Der Insolvenzverwalter des deutschen Modelleisenbahn- Herstellers Märklin erwägt die Umwandlung des Unternehmens in eine Publikumsgesellschaft. Das sei eine einmalige Marketingchance und so könnte das Potenzial der bis zu 70.000 Fans genutzt werden, sagte Insolvenzverwalter Michael Pluta in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er habe viele Zuschriften von Privatleuten erhalten, die bereit seien, 100 oder 500 Euro in Märklin zu investieren. "Ich glaube, das Kapital, das wir brauchen, ist am Markt von den Fans zu bekommen."
"Sonst hat Märklin bald 70.000 Feinde"
Allerdings benötige die Publikumsgesellschaft auch einen industriellen Leiter. "Wir brauchen für die Zeit nach uns jemanden, der das managt", erläuterte der Ulmer Rechtsanwalt. Deshalb schließe er auch eine Kombination von einer Publikumsgesellschaft mit einem Investor nicht aus. "Die Firma muss auf jeden Fall schwarze Zahlen schreiben. Sonst hat Märklin bald 70.000 Feinde." Und noch dazu keine Kunden mehr.
Kaufinteressenten müssen nach Plutas Vorstellungen ein schlüssiges Konzept vorlegen. "Sie müssen sich auch im Klaren sein, dass sie 100 Millionen Euro finanzieren müssen. Und das ist nicht der Kaufpreis." Diese Summe umfasse die Gesamtfinanzierung einer Firma dieser Größe. Damit müsse auch das Weihnachtsgeschäft vorfinanziert werden. Zudem müssten Kaufinteressenten eine Vertraulichkeitserklärung abgeben. "Wir zeigen ihnen vertrauliche Daten, die nicht auf den Markt gelangen dürfen."
Käufer soll von Weihnachten profitieren
Bisher hätten sich fünf Investoren gemeldet, die diese Kriterien erfüllten. Darunter seien sowohl Privatleute als auch Finanzinvestoren, sagte der Insolvenzverwalter. Bis August könnte der Verkauf unter Dach und Fach sein. Das sei aber kein Zwang. "Wir wollen es so machen, dass der Käufer das Weihnachtsgeschäft mitnehmen könnte." An diesem Freitag will Pluta über sein Konzept mit den Hauptgläubigern bei einer Gläubigerausschusssitzung diskutieren.
(APA)

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