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SkyEurope - Geschichte eines Absturzes

31.08.2009 | 22:47 |   (DiePresse.com)

Seit Juni befand sich der Billigflieger im steilen Sturzflug. Auch internationale Investoren konnten nicht verhindern, dass Wien, Bratislava und demnächst Prag die Abfertigung verweigern. Es ist kein Geld mehr da.

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SkyEurope ist pleite. Die Probleme begannen bereits Ende Juni, als sich das Unternehmen aufgrund akuter Insolvenz unter Gläubigerschutz stellte. Prügel bezog die Fluglinie auch von den Wirtschaftsprüfern. Die zuständige Firma KPMG weigerte sich, den Jahresabschluss 2007/2008 zu bestätigen. Die Prüfer sahen es als nicht gerechtfertigt, dass der Vorstand von einer Fortführung des Unternehmens ausging.

Investoren schossen Millionen zu

Ende Juli schoss der Investor Alon Shklarek mit seiner Focus Equity BV knapp 16,5 Millionen Euro an Kapital zu. Voraussetzung dafür war aber, dass die Reorganisation der SkyEurope unter dem Gläubigerschutz erfolgreich abgeschlossen wird. Auch von einem britischen Unternehmen kam ein Überbrückungskredit in Höhe von mehr als fünf Millionen Euro. Die Führung von SkyEurope bekräftigte immer wieder, weitermachen zu wollen. Zuletzt hatten sogar die Mitarbeiter einer Stundung ihrer Juli-Gehälter zugestimmt, um das Unternehmen noch irgendwie retten zu können.

Wien, der Anfang vom Ende

Mitte August begann dann der Anfang vom Ende. Der Flughafen Wien hielt Maschinen des Billigfliegers fest, solange nicht Zahlungen in Millionenhöhe geleistet werden. SkyEurope ließ ein vom Flughafen gesetztes Ultimatum ungenutzt verstreichen. Das Ergebnis ist bekannt: Seit dem 15. August fertigt der Flughafen Wien keine Maschinen von SkyEurope mehr ab. Passagiere wurden mit Bussen von Wien nach Bratislava geführt, um von dort zu ihren (Urlaubs)zielen zu gelangen.

Bratislava und Prag verweigern ebenfalls

Seitdem gab es immer wieder Durchhalteparolen und Versicherungen, dass man die Probleme des Unternehmens beseitigen werde. Noch vor kurzem hieß es, der Standort Bratislava sei langfristig gesichert. Das änderte sich aber schnell. Seit 1. September sind alle SkyEurope-Flüge ab Bratislava gestrichen. Damit nicht genug: Der Prager Flughafen will es Wien gleichtun und die Abfertigung verweigern, sollte SkyEurope nicht seine ausstehenden Rechnungen begleichen. So wie es aussieht, wird SkyEurope dem wohl kaum nachkommen.

(db)

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5 Kommentare
Gast: MS Deutschland
01.09.2009 10:15
0 3

Die Österreicher wollen billig fliegen, es war vom Staat dumm die überteuerte AUA statt SkyEurope zu retten!

Sinnvoller wäre es gewesen SkyEurope statt der AUA 500 Mio. Euro zuzuschießen, da SkyEurope damit langfristig überlebt hätte, da leztere Fluglinie die Kosten im Gegensatz zur AUA im Griff hat.

Die AUA ist heute durchwirkt von unfähigen SPÖVP-Günstlingen, was eine Gefahr für die Fluggäste darstellt, die es bei SkyEurope nie gab, wo eben das Geld für Sicherheit nicht für abgehalfterte Politiker draufging, die sich dann einfach 500 Mio. vom Steuerzahler genehmigten um das miese Spiel weiterzubetreiben.

Die AUA ist nur mehr ein Selbstbedienungsladen für abgehalfterte Politiker vor der Übernahme gewesen und war mit SPÖVP-Günstlingen in allen Ebenenen besetzt. Zur Gefahr der Passagiere - deshalb gab es ja mehr gefährliche Zwischenfälle mit der AUA (NUR jezt mal im Zeitraum des Bestehens von SkyEurope, wo es keinerlei gefährliche Zwischenfälle gab) - wurde vor allem, dass nicht die Fähigsten die Stunden am Flugsimulater bekamen, die man als Pilot braucht um Prüfungen bestehen zu können, sondern die, die gute Beziehungen zu den unfähigen teuren SPÖVP-Bonzen in der AUA hatten.

SkyEurope hingegen wurde vorbildlich geführt, die Auslastung der Flugzeuge war hervorragend und die pro Flug erzielten Erträge waren sogar höher als jene der 3/4 leer fliegenden AUA mit ihren wegen der Bonzenspesen so teuren Ticktets.

Die Zeiten für Fluglinien sind momentan schwer, aber es ist ungerecht, dass der gefährlicheren AUA 500 Mio. nachgeschmissen wurden, das ist Marktverzerrung pur.

Antworten Gast: Never
01.09.2009 13:50
3 0

Re: Die Österreicher wollen billig fliegen, es war vom Staat dumm die überteuerte AUA statt SkyEurope zu retten!

Genau, da hätten wir die AUA doch besser für 1500 Millionen liquidiert und alle Mitarbeiter auf die Straße gestellt, das wäre für den Steuerzahler viel besser gewesen.

Und noch besser, die Sky Europe, eine Slowakische Fluglinie hätten wir gerettet, sozusagen als Entwicklungshilfe für ein armes Land östlich von uns.....

*kopfschüttel*

Antworten Antworten Gast: MS Deutschland
02.09.2009 17:14
0 1

Re: Re: Die Österreicher wollen billig fliegen, es war vom Staat dumm die überteuerte AUA statt SkyEurope zu retten!

Die Mitarbeiter der AUA hätten ja bei SkyEurope neu anfangen können.

Sie haben absolut keine Ahnung wie überzogen die Gehälter bei der AUA sind. Das kann sich niemals ausgehen - selbst wenn jeder Flieger nicht halbvoll sondern voll wäre.

Volkswirtschaftlich gesehen ist es eben unklug, eine Firma, die ein Produkt um 300 herstellen kann um 500 Mio. zu erhalten, wenn man selbiges Produkt um 30 aus einer anderen Fabrik haben kann, die nur 50 Mio. Subvention brauchen würde.

Ich bin schlichtweg nicht bereit, dass ein großer Haufen von SPÖVP-Günstlingen bei der AUA mit gigantischen - teilweise Millionengagen - weiter mit meinen Steuergeldern gefüttert wird.

Verstehen sie meine Sichtweise, ich zahle ja für den Unfug. Da wäre es mir schon lieber, die AUA geht pleite und ich zahle mit dem ersparten Steuergeld eben eine frei werdende Stewerdess, die mich und andere auf meinen Wunsch bedient.

Mir tut es im Herz weh, wie diese SPÖVP-Trottelregierung meine Steuergelder permanent vertrottelt in den Sand setzt. Ließe man mir mein Geld würde ich es nicht SPÖVP-Bonzen als Millionengage (Erfolgsprämie für Misserfolg) in den Rachen werfen.

Die Verluste der AUA sind ja eine Folge der vielen vielen SPÖVP-Bonzen, die dort reingeschoben wurden und nichts arbeiten, aber gewaltige Gagen auf ihre Konten bekommen.

Derartigen Unfug erhält man mit 500 Mio. Steuergeld, von dem auch ich beitrage, aufrecht. Bei Bonzenhochburgen muss man klar Sagen Kopf (SPÖVP-Last) ab, dort stinkt es!

Antworten Gast: everybody knows...
01.09.2009 11:27
2 0

das können Sie nicht ernst meinen

Sie können doch nicht ernsthaft der Meinung sein das der Staat Österreich, also wir, SkyEurope retten und die AUA in die Insolvenz schicken hätte sollen.

Die 500 Mio waren der Preis dafür nicht noch mehr Geld in die Hand zu nehmen. Währenddessen es uns egal sein kann ob SkyEurope weiterfliegt oder nicht.

Das Einzige was SkyEurope geschafft hat ist die Flugpreise zu ruinieren. Oder finden Sie es nicht eigenartig das fliegen mittlerweile billiger ist als bahnfahren?

Das die Führung der AUA absolut unfähig war ist eine Andere Sache. Um so mehr hat der Staat als Haupteigentümer die Pflicht seine Mitarbeiter sozial abzusichern. Und das war am einfachsten und billigsten durch den Verkauf an die LH unter bekannten Bedingungen.

Natürlich hätte man die AUA auch in Insolvenz schicken können, die Mitarbeiter auf die Straße setzen und sich die 500 Mio sparen können. Die Frage ist wie das der FH Wien verkraftet hätte, wenn der größte Kunde wegbricht. Der gehört uns ja auch.

Antworten Antworten Gast: MS Deutschland
02.09.2009 16:56
0 0

Re: das können Sie nicht ernst meinen

Jede Stadt braucht eine billige Anbindung an das weltweite Flugnetz.

Die AUA kann dies nicht bieten, da sie eine viel zu teure Kostenstruktur hat und eben viel zu viele abgehalftere SPÖVP-Bonzen, die Spitzengagen ohne Leistung oder gar mit negativer Leistung bekommen, mitgefüttert werden.

SkyEurope kann diese günstige Anbindung an das internationale Flugnetz bieten, die AUA eben nicht und daher - auch wenn SkyEurope seinen Sitz 40 km von Wien entfernt hat - wäre es besser gewesen SkyEurope statt der AUA am Leben zu halten.

SkyEurope hätte auch viel weniger Geld vom Steuerzahler gebraucht, der eben dadurch bessere und günstigere Anbindung von SkyEurope an die Luftstraßen bekommen hätte im Vergleich zur AUA.

Die Frage ist, ob man Überkapazitäten künstlich erweitern sollte, wie es der Flughafen Wien tut und beim Ausbau hunderte Millionen in den Sand setzen soll.

Meine Antwort ist nein.

Lodon Gatwick und London Heathrow sind weiter voneinander entfernt als Schwechat und Bratislava. Durch die Grenzöffnung hätte sich der Ausbau von Schwechat sowieso schon erübrigt, aber mit Gewalt will man die einfach fleissiger und effizienter arbeitenden Slowaken vom Markt verdrängen und das ist nicht gut für Europa.

Mit 500 Mio. kann man wirklich viele neue Innovationen marktreif machen, die dann wirklich Milliarden bringen. 500 Mio. Steuergeld ist einfach zu viel für eine verzichtbare Fluglinie, die nur überteuer produzieren kann und falsch strukturiert ist.