Entweder ein paar korrupte, misswirtschaftende Bänker und Unternehmer oder die Bevölkerung....

Und sie warten offensichtlich schon ganz aufgeregt auf diesen Tag.

Antworten Antworten Gast: derbrain
17.02.2009 21:36
0 0

Re: Re: Die Politiker werden sich bald entscheiden müssen wen sie lieber wutentbrannt vor der Türe stehen haben wollen! Entweder ein paar korrupte, misswirtschaftende Bänker und Unternehmer oder die Bevölkerung....

*gg* Sie etwa nicht??