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IWF: Defizite nicht zu schnell abbauen

21.05.2010 | 18:56 |   (Die Presse)

IWF-Chef Strauss-Kahn warnt Deutschland und Frankreich davor, das Wirtschaftswachstum durch zu raschen Schuldenabbau abzuwürgen.

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Paris (red./ag.). Die schwache Konjunktur sei ein größeres Problem als die ausufernden Defizite der Eurostaaten. Dieser Ansicht ist jedenfalls Dominique Strauss-Kahn, Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF). Er appelliert an die EU-Staaten, insbesondere an Deutschland und Frankreich, ihre Haushaltsdefizite nicht zu schnell zu reduzieren. Ein zu rasches Vorgehen könnte das Wirtschaftswachstum abwürgen, meinte der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) in einem Interview mit dem TV-Sender „France 2“. Wenn alle „Wir werden unseren Gürtel enger schnallen“ sagten, dann bestünde die Gefahr, die aufkeimende Konjunktur in der Eurozone zu bremsen.

Deutschland und Frankreich dürften mit ihren Sparmaßnahmen nicht zu schnell voranschreiten. „Wir müssen die Defizite reduzieren, aber wir dürfen keinen zu großen Druck ausüben“, sagte Strauss-Kahn. Ein Defizit von drei Prozent in den Jahren 2012 bis 2013 sei keineswegs in Stein gemeißelt.

 

Spanien muss sparen

Andere Länder müssten jedoch dringend ihre Schulden zurückfahren. Als Beispiele nannte der IWF-Direktor Griechenland, Portugal und Spanien. Die Eurozone steht seiner Ansicht nach nicht vor dem Ruin, das Risiko sei aber, dass sie schlecht funktioniere. Derzeit würden die Regierungen zu wenig zusammenarbeiten. Die Krise habe aufgezeigt, dass es eine „Illusion“ gewesen sei, dass sich jedes Land in einer Währungsunion allein um seine Schwierigkeiten kümmern sollte.

Ein schnelleres Eingreifen der anderen Länder bei den Schuldenproblemen Griechenlands hätte die Lösung der Krise kostengünstiger gemacht. Strauss-Kahn betonte in dem Interview mehrfach, dass die Wachstumsprobleme in Europa schwerwiegender seien als die Schuldenproblematik.

„Das wahre Problem in Europa ist nicht so sehr die Verschuldung, sondern, dass es kein Wachstum gibt“, sagte der IWF-Chef. Gäbe es in der Eurozone ein Wachstum von drei Prozent, müsste man nicht so viel über Schulden sprechen, und es würde keine Angriffe auf den Euro geben, erklärte er. Der IWF rechnet für heuer im Euroraum lediglich mit einem Wachstum von einem Prozent, während die US-Wirtschaft um drei Prozent ansteigen dürfte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.05.2010)

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7 Kommentare
Gast: glaubnix
02.06.2010 06:44
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Bei keinem Staat droht die Gefahr, dass die Schulden zurückgezahlt werden!

Nie, auf ewig!

Gast: no eye
29.05.2010 00:29
0 0

natürlich nicht

Schulden sind gut - Schulden nützen der Elitebande der NWO - Schulden versklavt Menschen

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Blah Blah

. . . im Nachhinein nur blöd herumreden.
Schuld ist die Globalisierung, die keiner kontrollieren kann.
Wie soll man in Europa wachsen, wenn ganz Asien zum Hungerlohn schuftet und die multinationalen Abzocker ein Vermögen machen?
Dass Schulden nicht ewig gemacht werden können, weiß bloss der kleine Mann.


1 1

>>Ein schnelleres Eingreifen der anderen Länder bei den Schuldenproblemen Griechenlands hätte die Lösung der Krise kostengünstiger gemacht<<


Kostengünstiger?

Es hieß doch, die Geberländer würden am Hilfspaket verdienen (Pröll & Co)?!

2 0

falsche Sicht

"...das Wirtschaftswachstum durch zu raschen Schuldenabbau abzuwürgen"

Sollten wir deutschen denn tatsächlich beabsichtigen, Schulden zurückzuzahlen (bisher wurde noch nicht ein Cent zurückgezahlt), bräuchten wir etwa 800 Jahre !
Ich kann in den Aussagen von Herrn Dominique Strauss-Kahn nur eine Nebelkerze erkennen. Der Sinn seiner Aussage verschliesst sich mir vollends.

Gast: Berlin
21.05.2010 19:15
3 0

IWF

Morgen sagt der IWF wieder etwas anderes. Das kennen wir doch schon. Strauss-Kahn soll lieber den französischen Präsidenten eine Vorlesung in VWL geben. Da würde er ein gutes Werk tun. Den Rest erledigen wir dann. Vielleicht wäre für Sarkozy ein Staatsbesuch für 12 Monate auf der Antarktis für alle EU-Bürger ein Segen.

Antworten Gast: Budapest
25.05.2010 17:13
0 0

Re: IWF

Sarkozy sollte ganz in der Antarktis bleiben. Politiker die ihre Interessen mit Erpressung verwirklichen gehören nicht in den EU-Rat.

Hobbyökonom