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Staatsschulden: "Spitzen-Rating der USA ist ein Witz"

11.05.2010 | 15:01 |  von Martin Deutsch (DiePresse.com)

Die USA haben bei den Ratingagenturen die Bestwertung "AAA". Und das bei einer Gesamtverschuldung von 13 Billionen Dollar und einer Neuverschuldung von 1,4 Billionen Dollar.

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Der Anleihe-Spezialist Johannes Führ sagt es in einem Interview mit der deutschen Wirtschaftswoche klipp und klar: "Das Top-Rating der USA ist ein Witz." Auf die Fragen von Anlegern, die aus dem Euro wollen, antwortet er: "Der Dollar ist keine Alternative. Die Staatsverschuldung der USA steigt schneller als die von Griechenland." Er selbst setzt auf Anleihen aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich und Frankreich, weil diese immer liquide sind, und auf Unternehmensanleihen.

Und tatsächlich scheinen die Schulden der Euro-Länder im Vergleich zu jenen der USA fast harmlos. Die nationale Schulden-Uhr, die vor 21 Jahren am New Yorker Times Square montiert wurde, steht bei fast 13 Billionen Dollar. Die Gesamtverschuldung der Euro-Zone betrug 2009 sieben Billionen Euro (neun Billionen Dollar). In den USA kommt alleine heuer ein Defizit von zusätzlichen 1,4 Billionen Dollar dazu. Das ist dreimal soviel wie im bisherigen Rekordjahr 2008.

Unverantwortbarer Weg

Der größte US-Gläubiger im Ausland ist China (877,5 Milliarden Dollar), gefolgt von Japan (768,5 Milliarden Dollar). Während aber Europa anfängt, seine Schulden mit einem radikalen Sparkurs zu senken, ist USA davon noch weit entfernt. Amerika sei auf einem "unverantwortbaren fiskalischen Weg", warnte der US-Rechnungshof laut einem Bericht von spiegel.de. "Die Nation muss einen Kurswechsel einleiten, bevor das Defizit und die Verschuldung beispiellose Höhen erreichen."

Das Problem der USA wird demnächst akut. Das Land muss nämlich die kurzfristigen Kredite, die es zur Eindämmung der Finanzkrise aufgenommen hat, zurückzahlen. Experten schätzen den Geldbedarf dafür auf 1,6 Billionen Dollar. Und inzwischen ist auch die Rating-Agentur Moody's hellhörig geworden. Die hohen US-Schulden könnten zur Abwertung der US-Staatsanleihen führen so die Rating-Agentur. Der frühere Notenbank-Chef Greenspan dazu: Nicht der Dollar-Kurs mache ihm Sorgen, sondern Defizit und Staatsschulden sind der beunruhigendste Aspekt.

 

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30 Kommentare
 
1 2
Gast: Hasenfuß
17.07.2010 15:18
0 0

13 Billionen Dollar

und 3 Billionen der Bundesstaaten und Gemeinden. Wenn man schon Vergleiche zu anderen Staaten anführt muss man auch die richtigen Zahlen vergleichen. In den Schulden von Der BRD von 1,6 Billionen Euro sind auch die Schulden des Bundes, der Länder und Gemeinden enthalten! Typischer Trick der USa ihre Wirtschaftslage besser zu stellen!

Gast: machmuss verschiebnix
12.05.2010 19:21
1 0

Alles starrt auf den € aber wieviel Zukunft hat der $ ?


Daß China die boomende Volkswirtschaft der Welt
und schon heute ein mächtiger Player im internationalen
Wirtschaftsverkehr ist, weiß jeder.

Daß Chinas Devisenreserven über zwei Billionen Dollar
betragen und damit die größten Dollar-Reserven der Welt
sind, ist weniger bekannt.
Rund dreiviertel davon stecken in US-Staatsanleihen.

Als das Reich der Mitte unlängst eine Meldung
veröffentlichte, horchte die globale Finanzwelt auf.
China hat seit dem Jahr 2003 mit einem Teil seiner
Devisenreserven 454 Tonnen Gold angekauft.

Für viele ein klares Indiz dafür, dass China befürchtet,
die Dollar-Reserven könnten durch eine Inflation dahin
schmelzen. Die wertstabile Alternative sieht wohl
auch China im Gold.

Wieviel Zukunft hat der Dollar dann noch?
Bei so einem Boom könnte das Edelmetall bald den
Platz der Leitwährung übernehmen.

Hauptsache die Österreichische Nationalbank hat das
Gold nach GB "auslagert" (schon bei dem Gedanken könnte
einem schwindlig werden)
Nur gut, daß wenigstens die Chinesen nicht auf den
Anglo-Amerikanischen Leim gehen.

Gast: hbm
11.05.2010 23:23
7 0

das gottartige rating der ratingagenturen ist auch ein witz.

die machen bewertungen für US-anleger und werden sich wohl kaum mit realistischer bewertung der eigenen existenzgrundlage um die existenz bringen.

eine europäische ratingagentur würde es genauso machen.

ich kann mich immer wieder nur wundern, wie blind viele auf alles vertrauen was aus amerika kommt. den USA geht es immer und in allem nur um den eigenen profit. der patriotismus ist dort so verinnerlicht, daß er instinktiv und stark wie ein überlebenstrieb nichts anderes zuläßt, als das größte stück von allem für sich selbst zu erbeuten. und dafür gehn sie über leichen.

Antworten jopc
12.05.2010 15:04
3 0

Re: das gottartige rating der ratingagenturen ist auch ein witz.

nach dem motto:

gott und der rest der welt ist mir scheißegal, ich bin amerikaner.

Gast: machmuss verschiebnix
11.05.2010 19:59
1 0

Alle haben Schulden,

und das Vermögen liegt bei den Waffenhändlern,
oder bei den Erdöl-Gesellschaften, oder ähh... ?

Man kommt sich schon sehr eigenartig
vor - irgendwie außerirdisch - alle glauben an
ein Wirtschaftsmodell, das nur Schuldner kennt.

Antworten Gast: machmuss verschiebnix
11.05.2010 21:24
1 0

Re: Alle haben Schulden,

.. wer sind die Gewinner ?

Kann man die "Top Ten" der Krisen-Gewinnler
auf irgendeiner Internet-Chart nachlesen ?

Wäre doch interessant für diverse
Gipfel-Demonstranten :)

Gast: Gast
11.05.2010 19:05
2 1

Na und? Die USA ist eine souveräne Imperialmacht

mit über 700 Militärbasen in 135 Ländern, das muss auch finanziert werden.

Dafür haben wir jetzt über alle Friede, Freiheit, Sicherheit und Demokratie!

Vergil
11.05.2010 18:08
3 0

Rating

Wer so naiv ist zu glauben, das Rating von Moody`s und S&P komme ohne zutun der US- Administration und der FED zustande kann mir Leid tun

3 1

Die USA sind den Europäern militärisch haushoch

überlegen.

Sie haben ihre Interessen immer schon mit allen verfügbaren Mitteln durchgesetzt.

Falls es wirtschaftlich nicht funktioniert gibt es andere Mittel. Es war immer schon so, warum sollte es in Zukunft anders sein?

Antworten Gast: isidoro
12.05.2010 18:52
0 0

Re: Die USA sind den Europäern militärisch haushoch

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Amis vor der Noricum-Kanone in die Hose gemacht haben.

Antworten Gast: machmuss verschiebnix
12.05.2010 11:24
2 0

Re: Die USA sind den Europäern militärisch haushoch

Vergessen Sie eines nicht:
Seit Kriegsende benehmen sich alle (non-US)
Regierungen wie Schafe, die den eigenen
Schächter anhimmeln.

Psychologie ist (fast) alles - den Rest
bekamen die AMIS mit Währungs-Politik
in den Griff.

Amerika lebt(e) vom Mythos "Land der
unbegrenzten Möglichkeiten" zu sein.
Zuwanderer ("Brain-drain") aus Europa,
UDSSR, Asien,... konnten dadurch der
Ausbeutung durch den Sozialismus entkommen,
waren aber fortan der "Selbstausbeutung"
verpflichtet und nur wenige stießen dabei
nicht an ihre eigenen Grenzen.

Wo wäre die überlegene Weltmacht heute
ohne "Brain-drain" ? Pleite!

Damit das nicht passiert verpackte man
die eigenen Schulden in undurchsichtige
Wertpapiere, versprach gute Zinsen und
ließ einen "Kredit-Tsunami" über die
Sparguthaben in aller Welt hereinbrechen.

Wir Schafe lassen uns artig scheren!

Schon gegen Ende der 60er Jahre hat die US-Regierung
begonnen, den eskalierenden Vietnam-Krieg massiv
über die Notenpresse zu finanzieren. Dies vertrug
sich jedoch nicht mit der damaligen Währungsordnung
von Bretton-Woods, die 1944 eingerichtet worden war.

Sie definierte den Dollar (und die anderen Währungen)
in Gold und gab den ausländischen Notenbanken das
Recht, den US-Dollar jederzeit in 0,889 Gramm Gold
umzutauschen. Das haben die Notenbanken auch getan,
weil sie das Vertrauen in den Dollar zu Recht
verloren hatten.

Daraufhin kündigte Präsident Nixon das Abkommen
von Bretton-Woods und stellte den Umtausch von
Dollar gegen Gold ein.


Antworten Gast: Hinterberg
11.05.2010 19:46
3 0

Militär kostet viel Geld.

Und das geht den USA aus ...

Gast: markus trullus
11.05.2010 16:52
4 0

Nochmals : Revanche!

Nochmals: US Defizit per 5.05..
per 5.Mai 2010 $12,587,985,628,013;-
Griechenland ist der bekannte Lärcherlschaß dagegen!
Warum beginnen wir Europäer denn nicht dagegen zu Raten und Spekulieren????? Auf den Totaluntergang des Dollars! Wenn die US Adminstration und Wallstreet einen Wirtschaftskrieg haben will, soll sie doch haben!

Antworten Svenfekter
11.05.2010 20:00
0 0

Re: Nochmals : Revanche!

Europa ist eine Kolonie der Amerikanern. Folglich können die Europaer gegen die Amerikanern nichts anhaben!

Antworten Antworten Gast: Markus Trullus
12.05.2010 09:28
2 0

Re: Re: Nochmals : Revanche!

Immerhin haben sich im 20 Jahrhundert beinahe alle Kolonien ihrer Kolonialherren entledigt. Sollte uns Europäern doch auch gelingen; aber sicher nicht mit dem windigen derzeitigen EU- Staatenbund, sondern nur mit einem bundsstaatlichen Charakter mit echten Entscheidungsmandaten! Und genau das versuchen die USA und GB mit ALLEN ZUR VERFÜGUNG STEHENDEN MITTELN zu verhindern. Warum wohl????

Gast: trader
11.05.2010 16:47
0 0

ist doch wurscht ..

wer ein rating braucht, hat im Markt ohnehin nix verloren :-)

Gast: gast
11.05.2010 16:39
2 0

Wie war das mit haltet den Dieb?

Die USA kontrollieren das Finanzgeschäft, oder gibt es angesehene französische, ägyptische, chinesische, russische Ratingagenturen? Nur das Verbot von Ratings kann noch zielführend sein. Weil die USA andere Staaten zu völlig unnötigen Handlungen zwingt. Ich bin schon gespannt was am Ende dieser weltgeschichtlichen Phase steht die 1989 begann.

Amerika ist der größte Schuldensünder!

Und um davon abzulenken, werden die EU-Sünder von den amerikanischen Ratingagenturen geprügelt!

Amerika war immer an einer schwachen EU und an einem noch schwächeren Euro interessiert!

Amerika duldet keine Konkurrenz, weder politisch, noch wirtschaftlich!

Gast: Philip Morris
11.05.2010 16:03
5 0

Auch eine Möglichkeit ....

.... einen Wirtschaftskrieg zu führen! Amerikanische Ratingagenturen werden stets im Sinne der US-Wirtschaft agieren. Ist ja auch verständlich, da deren Existenz vom Wohlwollen der Auftraggeber abhängt.

Wenn jetzt eine EU-Ratingagentur gegründet wird, löst das auch keine Probleme, da dann vermutlich auch nach dem Prinzip "Haust du meinen Lukas, hau' ich deinen Lukas geratet wird. Quasi Portugal gegen Kalifornien. An der Situation der beiden ändert das vermutlich nichts.

Antworten Vergil
11.05.2010 18:11
3 0

Re: Auch eine Möglichkeit ....

Das Gefährliche dabei ist nur, dass ein Mitglied der EU (GB) dabei voll mitschwimmt. Zumindest wird GB immer dann hoch im Kurs stehen, wenn andere Budgetsünder in Europa sich darauf berufen können.

Antworten Gast: markus trullus
11.05.2010 16:54
3 0

Re: Auch eine Möglichkeit ....

Na lange hats gebraucht, bis es bei euch "gefunkt" hat. So läuft der Hase!!!
Das ist ein ausgewachsener Wirtschaftskrieg USA gegen die EU!

Antworten Antworten Svenfekter
11.05.2010 20:01
0 1

Re: Re: Auch eine Möglichkeit ....

Warum sollen die Amerikaner gegen die eigene Kolonie einen Wirtschaftskrieg führen?

1 0

Re: Re: Re: Auch eine Möglichkeit ....

Weil immer schon die Vasallenstaaten zuerst geprügelt und ausgeplündert werden....

Gast: Eurrora
11.05.2010 15:59
3 0

Spitzen -Position bei den Schulden.

Ist USA mit ihren Schulden ist doch SPITZE und läßt alle Länder hinter sich ,sie haben eine führende Position ,leider aber nur im negativen Sinne. Sie sind die Nummer one (1) bei den Schulden, aber sie zeigen es trotz allem ,wo der Bartel den Most holt.
Und ist der Ruf,einmal ruiniert,dann lebt es sich recht ungeniert.

Gast: Michael
11.05.2010 15:30
0 1

und das ist ein Experte?

Was er sagt stimmt, aber die Schlüsse sind falsch.
1. Der Dollar erfährt wesentlich mehr Unterstützung, weil er schlichtweg wichtiger ist (Öl, China, Commodities ...)
2. Die USA haben die wesentl. dynamischere Wirtschaft mit mehr Wachstum
3. In den USA sind ist der Problemlösungsprozess viel einfacher (1 Staat)
-> zuerst fällt der Euro auseinander, dann "Bail out" der USA, der aber mit Gelddrucken noch sehr lange hinausgezögert werden kann

Entropix
11.05.2010 14:08
2 0

das wirtschaftliche

Gedächtnis ist bekanntlich kurz: anno 1984 lag der US-Dollar bei fast 4,20 DM, zwei Jahre später bei knapp 2 DM und "schwuppdiwupp" waren 50% der US-Schulden "verschwunden". Als "Begründung" wurde damals gesagt, dass "die USA schließlich nicht allein für die Verteidigung der Freiheit aufkommen" könne. ;-)

 
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