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"Keiler" vor dem Aus: Prüfung für Finanzberater kommt

04.06.2009 | 12:19 |   (DiePresse.com)

In Österreich sind derzeit mehr als 5000 Finanzdienstleistungsassistenten tätig. Der Beruf durfte bisher ohne Ausbildung und Befähigungsnachweis ausgeführt werden.

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Die Kritik an Finanzdienstleistungsassistenten wird vom Gesetzesgeber aufgegriffen. "Es wird derzeit an einer Gesetzesnovelle gearbeitet, nach der Berater erst nach Ablegung einer Prüfung Finanzprodukte verkaufen dürfen", so Philipp Born vom Fachverband der Finanzdienstleister (WKÖ). Für derzeit aktiven Berater wird es eine Übergangsfrist von rund zwei Jahren geben, bis sie die Prüfung ablegen müssen.

Im Dezember 2008 unterstützen alle fünf Parlamentsparteien einen Entschließungsantrag für eine Reform der Anlageberatungsberufe. Die Abgeordneten forderten damals insbesondere, das Berufsbild des "Finanzdienstleistungsassistenten" zu prüfen.

AWD mit Regelung "absolut zufrieden"

In Österreich arbeiten laut Auskunft der Wirtschaftskammer 5000 und nach Angaben der FMA 6450 Finanzdienstleistungsassistenten (FDLA) . Bis dato war es möglich, diesen Beruf (freies Gewerbe) ohne Ausbildung und Befähigungsnachweis auszuüben. Die Finanz-Berater dürfen derzeit für ein oder mehrere von der Finanzmarktaufsicht konzessionierte Unternehmen tätig werden.

Bei dem im Kreuzfeuer der Kritik stehenden Finanzdienstleister AWD kann man sich mit der geplanten Gesetzesinitiative anfreunden. "Wir sind mit der zukünftigen Neuregelung absolut zufrieden", so AWD-Sprecher Hansjörg Nagelschmiedt. Zur Zeit arbeiten rund ein Drittel Finanzdienstleistungsassistenten bei AWD, die anderen zwei Drittel sind geprüfte Vermögensberater.

Mehrfachvermittlung weiter möglich?

Der Gesetzesentwurf für eine Neuregelung der Finanzdienstleistungsassistenten wird bis Herbst im Parlament eingebracht. Aus dem Finanzministerium heißt es, dass im Gesetzesentwurf "mehr Augenmerk auf die Qualität der Berater gelegt wird". Nähere Details sollen in Kürze folgen.

Der Verband der Finanzdienstleister möchte, dass die Mehrfachvermittlung weiterhin möglich bleibt. Derzeit dürfen Finanz-Berater Produkte von verschiedenen Finanzdienstleistern verkaufen. "Dies solle im Sinne der Vielfalt bestehenbleiben", so Born vom Fachverband.

Kritik an der geplanten Neuregelung gibt es von Andreas Dolezal von der Capital Bank. "Die Mehrfachvermittlung wird es nicht mehr geben. Damit sind die Berater von einem Finanzunternehmen abhängig", sagte er am Donnerstag zur APA. Dolezal glaubt, dass viele Finanzdienstleistungsassistenten aufgrund der angespannten Marktlage in diesem Jahr aufgeben werden. Eine Möglichkeit für Finanzberater sei eine Umstellung auf Honorarberatung nach dem Modell der Steuerberater. Eine Umstellung können sich Finanzberater aber derzeit nicht leisten, so Dolezal.

(APA)

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16 Kommentare
bilfried73
03.07.2009 18:46
0 0

finanzdienstleistungsassistenten in österreich

wenn es in österreich 6450 finanzdienstleistungsassistenten gibt und davon nur 300 - also weniger als 5(!)% - beim awd sind, der diese leute laut fma auch gscheit ausbildet, mache ich mir eher um die restlichen 95% sorgen...

Gast: Gast EHRLICH
21.06.2009 12:47
0 0

Auf den Punkt gebracht

Ich habe als Mitarbeiter einer Versicherung und als
Finanzdienstleistungsassistent gearbeitet und hab
mich unabhängig davon mit Geldanlage beschäftigt

- Jeder sollte sich eigenständig und eigenitiativ mit
dem Thema GELD eingehend beschäftigen - es
darf hier keine Auslagerung dies existenziell so
wichtigen Themas an sog. "Experten" geben,
ganz gleich ob diese Vermögensberater, Anlage-
berater Versicherungsberater oder Finanzdienst-
leister heissen.

Es ist ein Irrtum zu glauben, ich könne mich an
einen sog. "Experten" wenden der mich von
berufswegen "reich" macht.

Es gibt gute Möglichkeiten, sein Geld von
ehrlichen Profis, die auch gut honoriert werden
vermehren zu lassen.
Gott sei dank suchen nicht sehr viele Menschen
nach diesen Möglichkeiten, daher haben in den
Industrieländern nur 0,00000000000% der
Bevölkerung Kenntnis davon.
Ihr Kapital wächst nachhaltig exponentiell,
Sie sind eine stille aber zufriedene Minderheit.

99,99999999999999% der Bevölkerung werden
mit Produkten der "Finanzindustrie" leider tag-
täglich über den "Tisch" gezogen. Der Unter-
schied liegt NICHT darin, dass ein Produkt
besser als das andere ist, nein der Unterschied
ist nur der, dass man es einmal von einem
Vermögensberater, ein anderes Mal von einem
Anlageexperten und wieder ein anderes Mal
von einem Finanzdienstleister aufgedrückt be-
kommt.
Ganz wichtig: Bitte diese Menschen NICHT zu
verurteilen, Sie trifft KEINE SCHULD. Sie sind
nur brave willige Werkzeuge einer "Industrie"
deren P

Gast: xyz
09.06.2009 16:03
0 0

Viel zu wenig

Um die Kunden besser zu schützen vor betrügerischen "Beratern" sollten diese ein Besprechungsprotokoll vorweisen müssen wo zB. ausführlich auf das Risiko hingewiesen wird. Und zwar nicht im Kleingedruckten irgendwo sondern FETT UND GROSS IN BLOCKSCHRIFT. Solche und andere Massnahmen fehlen nach wie vor.

Antworten daxenos
10.06.2009 16:55
0 0

Re: Viel zu wenig

GENAU; angenommen alle Finanzdienstleistungsinstitute haben das schon seit langer Zeit, was dann...?

Antworten Antworten Gast: xyz
10.06.2009 20:44
0 0

Re: Re: Viel zu wenig

Nur leider: zumindest der AWD hatte es in den letzten Jahren nicht - das weiss ich ganz genau.

Gast: Gast
04.06.2009 16:59
0 0

Reicht nicht, aber wichtig

Eine verpflichtende Prüfung halte ich schon für wichtig. Das Argument, dass auch gut ausgebildete Leute Betrüger sein können, zählt dabei überhaupt nicht. Ist wie bei anderen Berufsgruppen auch: Dass z. B. nicht alle Ärzte ausschließlich auf das Wohl ihrer Patienten bedacht sind, spricht ja nicht gegen das Medizinstudium...
Genauso notwendig wie eine verpflichtende Ausbildung + Pprüfung der Finanzer ist aber auch, dass wir endlich unser Schulsystem auf Vordermann bringen. Wer kritisch denken gelernt hat und auch ein paar wirtschaftliche Grundregeln kennt (z.b.: "Rendite und Risiko korrelieren"), wird nicht so schnell irgendwelchen Scharlatanen reinfallen.

Gast: freindalwirtschaft
04.06.2009 16:45
0 0

bam oida fix

ein bekannter war bei so einem AWD rekrutierungsseminar, ein waunsinn: ehemalige fleischer, ehemalige bauarbeiter, die im schäbigen tlapa-zwirn auf "banker" gemacht haben. des war eine melange, bist du fett.

Antworten Gast: Heribert
04.06.2009 17:11
0 0

Re: bam oida fix

"Fett" sind ja wohl eher Sie. Zuviel Rum in der Melange? Wenn der AWD-Mann die Wahrheit sagt, und die ungefähr 1000 Mitarbeiter haben, sind das max. 350 FDLAs. Wer beschäftigt die anderen rund 95%? Fragen über Fragen, aber nur blödsinniges Gerede statt konkreter Antworten. Fix.

Gast: gast
04.06.2009 15:53
0 0

Ach ja ..


Da wird beaufsichtigt, da wird geprüft, da wird zertifiziert .. Abwarten bis der erste MBA für die zertifizierte Reinungskraft kommt -)-)
Und was änderts ???

Bei der Medicibank, der Bankaustria, der BAWAG, wurde genug beaufsichtigt, Prüfberichte geschrieben, Lebensläufe angeschaut usw. usw.

Sorry .. aber Integrität hängt nicht vom Stempelchen ab, und es können viel weniger Leute das Geschäft, als Konzessionen dafür erteilt werden -)-)-)-)


0 0

Was sich da alles "Finanzberater" nennen durfte...


Leutchen die man vor ein paar Jahren aus jedem Bierzelt rausgeschmissen hätte waren plötzlich, verkleidet mit Anzug und Krawatte, wichtige Finanzberater.

Gast: frido
04.06.2009 14:24
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Prüfung ist wichtig

In Deutschland dürfen Berater von MLP und AWD nur mit staatlicher Prüfung zum Kunden. Die DVAG-Berater brauchen keine Prüfung, weil die nur Produkte von Generali vermitteln. In Deutschland werden Kunden also von ausgebildeten und unausgebildeten Beratern besucht. Da sollte Österreich lernen. Bite so etwas bei uns nicht.

Antworten Gast: Gast
04.06.2009 14:40
0 0

Re: Prüfung ist wichtig

In Österreich dürfen meines Wissens nach auch nur Leute mit Prüfung zum Kunden, zumindest wurde das immer behauptet. Kann aber sein, dass das nur bei AWD der Fall ist. Egal, jedenfalls sind weitere Qualifikationserfordernisse sicher richtig, denn gut ausgebildete Finanzberater wird man auch künftig brauchen.

Gast: michi
04.06.2009 14:10
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eigenverantwortung

ja ja der staat muss die schafsherde vor ihrer eigenen dummheit schuetzen, hervorragend....

CC
04.06.2009 12:47
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Wird das auch reichen?

Die Frage, die sich stellt, ist, wie eine solche Prüfung aussehen wird. Denn wenn dort erst recht nicht das nötige Grundlagenwissen über Finanzprodukte, Zinsen, Zusammenhänge etc. gefragt wird, dann ist das ja der gleiche Holler, wie wenn man die Situation ließe, wie sie ist.

Gast: ASVG-Sklave
04.06.2009 12:42
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5.000 Kandidaten für Arbeitslosigkeit

weiter so.

Gast: raubritter
04.06.2009 12:35
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raubritter hatte die "Freude"

diese Hirschen auf freier Wildbahn zu beobachten und ist heute noch davon traumatisiert. Allerdings sind diese immer noch um den Faktor 2 besser als der normale "Bankbeamte".