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Schuldenkrise: "Sorge vor Flächenbrand in der Eurozone"

05.02.2010 | 14:58 |   (DiePresse.com)

Neben Griechenland machen auch Portugal und Spanien internationale Investoren nervös. Risikoaufschläge für Anleihen steigen, der Euro fällt weiter. "Spanien ist der eigentliche Krisenherd", sagt Nobelpreisträger Krugman.

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Die europäischen Börsen setzten am Freitag die Talfahrt des Vortages fort - sie starteten einheitlich im Minus. "Die Anleger fragen sich, wie die Staaten diese hohen Defizite refinanzieren können", fasste ein Händler zusammen. Der Madrider Leitindex IBEX musste mit minus 3,2 Prozent den größten Verlust in Europa hinnehmen. An der Athener Börse brach der Leitindex um bis zu 3 Prozent ein und notierte damit auf dem Niveau vom April 2009. In Lissabon fiel das Börsenbarometer um bis zu 2,7 Prozent.

Zudem sank der Euro am Freitag erstmals seit Mai 2009 wieder unter die Marke von 1,37 US-Dollar: Die europäische Gemeinschaftswährung war kurzzeitig 1,3649 Dollar wert.

Der Grund: Viele Investoren fürchten sich vor Turbulenzen im Euroland. Sorgenkinder sind neben Griechenland vor allem Portugal und Spanien.

Angst vor "Dominoeffekt"

"Die Sorge vor einem Flächenbrand in der Eurozone besteht fort", bringt es der Devisenexperte Andreas Ertl vom Bankhaus M.M. Warburg & Co auf den Punkt. Nach dem Finanzdesaster in Griechenland hätten viele Marktteilnehmer nun Angst, dass das Gleiche auch mit Spanien und Portugal geschehen könnte, schreibt "Welt Online". Daran konnten auch die Worte von Jean-Claude Juncker, dem Präsidenten der Euro-Gruppe nichts ändern. "Sie stellen kein Risiko dar", sagte er am Donnerstag.

"Die Angst in Europa greift um sich. Die Verschuldungsproblematik könnte einen Dominoeffekt nach sich ziehen", sagt auch Toshiya Yamauchi, Währungsstratege bei Ueda Harlow in Tokio, laut "Financial Times Deutschland". Ein Devisenmarktanalyst der Commerzbank zieht im "Handelsblatt" den Vergleich zur Pleite von Lehman Brothers im September 2008: "Im Gegensatz zur Bankenrettung letztes Mal gibt es jetzt unter Umständen keine Institution, die stark genug wäre, einzuspringen." Nach dem Lehman-Kollaps hatten die Notenbanken weltweit die Märkte mit Liquidität geflutet, um einen noch größeren Konjunktureinbruch zu verhindern.

EU schaut auch Portugal, Spanien und Ungarn auf die Finger

Die EU kündigt erste Konsequenzen an. Die EU-Kommission will nicht nur Euro-Sorgenkind Griechenland, sondern auch Portugal, Spanien und Ungarn beim Haushalt auf die Finger schauen. "Wir beobachten die Situation sehr genau", sagte eine Kommissionssprecherin am Freitag.

"Wir kommentieren aber nicht die täglichen Bewegungen an den Märkten", sagte die Sprecherin von Währungskommissar Joaquin Almunia.

Anleger misstrauen Portugal

Das Misstrauen der Anleger gegenüber Portugal ist am Anleihenmarkt weiter gewachsen. Am Donnerstag stieg der Rendite-Aufschlag (Spread) der zehnjährigen portugiesischen Staatsanleihen gegenüber den deutschen Bundesanleihen um bis zu 30 Basispunkte auf 175 Basispunkte und damit den höchsten Wert seit der Gründung der Euro-Zone. Eine Staatsanleihe mit einem geplanten Volumen von 500 Millionen Euro musste auf 300 Millionen Euro reduziert werden, weil es für den portugiesischen Staat immer teurer wird, Geld am Kapitalmarkt aufzunehmen. Hinzu kommt: Die Staatsverschuldung dürfte heuer auf 85,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen - nach 76,6 Prozent 2009.

Zur Beruhigung trägt auch nicht bei, dass Portugals Opposition den strikten Sparplänen der Regierung vorerst einen Riegel vorgeschoben hat. Der portugiesische Finanzminister Fernando Teixeira dos Santos warnte vor schwerwiegenden Folgen für den Haushalt des hoch verschuldeten Euro-Landes: "Wir könnten in diesem kritischen Augenblick kein schlechteres Signal senden". Die Entscheidung schade zudem der Glaubwürdigkeit Portugals an den Finanzmärkten.

Nagelprobe im portugiesischen Parlament

Teixeira dos Santos kündigte an, den Vorstoß mit allen rechtlichen und politischen Mitteln stoppen zu wollen. "Es gibt im Leben Grenzen, die wir nicht überschreiten können. Dies ist eine von ihnen", sagte Teixeira dos Santos in einer Fernsehansprache. Regierungschef Socrates versuchte am Donnerstagabend noch einmal, den Chef der größten Oppositionspartei, Manuela Ferreira Leite, umzustimmen.

Am Freitag kommt es zur Nagelprobe im Parlament: Die Oppositionsparteien wollen es den zu Portugal gehörenden Inseln der Azoren und Madeira gestatten, weitere Schulden anzuhäufen. Das würde in den nächsten vier Jahren ein 400-Millionen-Euro-Loch in den Sparhaushalt reißen. Die Opposition verfügt über genügend Abgeordnete, um diesen Vorschlag im Parlament durchzubringen.

"Spanien ist der eigentliche Krisenherd"

Das nächste große Sorgenkind innerhalb der EU dürfte aber Spanien werden. Das Land könnte eine größere Gefahr für die Stabilität der Euro-Zone sein als Griechenland. "Der eigentliche Krisenherd ist nicht Griechenland, sondern Spanien", betonte auch Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman in seinem "New York Times"-Blog "The Conscience of a Liberal".

Die Warnsignale sind eindeutig. Spanien kommt nicht aus der Rezession, wie am Freitag bekannt wurde: Im vierten Quartal 2009 schrumpfte die Wirtschaft des Landes um weitere 0,1 Prozent, wie die Bank von Spanien mitteilte. Zwar hat die spanische Staatsverschuldung noch keine griechischen Ausmaße angenommen. Die spanischen Finanzen müssen also noch nicht unter EU-Aufsicht gestellt werden. Doch die spanische Wirtschaft ist viereinhalbmal so groß wie die griechische. Zudem wird Spanien - glaubt man dem IWF - als einziges größeres Land in der EU 2010 kein Wachstum erzielen. Mit vier Millionen Arbeitslosen wurde eine historische Rekordhöhe erreicht.

"Sie verlieren an Wettbewerbsfähigkeit"

Nicht einmal der spanische EU-Währungskommissar Joaquín Almunia kann momentan Optimismus versprühen. "Diese Länder (Spanien, Portugal, Griechenland, Anm.) haben trotz unterschiedlicher Ausgangsbedingungen ähnliche Probleme", zitiert "Welt Online" Almunia. "Ihre Volkswirtschaften verlieren seit Beginn der Währungsunion permanent an Wettbewerbsfähigkeit. Außerdem weisen diese Staaten ein beträchtliches Haushaltsdefizit auf."

(Ag./phu)

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182 Kommentare
 
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Gast: Nancy
18.03.2010 17:38
0 0

?!

ich kappier nicht so ganz in wiefern der iwf griechenland helfen kann ?! Durch Kredite??

" KRISEN "

" Krisen sind wie Karnevalskinder
Ihre Mütter sind bekannt
Aber die Väter nicht "

der graf
09.02.2010 01:54
0 0

jetzt handeln bevor es zu spaet ist

wer ist bereit zu einem marsch auf das parlament wo wir klar ausdruecken das die oest. steuerzahler nicht willens sind anderen laendern (wie eben griechenland) mit unseren steuergeldern ein bailout zu ermoeglichen. nicht lachen, auf das wirds hinauskommen. deutschland wird die griechen nicht untergehen lassen, trotz jahrelange luegen, und wir sollen die zeche zahlen. ich sage, jetzt reichts! ist hier wer der weis wie man eine demorichtig aufzieht?

Gast: erkii
08.02.2010 19:50
0 0

was ist mit schulden

habe eine Hausfinanzierung am laufen ! - was bedeutet denn dann für mich ein schwache erro ?

Gast: erkii
08.02.2010 19:46
0 0

was ist mit schulden

habe eine haus finanzierung am laufen ! - wie macht sich denn bei mir der schwache euro bemerkbar ??

Gast: christian
08.02.2010 14:28
1 0

ist doch kein problem

wird griechenland halt zerteilt. kriegen wir ne nette insel. kreta waere ganz gut.
für deutschland bietet sich mallorca an.
die franzosen kriegen madeira.
schaut so aus als obs irland alleine schafft. die sind wenigstens reformfaehig.

mfg christian

Herman
07.02.2010 06:22
0 0

gestern warnte ein Wetterfrosch aus Brüssel, wenn der Euro weiter steigt, haben wir Probleme

. . . heute ein anderer: wenn der Euro weiter fällt, können wir baden geh'n.
Das sind doch Scharlachtane wie im Orakel zu Delphi und bringt nichts, während Brüssel zum Abstellgleis und 'pork barell' ausgedienter Politiker wird.
Wo sind die Wissenschaften, die Koryphäen unserer sauteuren Hochschulen?
"Ich bin der Meinung" immer wieder funkt nicht.
Wir brauchten Lösungen und eine moderne Demokratie.
'Not to revolutionize, but to improve would be the way to go!' Und weg mit dem Parteienfilz!
Die Parteien stellen den Kanzler zur Wahl; ebenso schlagen sie die Minister der verschiedensten Ressorts vor. Damit wäre die Demokratie wieder in der Hand des Bürgers.

Fornax A
06.02.2010 17:00
0 0

was soll das Gezeter

und der Radau?

Die EZB soll ein paar Euro "Fiat Money" für den Kauf von Hellas-Anleihen zur Verfügung stellen.

Die Privatbank FED macht es der EZB vor wie es geht.

http://astrologieklassisch.wordpress.com/2010/02/06/wegen-schwundgeld-euro-flucht-in-us-staatsanleihen-die-fed-kaufte-2009-etwa-80-der-us-staatsanleihen/

Wichtig ist, dass der Euro gegenüber dem Dollar nicht zu starkt wird und das allein ist der die Ursache des ganzen Zirkus!

Gast: UKW
05.02.2010 20:14
2 0

Wenn das die Sozialisten (inkl. Pröll), ist die nächste Kurzschlusshandlung vorprogrammiert

Dann werden wahrscheinlich noch mehr Steuergeldmilliarden in sinnlose AMS Kurse verpulvert, weil irgendein Dodl glaubt dadurch werden Arbeitsplätze geschaffen. Der nächste verlangt eine Aufstockung der Grundsicherung damit der Konsum "angekurbelt" wird und der Faymann wird wieder nach einer Umsatzsteuersenkung rufen, Pröll wird den Beamten eine fette Zusatzgehaltserhöhung zugestehen. Konjunkturpakete Made in Absurdistan, aufgebaut auf riesigen Schuldenbergen.

Gast: anonym
05.02.2010 19:26
0 1

eigentlich ist es ja so,

die Welt ist Pleite,

www.wiweb.at

Antworten Gast: Genau
08.02.2010 12:11
0 0

Re: eigentlich ist es ja so,

Ich bin ganz Ihrer Meinung.

Wir haben uns bei den Typen vom Andromeda-Nebel hoffnungslos verschuldet. Vielleicht helfen uns doch die Bewohner von Alpha-Centauri, sind zwar hässlich aber hilfsbereit.

Gast: ag
05.02.2010 19:05
0 1

seltsam...

...dass niemand über das Defizit von GB oder der USA so besorgt ist. Schön langsam glaube ich, dass Krugman da etwas einseitige Sichtweisen hat (zuerst Ö mit CEE, jetzt die südeurop. Länder)...

Gast: gast
05.02.2010 18:42
1 0

unsere Politiker/Innen

werden die menschenverachtenden (ökonomischen) Probleme einfach weggendern und ausdiversifizieren. Wenn dies alles nicht hilft dann erlöst uns die multikulturelle Vielfalt - (so) oder so - man hat ja zumindest vorgesorgt.

R@iner
05.02.2010 18:00
2 0

Schwächerer Euro - No problem

Ein schwacher Euro erleichtert das Exportieren.
Sollte nicht unsere große Sorge sein.
Und dass Schuldenmachen einzelnen Staaten teurer kommt, auch nicht.
Was beunruhigen sollte ist der Umstand, dass Staaten unaufhörlich Schulden hinzufügen. Denn unsere laufenden Steuern müssen zur Zinszahlung herhalten. Das stiftet aber keinen Nutzen.
Was, wenn unsere Steuern ("demnächst") zur Gänze in Zinszahlungen aufgehen?
Der Ausweg heißt Inflation: Preise steigen, mit ihnen die Löhne und damit das nominale Steueraufkommen. Während Erspartes wertlos wird, werden Kredite und Zinsen einfach bezahlbar. Und wer wird letztendlich zur Kasse gebeten? Du und ich.

Antworten Gast: Paul
07.02.2010 12:38
0 0

Re: Schwächerer Euro - No problem

Lieber Rainer,

ich glaube nicht dass das Ersparte wertlos wird, den die Banken werden
auch die Habenzinsen mit der Inflation
erhöhen.

Antworten Antworten R@iner
07.02.2010 15:30
0 0

Re: Re: Schwächerer Euro - No problem

Die Zinsen werden vielleicht angehoben, bloß nützt das wenig.
Rechenbeispiel:
Wenn ich 1000,-- gespart habe und die Preise haben sich verdoppelt, hat sich mein Besitz quasi halbiert.
Und die Bank bezahlt mir statt 1% (10,-- p.a.) meinetwegen 5% (50,-- p.a.). Damit werden wir beide nicht weit hüpfen.

1 1

Jetzt gehts los!


Österreich ist dann in der "zweiten Welle" dabei.

2012. Wenn die neuen Steuern die Wirtschaft abwürgen und die erhöhten Zinsen der Staatsschulden nicht mehr getilgt werden können.

Antworten Gast: Hochwürden
05.02.2010 17:45
0 0

Re: Jetzt gehts los!

Die erbärmliche Feigheit dieser Regierung, irgendetwas an diesem Zustand zu ändern und vielleicht auch etwas auf die Reihe zu bringen, schreit zum Himmel. Einfach grauenhaft..........

Herman
05.02.2010 17:19
2 3

Multikultur ist 'nonsense' und wird die Wirtschaftsgemeinschaft im Keim ersticken

. . . Politiker müssten die Wissenschaften bedingen, um die Fundamente zur Harmonisierung, Integration, Normierung. etc. des Binnenmarktes zu erkunden und erforschen, damit Europa wirtschaftlich homogen wird und die einzelnen Länder kulturell souverän bleiben.
Damit hätte Brüssel innerhalb der jeweiligen kulturellen Grenze nichts verloren und zu suchen und müsste wie die Landesregierungen die Finger von jeglicher Immigration, dem modernen Sklavenhandel lassen.

Papst Johannes meinte, Europa sollte wieder die dominante Kultur des Abendlandes werden und nicht ein 'stooge' Amerikas - wie die Engländer.
So brachte die Säkularisation die gottlosen Kapitalisten, welche in ihrer Expansionssucht den Trick der Multikultur erfanden.
Und damit geht auch Brüssel auf Expansionskurs. Politiker im christlichen Europa dissimilieren sich vom Volkswillen und streben mit Brüssel nach dem kulturlosen Superstaat.

Multikultur bedeutet Anarchie, welche die Dominanz des Kapitals vergöttert und die Demokratie, den Volkswillen für soziale Gerechtigkeit ersticket.

Dass die Globalisierung bereits allen auf den Kopf fällt, merkt kein Mensch - nicht einmal, dass die Dritten Welt mehr und mehr hungert.

Antworten Gast: aa
05.02.2010 21:12
0 0

Re: Multikultur ist 'nonsense' und wird die Wirtschaftsgemeinschaft im Keim ersticken

JA adi.

lurch
05.02.2010 16:18
1 0

Gehirnwäsche

Auf Grund vieler Regierungskonformen Postings muß man mit Schrecken feststellen, wie weit sich die verallgemeinerte Meinung, die uns jeden Tag bis zum Erbrechen von den Medien serviert wird, in den Gehirnen festgefressen hat.

Offensichtlich gesellt sich da auch noch die Scham dazu, sich eingestehen zu müssen, jahrzehntelang diesen Bauernfängern in unserer Politik nach dem Mund geredet zu haben.

Es wird endlich Zeit, daß die Menschen ihr eigenes Hirn benutzen und sich nicht immer diesen Bldösinn aus den Medien einreden lassen!

0 0

Wie viele Menschen gibt's denn .............

............ die ein eigenes Hirn haben, das sie benutzen können? Fahrn sie mal mit der U-Bahn und sehen sie sich dort an, wie viele sich das Denken von der Kronen Zeitung abnehmen lassen.

Antworten Gast: aua
05.02.2010 18:14
0 0

Re: Gehirnwäsche

ah..hahahaa? is nich dein ernst, oder? o0

Antworten Antworten Gast: Idefix
05.02.2010 19:33
0 1

Re: Re: Gehirnwäsche

Den von den EU-hörigen Medien seit vielen Jahren verbreiteten Blödsinn, die EU wäre ein Friedensprojekt, oder auch dass Österreich nach dem EU-Austritt wirtschaftlich untergehen wird, diesen Blödsinn glauben eh immer weniger Leute.

Antworten Antworten enzo
05.02.2010 18:34
0 0

Re: Re: Gehirnwäsche

Bei ihren Kommentar ist es doch 100% ersichtlich das sie doch wirkt die Gehirnwäsche.Oder ist da nichts?

Gast: allkarl
05.02.2010 15:58
1 0

war ja wohl klar

dass spanien in das desaster stürzt.....denn nicht wirtschaftliche problemlösungen waren den spanischen roten anläßlich des eu-vorsitzes wichtig, sondern gender- und migrationsförderung

 
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