11.02.2012 23:44 | Meine Presse Merkliste0

Kaum Anreiz für Jobsuche für Hartz-IV-Empfänger

18.02.2010 | 18:37 |   (Die Presse)

In Deutschland erhalten arbeitslose Eltern relativ viel Unterstützung, die Jobsuche lohnt sich kaum. In Österreich ist das Arbeitslosengeld relativ niedrig, doch Langzeitarbeitslose bekommen mehr als anderswo.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

WIEN(b.l.).Für „Hartz IV“-Bezieher mit Kindern gibt es in Deutschland kaum Anreize, sich wieder eine Arbeit zu suchen, kritisiert die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD), der 31 Industriestaaten angehören. Ein langzeitarbeitsloser Alleinerzieher mit zwei Kindern erhalte so viel Unterstützung, dass er sein Einkommen durch eine Jobaufnahme kaum verbessern könne.

Die Veröffentlichung der Studie am Donnerstag platzte mitten in eine seit Wochen tobende Debatte über Hartz IV, die einheitliche Unterstützung für Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger. FDP-Chef Guido Westerwelle sorgte für Empörung bei der Opposition, aber auch beim Koalitionspartner CDU/CSU, als er meinte, die Debatte trage „sozialistische Züge“. Zuvor hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die Bezüge der 6,8 Millionen Hartz-IV-Empfänger neu berechnet werden müssen.

 

Hitzige Debatten

Ob die Bezüge steigen müssen, ließen die Richter offen, doch war ihr Entscheid Wasser auf die Mühlen jener, die meinen, dass Hartz IV zur Existenzsicherung nicht ausreiche. Alleinstehende erhalten 359 Euro, Verheiratete je 323 und Kinder bis zu 287 Euro. Zusätzlich übernimmt der Staat die kompletten Wohnkosten, sofern die Unterkunft „ortsüblich“ ist.

Westerwelle meinte: „Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.“ Später legte er nach: „Wer arbeitet, muss mehr haben als derjenige, der nicht arbeitet– das muss man in Deutschland noch sagen dürfen. Alles andere ist Sozialismus.“

 

Großzügig zu Familien

Die OECD-Studie zeigt nun, dass Deutschland bei der Unterstützung alleinstehender Arbeitsloser nicht überdurchschnittlich großzügig ist. Das Land liegt zwar über dem OECD-Schnitt, aber unter dem europäischen Schnitt. Anders sieht es bei arbeitslosen Alleinerziehern und Paaren mit Kindern aus. Bei deren Unterstützung rutscht Deutschland im Ranking hinauf.

Die OECD rät nicht, die Leistungen für Eltern zu kürzen. Vielmehr sollte man Steuern für Geringverdiener senken und Personen mit geringem Einkommen umso mehr Unterstützung gewähren, je mehr Stunden sie arbeiten. „Das hohe Armutsrisiko der Alleinerziehenden ist Folge einer geringen Erwerbsbeteiligung“, meint OECD-Experte Herwig Immervoll.

Der OECD-Vergleich zeigt auch, dass Österreich bei der Unterstützung seiner Kurzzeitarbeitslosen nicht allzu großzügig ist. Sie erhalten 55 Prozent des letzten Nettoeinkommens. Vor allem Geringverdiener sind im internationalen Vergleich schlechter gestellt. Sie bekommen zwar Zuschläge, wenn das Arbeitslosengeld unter 784 Euro netto liegt. In anderen Ländern werden Niedrigverdiener aber mehr unterstützt. Extremfall sind die Niederlande, wo ein verheirateter Geringverdiener mit zwei Kindern und nicht erwerbstätiger Frau im Fall von Arbeitslosigkeit ein um sieben Prozent höheres Einkommen erzielt als vorher. Sonst bedeutet Arbeitslosigkeit aber stets ein geringeres Einkommen. In Österreich käme die gleiche Familie auf 71 Prozent ihres früheren Einkommens.

Dagegen sind Langzeitarbeitslose in Österreich relativ besser gestellt. Gutverdiener erhalten nach fünf Jahren Arbeitslosigkeit noch immer vergleichsweise viel Geld: Singles kommen im Schnitt auf 51 Prozent ihres früheren Nettoeinkommens, in Deutschland sind es 36, der OECD-Schnitt liegt bei 32 Prozent.

Grund ist die Höhe der Notstandshilfe in Österreich (95 Prozent des Arbeitslosengeldes). Man erhält sie nach einem halben Jahr Arbeitslosigkeit (Ältere nach einem Jahr) und kann sie theoretisch bis Pensionsantritt in voller Höhe beziehen– sofern der Lebens- oder Ehepartner über kein oder nur ein geringes Einkommen verfügt. Doch wird sie nicht der Inflation angepasst: Wer jahrelang ohne Job ist, rutscht auch hierzulande oft unter das Existenzminimum.

 

Höhere Notstandshilfe

Im Herbst soll eine Verbesserung für 90.000 Notstandshilfebezieher kommen. Wer zuvor wegen seines niedrigen Einkommens ein Arbeitslosengeld von bis zu 80 Prozent des früheren Einkommens erhalten hat, bekommt als Notstandshilfe derzeit nur 95 Prozent des „normalen“ Arbeitslosengeldes von 55 Prozent des früheren Einkommens. Künftig sollen es 95 Prozent des tatsächlichen Arbeitslosengeldes sein. „Bei Notstandshilfeempfängern kann das relativ viel ausmachen“, sagt Norbert Schnurrer, Sprecher von Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ).

Ab September wird auch die Sozialhilfe (das letzte Netz nach Arbeitslosen- und Notstandshilfe) durch eine bundesweit einheitliche Mindestsicherung in Höhe von 744 Euro ersetzt.

Eine Zusammenlegung von Notstandshilfe und Sozialhilfe wie in Deutschland wird es in Österreich aber nicht geben.

AUF EINEN BLICK

Arbeitslose Eltern in Deutschland haben zu wenige Anreize, sich einen Job zu suchen, kritisiert die OECD. Bei arbeitslosen Singles ist Deutschland weniger großzügig. Österreich liegt bei der Unterstützung von Kurzzeitarbeitslosen unter dem Schnitt. Langzeitarbeitslose erhalten mehr Geld als anderswo, sind aber dennoch armutsgefährdet.

 

vergrößern

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.02.2010)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

36 Kommentare
 
1 2
Gast: Liberaler Falke
19.02.2010 19:07
0 0

Nun der Liberale Falke

ist aus einer Zeit, wo Arme Leute keine Riesenansprüche hatten. Wo der alleinverdienende Vater uns keinen Urlaub, und auch keinen Schulskikurs ermöglichen konnte. Wo wir uns die Schulbücher selbst finanzieren mußten (Stichwort: Schülerlade). Wo wir entweder zu Fuss oder mit dem Rad unterwegs waren. Wo unsere Mutter im Schrebergarten -keine Pizza - sondern Gemüse und Kartoffel erntete. Ach ja, soziale Teilhabe (Modewort) gab es in Hülle und Fülle. In der Schrebergartensiedlung, beim Waldfest oder beim Radausflug. Verfettet waren wir auch nicht, wieviele Harzer. Sondern TipTop biologisch ernährt. Und vor allem unsere Mutter konnte K O C H E N und verfütterte nicht jeden Tag Nudel+Co an uns. Kurzum: eine Zeit in der keine butterweichen Suderanten die Szene anspruchheischend bevölkerten.

Antworten Gast: Jom Kippur
19.02.2010 19:36
0 0

Re: Nun der Liberale Falke am letzten Drücker

Ja, damals konnte die Mutter durch „kochen“ sicher sein, dass sie ihr Heim nicht verlieren würde und mit dem Wohlwollen ihrer Mitbürger irgendwie durchkommen würde.

Mütter die sich heute aufs "Kochen" beschränken werden morgen vom Gerichtsvollzieher bei minus 15 Grad vor die Türe gesetzt, weil man vom Kochen alleine nicht überleben kann. Die Uhren ticken hier anders Falke? Halt¿s Maul Falke! Berlin ist nicht Wien, Du asoziales Ungeheuer!

Antworten Antworten Gast: Liberaler Falke
19.02.2010 20:11
0 0

Der gute Jom Kippur

hat verlernt sich selbst auf die eigenen Beine zu stellen und sein Leben zu organisieren. Jetzt sudert er ein bisserl und will das ihm andere auf die Füsse stellen, ihm den A.sch auswischen und ihm a Supperl kochen. Was für eine Suderantengeneration.

Antworten Antworten Antworten Gast: Jom Kiuppur
19.02.2010 20:27
0 0

Re: Der gute Jom Kippur

Ganz im Gegenteil: Damit auch Du endlich auf eigenen Füßen stehst, sollst Du ordentlich steuerlich herangezogen werden. Das heißt: So viel Besteuerung, dass Du endlich eine ehrenwerte Beschäftigung annimmst, anstatt die Bevölkerung mit Deinen Schwarzeinkommen zu belasten.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Liberaler Falke
20.02.2010 09:37
0 0

Also da trifft doch

wirklich der Spruch zu: DEINE ARMUT KOTZT MICH AN. Die geistige Armut-selbstverständlich!

Gast: Liberaler Falke
19.02.2010 16:15
1 0

Teilhabe-Gesudere

Da trifft die Moralität vom frühzeitig auf Alz-gekommenen Heiner Geissler (nun ATTAC) vom Bildschirm, da wird Gesudert, was das Harzer Zeug hält: Teilhabe der Kinder an Ausflügen (zarter Einwand: Antrag stellen und Kind kann mitfahren- störte nicht weiter, weil ein Harzer ist immer im Stress), Teilhabe an Bildung (wahrscheinlich um die Hey Du, gib Handy her!-Unterschicht auf "Geben Sie mir ihr Telefon" upzugraden). Selbst rote Eichen im Berliner NeuköllnerWald wollen kein Geld fliessen sehen, sondern nur SACHLEISTUNG. Was von der Armutsindustrie a¿la Caritas barsch zurück gewiesen wird. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass die Harzer das bedingungslose Grundeinkommen in Höhe von 1.200 Euro einfordern, was selbst den gutmütigsten Moderator kurz auf die Palme brachte. Und gleichzeitig beklagt die Armutsindustrie das Wegfallen von BILLIGJobs. Na kein Wunder, wenn der Staat den arbeitenden Rest mit immer höheren Steuern belegen muss. ABER: VERMÖGENSTEUER ist die neue Wunderwaffe. Das hier eine spätrömisch dekadente Unterschicht den Kapitalstock des Landes auffrißt und verkonsumiert-wen kümmert es? Die Deutschen marschieren stramm in den Neokommunismus.

Antworten Gast: Jom Kippur
19.02.2010 17:01
0 0

Re: Teilhabe-Gesudere

Schulschikurs: Kosten 450 Euro. Antragstellung auf Beitrag erfolgt an BMf Unterricht. Dessen Beitrag liegt in der Höhe von 120 Euro.

Auch Kinder von Sozialhilfebezieher und Kleinverdiener MÜSSEN mitfahren (laut Klassenvorstand, der keine Absagen duldet: "Ich will keine Ausreden hören"), weil ja Beihilfe gewährt würde.

Wer bezahlt die Differenz von 330 Euro für Mindestverdiener und Arbeitslose? Der Liberale Falke?

Oder dann doch nicht? Mund aufreißen erscheint einfacher als zahlen, Falke.

Antworten Antworten Gast: Liberaler Falke
19.02.2010 19:11
0 0

Re: Re: Teilhabe-Gesudere

wer Arm ist, hat keinen Anspruch auf Schulskikurs. Ist eine tolle Motivation selbst einmal reich zu werden. Glauben Sie, ich weiß wovon ich schreibe. Also net sudern, sondern mehr anstrengen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Jom Kippur
19.02.2010 19:19
0 0

Re: Re: Re: Teilhabe-Gesudere


Das ist das wirkliche Leben. Ich kenne eine 45-jährige Witwe, die gerade mit tödlichem Krebs diagnostiziert wurde. Sie weiß nicht wie ihre 15-jährige Tochter morgen überleben wird. Kein Vater mehr da, keine Verwandten, kein Ansprechpartner. (Sie hatte seit Monaten Angst ihren Job zu verlieren, wenn sie zum Arzt ginge und krank geschrieben würde).

Wie geht es mit ihrer Tochter weiter? Ach ja, die Sozialhilfe wird schon helfen. Wird sie ???? Nein, sie wird nicht! 15 Jahre alt und keine Zukunft außer die Gosse, wenn die Mutter stirbt. „Sozialstaat Österreich“ für Abkassierer wie Grasser, Faymann, Vranitzky und Schüssel, danke, danke, danke, Sozialstaat. Ich würde gerne kotzen, aber kann es nicht mehr. Österreich das 11.-reichste Land in Europa? WIR sind so reich!!! Und morgen ist ein liebes Kind in der Gosse!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Liberaler Falke
19.02.2010 19:32
0 0

Gschichtl druckn

aber sie widersprechen sich doch selbst: der Sozialstaat soll sicher nicht den Schulskikurs finanzieren; er soll sich auf echte Härtefälle fokusieren. Dann bleibt auch mehr für den der echt in Not ist.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: ASVG-Sklave
19.02.2010 19:48
0 0

Re: Gschichtl druckn

Verstehst net, Falke? Niemand braucht "deine" Skikurse. Wir brauchen keine Skikurse sondern Steuern auf Deine Geheimkonten und Schwarzvermitungen der Wohnungen.
Zahl¿, Du Gfratst

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Liberaler Falke
19.02.2010 20:08
0 0

Na da geht

die ganze soziale Wärme schlagartig in die Luft. Ist wie in der Steinzeit: her mit dem Happen oder eines über die Rübe. Wird aber sicher nicht meine Rübe sein! Da können Sie Gift drauf nehmen!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Jom Kippur
19.02.2010 20:34
0 0

Re: Na da geht

Ganz richtig: Wir brauchen keine "soziale Wärme" sondern nur einen präzisen Vorschlaghammer (egal wie temperiert), der die steuerlichen Sauereien ( = Steuerprivilegien) die uns Falken und anderes Ungeziefer einbrocken dann auch begradigen. Auch Deine verbeulte Rübe wird so begradigt werden, Du Gfr......

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Liberaler Falke
20.02.2010 09:39
0 0

Sehen Sie

und das ist der Grund, warum sie dort sind, wo sie hingehören!

Antworten Antworten Gast: Liberaler Falke
19.02.2010 19:08
0 0

Re: Re: Teilhabe-Gesudere

Wer Arm ist und aus der Gemeinschaftskasse ernährt wird, hat keinen Anspruch auf Skikurs.

Antworten Antworten Antworten Gast: Jom Kippur
19.02.2010 20:23
0 0

Re: Re: Re: Teilhabe-Gesudere

Wir wollen DEINE "Gemeinschaftskasse" nicht!!! Geh` .... Wir wollen überleben und Steuerbetrüger wie Dich zur Kasse gebeten sehen.

Antworten Antworten Gast: Martin S
19.02.2010 18:27
0 0

Re: Re: Teilhabe-Gesudere

Das möchte ich sehen, was der KV macht, wenn man ihm einfach sagt, man hab enicht genug Geld und damit Basta! Was will der machen?

Antworten Antworten Antworten Gast: Jom Kippur
19.02.2010 20:03
0 0

Re: Re: Re: Teilhabe-Gesudere

Nichts wird er machen können (aber die Schüler werden büßen). Wo bist Du aufgewachsen?

Antworten Antworten Antworten Gast: Jom Kippur
19.02.2010 19:14
0 0

SOS: ein 15 jähriges Kind in der Gosse

Das ist das wirkliche Leben. Ich kenne eine 45-jährige Witwe, die gerade mit tödlichem Krebs diagnostiziert wurde. Sie weiß nicht wie ihre 15-jährige Tochter morgen überleben wird. Kin Vater mehr da, keine Verwandten, kein Ansprechpartner. (Sie hatte seit Monaten Angst ihren Job zu verlieren, wenn sie zum Arzt ginge und krank geschrieben würde).

Wie geht es mit ihrer Tochter weiter? Ach ja, die Sozialhilfe wird schon helfen. Wird sie ???? Nein, sie wird nicht! 15 Jahre alt und keine Zukunft außer die Gosse, wenn die Mutter stirbt. „Sozialstaat Österreich“ für Abkassierer wie Grasser, Faymann, Vranitzky und Schüssel, danke, danke, danke, Sozialstaat. Ich würde gerne kotzen, aber kann es nicht mehr. Österreich das 11.-reichste Land in Europa? WIR sind so reich!!! Und morgen ist ein liebes Kind in der Gosse!

Gast: Herbert H.
19.02.2010 15:54
0 0

Abgabenlast

Ich habe in den Jahren 2005-2009 ein Gesamteinkommen von € 119.000 als Einpersonenunternehmen erzielt ("Einkünfte aus Gewerbebetrieb"). Der Umsatz lag natürlich höher. Nach Abzug von Sonderausgaben verblieb ein versteuerbares Einkommen von € 101.537.

Die Einkommenssteuer dafür (unter Berücksichtigung von Abschreibungen) betrug € 17.200. Allerdings lagen die Forderungen der SVA bei € 35.600, da die SVA-Vorschreibungen zwar die Steuer, aber nicht die SVA-Bemessung reduzieren. Im Gegenteil: Die SVA-Forderungen werden auf den Betrag der „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“ hinzuaddiert, wodurch sich erst die SVA-Bemessung ergibt. (Beachte dass die SVA-Beiträge doppelt so hoch wie die Einkommenssteuer sind).

An Steuern und SVA-Abgaben 2005-2009 bezahlte ich also insgesamt € 52.778 (von einem Einkommen von € 101.537)

Es verbleiben also € 48.759 als Nettoeinkommen für 60 Monate, oder € 812 netto pro Monat, (mit Anforderung auf PKW-Nutzung, Stress, u.ä.)

Mein Ratschlag an alle Selbständigen: Macht Sozialhilfe und lasst Euch nicht länger ausnehmen.

Gast: sizius
19.02.2010 15:39
0 1

Armut

Das beschämende ist das es auch immer mehr
Menschen gibt die zwar einen Job haben , aber trotzdem zusätzlich Hartz 4 beziehen müßen , weil sie einfach unterbezahlt sind.

Man muß die Lohnschraube nach oben drehen
nicht die Alg nach unten.Sonst hat man am Ende sozialen Sprengstoff aus 4 Millionen armen Menschen.

Antworten Gast: Liberaler Falke
20.02.2010 09:42
0 0

Falsch

man muss die Löhne freigeben. Drehen Sie die Schraube nach oben, dann sind noch mehr arbeitslos. Oder auf den Punkt gebracht: diese Bevölkerungsteile können im globalen Wettbewerb ihre Arbeitskraft nicht mehr zu diesen Preisen verkaufen. Schlimm, aber die Mitteleuropäer werden soeben marginalisiert.

Merlin
19.02.2010 14:11
1 0

Interessant

Ein Hartz-IV-Paar mit 2 Kindern hat, dem obigen Artikel zufolge fast 1200 EUR netto und die Wohnung gratis. Da hat Westerwelle nicht unrecht, wenn er von spätrömischer Dekadenz spricht. Wieso unter solchen Bedingung arbeiten. Wenigstens die deutsche Subventionselite pflanzt sich auf diese Weise fort.

2 0

Wer hätte das gedacht?

Wer würde eigentlich auf so eine Idee kommen, dass faule Menschen arbeiten wollen?
Eh nur der Politiker der gewählt werden will oder?

Anders betrachtet:

Das deutsche Bundesgericht stellt fest, dass Familien in Deutschland mit Kindern zu wenig Geld bei Hartz 4 übrig bleibt.
Hartz 4 bietet gleichzeitig arbeitslosen Eltern keinen Anreiz erwerbstätig zu werden, da das zu erwartende Einkommen keine signifikante Steigerung des momentanen Bezugs bedeutet.

Zusammengesetzt kann man Hartz 4 gleichsetzen und wird feststellen, dass zahlreichen Familien zu wenig Geld übrig bleibt.
Es gibt keinen Anreiz eine Familie zu gründen und sich mit Nachwuchs zu binden.

Daher gehören Eltern gegenüber kinderlosen Personen bevorzugt, die allgemeinen Steuern können erhöht werden, wenn dafür gleichzeitig die Kosten für das Großziehen von Kindern vermehrt absetzbar werden. Inkl. Negativsteuer!

Antworten Entropix
19.02.2010 13:37
0 0

Re: Anders betrachtet:

Nein, "das Gericht" hat NICHT festgestellt, dass Hartz IV für Kinder zu niedrig ist, vielmehr, dass der Betrag für Kinder nicht ermittelt, sondern auf Basis des Bedarfs für Erwachsene geschätzt wurde. Nachdem in letzterem auch Posten wie Kino, Alkohol, Tabak (!) sind , sind die Beträge für Kinder eher zu hoch (siehe auch Kommentar Schäuble).

 
1 2

Erstmals in Österreich

  • Sichern Sie sich jetzt die Jahresvorschau des renommierten Magazins "The Economist", erstmals mit Österreichschwerpunkt aus der Wirtschaftsredaktion der "Presse".

    Für "Presse"-Abonnenten statt 6,90 nur 4,90 Euro.