Korruption und Steuerhinterziehung: Griechenland versinkt im Sumpf

05.08.2009 | 16:15 |   (DiePresse.com)

Fast 65 Milliarden Euro ist die jährliche griechische Schattenwirtschaft schwer. Allein 20 Milliarden Euro werden an Steuern hinterzogen. Auch Drogenhandel und Prostitution florieren.

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Korruption, Geldwäsche und Steuerhinterziehung haben in Griechenland nach Medienberichten in den vergangenen zwei Jahren enorme Dimensionen angenommen. Dies berichtete am Mittwoch die konservative Athener Zeitung "Kathimerini" unter Berufung auf das griechische Statistische Amt (ESYE) sowie Studien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Mit Prostitution, Drogenhandel und dem illegalen Handel von Zigaretten und Alkohol würden jährlich 2,5 Milliarden Euro umgesetzt. Hinzu kämen noch 3,5 Milliarden Euro Schmiergelder, die an verschiedene staatliche Stellen gezahlt werden müssen, damit "einer seine Arbeit machen kann", hieß es.

Auf fast 20 Milliarden Euro werde die Steuerhinterziehung jährlich geschätzt. Auf zweistellige Milliardenbeträge beliefen sich die nicht gezahlten Arbeitgeberbeiträge an Renten- und Krankenkassen. Insgesamt erreiche die sogenannte Schattenwirtschaft in Griechenland rund 65 Mrd. Euro jährlich, hieß es in dem Bericht weiter. Griechenland verliert jedes Jahr große Steuersummen durch die Schattenwirtschaft. Die EU hat das Land immer wieder aufgefordert, Maßnahmen dagegen zu ergreifen.

(Ag.)

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5 Kommentare
Gast: steefan
08.05.2011 11:07
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aussteigen aus der eu

griechen waren jahrelang eine last für die eu .mit falschen zahlen haben die den euro erworben die haben auch vorher nichts für die eu getan keine industrie.Hauptsache bewaffnen auf kosten andere besstellen u boot von deutschland bezahlen nicht bemängeln den u boot auch noch besser garnichts mehr verkaufen

Mit dieser Unmoral sollte es nun vorbei sein

könnte man meinen. Allein, mir fehlt der Glaube daran. Warum sollte einer, der bisher auf die Gemeinschaft gesch.... hat, seinen Charakter plötzlicher ändern?

Wenn demnächst jetzt also EU-Gelder nach Griechenland fließen, wird das nur einen Effekt haben: Die leeren Kassen, an denen das griechische Volk sich gewohnheitsmäßig vergreift, sind wieder für eine Zeit lang gefüllt.

Gast: Martin
05.08.2009 21:44
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Urlaub

Die Korruption merkt jeder Urlauber! Bausünden, Müllkippen, Straßenzustand, ....
Man fragt sich gleich wo denn das Geld geblieben ist, dass die Urlauber z.B. nach Rhodos o.ä. tragen - dreckige Strände, überteuerte Preise, kaputte Straßen, kein öffentlicher Verkehr etc.

Gast: Don Quichote
05.08.2009 21:18
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Die EU hat aufgefordert ...

... na, so was aber auch. Wie wäre es, die EU-Zahlungen zu streichen? Diese Sprache würde vermutlich nachhaltiger und auch sehr kurzfristig verstanden werden. Aber nachdem es bei den EU-Geldern nur um Steuergeld der Nettozahler geht, beläßt man es beim erhobenen Zeigefinger. Das wird die Griechen natürlich mächtig beeindrucken und sie auf der Stelle reuig umkehren lassen.

Antworten Gast: fireone
06.08.2009 07:10
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Re: Die EU hat aufgefordert ...

Griechenland ist nicht Österreich. Die kassieren und scheren sich kaum um das, was Brüssel sagt.

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