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Opel-Übernahme: Favorit Magna strauchelt im Endspurt

27.05.2009 | 06:48 |   (DiePresse.com)

Würde das Magna-Konzept umgesetzt, "wäre das neue Unternehmen vom ersten Tag an überschuldet", kritisieren Berater der deutschen Regierung. Die Chancen des italienischen Konkurrenten Fiat steigen wieder.

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Innerhalb der deutschen Bundesregierung gibt es schwere Bedenken gegen das Konzept des österreichisch-kanadischen Opel-Bieters Magna. Damit steigen die Chancen des italienischen Konkurrenten Fiat wieder. Aber auch dessen Konzept wird zerpflückt. Die Experten der Regierung empfehlen, am Mittwoch keinesfalls eine Entscheidung zu fällen: "Eine Vorfestlegung wäre eine Katastrophe", heißt es laut "Handelsblatt" in Beraterkreisen.

Besonders kritisch betrachtet wird demnach das Konzept des Autozulieferers Magna, das bislang als Favorit gehandelt wurde. Würde das Magna-Konzept umgesetzt, "wäre das neue Unternehmen vom ersten Tag an insolvent", zitiert die Zeitung Berater. Denn Magna fordert Bürgschaften der öffentlichen Hand für Kredite im Umfang von 4,5 Mrd. Euro und will weitere 700 Millionen Euro selbst aufbringen.

"Opel wäre vom ersten Tag an überschuldet"

Allerdings handelt es sich bei diesen 700 Millionen Euro keineswegs um Eigenmittel. Für 200 der 700 Millionen verlangt Magna staatliche Bürgschaften. Und auch die anderen 500 Millionen sollen "vorrangig abgesichert" werden, berichteten Abgeordnete laut "Süddeutscher Zeitung". Das heißt: Würde das neue Unternehmen pleite gehen, müsste Magna aus der Insolvenzmasse zuerst Geld erhalten. Die Staatsbürgschaften würden in diesem Fall nicht zuerst bedient werden. Das Angebot sei in dieser Hinsicht "verheerend" und somit "unakzeptabel".

"Das nach den Plänen von Magna entstehende Unternehmen New Opel wäre somit vom ersten Tag seines Bestehens an überschuldet", zitiert auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" aus dem Beraterpapier. In der Bilanz ergäbe sich ein "negatives Eigenkapital" von 3,8 Milliarden Euro.

Keinerlei Risikobereitschaft durch Magna

Der Vorwurf an Magna: Der Autozulieferer lasse keinerlei Bereitschaft erkennen, selbst ein Risiko einzugehen. "Ein Investor kann nur dann mit Unterstützung durch die Bundesregierung rechnen, wenn er selbst ins Risiko geht und damit unter Beweis stellt, dass er an die langfristige Tragfähigkeit seines eigenen Konzepts glaubt", hieß es laut "Süddeutscher Zeitung" in Regierungskreisen.

Große Schwächen orten die Fachleute auch hinsichtlich der Pensionslasten. Zur Abdeckung der Risiken hat Magna zusätzliche Sicherheiten im Umfang von drei Milliarden Euro nachgefordert. Damit sind laut "Handelsblatt" nach Angaben der Regierungsberater aber nur etwa 70 Prozent der tatsächlichen Pensionsverpflichtungen abgedeckt.

Fiat kommt besser weg

Daher wird das Fiat-Angebot zunehmend als das seriösere angesehen. Fiat ist bereit, seine gesamte Autosparte in das neue Unternehmen einzubringen. Der Eigenkapital wird auf 6,8 Milliarden Euro geschätzt. In diesem Fall würde das neue Unternehmen mit Opel und anderen Tochtergesellschaften von General Motors (GM) schuldenfrei beginnen. Allerdings wäre der Hauptaktionär Fiat durch Milliardenschulden belastet.

Aber auch das Fiat-Konzept hat Haken. So benötigt Fiat sechs Milliarden Euro Staatsbürgschaften - eine Milliarde Euro mehr als Magna. Zudem ist Fiat laut "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" derzeit "nur bedingt bereit, sich an der Überbrückungsfinanzierung für eine staatliche Treuhandlösung zu beteiligen". Sowohl Magna als auch Fiat setzen darauf, dass GM sich mit 3,5 Milliarden Euro an der Restrukturierung beteiligt.

Neuer Bieter aus China wohl chancenlos

Wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet, will der chinesische Automobilkonzern Bejing Automotive Industry Holding Company, kurz BAIC, bei Opel einsteigen und dabei auf einen Abbau von Stellen in Deutschland verzichten. Zudem habe BAIC auch eine Garantie für den Bestand aller deutschen Werke abgegeben - das allerdings nur für zwei Jahre. Außerdem würden die Pekinger mit weniger Staatsbürgschaften auskommen als die anderen Kandidaten.

(phu)

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15 Kommentare
Gast: Kay
30.05.2009 16:34
0 0

cool

naja opel fahren ist nicht mein Ding ....

hat nicht schon jeder ein Auto auf der Welt ?

also ich kann mir kein nagelneues auto alle 5 jahre leisten !

ich verdiene 600 NETTO für ein Monat......

wo soll ich da für ein Haus Sparen oder ein Auto Kaufen.

Miete kostet ja überall schon fast 450 euro ...

da hab ich noch 150 euro

dovon 50 Euro Strom ....

also leb und Arbeite ich für 100 im Monat .....

wo soll ich da für ein Haus Sparen oder ein Auto Kaufen.

meine Kollegen verdienen genauso viel....und sind frustriert......und wir machen FACHARBEIT...

leben wir hier in China ???

Davon

Gast: scrivente
27.05.2009 12:00
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Die Autos von Opel sind gut und konkurrenzfähig.

Sonst gäbe es sicherlich nicht so ein reges Interesse an Opel. Allerdings ist Autokaufen auch Imagesache und da hat das Marketing einiges verschlafen.
Abgesehen davon würde ein Zusperren ja nicht nur die Arbeitsplätze der dort Beschäftigten kosten. Da würde eine Lawine losgetreten werden - Zulieferer, Händler etc. Und wenn die dann ehemaligen Mitarbeiter kein Geld mehr haben, kaufen sie auch sonst weniger ein. Dann geht es auch dem Trafikanten um die Ecke, dem Modegeschäft und dem Lebensmittelhändler etc. schlechter. Und wenn es denen schlechter geht, kaufen die dann auch wieder weniger ein ...

Gast: Crusader
27.05.2009 10:52
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Besser zusperren als an Magna...

..dann kostet es nämlich wirklich Steuergeld in Massen....so wie in Österreich.....aber dafür hätten ein paar Politrenegaten eine "Absicherung"....

Gast: Franz
27.05.2009 10:45
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Wer ist der Nächste?

Opel baut gute, praktische Autos zu vernünftigen Preisen, Opel könnte also durchaus Zukunft haben. Schlimmer wird es für Daimler, BMW und Porsche (de facto schon pleite) die keine in die Zeit passenden Autos haben und denen im Zuge der Krise die Klientel für ohre sündteuren Autos abhanden kommen. Die Fusionitis killt permanent Arbeitsplätze in der Autoindustrie und von den einst über 100 Automarken gibt es "dank freier" Marktwirtschaft nur mehr ein Drittel und diese werden von ganzen 10 Konzernen geleitet.
Ich bin gespannt wie man auf Ansuchen um Finanzspritzen für Daimler und Co reagieren wird?

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Ein totes Pferd


Spätestens wenn du bemerkst ein totes Pferd zu reiten wird es zeit anzusteigen.

Lasst Opel sterben und die Steuerzahler leben.

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Re: Ein totes Pferd


korr: abzusteigen

Gast: Astrowolf
27.05.2009 09:29
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Was soll diese Farce?

Jahrzehntelang wurden wir über die harten Mechanismen eines unmenschlichen Kapitalismus instruiert: "Wer zu schwach ist, kommt unter die Räder!" So wurden etliche kleinere Firmen übernommen oder verschwanden vom Markt, weil sie nicht "mithalten" konnten.

Jetzt erfahren wir, wie es in Wahrheit läuft. Die "Großen" erhalten künstlich Aufträge, Gesetze werden für sie geändert, um die Marktlage einseitig zu verlagern, Subventionen fließen in Milliardenhöhe. Keine Spur von "freiem Wettbewerb" - AUFGELEGTER BETRUG. (Mit diesen Zuschüssen könnte man Millionen Selbständige nachhaltig aufbauen & fördern, statt "Dinosaurier" zu füttern - ABER DAS WILL MAN NICHT!)

Wir alle wissen es mittlerweile - und? Sie machen unverschämt weiter. Die "Kurzarbeits- & Lohnverzichtsfirma" Magna bietet im Kampf um den Oberpleitier OPEL mit!? Doch egal, wer den Zuschlag erhält, es sind wieder die Steuerzahler, welche die Zeche bezahlen werden, von der sie absolut NICHTS haben!

Auch der Kapitalismus ist (wie einst auch der Kommunismus) NUR auf Betrug aufgebaut. Dahinter stecken uralte Machtfamilien, welche uns mit weltfremden Utopien am "Schmäh" halten, um uns unsere Leben zu stehlen - Geld drucken sie ja als Köder für uns so viel sie wollen!

Bezahlte "Fachleute" MÜSSEN natürlich die "Sinnhaftigkeit" dieser Betrugsspiele bestätigen.

Wie lange spielen wir da noch mit?

Antworten ultra_
27.05.2009 11:06
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Re: Was soll diese Farce?

Sie bezeichnen dieses System als Kapitalismus, in meinen Augen ist es klarer Sozialismus. Aber auf jeden Fall stimmt hier etwas überhaut nicht, der europäische Automarkt ist übersättigt , würde ein Anbieter wie Opel oder in den USA GM vom Markt verschwinden, könnten sich andere Produzenten erholen. Das wäre mMn ein "kapitalistisches" Konzept mit möglichst wenig staatlichen Eingriffen, weil die funktionieren eh nicht sonst wäre die ÖBB das erfolgreichste Unternehmen Österreichs...
Kapitalismus gibt es nicht, da Zentralbanken, Regulierungen von Inflation und Deflation durch das staatliche Vorrecht auf Gelddruck, etc... eigentlich mehr im Sinne einer Planbehörde stehen...
Der Schritt von den großen, monopolistischen Unternehmen und Banken(too big to fail) zum sozialistischen System ist nur noch ein kleiner, da der Bevölkerung gar keine Unterschiede mehr auffallen...

Antworten Gast: Martin S
27.05.2009 09:58
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Re: Was soll diese Farce?

DAs ist die SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT! Bei einem "echten" Kapitalismus wäre Opel schon längst Pleite. Aber das wollen ja weder die feigen Politiker NOCH so strunzdumme Leute wie SIE!

Antworten Antworten Gast: schumpeter
27.05.2009 12:48
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Re: Re: Zielsysteme ...

Kann es vielleicht daran liegen, dass die Politik andere Ziele verfolgt als ein privater Unternehmer? Erfolgsziele und Rentabilitätsziele stehen im Fokus des Unternehmers, er muss schließlich wirtschaftlich überleben. Der Politik hingegen geht es um eine Erhöhung der Wirtschaftskraft, die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und, last but not least, um die Schaffung/Erhaltung von Arbeitsplätzen. Bring` d a s nicht durcheinander!
Ich frag`mich schon, wer da eigentlich strunzdumm ist ...

LUPO
27.05.2009 09:19
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Ein Opel, ist ...

Will Fiat Autos bauen oder produzieren, wird aus dem Opel ein Fiat mit Opel Logo. So ein Markenschwindel geht meist nicht gut, wie man am Beispiel Lancia sieht. Für was steht Opel, gibt es die Märkte, ist er noch der solide Volkswagen fürs Land. Der Auto-Markt für Berater, die sich ein Monsterauto (kurz SUV) wünschen, das zu ihnen passt, ist halt sehr klein, es möchte halt nicht jeder in der Parkgarage über die Hintertür aussteigen, was natürlich zum Alltag der Berater gehört.

romolaner
27.05.2009 08:38
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OPEL

ganz ehrlich-in wirklichkeit eine kraxn die niemand braucht -sowie GM generell nicht.

ein müder karren der opel..........amerikanisch halt!

Antworten Gast: Deutscher
27.05.2009 19:04
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Re: OPEL

Für die Hundert Sachen die man in Österreich brettern darf, reicht die Leistung allemal! mfc

Antworten Antworten romolaner
27.05.2009 20:21
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Re: Re: OPEL

ja das stimmt!

lg


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