Die Kritik an Finanzdienstleistungsassistenten wird vom Gesetzesgeber aufgegriffen. "Es wird derzeit an einer Gesetzesnovelle gearbeitet, nach der Berater erst nach Ablegung einer Prüfung Finanzprodukte verkaufen dürfen", so Philipp Born vom Fachverband der Finanzdienstleister (WKÖ). Für derzeit aktiven Berater wird es eine Übergangsfrist von rund zwei Jahren geben, bis sie die Prüfung ablegen müssen.
Im Dezember 2008 unterstützen alle fünf Parlamentsparteien einen Entschließungsantrag für eine Reform der Anlageberatungsberufe. Die Abgeordneten forderten damals insbesondere, das Berufsbild des "Finanzdienstleistungsassistenten" zu prüfen.
AWD mit Regelung "absolut zufrieden"
In Österreich arbeiten laut Auskunft der Wirtschaftskammer 5000 und nach Angaben der FMA 6450 Finanzdienstleistungsassistenten (FDLA) . Bis dato war es möglich, diesen Beruf (freies Gewerbe) ohne Ausbildung und Befähigungsnachweis auszuüben. Die Finanz-Berater dürfen derzeit für ein oder mehrere von der Finanzmarktaufsicht konzessionierte Unternehmen tätig werden.
Bei dem im Kreuzfeuer der Kritik stehenden Finanzdienstleister AWD kann man sich mit der geplanten Gesetzesinitiative anfreunden. "Wir sind mit der zukünftigen Neuregelung absolut zufrieden", so AWD-Sprecher Hansjörg Nagelschmiedt. Zur Zeit arbeiten rund ein Drittel Finanzdienstleistungsassistenten bei AWD, die anderen zwei Drittel sind geprüfte Vermögensberater.
Mehrfachvermittlung weiter möglich?
Der Gesetzesentwurf für eine Neuregelung der Finanzdienstleistungsassistenten wird bis Herbst im Parlament eingebracht. Aus dem Finanzministerium heißt es, dass im Gesetzesentwurf "mehr Augenmerk auf die Qualität der Berater gelegt wird". Nähere Details sollen in Kürze folgen.
Der Verband der Finanzdienstleister möchte, dass die Mehrfachvermittlung weiterhin möglich bleibt. Derzeit dürfen Finanz-Berater Produkte von verschiedenen Finanzdienstleistern verkaufen. "Dies solle im Sinne der Vielfalt bestehenbleiben", so Born vom Fachverband.
Kritik an der geplanten Neuregelung gibt es von Andreas Dolezal von der Capital Bank. "Die Mehrfachvermittlung wird es nicht mehr geben. Damit sind die Berater von einem Finanzunternehmen abhängig", sagte er am Donnerstag zur APA. Dolezal glaubt, dass viele Finanzdienstleistungsassistenten aufgrund der angespannten Marktlage in diesem Jahr aufgeben werden. Eine Möglichkeit für Finanzberater sei eine Umstellung auf Honorarberatung nach dem Modell der Steuerberater. Eine Umstellung können sich Finanzberater aber derzeit nicht leisten, so Dolezal.
(APA)
QUIZ Testen Sie ihr Wissen über die Wirtschaft
Top 10 Die meistverkauften Autos der Welt
Kreativ Die verrückte Welt der Werbung
Bis 2015 Die aussichtsreichsten Aktien
''Urlaubs-Euro'' Wie viel der Euro in Urlaubsländern wert ist
In Zahlen Die Erfolgsstory des sozialen Netzwerks
