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Publikumsgesellschaft: Märklin will sich von Fans retten lassen

01.04.2009 | 06:38 |   (DiePresse.com)

"Ich glaube, das Kapital, das wir brauchen, ist am Markt von den rund 70.000 Fans zu bekommen", sagt Insolvenz-Verwalter Pluta. Aber: "Die Firma muss schwarze Zahlen schreiben. Sonst hat Märklin bald 70.000 Feinde."

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Der Insolvenzverwalter des deutschen Modelleisenbahn- Herstellers Märklin erwägt die Umwandlung des Unternehmens in eine Publikumsgesellschaft. Das sei eine einmalige Marketingchance und so könnte das Potenzial der bis zu 70.000 Fans genutzt werden, sagte Insolvenzverwalter Michael Pluta in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er habe viele Zuschriften von Privatleuten erhalten, die bereit seien, 100 oder 500 Euro in Märklin zu investieren. "Ich glaube, das Kapital, das wir brauchen, ist am Markt von den Fans zu bekommen."

"Sonst hat Märklin bald 70.000 Feinde"

Allerdings benötige die Publikumsgesellschaft auch einen industriellen Leiter. "Wir brauchen für die Zeit nach uns jemanden, der das managt", erläuterte der Ulmer Rechtsanwalt. Deshalb schließe er auch eine Kombination von einer Publikumsgesellschaft mit einem Investor nicht aus. "Die Firma muss auf jeden Fall schwarze Zahlen schreiben. Sonst hat Märklin bald 70.000 Feinde." Und noch dazu keine Kunden mehr.

Kaufinteressenten müssen nach Plutas Vorstellungen ein schlüssiges Konzept vorlegen. "Sie müssen sich auch im Klaren sein, dass sie 100 Millionen Euro finanzieren müssen. Und das ist nicht der Kaufpreis." Diese Summe umfasse die Gesamtfinanzierung einer Firma dieser Größe. Damit müsse auch das Weihnachtsgeschäft vorfinanziert werden. Zudem müssten Kaufinteressenten eine Vertraulichkeitserklärung abgeben. "Wir zeigen ihnen vertrauliche Daten, die nicht auf den Markt gelangen dürfen."

Käufer soll von Weihnachten profitieren

Bisher hätten sich fünf Investoren gemeldet, die diese Kriterien erfüllten. Darunter seien sowohl Privatleute als auch Finanzinvestoren, sagte der Insolvenzverwalter. Bis August könnte der Verkauf unter Dach und Fach sein. Das sei aber kein Zwang. "Wir wollen es so machen, dass der Käufer das Weihnachtsgeschäft mitnehmen könnte." An diesem Freitag will Pluta über sein Konzept mit den Hauptgläubigern bei einer Gläubigerausschusssitzung diskutieren.

(APA)

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4 Kommentare
Gast: Uncle Otto
01.04.2009 21:27
0 0

April April

welch sonderbare Entwicklung doch ein Aprilscherz hat. Solange Modellbahnhersteller immer noch der Meinung sind, das ihre Produkte für die Welt absolut notwendig sind und die Hersteller mit selektiven Vertriebssystemen sich in einen elitären Händlerzirkel aus MHI und sonstigen zurückziehen können und im Dunst ihrer dicken Zigarren gänzlich übersehen was drausen los ist, kann mich die Idee der Publikumsgesellschaft nicht wirklich überzeugen. Viel mehr hat man den Eindruck, das Manager und Insolvenzverwalter, je höher das Einkommen, auch vollkommen den Boden unter den Füßen verloren haben. Solches Ansinnen spricht nicht gerade von hohem IQ, eher von Verzweiflung ein Unternehmen zu retten, was die Welt nicht brauch, denn es ist ein Hobbyartikel, der im wesentlichen in den unteren Gesellschftsschichten betrieben wird, nur denen geht im Zeitalter von Hartz 4 und permanenten Stellenabbau das Geld schlichtweg aus. Und wer Geld (erschindelt) hat, lebt auf Burgen, Jachten und jetet um die Welt.

NeroRosso
01.04.2009 09:40
0 0

1.April?


Gast: Queensbridge
01.04.2009 08:17
0 0

Unfähigkeit zum Quadrat

Das mit der Heuschrecke Kingsbridge war schon harter Tobak. Auch die mit der Sanierung des jahres gefeierten Alix partners haben kein gutes Bild gemacht. Und jetzt sollen die Fans helfen - das ist doch ein Treppenwitz. Kingsbridge - einsperren; Alix - anklagen und den Weg des Markte beschreiten!

Gast: Blondl
01.04.2009 08:06
0 0

Da müssen die Schwaben die Kunden aber...

...heftig beknien!
Denn bis heute hat Märklin seine Kunden besonders im Aftersale und im Service eher stiefmütterlich behandelt, wenn ich da so an den Ersatzteilverkauf denke.
Bei neuen und immer teurer werdenden Modellen und Modellreihen war man immer stark vertreten.

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