Dana Giacchetto: Der "Aktienhändler der Stars" ist tot

Er arbeitete für Leonardo DiCaprio, Matt Damon und Cameron Diaz – bis er 2001 wegen Betrugs verurteilt wurde. Jetzt ist Dana Giacchetto nach einer langen Partynacht im Alter von 53 Jahren gestorben.

Dana Giacchetto: Im Jahr 2014 stand er erneut vor Gericht.
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Dana Giacchetto: Im Jahr 2014 stand er erneut vor Gericht.
Dana Giacchetto: Im Jahr 2014 stand er erneut vor Gericht. – Reuters

Für Dana Giacchetto hatten Journalisten viele Namen: "Der wahre Wolf of Wall Street", der "Rock-and-Roll-Broker", der "Aktienhändler der Stars" - oder später dann auch "der gefallene Börsenmakler". Jetzt ist er im Alter vom 53 Jahren in New York gestorben, berichten mehrere US-Medien übereinstimmend.

Giacchettos Karriere liest sich wie ein Drehbuch. Sein rasanter Aufstieg begann Ende der 1980er Jahre mit der Gründung der Investmentgruppe "Cassandra Group", für die sich auch schnell Freunde aus der Musikszene begeisterten. Nachdem er das Musik-Label "Sub Pop Records" für sich gewinnen konnte, betreute er die Finanzen von der Musikern Alanis Morissette, den Bands Smashing Pumpkins, Phish, R.E.M und vielen mehr.

Seine große Zeit hatte Giacchetto in den 1990er Jahren: In seinem Penthouse tummelten sich Models, Sportler und Stars, die ausschweifende Partys feierten. Zu seinen Kunden zählten Medienberichten zufolge die Schauspieler Cameron Diaz, Tobey Maguire, Ben Affleck, Matt Damon und Leonardo DiCaprio. Mit letzterem verbrachte Giacchetto offenbar viel Zeit: Im Internet kursieren zahlreiche Schnappschüsse, die den Schauspieler und den Banker beim Feiern zeigen. Auch wenn DiCaprio im Film „Wolf of Wall Street“ einen anderen Börsenmakler, Jordan Belfort, verkörperte - gut möglich, dass er sich auch von Giacchetto inspirieren hat lassen.

Zu mehrjähriger Haftstrafe verurteilt

Für den Banker kam um die Jahrtausendwende der tiefe Fall: Erste Kunden schöpften 1999 Verdacht, dann ging es Schlag auf Schlag. Giacchetto wurde 2001 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, weil er seine berühmten Klienten um zehn Millionen Dollar betrogen hatte. Giacchetto hat die sogenannte "Ponzi-Methode" angewandt, bei der er das Verschwinden von Geld vertuscht hat, indem er neue Vermögenswerte aufnahm. So hat Giacchetto auch seinen luxuriösen Lebensstil finanziert – vom teuren Abendessen bis zum Helikopterflug.

"Giacchetto war der 'Madoff-Typ', bevor Madoff diesen Typen prägte"; schreibt die "Los Angeles Times" in ihrem Nachruf. Seine Methode sei einfach gewesen: Er habe sich bei einer reichen Klientel eingeschmeichelt, die keine Ahnung von ihren Finanzen hatte.

"Leo DiCaprio ist wie mein kleiner Bruder", sagte Giacchetto einmal im Jahr 2014, als sich die meisten Promis schon längst von ihm abgewandt hatten. Damals machte der einstige Banker der Stars noch ein letztes Mal Schlagzeilen, weil er wegen Kreditkartenbetrugs zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt wurde. Am Sonntagmorgen wurde er von seinem Mitbewohner nach einer langen Partynacht tot in seiner Wohnung aufgefunden.

(sk)

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