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Auto: Rumänische Gewinner der deutschen Schrottprämie

13.02.2009 | 18:26 |   (Die Presse)

Die deutsche Verschrottungs-Prämie sorgt für einen Kleinwagen-Boom. Hauptprofiteur ist Dacia.

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Wien (jaz/p.m.). Ein fabrikneues Auto für 5000 Euro? Solche Preise gab es bislang nur in Schwellenländern wie Indien oder China, aber nicht in Europa. Nun macht die deutsche Verschrottungsprämie auch im Mutterland des Autos entsprechende Okkasionen möglich. So kostet das Modell Sandero der rumänischen Renault-Tochter Dacia bereits regulär nur 7500 Euro. Durch Abzug der Prämie von 2500 Euro – die ein Neuwagenkäufer für die Verschrottung eines mehr als neun Jahre alten Autos erhält – verbilligt sich das Fahrzeug um ein weiteres Drittel.

Dacia ist laut einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ somit auch der Hauptprofiteur der staatlichen Prämie, die eigentlich die deutsche Autoproduktion ankurbeln sollte. Vor Einführung der Prämie wurden jede Woche 80 Stück des günstigen rumänischen Kleinwagens in ganz Deutschland verkauft. Inzwischen werden rund 1000 Autos pro Woche von den Händlerparkplätzen gefahren.

Renault hat daher bereits Schwierigkeiten, die abrupt gestiegene Nachfrage zu erfüllen. Deutschland muss inzwischen mit Autos versorgt werden, die eigentlich für Russland oder Rumänien bestimmt waren, dort aufgrund der Finanzkrise aber keine Abnehmer mehr finden. Denn auch Dacia leidet grundsätzlich am drastischen Einbruch des globalen Automarkts. Deshalb gab es im Dacia-Werk im rumänischen Mioveni auch einen temporären Produktionsstopp.

 

Ende der Produktionsstopps?

Die Nachrichten aus dem Westen kommen dort daher gerade recht. „Gegenwärtig analysieren wir die hereinkommenden Aufträge, um einen Produktionsplan zu erstellen“, sagte Generalmanager François Fourmont nach einem Treffen mit dem rumänischen Ministerpräsidenten Emil Boc. Auch in Rumänien überlegt die Politik eine Verschrottungsprämie. „Ende Februar werden wir entscheiden, ob wir mit den Produktionspausen weitermachen“, so Fourmont.

In den nächsten Tagen steht Dacia der sechste Produktionsstopp in vier Monaten ins Haus. Im Dezember 2008 brach der Absatz um 55 Prozent ein. Mit Jahreswechsel trennte sich das Unternehmen von 600 Mitarbeitern, deren befristete Verträge abliefen. Inzwischen kursierten Gerüchte, wonach Dacia bei einem weiteren Anhalten der Autokrise bis zu 4000 der etwa 14.000 Beschäftigten kündigen könnte.

Ähnlich abwartend agiert auch die zweite Autofabrik Rumäniens, die von Ford übernommene Automobile Craiova, sowie die Zulieferbranche. „Die Unternehmen können es sich trotz der Krise nicht leisten, viele Mitarbeiter zu kündigen, weil sie eine Menge in die Schulung investiert haben“, sagte Stefan Erdei, Generalmanager der Arbeitsagentur des Kreises Timi?, der Zeitung „Business Standard“.

Hält aber die Krise an, so könnte die Branche rasend schnell auf weniger als die Hälfte schrumpfen, schrieb die Online-Zeitung „HotNews.ro“. Noch beschäftigen die beiden Autowerke und die Zulieferbetriebe 220.000 Mitarbeiter.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.02.2009)

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13 Kommentare
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Nichts neues in der BRD.

Wär doch was neues, wenn die Regierung der Bundesrepublik etwas für die Deutschen machen würde...

Antworten hw
15.02.2009 14:53
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Re: Nichts neues in der BRD.

es ist (war) kein fehler der regierung, sondern der autoindustrie (nicht alle).
man kann nicht immer jegliches versagen regierungen zu schieben. würde sie jetzt für die deutsche ind. handeln, hieße das je teurer in ineffizienter das auto je desto höher die förderung, das ist nicht im sinne der deutschen bevölkerung, oder?

dominik68
15.02.2009 11:42
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Dacia als Gewinner der Verschrottungsprämie

Naja, die Aktion mit der Verschrottungsprämie ist ein Schuss in den Ofen. Gewinner ist das Dacia-Werk im rumänischen Mioveni

dominik68
15.02.2009 11:35
0 0

Dacia, der Gewinner der Verschrottungsprämie!!

Naja, die Aktion mit der Verschrottungsprämie für die Ankurbelung der deutschen Automobilindustrie ist natürlich ein Schuss in den Ofen. Gewinner ist ein Dacia-Werk im rumänischen Mioveni.

Dominik68

hw
14.02.2009 01:08
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schlau

"..Dacia ist laut einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ somit auch der Hauptprofiteur der staatlichen Prämie, die eigentlich die deutsche Autoproduktion ankurbeln sollte.."

denkt eigentlich noch wer bevor er was tut?
liebe regierungen in österreich und deutschland, ihr habt mit der grenzenlosen steuerumverteilung den mittelstand ausgesaugt. der mittelstand ist tot. und genau dieser war es der die deutsche autoindustrie getragen hat.

Antworten Gast: Hanni
14.02.2009 11:30
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Naja, wer bisher ein Schrottauto fährt

also eines, das für die Schrottprämie in Frage kommt, kann sich üblicherweise keinen 20.000 Euro VW leisten ... und billigere deutsche Autos gibt es nicht. Beispiel Audi, ohne 60 Blaue brauchens dort nichts ins Geschäft gehen ...

Antworten Antworten phuter
14.02.2009 21:05
0 0

Doch ich.

Weil mir Autos per se wurscht sind. Ich habe ein hervorragendes Schrottauto, das wie ein Glöckerl rennt - und so lange dem so ist, werde ich mir sicher kein neues kaufen. Ehrlich gesagt konnte ich Leute nie verstehen, die ihr Geld ins heilige Blech versenken. Es gibt fast keine dümmere Investition als ein neues Auto zu kaufen. Einmal den Zündschlüssel umdrehen und ein paar Tausend Euro sind im Gulli. Jederzeit die Möglichkeit auf Totalausfall = Unfall. Nach 5-6 Jahren sind stolze 30 000 Euro zu 5 000 Euro geworden, nur damit man sein zu klein geratenes Gemächt kompensiert...

Antworten Antworten Antworten hw
14.02.2009 23:30
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Re: Doch ich.

naja, autofahren kann auch spaßmachen (selbstverständlich nicht jedem und man muss es auch nicht verstehen), nur das kann man in österreich mittlerweile eh vergessen.
d.h. autofahren reduziert sich auf von A nach B fahren.
und damit, da liegen sie ganz richtig, reduziert sich der wagenkauf immer mehr auf rein wirtschaftliche faktoren. d.h. weiters es muss sich rechnen. das ist zwar dumm für die autoindustrie, aber der wille der regierung(en).
man will ja das systematisch mit allen hobbies machen. warum, ganz einfach, weil da die leute leicht geld ausgeben, und man dadurch leicht abkneten kann. eine einfache aber dumme methode, denn kühe die man melken kann schlachtet man nicht!

Antworten Antworten hw
14.02.2009 12:10
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Re: Naja, wer bisher ein Schrottauto fährt

man will also gar nicht die deutsche autowirtschaft ankurbeln, sondern was tun?

Gast: aha
14.02.2009 01:00
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klar,http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/452526/index.do?from=rss#kommentar0

wer fährt schon ein mehr als 9 Jahre altes Auto und kauft sich dann eine Mittel- oder Oberklasse-Limousine?
Das sind einfach zu unterschiedliche Zielgruppen.

Antworten hw
14.02.2009 12:09
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Re: klar,http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/452526/index.do?from=rss#kommentar0

und wo sind die zielgruppen hin verschwunden.
mittel- und oberklasse siehst du noch bei parteiveranstaltungen, sonst ist es rel. dünn. ist ihnen das noch nicht aufgefallen?

leider ist es so, dass sich ein nachbar freut, wenn sich der andere keinen "neuen" mehr leisten kann.
diese ziel haben wir erreicht.
als nächstes kommt die gleiche pension für alle, daran wird noch gearbeitet.
d.h. man kann sich in der arbeitswelt angachieren oder nicht, finanziell kommt etwa das gleiche raus, ausgenommen in der partei natürlich. mir kommt das ganze irgendwie bekannt vor, ihnen nicht?

Antworten Antworten Gast: DerGeschmeidige
14.02.2009 13:02
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Re: Re: klar,http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/452526/index.do?from=rss#kommentar0

Zum vorläufigen Ende setzt sich höchstwahrscheinlich doch der Kommunismus durch!
Ich schreib mal wieder meinen Lieblingssatz: Sind alle Milchkühe geschlachtet, dann versiegt der Milchstrom recht schnell.
Und übrigens: ohne "Milch" kann man in Parlamenten und Parteizentralen auch nicht mehr so ausgiebig feiern...

Antworten Antworten Antworten hw
14.02.2009 23:42
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Re: Re: Re: klar,http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/452526/index.do?from=rss#kommentar0

heuer gibts max. magermilch. und das wird auch so bleiben, nicht wegen der krise, aber sobald wo ein flämmchen aufflackert, wird der fiskus drüberfahren.
wir beginnen die kühe zu schlachten und das volk stimmt brav zu.

in den parlamenten nicht mehr, in den zentralen schon noch, was ja leicht zu beobachten ist.

meine these: der kaptialismus formiert sich durch fusionen zum monopol, und damit zum kommunismus.

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