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Studie: Unternehmen wollen Krise aussitzen

20.01.2010 | 09:13 |   (DiePresse.com)

Die meisten Unternehmen glauben, dass die Folgen der Krise bald ausgestanden sind und reagieren daher nur mit kurzfristiger Kosmetik ihrer Geschäftstätigkeit. Das geht aus einer Studie der Boston Consulting Group hervor.

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"Es wird schon wieder" dürfte das Motto vieler internationaler Manager sein, wenn es um die Folgen der Wirtschaftskrise geht. Obwohl Firmen weltweit mit verhaltenen Konjunkturprognosen in das neue Jahr starten und wesentliche Veränderungen in der Wirtschaftsordnung erwarten, setzen nur wenige Unternehmen auf langfristige Maßnahmen, um ihr Geschäft nachhaltig zu stabilisieren. Das geht aus einer Studie der "Boston Consulting Group" hervor, für die 430 Führungskräfte von Unternehmen mit mehr als einer Milliarde Dollar Umsatz befragt wurden.

Problembewusstsein allgemein vorhanden

Die überwiegende Mehrheit der von BCG befragten Führungskräfte erwartet wesentliche Veränderungen in der Wirtschaftsordnung:

  • 68 Prozent rechnen zukünftig mit einer geringeren Profitabilität.
  • 64 Prozent glauben, dass Wachstum schwieriger zu erzielen ist.
  • 71 Prozent erwarten eine Ausweitung des Arbeitnehmerschutzes.
  • 81 Prozent rechnen mit einer zunehmenden Regulierung.
  • 87 Prozent sehen eine steigende Preissensibilität der Verbraucher.

Kurzfristige Kosmetik dominiert

Es sind aber vor allem kurzfristige Schutzmaßnahmen, die die Unternehmen angesichts ihrer Einschätzungen der Geschäftsentwicklung ergreifen: Zwischen 50 und 70 Prozent der Befragten setzen auf leicht zu realisierende Schritte wie die Fokussierung auf ihre wichtigsten Kunden, Einsparungen bei Verwaltungs- und Reisekosten, die Neuverhandlung von Lieferverträgen sowie die Reduzierung von Lagerbeständen, Marketingbudgets und Gehältern.

Deutlich weniger Unternehmen hingegen verfolgen weitreichende, längerfristige Maßnahmen wie die Aufgabe ausgewählter Produktlinien (44 Prozent) bzw. einzelner Kundensegmente (39 Prozent) bis hin zur Abspaltung ganzer Geschäftsbereiche und Vertriebskanäle (43 Prozent).

Vertrauen auf die Rückkehr zum Boom

Ein Grund für die Zurückhaltung: Viele Unternehmen glauben, dass die neue Wirtschaftsordnung - mit einem langsamen Wachstum, einer geringeren Profitabilität, mehr Protektionismus und einer größeren Preissensibilität der Verbraucher - nicht von langer Dauer sein wird. Weniger als 50 Prozent der befragten Führungskräfte erwarten, dass diese "neuen Realitäten" mittelfristig, also in zwei bis drei Jahren, noch relevant sein werden.

Marktführer handeln entschlossener

"Die Wettbewerbsbedingungen haben sich grundlegend geändert", sagt Daniel Stelter, Partner bei BCG: "Nur Unternehmen, die entschlossen sind, ihre Geschäftsmodelle fundamental zu überdenken und gleichzeitig in ihre Zukunft zu investieren, werden zu den langfristigen Gewinnern der Krise zählen. Unsere Umfrage zeigt, dass Unternehmen zwar die Notwendigkeit erkennen, defensiv zu agieren und zugleich Wettbewerber anzugreifen; wenn es jedoch um die Umsetzung geht, schrauben sie nur an den Kosten und lassen wirklich langfristige Maßnahmen weitgehend außer Acht. Wir beobachten, dass Marktführer hier entschlossener handeln als kleinere Konkurrenten."

(Red. )

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3 Kommentare
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Studie von Regus: Erholung kommt Mitte 2010

Der Bürolösungsanbieter Regus veröffentlichte eine Statistik auf der Grundlage einer Befragung von 11.000 Top-Managern aus seiner internationalen Kundendatenbank. Im August und September 2009 wurden Führungskräfte aus 15 Ländern befragt. Die Studie brachte folgende Ergebnisse:

Allgemein wird erwartet, dass ab Sommer 2010 eine starke Erholung der Weltwirtschaft einsetzen wird.

Um Krisen in Zukunft vorzubeugen, steht bei großen Unternehmen die Straffung der Infrastruktur und Reduktion der Kosten im Vordergrund. Für Kleinunternehmen sind die größten Herausforderungen das Halten bestehender und Gewinnen neuer Kunden.

Für die Zukunft beabsichtigen Unternehmen aller Größen und Branchen weltweit, im nächsten Jahrzehnt „intelligenter zu wirtschaften“ – mit starkem Fokus auf Gebäude- und Arbeitsplatzkosten.

Im Rahmen dieser Überlegungen spielen laut den Befragten flexible Arbeitsplatzmodelle eine zunehmend wichtige Rolle.

69% der Befragten mit weniger als 50 Mitarbeitern erwarten für das nächste Jahr einen Umsatzanstieg – diese Meinung wurde aber nur von 59% der Manager mit 50 bis 1.000 Mitarbeitern und von 57% der Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern vertreten. In anderen Worten: Die Studie zeigt, dass die wirtschaftliche Erholung eher von den KMU als von den großen Blue-Chip-Firmen ausgehen wird.

Gast: 123
20.01.2010 12:24
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Große Änderungen kosten viel Geld

Das Stilllegen von Produktionsteilen ist teurer als es sich anhört. Viele Unternehmen können es sich derzeit schlicht nicht leisten strategische Planungen in die Tat umzusetzen.

Gast: ET
20.01.2010 11:15
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Kosmetik und Aussitzen wird nicht reichen!


Schon seit mehreren Monaten haben wir eine Phase, wo sich Unternehmen auf die Zukunft vorbereiten und teilweise erhebliche Änderungen planen, bzw. auch schon mit der Umsetzung begonnen haben.

Das Ziel ist eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit, sei es durch eine Erweiterung oder Verbesserung der Produktpalette, sei es durch die Erschließung neuer Märkte, sei es durch kommende Kostenvorteile, sei es durch verbesserten Service, oder auch vieler anderer Punkte.

Die Unternehmen, welche sich auf Kosmetik beschränken und das schwache Wirtschaftsumfeld aussitzen wollen, werden am kommenden Wachstum (wenn es auch kommt) nur wenig mitnaschen können. Diese Marktanteile gehen dann an die stärkeren Lieferanten. Wenn das Wachstum doch nicht kommt, wird es zu einem Verlust von Marktanteilen kommen müssen. In diesem Fall gehen den Aussitzen noch mehr an Geschäftsvolumen verloren. Das würden für die Unternehmen mittelfristig die Insolvenz bedeuten.

Die Ergebnisse der Umfrage sind erschreckend. Es wird zu massiven Umwälzungen in der Wirtschaft kommen müssen. Hoffentlich lassen die Politiker die Finger vom freien Markt. Jede Einmischung würde eine Gesundung verhindern.

Hobbyökonom