Wien (APA). Seit Ende voriger Woche ist klar: Der amerikanische Autokonzern General Motors kann und will sich mit einem Verkauf seiner Marke Opel an das Magna-Konsortium nicht anfreunden – und das trotz massiven Drucks aus Deutschland. Nun reimen sich Experten und Analysten aus aller Welt die Gründe für die störrische Ablehnung zusammen.
Der Tenor: Hinter den Zweifeln stecken starke, noch aus dem Kalten Krieg stammende Ressentiments gegen Russland – und damit gegen die russischen Mitglieder im Konsortium, die Sberbank und den Autobauer GAZ. Beide Unternehmen sind eng mit dem Staat verbunden. Präsident Wladimir Putin hat immer wieder erklärt, dass er sich von dem Opel-Deal einen Auftrieb für Russlands Autoindustrie erwarte.
Konkret fürchten die Amerikaner, dass die weit überlegene GM-Technologie trotz eines Schutzabkommens in russische Hände gelangen könnte. Einige Analysten halten diese Furcht aber für übertrieben: GAZ produziert seinen „Wolga“ mit 70er-Jahre-Technologie. Es würde auch mithilfe der kompletten Opel-Technologie zehn Jahre dauern und tausende Arbeitsplätze kosten, um auf das heutige Produktionsniveau von GM aufzurüsten – und bis dahin hätten die Entwickler des US-Konkurrenten ja auch nicht geschlafen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.08.2009)
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