U-Boote, Panzer: Griechen rüsten trotz Pleite-Gefahr auf

20.05.2010 | 13:24 |   (DiePresse.com)

Griechenland wäre fast in die Staatspleite geschlittert. Nun werden Pensionen und Gehälter gekürzt. Am Aufrüstungsprogramm ändert sich nichts. Neben U-Booten und Panzern wird auch der Kauf von Kampfflugzeugen erwogen.

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Griechenland ist hauchdünn an der Staatspleite vorbeigeschrammt und konnte nur durch ein 110 Milliarden schweres Rettungspaket der EU-Staaten und des IWF gerettet werden. Die Regierung hat deshalb ein beispielloses Sparprogramm im Umfang von 30 Milliarden Euro in die Wege geleitet. Gehälter und Pensionen werden gekürzt, Steuern erhöht. Doch auf eines will Griechenland nicht verzichten: Auf Waffen. Griechenland rüstet auf, als hätte es keine finanziellen Probleme.

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U-Boote...

So kündigte ThyssenKrupp im September 2009 einen Vertrag über vier U-Boote, weil die Griechen rund 520 Millionen Euro schuldig geblieben waren. Georgious Papandreou, der im Oktober das Amt als Regierungschef übernahm, wollte die Boote aber trotzdem haben. Deshalb einigte sich die griechische Regierung im März 2010 mit ThyssenKrupp auf neue Verhandlungen.

Demnach wird Griechenland die vier bestellten U-Boote des Typs 214 doch übernehmen - der Kostenpunkt soll bei weiteren 320 Millionen Euro liegen, berichtet "Spiegel Online". Zudem werden zwei weitere gekauft anstatt drei alte U-Boote des Typs 209 zu modernisieren - um rund 500 Millionen Euro pro Boot. Die deutsche "Bild"-Zeitung lästerte: "Pleite-Griechen haben Geld für U-Boote".

Allerdings reißen die Spekulationen nicht ab, dass Papandreou von der deutschen Bundesregierung dazu gezwungen wurde, wie "Financial Times Deutschland" berichtet. Ohne den U-Boot-Deal hätte Berlin dem EU-Rettungspaket für das Land nicht zugestimmt, heißt es etwa, was von deutscher Seite aber dementiert wird.

... Panzer...

Erst Ende 2009 erhielt Griechenland 170 Kampfpanzer vom Typ "Leopard 2 A6". Das ist die leistungsfähigste Variante der deutschen Waffenschmiede Krauss-Maffei Wegmann. Die Kosten beliefen sich auf 1,8 Milliarden Euro - mit 180 Millionen sind die Griechen noch immer im Rückstand, wie "derstandard.at" im März berichtete.

Auch brisant: Im Gegensatz zur Türkei, mit der sich Griechenland wegen der Zypern-Krise im Wettrüsten befindet, bevorzugen die Griechen immer nagelneue Produkte. Die Türken hingegen kauften 298 Leopard-Panzer aus Beständen der deutschen Bundeswehr.

... und Kampfflugzeuge

Der fünf Milliarden teure Kauf von 60 Eurofighter-Maschinen des EADS-Konsortiums wurde 2004 verschoben, weil die Regierung Geld für die Olympischen Spiele in Athen brauchte. Doch EADS hat noch einen Pfeil im Köcher: De neuen Transporthubschrauber NH90. Davon haben die Griechen laut "Spiegel Online" 20 Stück geordert. "Wir haben keinen Grund zur Annahme, dass der Vertrag nicht erfüllt wird", sagt ein Konzernsprecher.

(Red.)

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32 Kommentare
 
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Dieser beitrag ist ein scherz - oder?????????????


Antworten Gast: 67 % Ja-Stimmen
23.05.2010 10:15
0

Re: Dieser beitrag ist ein scherz - oder?????????????

Alles Bingo, ganz wie es uns der Onkel Keynes empfohlen hat: Die Griechen kaufen in Deutschland Panzer, U-Boote und Teurofighter mit Krediten deutscher Banken und sichern so solidarisch deutsche Arbeitsplätze und Profite. Da wird jeder von uns gerne für das Friedensprojekt EU zahlen; denn wir haben ja den Vorteil, daß wir unsere Tribut-Millionderln nicht erst von der Vassilakou im Kofferl nach Athen schaffen lassen müssen, sondern direkt bei unseren EU-Freunden in Berlin abgeben dürfen, damit es nicht wieder Sanktionen gibt. Nein, nicht gegen die Griechen, sondern wie üblich gegen uns. Die klugen Schweizer halten sich den Bauch vor Lachen.

Gast: elbeastoh
21.05.2010 18:38
0

pessimistisch

das nenn' ich weitsichtig, wenn man sich das krisenpotential, das sich zur zeit aufbaut, anschaut. wenn österreich oder wer auch immer sein geld zurückhaben wollte, oder sonstige forderungen stellt, sollen's versuchen es zu holen / die forderungen durchsetzen... naja. das ist wohl der sinn von militär, je mehr anarchie herrscht desto mehr zählt die macht der faust. hat sich allerdings noch nicht bis zu uns durchgesprochen... aber kommt noch, dauert vielleicht noch ein biszerl aber wir werden's erleben.

0

Wozu regen sich nun alle über die Griechen auf -

die Türken werden ja auch jährlich mit über 500 Millionen Euro gesponstert. Offiziell um EU-reif zu werden, was aber wirklich mit dem Geld geschieht, das fragt keiner nach...

Wir sind doch richtige Deppen...

...wer für so ein "Problem" Geld hat, nichts tut außer streicken, wird von uns mit gutem Geld unterstützt.
Na Danke.

Frage:

wie wärs, wenn uns die Griechen die 15 sinnlosen EF abnehmen würden, anstatt unser sauer verdiente Steuergelder?


Re: Frage:

Abnehmen würden die Griechen die E-fighter sofort, nur Geld würden Sie keines sehen!

Die Griechen

und alle anderen Profiteure des EU-Systems machen weiter wie bisher, die Waffenkonzerne und Banken verdienen und die Steuerzahler in Deutschland und Österreich werden von den regierenden Politikern über den Tisch gezogen!

Was muß eigentlich noch geschehen, um die Bevölkerung davon zu überzeugen, daß wir bereits Opfer eines raffiniert geplanten Raubzuges sind ?

Wenn man das Argument liest, daß die Griechen die Südflanke Europas zu sichern haben (gegen den EU-Beitrittskandidaten und NATO-Partner Türkei !?) und deswegen unsere Steuergelder und Bankenstützungen für Rüstungskäufe der Hellenen in Deutschland und Frankreich herhalten sollen, dann gibt es dazu nur mehr eine klare Antwort : Nein !
Die Interessen der Österreicher voran, der Stimmzettel als Waffe bei den nächsten Wahlen im Jahr 2010 gegen die EU-Unterstützer von Rot/Schwarz/Grün!

sehr praktisch

aus dem Österreich zustehendem Teil an der Konkursmasse können wir dann das Bundesheer modernisieren...

aber im Ernst - man sieht wofür Geld da ist und wofür nicht: für Aufrüstung ja, für Pensionen nein - und so eine Politik fördert Österreich mit Milliarden.

Gast: glaubnix
20.05.2010 18:51
0

Hamma schon wieder zu schnell die Spendierhosen anzogen!

Wann die Grichen jetzt mit dem Spendengeld gleich Panzer und U-Boote einkaufen hätten wir des Gend gleich in der Adra versenken können.
Angeblich is die Merkel mit der flotten Marie eh über den Tisch zogen worden und die Griechen feiern jetzt Weihnachten und Ostern gleichzeitig, weil christlich sands eh.

Gast: Quit
20.05.2010 18:38
3

U Boot

Ihr versteht das alle nicht, die Griechen brauchen die U Boote da demnächst die Schweinereien der griechischen Politiker publick werden, da müssen diese Betrüger untertauchen. Die umrunden dann die Inseln bis sich der Zorn gelegt hat.

Welche Rolle

spielen (fragwürdige) nato-interessen bei waffen-deals?

Gast: Eurrora
20.05.2010 18:33
2

Waffengeschäfte beleben die Wirtschaft !

Und es war immer so. In Griechenland sind vorallem die Franzosen und die Germanen,welche die großen Geschäfte machen. Wenn man bedenkt ,das in den USA jeder 7. Ami von der Kriegsindustrie lebt ,kommt einem das Grausen.

Danke, Regierungsbande!

Wir bezahlen also die griechischen U-Boote, während die Regierung das österreichische Heer ausdünnt.

Gast: Kiel
20.05.2010 16:31
3

Panzer/U-Boot

Wo es Qualität zu kaufen gibt wissen die Griechen.

Re: Panzer/U-Boot

Da haben Sie recht, nur sollten Sie das wort kaufen durch bekommen ersetzen!

Gast: Analyst
20.05.2010 16:07
3

Wer Waffen kaufen kann,...

... der braucht keine Hilfe von außen! Soll heissen. Solange Griechenland oder auch ein anderer Staat rüstet und Geld für Waffen ausgibt, solang sollte jede finanzielle Hilfe ausgeschlossen sein.

Sicherheit

Griechenland wacht für Europa an seiner Südflanke. Das ist überhaupt das stärkste Argument für eine Finanzhilfe. Die Waffenkäufe Griechenlands stützen Europas Sicherheit und schaffen bei uns Arbeitsplätze. Eine berechtigte Investition.

In solchen Zeiten benötigt man eben Waffen

das ist das Einzige, was die Griechen verstanden haben.

Gast: catz
20.05.2010 15:29
2

Vermutlich...

... um sich gegen erboste Gläubiger zu wehren die nicht durch das EU Rettungspaket befriedigt wurden.

Nein im Ernst, es ist doch gut wenn ein Land die Konjunktur bei den Rüstungsproduzenten ankurbelt. Denn selber spart man ja in diesen Staaten bei der Rüstung.

die Verträge

wurden ja lange vor der publik-mache des drohenden Staatsbankrotts abgeschlossen; und da in GR bis zu dem Zeitpunkt wider besseren Wissens "business as usual" geherrscht hat, ists auch nur logisch, dass die Zulieferer weiterhin die Hand aufhalten, so traurig das auch ist

Gast: gast
20.05.2010 14:59
4

Na super!

Jetzt werfen wir den Griechen Geld hinterher, und was machen die? Kampfflugzeuge kaufen!

Als ich auf Segelurlaub ...

... in Griechenland war, und wir durch eine militärische Sperrzone fuhren (mit unserem Kleinschinakl), ist extra die griechische Luftwaffe aufgestiegen (2 Flieger) um einen Scheinangriff auf unser Boot zu fliegen.
Die ham einfach nicht alle.
Diese Staaten, die noch nationalistisch denken (Frankreich, Italien, Spanien - vor allem Griechenland) nehmen die Idioten von der Antifa-Gruppe Deutschland, Österreich, Niederlande u.s.w. aus und lachen über uns.
Irgendwann werden die Deutschen das merken und wie sie halt immer überreagieren wieder die Übernationalisten werden.
Vernünftiger wäre es, würden sie heute etwas nationaler sein und sich "normal" verhalten.

das nennt man

(Thyssen-Krupp oder Kraus-Maffei) schlicht "Umwegrentabilität", weil eine direkte Subvention hätte in der EU nicht so gut ausgeschaut ;-)

Gast: SEW
20.05.2010 14:24
3

AAAAAAAAAAAAA

die müssen selber für sich sorgen.aussen gränze!
nicht wie ö. mitte in eu.auf kosten andere sicher.

Re: AAAAAAAAAAAAA

SEW = Abkürzung für "Selbst Ernannter Wappler"

 
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