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Deutsche Front gegen GM weicht langsam auf

06.11.2009 | 20:31 |   (Die Presse)

Finanzminister Schäuble stellt Staatshilfen in Aussicht. „Es geht dabei aber nicht nur um den Haushalt, sondern um die betroffenen Menschen, um die Opel-Standorte und ganze Regionen“, so Schäuble.

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Wien (ag./jaz). Noch am Donnerstag machten tausende Opel-Mitarbeiter mittels Massenprotesten und Arbeitsniederlegungen an den vier Opel-Standorten in Deutschland ihrer Wut gegenüber der Entscheidung von GM, den deutschen Autohersteller doch selbst zu behalten, Luft. Und auch in Berlin fuhr die verärgerte deutsche Regierung in den ersten zwei Tagen nach der entscheidenden Sitzung des GM-Verwaltungsrates eine harte Linie: Der US-Konzern müsse den ausstehenden Überbrückungskredit von 900 Mio. Euro zurückzahlen und die geplante Sanierung von Opel selbst finanzieren.

Doch schon am Freitag wurden die Töne konzilianter. So meinte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in einem Interview, dass nun auch für GM Staatshilfen möglich wären. Die deutsche Bundesregierung wolle die Opel-Mitarbeiter nicht im Regen stehen lassen.

Schäuble bezog sich dabei auf die Rechnung seines Vorgängers Peer Steinbrück (SPD), wonach eine Pleite von Opel den Staat drei Mrd. Euro kosten würde. Die Gewährung von Staatshilfe könnte daher für Deutschland sinnvoller sein. „Es geht dabei aber nicht nur um den Haushalt, sondern um die betroffenen Menschen, um die Opel-Standorte und ganze Regionen", so Schäuble. Laut Regierungssprecher Christoph Steegmans wolle Berlin zuerst aber das für die kommende Woche erwartete Konzept von GM abwarten.

GM-Europachef muss gehen

Laut ersten Informationen dürfte es - ähnlich den Plänen von Magna - den Abbau von rund 10.000 der 50.000 europäischen Opel-Jobs beinhalten. Die Kosten wurden von GM bislang mit drei Mrd. Euro jedoch niedriger angesetzt, Magna hätte Staatshilfen von 4,5 Mrd. Euro benötigt. Allerdings erklärten die Opel-Händler, dass ihr Angebot, sich mit 500 Mio. Euro an der Sanierung von Opel zu beteiligen, nun nicht mehr gilt.

Zwischen den Opel-Arbeitnehmervertretern und der alten neuen Mutter GM herrscht indes noch Eiszeit. So will die IG Metall die Proteste auch in die anderen Länder tragen. Zudem wird auch ein Erhalt aller vier deutschen Opel-Werke verlangt - wie er in dem Konzept von Magna vorgesehen war. GM will bei der Sanierung jedoch auf einem Plan aus dem Frühjahr aufbauen. Und bei diesem würden zwei Werke (Eisenach und Bochum) zugesperrt werden.

Die Amerikaner bauen außerdem die Führung ihrer Europatochter um. Der bisherige Europachef Carl-Peter Forster, der die GM-Führung öffentlich kritisiert hat, muss gehen. Das gab GM Freitag Abend bekannt. Ein Nachfolger werde bereits gesucht, stehe aber noch nicht fest. Laut einem Bericht des „Spiegel" soll der bis dato für das Asiengeschäft zuständige Nick Reilly nachfolgen.
Ausgewechselt haben auch die deutschen Bundesländer ihren Vertreter in der Opel-Treuhandgesellschaft Dirk Pfeil. Pfeil hat bereits im Sommer für einen Verkauf an den Finanzinvestor RHJ plädiert und nun die Entscheidung von GM gelobt. Er sei daher nicht mehr „tragbar", heißt es.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.11.2009)

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18 Kommentare
jopc
08.11.2009 21:19
0 0

panda hat wirklich eine gute idee

""Re: Die einzig vernünftige Lösung
Es gaebe eine bessere Loesung. Nach spaetestens 2 Monaten Streik ist Opel in Konkurs.
Dann verstaatlichen. Da GM auch verstaatlicht ist, ist der Patentstreit zwischen Deutschland und USA. Da kann Deutschland damit drohen die stationierten US Truppen rauszuschmeissen und aus Afghanistan abzuziehen. Sicher ist auch die Bevoelkerung fuer Anti-USA Polemik empfaenglich. Danach kann man den Betrieb verkaufen.""""

vor 20 jahren haben sich die russen beim mauerfall vornehm zurückgehalten.
ich glaube sehr dass bei einem versuchten hinauswurf der amis aus deutschland russland sehr dankbar wäre.
aber die hochentwickelte exportwirtschaft deutschlands verträgt solche manöver nicht ohne kompensation durch andere länder (russki)

jopc
08.11.2009 21:11
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es ist wirklich zum weinen (oder lachen?)

3 mrd würde eine opel pleite kosten.
3 mrd würde die hilfe an GM ausmachen.

so ein zufall aber auch.

und 3 mrd würde es kosten allen 25 000 deutschen opel arbeitern arbeitslosengeld in höhe von 20tsd p. a. 6 jahre lang zu bezahlen.

daher wäre ein kniefall vor GM absolut nicht angebracht.

diese rechnung stimmt nur wenn ALLE entlassenen opel arbeiter keine arbeit mehr finden. das ist aber nicht zu befürchten da ja der markt auf andere aufgeteilt wird, auch bei zulieferern.
und eine bereinigung ist ohnehin notwendig, sonst wird es wegen der überproduktionen ein fass ohne boden.

Gast: gepoppter
07.11.2009 16:11
0 0

Die Deutschen.

Keiner liebt sie wirklich. Viele fürchten sie, als Konkurrenten. Manche , nicht wenige, hassen sie, offen oder verdeckt. Aber alle nehmen von ihnen , was sie ihnen geben. Und wenn man nur den richtigen Ton trifft, dann sind sie sehr zuvorkommend. Sie wollen halt nur geliebt werden. Wie der reiche Schnösel, der das Aschenbrödel umwirbt. Bis sie ihn "erhört". Aber lieben, das wird sie ihn nicht. Für die Liebe hat sie dann einen anderen Beschäler. Angie hat stellvertretend für die Deutschen wiederum eine Lektion von Freunden erhalten. Na und Opel. Kein Volk ist derart unbelehrbar wie die Deutschen. Sie haben ja jetz genügend Erfahrung und immer noch glauben sie an den Weihnachtsmann. Dem sie immer den Sack füllen müssen, damit er kommt.

A.F.
07.11.2009 15:21
1 0

Die alleskönnenden Amerikaner....

sollen den Europäern wieder einmal zeigen wie man das macht.

Ende der 80er, Anfang der 90er war Opel drauf und dran sein biederes Image abzubauen und sich als Hersteller moderner technisch anspruchvoller (nach damaligen Kriterien) Fahrzeuge am Markt zu placieren (Omega, Vectra). Ich hatte damals einen Vectra und konnte an dem Auto wirklich nichts aussetzen (verglich es mit dem Parallelmodell der 3er Reihe).

Dann wurde ein Kostenspezialist aus Detroit prominent bei Opel placiert und Qualität und Ruf und Absatz fielen flott in den Keller.

Die hier häufig geäußerte Meinung, nach der Sanierung durch GM ist von Opel und dem zugeschossenen deutschen Steuergeld nichts mehr da, ist wohl nachzuvollziehen.

Antworten Gast: gepoppter
07.11.2009 16:15
1 0

Re: Die alleskönnenden Amerikaner....

An den deutschen Karossen der Nachkriegszeit war wenig auszusetzen. Daß dann Nachfolgemodell gekommen sind, unter der GM-Fuchtel war ernüchternd. Seither kränkelt die Marke. Sie ist durchschnittlich, aber für das was sie bietet zu teuer. Am deutschen Automarkt herrscht ohnedies Gedränge. Es kann nicht schaden, wenn ein Anbieter ausfällt.

enzo
07.11.2009 09:30
0 0

Schäuble

Der Totengräber Deutschlands verschleudert Steuergelder an US Konzerne laßt doch die totkranken Betriebe sterben anstatt teuer alles nur hinauszuschieben.
Die Zeiten Überproduktionen der Autoindustrie sind vorbei wenn beim Volk die Arbeitsplätze und das Geld fehlt.

gpollerus
07.11.2009 06:59
1 0

Requiescat in pace

Einerseits bin ich traurig über diese Situation, denn Opel hat in den letzten Jahren bewiesen, dass dort auch gute Autos gebaut werden können. Vor zwei Jahren bin ich von VW auf Opel umgestiegen (va wegen des wesentlich geringeren Neuwagenpreises) und habe dies noch keine Sekunde bereut. Andererseits halte ich es für verantwortungslos einem ruinierten Unternehmen etliche Milliarden vom Geld der Steuerzahler nachzuwerfen. Dreht die ökonomische Herz-Lungenmaschine ab, lasst Opel in Würde sterben und kümmert euch um die Beschäftigten.

Gast: markus trullus
07.11.2009 00:53
0 0

Zivilisationsuntergang?

Genau mit diesen Auflösungstendenzen haben die Geldsäcke und Blutsauger von Detroit gerechnet. Wir Europäer sind wirklich allesamt zum Untergang verurteilt, wie läppisch und amateurhaft wir uns von diesen hemdsärmligen Cowboys über den Ladentisch ziehen lassen. Vielleicht ist es gut, dass diese schlappe europäische, visions- und ziellose Gesellschaft entgültig abtritt.Wir sind wirklich zu blöd... ... Vielleicht kommt auch:
"Es lebe das Europäische Kalifat...."!

koko
06.11.2009 20:23
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Die einzig vernünftige Lösung

wäre, keinen einzigen Euro Steuergeld mehr zu verpulvern und durch Streiks etc. den größtmöglichen Schaden für die Amis zu verursachen. Enlassen werden die Arbeiter sowieso früher oder später.

Antworten Panda
07.11.2009 07:13
1 0

Re: Die einzig vernünftige Lösung

Es gaebe eine bessere Loesung. Nach spaetestens 2 Monaten Streik ist Opel in Konkurs.
Dann verstaatlichen. Da GM auch verstaatlicht ist, ist der Patentstreit zwischen Deutschland und USA. Da kann Deutschland damit drohen die stationierten US Truppen rauszuschmeissen und aus Afghanistan abzuziehen. Sicher ist auch die Bevoelkerung fuer Anti-USA Polemik empfaenglich. Danach kann man den Betrieb verkaufen.

APFELSYS
06.11.2009 16:46
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Hat jemand etwas anderes erwartet?


Gast: picard
06.11.2009 15:05
0 0

ein weiterer "meilenstein"...

auf dem weg zur insolvenz. Opel geht wahrscheinlich nächsten monat pleite und in einem jahr wird ich keiner mehr an opel erinnern.

Gast: in
06.11.2009 13:17
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WIRTSCHAFTSKRIEG

wann endlich verstehen auch die naivsten und einfältigsten Zeitgenoosen, dass es sich hierbei um einen nationalistisch chaunvenistischen Wirtschaftskrieg des inzwischen vertaatlichten GM handelt.
Wann endlich verstehen auch die größten Träumer welche unredliche unehrliche und hinterfotzige Rolle die aktuelle US Administration - inkl. OBAMA !!!!!_ dabei spielt !!!

Antworten Gast: Pips
06.11.2009 16:57
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Re: WIRTSCHAFTSKRIEG

Trotz all dem Schwachsinn den Sie verzapfen, haben Sie offenbar auf das Wichtigste vergessen. Opel ist mit und ohne GM nicht lebensfähig! Und das seit vielen Jahren. Die Weicheier-Politiker in Europa glauben immer gutes zu tun, wenn Sie Traditionen oder Marken künstlich am Leben erhalten. Falsch! Der Konsument regelt den Markt durch sein Kaufverhalten. Und einen Opel hat einer nur gekauft, wenn er Beamter war oder sonst nichts mehr bekam.

Gast: BeMal
06.11.2009 12:15
1 0

Für mich...

...ist eines klar! Auch wenn es die Opel-Mitarbeiter mit trifft ich werde mir sicher niemals einen Opel kaufen (jetzt erst recht nicht) und GM mit all seinen Marken kann mir sowieso gestohlen bleiben!

Antworten Gast: in
06.11.2009 13:21
1 0

Re: Für mich...

wissen SIE wieviel NICHT - ASIATISCHE WERTSCHÖPFUNG in diesen grauenhaften und miserablen Blech Schüsseln namens Chevrolet steckt?
KOREA KOREA KOREA UND CHINA
dazugepfushct !!! das ist CHEVROLKET !!!
und es geht nicht gegen RUS sondern auch gegen DEUTSCHLAND bitte aufwachen !!!

Gast: pour le merite
06.11.2009 12:07
1 1

Harter "Sanierer"?

Eher ein großer Ab-Sahnierer.

Hier wird am Altar der EU ein großartiges deutsches Unternehmen geopfert, nur um Rußland den Einstieg in den High Tech Automarkt zu vereiteln.

Ratio
06.11.2009 11:53
1 0

Ausgerechnet der, der die richtige Strategie bei GM

gefahren ist, nämlich auf sparsame Kleinwagen zu setzen, muß nun gehen?
Offenbar sitzen bei GM ganz oben Personen, die von den Eigentümern schleunigst entfernt werden sollten. Dass die keine Paktfähigkeit haben, sieht man am Zick-Zack-Kurs der vergangenen Monate. Da versinken einige im geistigen und materiellen Chaos.