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Experte: "Griechen werden an Zinszahlungen ersticken"

15.04.2010 | 12:17 |   (DiePresse.com)

Die Zweifel am griechischem Sparprogramm häufen sich. Die konjunkturellen Aussichten würden zu optimistisch eingeschätzt, warnen Ökonomen. "Griechenland ist nicht mehr zu helfen", sagt ein Experte.

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Griechenlands Regierung kann nach Einschätzung führender deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute mit ihrem Sparprogramm das Haushaltsdefizit nicht wie geplant drosseln. "Die im Stabilitätsprogramm und im Konsolidierungsplan der Regierung vorgegebenen Ziele erscheinen trotz der bereits beschlossenen, einschneidenden Maßnahmen nicht erreichbar", schrieben die Forscher in ihrem Frühjahrsgutachten, das am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Zu optimistische Einschätzungen

Grund dafür sei, dass die Regierung in Athen die konjunkturellen Aussichten für das hoch verschuldete Land zu optimistisch einschätze. Die Regierung in Athen will das Haushaltsdefizit von fast 13 Prozent 2009 in diesem Jahr um vier Prozentpunkte senken. Dabei geht sie von einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung von 0,3 Prozent aus.

Zuletzt warnte jedoch schon die griechische Notenbank vor einem stärkeren Rückgang um zwei Prozent. Auch die Wirtschaftsforscher gehen davon aus, dass die drastischen Sparmaßnahmen die wirtschaftliche Entwicklung im laufenden Jahr erheblich belasten dürfte.

Auch 2011 keine spürbare Erholung

Im kommenden Jahr sei ebenfalls nicht mit einer spürbaren konjunkturellen Erholung zu rechnen, zumal weitere restriktive Maßnahmen der Finanzpolitik notwendig würden, um die Sparziele zu erreichen. Im Jahresschnitt erwarten die Experten eine Stagnation des griechischen Bruttoinlandsprodukts: "Sollte die griechische Regierung ihren Sparkurs nochmals deutlich verschärfen, wäre wohl eine noch merklich tiefere Rezession die Folge."

Griechenland sei nicht mehr zu helfen, sagt auch der deutsche Vermögensverwalter Bert Flossbach von Flossbach & von Storch dem "Handelsblatt". "Wenn man sich den Refinanzierungsbedarf und die auflaufenden Defizite anschaut, dann kann man ganz einfach ausrechnen, dass Griechenland bis zum Jahr 2012 etwa 120 Milliarden Euro besorgen muss. Aus eigener Kraft kann Griechenland das niemals schaffen", schließt Flossbach.

"Griechen werden an Zinszahlungen ersticken"

Seine Prognose ist düster: "Griechenland dürfte das erste Land sein, das entweder an seinen Zinszahlungen erstickt oder schon vorher mangels Vertrauen kein Geld mehr von Investoren bekommt". Denn die Griechen könnten sich weder über Sparmaßnahmen noch über Steuererhöhungen wirklich aus der Finanznot retten. Auch durch ein höheres Bruttoinlandsprodukt mit gesteigerten Staatseinnahmen ließe sich der Schuldenberg nicht rasch beseitigen.

Indes wird die Kreditaufnahme für Griechenland wieder teurer. Ungeachtet der Zusagen der EU stieg der Zinsunterschied für zehnjährige griechische Staatsanleihen im Vergleich zu den deutschen Anleihen am Donnerstag auf 4,2 Prozent. Am Mittwoch lag er noch bei 3,9 Prozent. Vor einer Woche lag der Zinsunterschied oder Spread aber noch bei 4,8 Prozent, dem höchsten Stand seit der Einführung des Euro in Griechenland.

(Red./Ag.)

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41 Kommentare
 
12
Gast: tourist
21.04.2010 17:07
0 0

Teure U-Boote für die Griechen!

Teure U-Boote für die Griechen!

Die Rüstungseinkäufe der Griechen haben eine wichtige
Rolle bei den Kredit-Verhandlungen mit der EU gespielt.
ERGEBNIS: Der Pleite Staat bestellt sechs Kriegs U-Boote
und Fregatten bei den Deutschen und Franzosen!!

Die Pleite-Griechen rüsten auf: Armee will Eurofighter kaufen!
Schulden von 300 Milliarden Euro, nur eine Handbreit vom Staatsbankrott entfernt – aber einer der größten Waffenkäufer in der Europäischen Union!
Boom

Gast: Liberaler Falke
15.04.2010 18:45
0 0

Ja der Zins ist an allem Schuld!

KOMISCH nur, dass England vom 18. Jahrhundert bis Anfang des 1. Weltkriegs inflationsfrei gewachsen ist, obwohl bereits damals Zins und Zinseszins wirkten. Dummerweise wurde dies jedoch durch das schrankenlose Walten der Malthuschen Bevölkerungsgesetze ermöglicht. (...und durch Australien)

Antworten Gast: Hubertus
15.04.2010 22:33
0 0

Re: Ja der Zins ist an allem Schuld!

Haben Sie sich die bevölkerungsentwicklung Großbritanniens in dieser zeit angesehen? Und gleichzeitig die Auswanderung nach Südafrika und Austarlien? ich würde da nicht von Malthus sprechen.

Antworten Antworten Gast: Liberaler Falke
16.04.2010 07:34
0 0

Re: Re: Ja der Zins ist an allem Schuld!

Clearances + An Gota Mor + Australien + Südafrika + Kanada

Gast: ..
15.04.2010 15:40
1 0

Spaßig

Österreich erstickt doch schon selbst an den Zinszahlungen...

Die Verschuldung der Republik Österreich beträgt per 15.04.2010 15:40 insgesamt* EUR 186.537.189.076

Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung je Staatsbürger von EUR 24.940

bzw. aufgeteilt auf alle Erwerbstätigen, je Erwerbstätigen EUR 45.284

Dieser Kredit kostet den Staat jährlich Zinsen von EUR 7.582.879.017

bzw. je Bürger (Erwerbstätigen) jährlich EUR 1.014 (1.841)

Antworten Gast: hbm
15.04.2010 18:09
1 0

Re: Spaßig

geh wo.
momentan berichtet das bmf über einen jährlichen abgang von 13 milliarden. da sind die katastrophalen verluste z.b. der öbb noch gar nicht eingerechnet.

das kann man nicht auf kreditzinsen schieben.
ohne radikale umstellung des lebensstils auf ein niveau, das dem einkommen entspricht, läßt sich da nichts ändern.
auch wenn z.b. die EU hundertmal aufsagt (zitat vassiliou), daß "die finanzielle belastung kein argument" gegen zwangsmaßnahmen der EU ist.
und auch nicht wenn der neugebauer hundertmal schreit, daß in dem staat nur passiert was er will.
und auch nicht wenn die banker noch immer nicht verstehen, daß sie es sind, die falsch liegen, weil sie noch immer nicht wissen, was sie tun.
...

0 0

Re: >Dieser Kredit kostet den Staat jährlich Zinsen von EUR 7.582.879.017<


Hätten wir japanische Konditionen (1,36% auf 10-jährige Bonds), betrüge unsere Zinslast nur ca. 2,94 Mrd Euro!

Ist mir ein Rätsel, warum wir uns von den Bankstern so abzocken lassen?

Antworten Antworten Gast: Hubertus
15.04.2010 22:36
0 0

Re: Re: >Dieser Kredit kostet den Staat jährlich Zinsen von EUR 7.582.879.017<

Wovon viele 25% KESt zahlen. Ausländer und Stiftungen ausgenommen. Der Rest ist aber bei den Zinsempfängern Einkommen, welches zT wieder ausgegeben wird (siehe Zinsen an pensionskassen, Abfertigungskassen etc). Also nur die Ausgabenseite zu sehen ist stark verkürzt.

Re: Re: >Dieser Kredit kostet den Staat jährlich Zinsen von EUR 7.582.879.017<

Wie so oft ist auch das ein Weg der Umverteilung. Der Masse wird das Geld abgenommen, um es wenigen zukommen zu lassen. Aber nicht, wie man vielleicht glauben möchte, den ärmsten, sondern den reichsten.

0 0

ich bin auch eher der meinung

die finanzielle hilfe griechenlands hätte man der weltbank überlassen sollen. die würde es zwar auch nicht zurückbekommen ...

Gast: Sokrates
15.04.2010 15:18
0 0

"...und am Ende aller Tage gehen Kredite und Zinsen in die Binsen..."

;-)

Gast: Janus
15.04.2010 15:07
2 0

Beelzebub-Austreibung

Die Banken waren und sind es zum Teil noch immer: bankrott.

Ein Teil der Schulden hat man zu den Staaten verlagert, die nun ins Trudeln kommen, wobei Länder wie Griechenland, Spanien, Italien und Co. auch schon vor dieser Bankenkrise pleite waren.

Und munter geht es weiter, mit der Verlagerung von Schulden. Ein Staat reißt nun gleich mehrere weiter ins bodenlose Schuldenmachen und damit in den Bankrott. Denn klar ist, Geld kommt von den Griechen ganz sicher keines mehr retour.

Das wissen auch alle, aber wegen der weiter drohenden Euro-Abwertung hilft man Griechenland, vorübergehend. Bis Ihnen niemand mehr helfen kann.

www.mises.org

afang de 90er jahre haben wir miterlebt wie de marximus endet.

in den 10er jahren des 21jhds erleben wir wie keynes endet.

mfg

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Der Korrektheit halber:

Anfang der 90er Jahre haben wir miterlebt, wie der (reale) Kommunismus des Sowjetreiches endete. Marxismus ist was anderes.

Die Interpretation, daß wir erleben, "wie Keynes endet", ist bei Weitem zu kurz gegriffen. Wir erleben vielmehr die Konsequenzen des Irrglaubens, in einem endlichen System könnte etwas unendlich wachsen.

JEDER denkende Mensch weiß, dass die EU-Milliarden für Griechenland verloren sind.


Re: JEDER denkende Mensch weiß, dass die EU-Milliarden für Griechenland verloren sind.

Sie sind nicht verloren, sondern sie hat jetzt nur jemand anderer. Das ist nicht nur in Griechenland so. Jede Krise hat auch Profiteure, so wie in Griechenland auch hier.

Dieses Geld hat sich leider kaum beim Normalbürger angesammelt, weil der weder Zeit noch Kapital hat, um durch Spekulation in der Krise zu profitieren.

Nicht zuletzt deswegen sollten die Verursacher der Krise zur Verantwortung gezogen werden, der Profit soweit wie möglich abgeschöpft, und durch geeignete Regelungen zur Eindämmung der Spekulation für die Zukunft unterbunden werden.

Re: Re: JEDER denkende Mensch weiß, dass die EU-Milliarden für Griechenland verloren sind.


Die Verursacher der Krise sind ALLE, die Geld ausgegeben haben, welches sie nicht hatten. Z. B. Griechenland...

die werden nicht an zinszahlungen ersticken

die werden einfach nicht mehr zahlen.

und dann? marschieren die vereinigten eu streitkräfte ein oder was?

mfg
mc

Antworten Gast: heidelbeere
15.04.2010 14:52
0 0

Re: die werden nicht an zinszahlungen ersticken

Dann esticken wir.

Wir alle werden früher oder später an Zinszahlungen ersticken.

Das ist aus mathematischen Gründen unausweichlich.

Antworten Gast: Hubertus
15.04.2010 22:42
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Re: Wir alle werden früher oder später an Zinszahlungen ersticken.

Das wäre nur richtig, ween die Schulden mit kaufkräftigem geld bedient würden. Werden sie aber nicht wie die geschichte zeigt. Unsere Vorväter wurden zweimal rasiert (1920-22) und 1945-47). So etwas nennt man Währungsreform. Aber auch alle anderen wurden rasiert. Der USD von 1945= 35 USD die Unze Gold. heute:1135USD., das britsiche pfund=ein Trauerspiel, der franz. Franc =mindestens zwei Währungsreformenetcetc. Man muß nur sehen, daß man Dinge kauft, die an Wert entweder weniger verlieren oder gar nicht=in der Regel Sachwerte.

Antworten Gast: Lilly
15.04.2010 14:53
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Das liegt am exponentiellen Effekt!

Richtig, und deswegen sollten wir die Kredite so schnell wie möglich los werden - ein umfassendes Sparpaket ist schon längst nötig! Wir müssen alle zusammenhelfen, ob arm oder reich, um dieser Schuldenfalle zu entweichen!

Re: Das liegt am exponentiellen Effekt!

Der Schuldenfalls können wir so nicht ausweichen, weil wir ja schon seit Anfang an drinnen sind. Wenn man jemandem das Recht einräumt, Geld aus dem Hut zu zaubern (was null Aufwand erfordert) und es einem selbst dann als Schulden anzuschreiben (die dann mit Leistung, d.h. mit Aufwand "gesichert" sein müssen), darf man sich nicht wundern, wenn man in die Bredouille kommt und letzten Endes nackt dasteht bzw. dann auch noch seine Zukunft verkaufen muss, sprich: sich in Sklaverei begibt.

0 0

Herzlichen Glückwunsch!

Sie gehören zu den Menschen, die wissen, wie sich die Exponentialfunktion verhält.
Nur: Ihre Schlußfolgerung (Sparpaket) ist keine Lösung.
http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/bankrott.html

Antworten Gast: Geheimrat
15.04.2010 14:28
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Re: Wir alle werden früher oder später an Zinszahlungen ersticken.

Sie haben überhaupt nichts verstanden.
Da gibt es Leute die wirklich etwas davon verstehen, sogenannte Experten und Oberexperten, die sagen daß 1+1 ganz sicher 3 ist, vielleicht aber auch 3 1/2. Denen müssen Sie glauben, die sagen ja auch daß wir eines der reichsten Länder der Welt sind. Na eben.

Das Problem von Griechenland, Portugal

ist doch das, dass es eigentlich keine nennenstwerte Industrie, kein nennenswertes Dienstleistungsgewerbe (IT etc...) außer Fremdenverkehr gibt, sondern dass Jahrzehnte lang aus der EU z.B. nur Milch nach Griechenland gekarrt wurde, dort primitiv und billigst! zu Yogurth verarbeitet wurde und dann wieder zurück in die EU kam. Die Umweltprobleme gar nicht beachtend.

Außer Ziegenkäs und Oliven und den Inseln gibt es kein griechisches Produkt. Und wir haben es jahrzehntelang angesehen und uns über den "billigen" sonnigen Urlaub gefreut .....

Wir in Österreich und anderswo werden das ebenso spüren, wenn der Landwirt für seine Milch nichts mehr bekommt, der ostasiatische Handyproduzent (z.B.) dafür aber absahnt ...

Also ihr lieben Superbilligeinkäufer und/oder Lohndumper: denkt daran wie ihr an der Misere beteiligt seid.

PS: Oder lernt chinesisch!

 
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Hobbyökonom