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Mobilfunk: Berlin versteigert Digitale Dividende

12.04.2010 | 19:01 |   (Die Presse)

Kleinster Anbieter O2 legt mit 15 Mio. erstes Topgebot.

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Berlin (ag./mac). In Deutschland hat am Montag die Versteigerung der neuen Mobilfunkfrequenzen (Digitale Dividende) begonnen. Die Frequenzen, die mit Ende des analogen Fernsehens über Antenne frei wurden, sollen schnelles mobiles Internet im ländlichen Raum vorantreiben.

In der ersten Runde hat der kleinste deutsche Netzbetreiber, die Telefónica-Tochter O2, die anderen Mitbieter nach Angaben der deutschen Bundesnetzagentur klar übertrumpft. Das Unternehmen bot 15 Mio. Euro für zwei Frequenzblöcke im begehrten 800-Megahertz-Band, dreimal mehr als die Mitbewerber T-Mobile und Vodafone. In Summe werden 41 Frequenzblöcke vergeben. Experten erwarten, dass sich die Auktion über mehrere Runden ziehen wird. Die Frequenzen gelten erst als verkauft, wenn kein höheres Gebot eingeht.

 

Vorrang für kleine Dörfer

Vor zehn Jahren hatte die UMTS-Versteigerung mehr als 50Mrd. Euro in die deutsche Staatskasse gespült. Diesmal gehen Experten etwa von einem Zehntel der damaligen Einnahmen aus. Anders als bei der UMTS-Vergabe, verzichtete die deutsche Regulierungsbehörde diesmal auf die Beschränkung auf eine bestimmte Technik. Allerdings macht die Behörde den Bietern strenge Vorgaben für den Ausbau der Internetversorgung am Land. Die Netzbetreiber sind verpflichtet, im Falle des Zuschlags bis zum ersten Jänner 2016 in allen Bundesländern einen Versorgungsgrad von 90 Prozent zu erreichen. Zuerst müssen Städte und Gemeinden mit bis zu 5000 Einwohnern schnelle Internetanschlüsse erhalten, dann erst dürfen die Bestbieter die lukrativere Versorgung der Großstädte angehen.

Während Deutschland die Frequenzen schon versteigert, ist in Österreich noch nicht geklärt, wer die Digitale Dividende nutzen darf. Derzeit befindet sich ein Gutachten der Regulierungsbehörde RTR in der Endphase. Die Entscheidung soll bis 2014 fallen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.04.2010)

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