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Albanien: „Wir leben die wildesten Träume aus“

02.07.2009 | 18:24 |  Von unserem Korrespondenten THOMAS ROSER (Die Presse)

Eine Autobahn in den Kosovo soll zwei Brudervölker verbinden und der Wirtschaft Auftrieb geben. Doch der Nutzen des Milliardenprojekts ist höchst umstritten.

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Tirana. An salbungsvollen Worten ließ es der alte – und vielleicht auch neue – Premier Albaniens im Wahlkampf nicht mangeln. Der „Korridor der Nation“ werde sich als „Eckstein des modernen Albanien“ erweisen, verkündete Sali Berisha, bevor er knapp vor der Parlamentswahl am letzten Sonntag vor tausenden jubelnden Anhängern eine einzige Spur vom ersten Teilstück der neuen Autobahn zwischen der Hafenstadt Durres und der Kosovo-Hauptstadt Prishtina einweihte.

Die Autobahn sei „ein Korridor der Freundschaft und des Friedens“. Sie werde nicht nur Albanern, sondern auch Mazedoniern, Serben, Bosniern „und allen anderen“ dienen: „Der Korridor wird uns helfen, die Visionen zu verwirklichen, die wir heute nicht sehen, und die Höhen zu erreichen, die wir uns verdient haben.“

Tatsächlich ist die Realisierung des Jahrhundertprojekts bis 2011, quer durch bislang unzugängliche Berggebiete, ein beispielloser Kraftakt für das immer noch recht isolierte Reich der Skipetaren. Der Bau der 170 Kilometer langen Autobahn bis zum Grenzübergang Morini, der die Fahrt von der albanischen Adria nach Prishtina von zehn auf drei Stunden verkürzen soll, wird ein Zehntel des Sozialprodukts verschlingen. Die Gesamtkosten sind mittlerweile auf 1,1 Milliarden Euro geklettert.

 

Kein Handel, kein Impuls

Allein das 61 Kilometer lange Teilstück durch die jahrhundertelang fast unerreichbare Bergregion Mirdita erforderte 29 neue Brücken und einen 5,8 Kilometer langen Tunnel durch den 1858 Meter hohen Berg Runes. „Wir leben heute unsere wildesten Träume aus“, verkündete Berisha beim Tunneldurchbruch Ende Mai.

Die Autobahn soll die ohnehin engen Bande zwischen den beiden Bruderstaaten weiter stärken. Allerdings dürften vor allem die Kosovaren von ihr profitieren. Durch sie erhält der schwächelnde Staatenneuling einen direkten Anschluss ans Meer – und verfügt bei anhaltender Blockade des schmollenden Ex-Mutterlandes Serbien über eine logistische Alternative für den Warentransport.

Zehntausenden Kosovaren wird die neue Straße die jährliche Urlaubsfahrt an die albanische Adria erheblich erleichtern. Auch Albaniens strukturschwachem Norden kommt die Autobahn zugute. Doch sollten die Impulse, die eine neue Verbindung der Wirtschaft geben kann, nicht überschätzt werden, warnt Shpend Ahmeti, Direktor des GAP-Instituts in Prishtina: „Der Warenaustausch ist minimal. Die Albaner exportieren nicht viel, wir exportieren nicht viel. Solange wir nicht wettbewerbsfähiger sind, können wir kaum mit etwas handeln.“

Doch die von den heimischen Medien ausführlich verbreitete Kunde vom Jahrhundertprojekt hat zumindest Albaniens Öffentlichkeit elektrisiert. Von Tirana machen sich Wochenendausflügler gen Norden auf, um die Baustelle der sagenhaften Bergpiste zu bestaunen.

 

Dubiose Auftragsvergabe

Dabei ist die Geschichte des Projekts jetzt schon mit Skandalen gepflastert. Für den schwierigsten Teilabschnitt verpflichtete Tirana 2005 das türkisch-amerikanische Konsortium Bechtel-Enka. Einiges soll bei der Auftragsvergabe nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Im November leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den früheren Transport- und heutigen Außenminister Lulzim Basha wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs ein.

Dem Staat sei, zum Vorteil von Bechtel-Enka, ein dreistelliger Millionenschaden entstanden. Aber Ende April, rechtzeitig vor der Parlamentswahl, wurden die Ermittlungen wegen Formfehler vorläufig eingestellt.

„Das ist das Ende der Verschwörung gegen die Autobahn“, reagierte Premier Berisha erfreut. Doch der wirtschaftliche Nutzen der Piste bleibt in Albanien umstritten, vor allem der hohen Kosten wegen. Sicherlich brauche Albanien eine Straße in den Kosovo, „aber keine, die ein Zehntel des Sozialprodukts verschlingt“, ärgert sich der Wirtschaftsjournalist Gjergj Erebara. Die Autobahn werde als „Bestandteil des Nationalstolzes“ gesehen, ihre Folgekosten würden aber kaum realisiert: „Diese Straße führt nirgendwo hin. Und wir werden noch jahrzehntelang für sie bezahlen müssen.“

Auf einen Blick

Von der Adria nach Prishtina im Kosovo in nur drei Stunden: Das soll bis 2011 eine Autobahn ermöglichen. Die Trasse durch fast unbewohntes Gebirge kostet dem armen Albanien zehn Prozent des BIPs. Der Nutzen ist fraglich: Es gibt kaum Handel, weil beide Länder wenig zu exportieren haben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.07.2009)

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16 Kommentare
Gast: Rheinländer
28.07.2009 23:37
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Wirtschaftsjournalist Gjergj Erebara -

„Diese Straße führt nirgendwo hin...."
Und ich dachte sie führt in die pseudo republik kosovo, na wenn die schon für einen albaner "nichts" ist.

Gast: Rugovani
13.07.2009 11:40
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Investition in die Zukunft!!

also diese arten von "Diskusionen" gibt es nicht nur in Albanien sondern in jedem Land, wo die Oposition sich zur Wort melden möchte! Jede Investition bringt Vor- und Nachteile, aber die Autobahn wird sich bezahlbar machen, denn die Bevölkerung wird es nutzen. So ein Großprojekt kann u. wird sich durch "Gebühren" aller Vignette refinanzieren!!

Gast: ceterum censeo
04.07.2009 23:38
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Erlebnisbericht

70-er Jahre: Unterwegs von Montenegro nach dem damals noch zu Serbien gehörendem Kosovo.
Lange Hangbrücke, in deren Mitte ein zimmergroßer Felsbrocken liegt. Warum? Weil dieser Fels ein ebenso großes Loch in der Mitte der Brücke abdeckt. Ob sich da gegen heute etwas geändert hat?

Gast: ich
03.07.2009 20:46
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ich

So ist es wohl, wenn Verlagshäuser und Nachrichtenhäuser Analphabeten anstellen.
(EX-Mutterland Serbien) wohl nicht ganz sauber.
Ist Russland etwa Ex-Mutterland von Deutschland? Wohl nicht!. Bei allem Respekt ich empfehle es Ihnen dringend das Studium, das Sie vielleicht, eventuell, mal abgeschlossen haben sollen, wieder neu aufzunehmen. Um sich weiterzubilden damit Sie nächstes mal nicht die "PRESSE" blamieren.

Gast: ringo
03.07.2009 13:31
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linda du hast recht

es gibt keine kosovaren als volk, es gibt nur albaner und albanien.

es ist leider so, dass es in albanien grosse korruption herrscht, doch wohlen wir die bedeutung dieser strasse auf keinen fall klein reden.
sie verbindet ein volk, familien und freunde welches durch sehr grosses unrecht getrennt wurden.

bis bald und auf widersehen in unser wunder schönnes albanien.

Gast: HH
03.07.2009 12:18
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Positive Entwicklung

Nach sechs Jahren Tätigkeit als Entwicklungshelfer im Kosovo im Bereich Berufliche Bildung habe ich mich sehr über dieses Projekt gefreut. Die Autobahn ist ein wichtiger und positiver Schritt, um die Selbständigkeit des noch jungen Staates zu fördern.

Gast: Rustikal1856
03.07.2009 12:10
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Wir leben die wildesten Träume aus

Ja, der Traum eines Grossalbanien. Diese Verbindung wird nur hergestellt um den Armis den Transportweg zu Militäerstationen zu vereinfachen. Ausserdem werden mehr ALbaner ins Land hereinströmen.

Gast: Gast
03.07.2009 08:53
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te dua Shqipri

Ich bin schön 15 Jahren im Deutschland aber erst jetzt ist die Zeit gekommen auch ein Heim ans Albanische mehr zu bauen im Kosovo habe ich mein Familie im Albanien ein Teil und ich bin im Deutschland also wen ich nach Kosovo Fliege den Fahre ich nach Albanien wo nur Albanische gesprochen wird den kommt mir vor als würde ich von Bayern nach Hamburg Fahren wo es nur Schöne Deutsche Sprache gesprochen wird . Schreiben Sie was Sie wollen aber das ist ein Traum ein Schöne Traum.

navy
03.07.2009 07:51
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Das hoch kriminelle Bau Geschäft mit Bechtel - Enkel

Auftraggeber und Bestechungs Organisator für Bechtel-Enka war der berüchtigte Politiker Sohn in der Sache Max Strauss! Ein Letter of Intend, was die General Staatanwältin beschlagnahmt hat, trägt 3 Unterschriften. Den als Bestechungs Motor gut bekannten Wirtschaftsminister Genc Ruli, Aussenminister Lulzim Basha und von Max Strauss.

Hier die Kopie des Vertrages aus einem Zeitungs Artikel in Albanien.

http://img98.imageshack.us/img98/9495/strauss.png

aus

http://balkaninfo.wordpress.com/2009/03/15/das-gangster-trio-max-strauss-und-die-albanischen-minister-lulzim-basha-und-genc-ruli/

Der in Haft sitzende Vize Transport Minister Nikolin Jata, und der verantwortliche juristische Direktor für die Verträge wurde vor kurzem die Freilassung verweigert und die Justiz Verfahren laufen unverändert, gegen diese Bande. Weil Deutschland eine Weisungs gebundene Justiz hat, wurde ein Verfahren gegen Max. Strauss eingestellt, weil man einfach den Aufwand scheute und so können kriminelle Deutsche Politiker mit ihren Lobbyismus lustig weiter machen im Ausland.

Gast: Linda
02.07.2009 23:47
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UNglaubliche Frechheit

Woher nehmen sie sich die Erlaubnis, die Albaner in zwei "Brüdervölker" aufzuteilen????
Da könnte man auch leicht behaupten, dass die BRD und die DDR auch zwei Brüdervölker wären.
Ich bitte sie mit ihrer Wortwahl acht zu geben Herr THOMAS ROSER.

Antworten Gast: Geiger HR
03.07.2009 09:46
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Ostdeutsche und Westdeutsche

sind bis heute zwei höchst verschiedene Völker ...

Antworten Antworten Gast: Linda
03.07.2009 12:29
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Re: Ostdeutsche und Westdeutsche

Nordalbaner und Südalbaner haben natürlich ebenfalls gewisse unterschiede, doch trotzdem bleiben sie Albaner.
Kosovaren als Volk gibt es nicht. Kosovaren sind (im staatlichen Sinne) nur diejenigen, die auf dem Terretorium Kosova leben.
Also kann auch ein Chinese Kosovare werden, jedoch gehört dieser Chinese NICHT zur der albanischen Volksgruppe!

Antworten Antworten Gast: Linda
03.07.2009 12:17
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Re: Ostdeutsche und Westdeutsche

Nordalbaner und Südalbaner haben natürlich ebenfalls gewisse unterschiede, doch trotzdem bleiben sie Albaner.
Kosovaren als Volk gibt es nicht. Kosovaren sind (im staatlichen Sinne) nur diejenigen, die auf dem Terretorium Kosova leben.
Also kann auch ein Chinese Kosovare werden, jedoch gehört dieser Chinese zur der albanischen Volksgruppe!

Antworten Gast: mf
03.07.2009 09:32
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Re: UNglaubliche Frechheit

Weil es so ist! Nehme ich an. Habe sowohl in Kosovo und in Albanian gelebt und gearbeitet. Der Unterschied ist Tag und Nacht. Das sehen auch die Kosovaren wie die Albaner so. Natuerlich habe ich auf beiden Seiten Grossalbaner gesehen, dies stellte aber eine kleine Minderheit dar. Uebringes - spricht die Kosovarische Verfassung nicht von einem Multiethnischen Staat????

Antworten Antworten Gast: Linda
03.07.2009 13:11
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Re: Re: UNglaubliche Frechheit

Falls sie wirklich der Journalist sind, für den sie sich ausgeben, dann muss ich sagen, dass sie wirklich nur ein "Journalist" sind. Versuchen sie nicht mit Begriffen wie "Großalbaner"künstlich den Willen des albanischen Volkes runterzudrücken. Ein Großalbanien gab es nie und wird es auch nie geben. Einzig und allein das bestreben der Albaner sich wieder zu vereinigenen existiert. Und dieses bestreben ist mehr als nur gerecht. Mit dem Presheva Tal, Sandzak und Vojvodina existiert bereits ein Großserbien. Mit Cameri und anderen Teilen, existiert auch ein Großgriechenland. Bei beiden Staaten gehen die Grenzen deutlich über die ethnischen Grenzen hinaus. Nur bei den Albanern ist es das Gegenteil. Weil wir albaner wenigstens unsere ethnischen Grenzen wider haben wollen, werden wir von einem Journalisten als Großalbaner beschimpft. Zur multhiethnischen Verfassung des Kosova kann ich nur sagen, dass dieses Verfassung ein Diktat Europas ist und mit der realität nichts zu tun hat.
Wieso wird Montenegro, mit 43% Montenigrinern, nicht als multiethnisch angesehen und das aus 93% aus Albanern bestehende Kosova doch?? POLITIK SONST NICHTS!!!
Mit freundlichen Grüßen...

Gast: lillihalili
02.07.2009 21:06
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albanien, wir leben die wildesten träumen

diese straße verbinden ein Volk und der Preis der fuer benoetigt wurde ist im vergleich zu dem was erreicht ist, ist sehr gering und eine straße wird nicht füer eine benutzung von einem Jahr gefertigt,doch fuer weit mehr...