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Deutschland: Staatsdefizit schwillt auf 17,3 Milliarden an

25.08.2009 | 10:04 |   (DiePresse.com)

Die Wirtschaftskrise stürzt den deutschen Staatshaushalt im ersten Halbjahr 2009 tief in die roten Zahlen. Die Einnahmen durch Steuern gingen zurück. Die Maastricht-Kriterien wurden allerdings erfüllt.

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Die Wirtschaftskrise hat im ersten Halbjahr 2009 den deutschen Staatshaushalt tief in die roten Zahlen gestürzt. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, betrug das Finanzierungsdefizit des Staates in den ersten sechs Monaten 17,3 Milliarden Euro. Die Defizitquote gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in jeweiligen Preisen gab die Behörde mit minus 1,5 Prozent an.

Maastricht-Kriterium erfüllt

Damit wurde das Maastricht-Kriterium von maximal drei Prozent des BIP erfüllt. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte der Staat noch einen Überschuss von gut sieben Milliarden Euro erwirtschaften können. Für das Gesamtjahr erwartet die Bundesregiuerng ein Staatsdefizit von vier Prozent.

Bei den Einnahmen von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung war von Jänner bis Juni laut Statistik-Bundesamt erstmals wieder ein Rückgang um 1,1 Prozent zu verzeichnen. Zugleich erhöhten sich demnach die Ausgaben des Staates um 3,5 Prozent.

Weniger Steuern eingenommen

Auf der Einnahmeseite seien vor allem die Steuern, die rund die Hälfte der gesamten Einnahmen des Staates ausmachten, mit minus 3,8 Prozent hinter dem entsprechenden Vorjahreswert zurückgeblieben, erklärte das Bundesamt.

Mit minus 6,7 Prozent besonders stark sei dabei der Einbruch bei den Einkommen- und Vermögensteuern gewesen. Hier habe sich vor allem der Einbruch bei der Körperschaftsteuer (minus 46,0 Prozent) und der vom Ausland erhaltenen Steuern (minus 26,8 Prozent) ausgewirkt.

Ausgaben deutlich gestiegen

Bei den Ausgaben erhöhten sich laut Bundesamt vor allem jene für Vorleistungen (plus 7,3 Prozent), soziale Sachleistungen (plus 5,0 Prozent) und monetäre Sozialleistungen (plus 4,4 Prozent) überdurchschnittlich. Dabei machten sich nach Angaben der Behörde einige Neuregelungen wie die Honorarreform für Ärzte, Tarifsteigerungen im Preissystem für Krankenhäuser, die Erhöhung des Kindergeldes sowie der einmalig gewährte Kinderbonus bemerkbar.

Der Anstieg der Subventionen um 11,2 Prozent sei wesentlich auf die Erstattungen der Bundesagentur für Arbeit für die von Unternehmen bei Kurzarbeitern zu tragenden Sozialversicherungsbeiträge zurückzuführen.

(Ag.)

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5 Kommentare
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Und Österreich?


Österreichs Defizit ist im prozentuellen Vergleich mehr als doppelt so hoch.

Aber wir machen uns kurioserweise Sorgen über Deutschland.

Dazu kommt: In Deutschland wissen die Politiker der verantwortungsvollen Parteien (CDU, SPD, FDP) dass sie Handeln müssen - und tun das auch.

Während in D der politische Populismus auf Grüne und Linke beschränkt ist (auch Teile der CSU) übertreffen sich in Österreich ALLE Parlamentsparteien regelmäßig in wirtschaftspolitischem Hasard-Populismus und kaschieren alle Probleme mittels neuer Schulden.

Antworten hw
26.08.2009 00:38
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Re: Und Österreich?

habe ich mir auch gedacht.
pro einwohner liegen doch die ösis höher, oder?

Antworten Antworten Gast: ET
26.08.2009 17:45
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Eventuell dramatisch höher!

Österreich ist etwa um den Faktor 10 kleiner. Sollte Österreich gleich schlecht wir D sein, dann müsste das Defizit bei nur 1,75 Mrd. Euro liegen.

Es sind in Ö noch keine Zahlen bekannt und auch Unsicherheiten bei der Berechnungsmethode. Ein Indiz könnten aber die um 10 Mrd. Euro gestiegenen Staatsschulden in Ö sein.
Wäre dieser Vegleich zulässig, dann um etwa 700% schlechter als die schlechten Deutschen!

Schaut nicht gut aus für das Land!

Diesen Ritt auf dem wilden Pferd schaffen Faymann und Pröll nie.

Antworten Antworten Antworten hw
26.08.2009 18:13
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Re: Eventuell dramatisch höher!

achtung: halbjahres defizit!
das wäre 1,75mrd für die ersten 6 monate.
2008 dürftens fürs jahr 5.1mrd gewesen sein. hat wer andere zahlen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: ET
26.08.2009 19:13
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Viele Berechnungsmethoden - verschiedene Defizite!

Beispiel Budget Österreich 2009:
Defizit Bund administrativ: -13,5 Mrd.
Maastrich Defizit Bund: -9 Mrd.

Budget Österreich 2010:
Defizit Bund administrativ: -13,1 Mrd.
Maastrich Defizit Bund: -11,5 Mrd.

Das alles hängt auch sehr stark von den Ausgliederung ab. Da wird ja schon lange getrickst, dass am Ende alles gut aussieht.

Ich selbst glaube inzwischen der einzige gültige Parameter ist die gesamte Staatsschuld ink. Länder Gemeinden und ausgegleiderte Bereiche und deren Entwicklung. Wir aber leider nicht veröffentlicht. Daher eine vereinfáchte Betrachtung der offziellen Staatsschulden.

Noch zur Info:
Die Schulden in Ö sind nur im 1. HJ 2009 um mehr als 10 Mrd. Euro gestiegen.

ET meint, Österreich ist praktisch Pleite, die Regierung adminsitriert nur den letzten Gang dorthin.