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Trumps "achtes Weltwunder" sperrt zu

The illuminated Trump Taj Mahal Casino is seen from an empty rooftop parking lot at dusk in Atlantic City, New Jersey
Das Taj Mahal in Atlantic City / Bild: REUTERS 

Das Casinohotel Taj Mahal in Atlantic City war ein Prestigeprojekt des US- Präsidentschaftkandidaten Donald Trump - und dauernd in finanziellen Schwierigkeiten. Jetzt gibt der Betreiber auf.

 (DiePresse.com)

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump nannte das Taj Mahal bei der Eröffnung auch das "achte Weltwunder". 26 Jahre später wird das Casinohotel mit mehr als 2000 Mitarbeitern zugesperrt. Das Taj Mahal, das in der Glücksspielmetropole Atlantic City steht, war schon länger in wirtschaftlichen Turbulenzen. Das Fass zum Überlaufen gebracht hat ein Streik, der bereits seit Anfang Juli läuft: Die Hälfte der Belegschaft trat in den Arbeitskampf. Bei Protestaktionen riefen die Mitarbeiter Passanten dazu auf, nicht mehr ins Taj Mahal zu gehen und so die schlechten Arbeitsbedingungen zu unterstützen.

(c) APA/AFP/GETTY IMAGES/Drew Angerer (Drew Angerer) Heftige Proteste der Taj-Mahal-Mitarbeiter. Bild vergrößernHeftige Proteste der Taj-Mahal-Mitarbeiter. / Bild: (c) APA/AFP/GETTY IMAGES/Drew Angerer (Drew Angerer)Diese Woche gab der Betreiber bekannt, dass das Casinohotel Anfang September geschlossen wird. Jedes Monat würde es Millionen von Dollar verschlingen, sagt Tony Rodio, Chef der Firma "Tropicana Entertainment" gegenüber US-Medien. Dies könne man vor den Eigentümern nicht mehr verantworten.

Der Bauunternehmer Donald Trump hat das Taj Mahal 1990 in der zweitgrößten Glücksspielmetropole der USA eröffnet. Damals galt es als größtes und teuerstes Casinohotel der Welt. Doch schon im Jahr der Eröffnung meldete das Taj Mahal zum ersten Mal Insolvenz an. "Es war viel zu teuer", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" den US-Wirtschaftshistoriker Bryant Simon. Angesichts der Art der Verschuldung sei ein profitabler Betrieb des Casinos so gut wie unmöglich gewesen. Trump hatte den Bau durch Ramsch-Anleihen mit einem Zinssatz von 14 Prozent finanziert.

Aus Atlantic City zurückgezogen

In den 1980er Jahren stieg der Baulöwe parallel zu seinen New Yorker Projekten ins Glücksspielgeschäft ein und eröffnete diverse Casinos und Hotels in Atlantic City. Trump wurde zu einem großen Player in der Stadt: Mitte der Neunziger kontrollierte Trump ein Viertel des Casino-Geschäfts. Heute sind die Glanzzeiten der Glücksspielstadt längst vorbei. Allein im Jahr 2014 machten vier Casinos dicht. 2014 war auch das Jahr, in dem Trump seine letzten Anteile an seinem Prestigeprojekt Taj Mahal verkaufte. Seitdem gehört das Taj Mahal dem bekannten Investor Carl Icahn.

Trotzdem dürfte die Pleite Trumps Gegnern in die Hände spielen. Erfolgreiche Wirtschaftstreibende - zuletzt Investor Warren Buffett - versuchen Donald Trump immer wieder als Versager darzustellen. Trump sieht das freilich anders. Er habe einen „Haufen Geld“ in Atlantic City gemacht und sei rechtzeitig ausgestiegen, sagt der Unternehmer. Steve Perskie, Chef der Casino-Kontroll-Kommission von New Jersey, sieht das anders: "Er ist mit eingekniffenem Schwanz aus der Stadt geflohen, nachdem er einen Haufen Schaden angerichtet hat", sagte er einmal in einem Interview mit der "Washington Post“.

Hillary Clinton reiste übrigens schon vor Wochen nach Atlantic City: Bei ihrer Rede positionierte sie sich vor dem 2014 geschlossenen Casinohotel Trump Plaza und fragte: "Ist er nicht angeblich ein ganz toller Geschäftsmann?"

>>> Bericht in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung"

(sk)

 
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12 Kommentare
cw_t
04.08.2016 16:46
2

Also ist der

ein 'Versager' der ein nicht gewinnbringendes Projekt/Hotel/Casino schliesst, statt sich selbst in den Ruin zu reiten?

Diese Logik kann ich leider nicht nachvollziehen...

Antworten wienwest14
11.08.2016 02:37
0

Donald failed again

Natürlich nicht deshalb, sondern weil er es dort überhaupt erst gebaut hat und gewaltige Schulden hinterläßt. Außerdem hat er mit "Ramsch-Anleihen" Investoren betrogen.

Gerald Nessmann
04.08.2016 15:19
2

Schaut so aus als haetten die Gewerkschaften gewonnen

Die angeblich so schlechten Arbeitsbedingungen wird es bald nicht mehr geben.


Schimanski
04.08.2016 12:15
9

Und wieder eine gelogene Schlagzeile!

"Carl Icahns "Taj Mahal" sperrt zu" wäre die Wahrheit gewesen.

Leider sind mittlerweile alle Presse Reportagen mit ähnlich hohem Wahrheitsgehalt.

Antworten Sochard
04.08.2016 14:04
3

Sinnerfassend lesen

ist Trumpf!

Antworten Hautevolee
04.08.2016 13:05
7

Re: Und wieder eine gelogene Schlagzeile!

Mimimi - schafft ihr "Opfer" immer noch nicht mehr, als euer hirnloses geraunze?

Trump selbst bezeichnete das Bankrotthotel als das achte Weltwunder, dein Hinweis ist also höchst unangebracht.

Nachdenkpause
04.08.2016 11:58
9

Ich mag Trump nicht.....

Aber der Herr ist 2014 ausgestiegen. Was hat er mit einer Insolvenz 2016 zu tun?

Antworten DerAnarchist
04.08.2016 12:53
6

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! :-D


Antworten Antworten Nachdenkpause
04.08.2016 13:01
3

Re: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! :-D

jaja, lustiger Kommentar :)
Aber als Investor hat er scheinbar Geld herausgeholt und hat früher als andere erkannt, dass man aussteigen muss. Nicht menschenfreundlich, nicht sympathisch. Aber an der aktuellen Insolvenz trifft ihn keine direkte Schuld.
PS: Nicht falsch verstehen, er wäre als Präsident eine Katastrophe!

Antworten Antworten Antworten lebtop
04.08.2016 15:49
1

Re: Re: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! :-D

Hauptsache, Hillary Clinton is ka Katastrophe

Antworten Reisbauer
04.08.2016 12:20
3

Re: Ich mag Trump nicht.....

3. Absatz im Artikel

DerAnarchist
04.08.2016 11:46
1

Na hoffentlich fliegt ihm das Ding um die Ohren! Das wird sich doch verwenden lassen! :-D


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