'Griechen lösen Schuldenproblem schneller als Deutsche'

19.05.2010 | 10:41 |   (DiePresse.com)

Griechenland werde seine Schuldenlast bis 2013 auf 60 Prozent des Bruttoinlandprodukts senken - Deutschland erst 2028, sagt das Schweizer IMD. Japan ist laut der Studie erst 2084 so weit.

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Griechenland wird seine Finanzen einer Studie der renommierten Schweizer Business School IMD zufolge deutlich schneller in den Griff bekommen als Deutschland oder Frankreich. Das schuldengeplagte Land, das derzeit nur mit Milliardenhilfen der EU und des IWF seine Anleihen bedienen kann, werde seine Schuldenlast bis 2013 wieder auf 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) senken können, so das Ergebnis eines am Mittwoch veröffentlichten Schulden-Stress-Tests des Schweizer International Institute for Business Development (IMD).

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Große europäische Volkswirtschaften wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien werden für die Reduzierung ihrer Schulden den Experten zufolge deutlich länger brauchen: Deutschland und Großbritannien sollten die 60 Prozent bis 2028 erreichen, Frankreich ein Jahr später.

Triste Lage der Japaner

Am schlechtesten schnitt Japan ab. Das hoch verschuldete Land wird der Studie zufolge bis ins Jahr 2084 benötigen, um seine Schulden auf 60 Prozent des BIP zu senken. Auch Italien und Portugal werden demnach lange brauchen: Italien bis 2060, Portugal bis 2037. Die Experten legten bei ihren Berechnungen ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum wie im Zeitraum 2000 bis 2009 zugrunde.

Unterstellt wurde zudem, dass es keine größeren Änderungen bei den Zinsen sowie Gesundheits- und Pensionskosten gibt. Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge handelt sich bei einem Schuldenstand von 60 Prozent des BIP um ein "erträgliches" Verhältnis.

Wettbewerbsfähig: Singapur, Hongkong, USA

"Was zählt, ist nicht nur die absolute Größe der öffentlichen Verschuldung, sondern auch die Dauer, die erforderlich ist, sie abzubauen", sagte IMD-Professor Stephane Garelli. "Letztlich könnten verschuldete Länder an Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität einbüßen."

In einer weiteren Untersuchung der IMD kam die Wettbewerbsfähigkeit der Länder auf den Prüfstand. Ergebnis: Singapur, Hongkong und die USA sind 2010 hier die drei weltweit führenden Wirtschaftsregionen. Technologischer Fortschritt sowie eine starke Wirtschaftsführung hätten den USA geholfen, die Wirtschafts- und Finanzkrise besser zu überstehen. Singapur und Hongkong hätten von der starken Erholung in Asien profitiert. Deutschland bekam Lob für sein starkes Exportwachstum und seine hervorragende Infrastruktur. Im Wettbewerbsranking belegte Deutschland aber nur Platz 16.

(Ag.)

 
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15 Kommentare
Gast: Gast
19.05.2010 23:53
0

Berechnung zu optimistisch

"Die Experten legten bei ihren Berechnungen ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum wie im Zeitraum 2000 bis 2009 zugrunde."

Das BIP-Wachstum war 2000-2009 relativ hoch. Ein so hohes Wachstum ist nicht mehr zu erwarten:

1) Ab ca 2015 soll die Zahl der Beschäftigten in den meisten (allen) EU-Staaten abnehmen

2) Immer mehr EU-Bürger sind Pensionisten mit deutlich reduzierter Kaufkraft.

3) Ab 2030 wird die EU-Bevölkerung schrumpfen.

4) Die Produktivität der Beschäftigen im Privatsektor der EU-Staaten kann nicht mehr wesentlich gesteigert werden.

Ich erwarte mir ab spätestens 2030 eine Jahrzehnte anhaltende Dauerrezession. Die Schuldenreduktion muss also bereits davor erfolgt sein.

"Unterstellt wurde zudem, dass es keine größeren Änderungen bei den Zinsen sowie Gesundheits- und Pensionskosten gibt"

Zinsen und Kosten werden steigen und die steigenden Kosten werden bald nur mehr über zusätzliche Staatsverschuldung zu finanzieren sein.


Gast: miki
19.05.2010 22:32
0

das Geldnotproblem ist sehr leicht zu lösen...

ein Land das etwas größer ist als Österreich hat eine Armee wie GB. wer sich mal ansieht welche Waffen dieses Land hat weiß sofort wo das viele geld hingeht!

Während wir um 3 eurofighter streiten haben unsere Griechen mehr als 100 moderne jets,... aber nicht nur das, Uboote,.. Kriegsschiffe und und und ... also mal das verkaufen und dann ist der staat wieder zahlungsfähig!

Antworten Paco
20.05.2010 10:12
0

Re: das Geldnotproblem ist sehr leicht zu lösen...


Wer bedient denn bei den Griechen dieses moderne Kriegsgerät?

Gast: Eurrora
19.05.2010 18:33
0

Ich glaube nicht an Märchen.

Einer hat gesagt ,er würde einen Besen fressen,wenn die Griechen das Schuldenproblem schneller löst ,als die Deutschen.Und was sagt man da zu : Gerüchte über griechischen EU-Austritt treibt EURO nach oben ? Das wäre eine Lösung .

Gast: Zeitgeist
19.05.2010 16:08
0

Wen wundert´s? Schließlich löhnt D zur Rettung Griechenlands ja auch am meisten.


Gast: Schlauberger
19.05.2010 15:03
0

Griechenland wird ab 2013 jede Hilfe für

das marode Deutschland ablehnen! Recht so, da werden die Teutonen schauen wenn die Mittelmeerländer endlich ernst machen. mfg

Gast: abraxas
19.05.2010 13:38
0

Ach so: Griechenland 2013 - 60 %!

Griechenland erreicht die 60 % Schuldenquote schon 2011 wenn sie sich für insolvent erklären und die Schulden nur mehr mit einer Quote von 40 % zurückzahlen!!!

Anderenfalls ist es wohl eine großartige Leistung wenn Griechenland bis 2013 eine Schuldenquote von 120 % erreicht. Immerhin muss es dann ein Budgetdefizit von über 13 % auf unter 0 bringen, denn auf ein Wirtschaftswachstum kann sich das Land bei diesem Sparprogramm in den nächsten Jahren sicher nicht einstellen!

JEF
19.05.2010 13:21
1

'Griechen lösen Schuldenproblem schneller als Deutsche'

Reine Spekulation mit der Rosaroten Brille!
Ob's stimmt. wissen wir erst in 3 Jahren...

Antworten Gast: gast
19.05.2010 13:27
0

Re: 'Griechen lösen Schuldenproblem schneller als Deutsche'

naja. die pensions- und verwaltungsreform habe die schon umgesetzt!

schlitzohrlinski
19.05.2010 12:34
1

Ja mit Schuldenerlass kommen die Griechen dann tatsächlich auf die 60% des BIP als Gesamtschulden

Ansonsten frage ich mich wie so eine Meldung es in die Presse schafft.

Angesichts eines Gesamtschuldenstandes von 140% des BIP bis 2013 bei gleichzeitiger Exekution des drakonischen Sparpaketes.

Die Aussagen zu den anderen Staaten zweifle ich jetzt nicht an; die Aussagen zu Griechenland sind aber wohl eher ein Scherz als wirklich ernstzunehmen.

Gast: Gast
19.05.2010 11:29
1

Falsch gerechnet

Man kann nur sagen, die Studie des Schweizer Business School IMD ist Mist, oder hat sich der Redakteur vertippt!? Die Verschuldungsrate in Griechenland ist heute 120%. 2013 wird erwartet, dass die Verschuldungsrate die 150%-Marke kratzt, oder sogar erreicht. Danach wird hoffentlich ein bis dahin zum ersten Mal erreichter Überschuss zum Beginn von Kreditentilgung führen. Die aktuell zugesagten Kredite sollten bis 2020 rückbezahlt werden. Das Ziel lautet 60% des BIP und die Dauer bis dahin ist ungewiss, zumal auch durch die Maßnahmen das BIP schrumpfen lassen. Viel Glück den Griechen und hoffentlich lernen sie für immer daraus!

Gast: ET
19.05.2010 11:22
1

Unglaubliche Fehlleistung!

Als Basis legen diese Typen doch tatsächlich das durchschnittliche Wirtschaftswachstum zwischen 2000 und 2009 an. Betreffend Griechenland war dieses Wachstum rein von den Kosten der geschützten Bereiche getragen, als ein hochgerechnetes Wachstum, aber niemals real vorhanden.

Das Griechische BIP war also einerseits durch die Kosten der geschützten Bereiche dominiert, andererseits durch den Tourismus. Die geschützten Bereiche werden nun durch eine bessere Kostenbremse das nominelle BIP nicht mehr nach oben treiben können, eher einen starken Einfluss nach unten haben. Dazu noch die fallende volkswirtschaftliche Leistung des Tourismus. Auch die Kaufkraft wird durch die Steuererhöhungen und die Einkommenseinbussen leiden.

In Summe müsste das auf jeden Fall einen BIP Einbruch um >10% ergeben. Die Schulden werden aber weiter steigen, weil ja nur eine Konsolidierung angedacht ist. Die Zusatzschulden aus 2010 werden sicher über 10 Mrd. Euro zu liegen kommen.

Ich meine, dass die Schulden in % zum BIP schnell (Ende 2011?) auf über 150% steigen werden, wenn das BIP auch korrekt berechnet wird.

Wie immer man diese Angelegenheit auch betrachten mag, die Kernaussage dieser Studie ist vollkommener Unsinn.

Wir könnten ja auch behaupten: Wenn die Arbeiter in Österreich weiter einen so hohen realen Einkommensverlust wie in den letzten 15 Jahren, dann werden alle Arbeiter schon in 3 Jahren in der Mindestsicherung sein.

Antworten Gast: gast
19.05.2010 13:29
0

Re: Unglaubliche Fehlleistung!

"..dann werden alle Arbeiter schon in 3 Jahren in der Mindestsicherung sein.."

Gast: mexx
19.05.2010 11:15
4

Huk, die Experten haben gesprochen!

Gibt es noch einen Hausverstand?

Wenn man Deutschland zum Zahlmeister Europas macht, wird doch klar sein, dass sie beim Schuldenabbau langsamer sind. Vielleicht hilft dann ja Griechenland Deutschland. Das werden sie nicht "daheben".

Die Studie ist wertlos und populistisch. Darauf kann man wahrlich verzichten.

Antworten Svenfekter
19.05.2010 17:35
0

Re: Huk, die Experten haben gesprochen!

@ mexx mexx...

Wenn eine Studie dir nicht passt, ist wertlos, was?

Du solltest vielleicht dein Kopf etwas reiner halten und von den Vorurteilen befreien!!!

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