24.05.2013 11:12 Merkliste 0

Eurokrise: Angst vor globalem Flächenbrand

24.05.2010 | 17:57 |   (Die Presse)

Auch in den USA wächst die Skepsis über das milliardenschwere Rettungspaket. Finanzminister Geithners Optimismus schwindet offenbar. Republikanische Abgeordnete wollen den Einsatz von US-Steuergeldern verhindern.

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Kiel/Washington (ag./red.). Der Kraftakt zur Rettung des infolge der griechischen Tragödie kräftig ins Schlingern gekommenen Euro war enorm. Nach dem ersten kurzen Aufatmen wächst jedoch die Kritik an dem 750-Milliarden-Paket dies und jenseits des Atlantiks. Offenbar entbehren die von der EU-Taskforce am Freitag vorgeschlagenen „Folterwerkzeuge“ gegen Schuldensünder auch noch der Glaubwürdigkeit. Während in Europa führende Ökonomen das Rettungspaket als unzureichend und unkalkulierbar kritisieren, sind es in den USA vor allem Politiker und Notenbanker, die davor warnen, dass das Euro-Virus auch die USA und die Weltwirtschaft anstecken könnte.

„Wir brauchen viel mehr, um die Schuldenkrise zu bewältigen“, sagt Dennis Snower, der Präsident des deutschen Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel und stößt damit ins selbe Horn wie Werner Sinn. Der Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo), Hans-Werner Sinn, hat vor wenigen Tagen das Rettungspaket als „Vollkaskoversicherung ohne Selbstbehalt“ bezeichnet. Snower fürchtet, dass von den Ländern der Druck genommen worden ist, ihren Haushalt in Ordnung zu bringen.

Snowers Vorschlag: Jedes europäische Land brauche eine Schuldenkommission, die konkret den Schuldenabbau überwache. Die Regierungen würden jeweils festlegen, in welchem Zeitraum ihre langfristige Schuldenquote erreicht werden soll. Die müsste natürlich unter 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegen.

Die Regierung würde auch bestimmen, wie antizyklisch die Fiskalpolitik sein solle. Die Kommission – sie sollte in jedem Land aus etwa zehn Wirtschaftsexperten bestehen – hätte die Aufgabe, den Konjunkturzyklus zu messen und festzustellen, in welcher Phase sich das Land befindet. Dann würde sie das staatliche Defizit oder den Überschuss bestimmen, um das Ziel der Regierung zu erreichen.

ifo-Chef Sinn hatte als Kontrollmechanismus eine europäische Staatsanwaltschaft vorgeschlagen, die säumige Schuldner vor Gericht bringen soll.

 

Gleichschritt bei Steuer

Snower ist überzeugt, dass nur ein glaubwürdiger Schuldenabbau zu einer Beruhigung auf den Finanzmärkten führen und es ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum geben könnte. Er hält eine Finanzmarktsteuer für nützlich, aber nur dann, wenn sie international eingeführt wird. „Sonst wandert das Geschäft dorthin, wo es keine Steuer gibt.“ Zumindest die wichtigsten Finanzmärkte der Welt müssten mitmachen.“

Snowers Hoffnung dürfte sich zumindest in diesem Punkt nicht erfüllen. Schon jetzt, einen Monat vor dem G20-Weltfinanzgipfel in Toronto Ende Juni, zeichnet sich ab, dass es keine gemeinsame Lösung bei der Finanztransaktionssteuer geben wird. Widerstand kommt nicht nur aus den USA, sondern auch aus Kanada.

In den USA wächst freilich auch der Unmut darüber, dass Washington über die Garantien des Internationalen Währungsfonds (IWEF) für den Euro-Rettungsschirm mit zur Kasse gebeten werden könnte. Republikanische Abgeordnete wollen den Einsatz von US-Steuergeldern verhindern. Ein Gesetzesentwurf sieht vor, dass Mittel über den IWF nur dann fließen, wenn die Empfängerländer strickte Sanierungsmaßnahmen ergriffen haben.

Noch mehr wachsen allerdings die Sorgen, dass die US-Wirtschaft in den europäischen Strudel hineingezogen werden könnte und damit der weltweite Wiederaufschwung abgewürgt würde. Daniel Tarullo, einer der Gouverneure der US-Notenbank Fed, sieht in den gegenwärtigen Turbulenzen in Europa ein ernsthaftes Risiko nicht nur für die USA, sondern weltweit. Zwar sei eine Wiederholung der Finanzkrise nach dem Lehman-Desaster unwahrscheinlich, aber „nicht außer Frage“, sagte Tarullo. Ein konkretes Risiko sieht Tarullo für die in Europa engagierten US-Geldinstitute.

 

Geithner-Besuch in Europa

Vor diesem Hintergrund ist der Besuch von US-Finanzminister Timothy Geithner diese Woche in Deutschland und Großbritannien zu sehen. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen „Maßnahmen, mit denen das weltweite Vertrauen und die finanzielle Stabilität wiederhergestellt werden können“, verlautete aus dem Ministerium.

Geithners Optimismus schwindet offenbar. Noch vor zwei Wochen hat er erklärt, dass es Europa sicherlich gelingen werde, der Krise Herr zu werden. Die US-Wirtschaft sei stark genug, um mit jeder Art von Auswirkungen der Krise fertig zu werden. Die USA sei in einer viel stärkeren Position als Europa, um Herausforderungen zu meistern. Rückenwind erhält Geithner allerdings durch eine Umfrage unter 46 Ökonomen, die ihre Wachstumsprognosen für die US-Wirtschaft für 2010 und 2011 leicht von 3,1 auf 3,2 Prozent nach oben revidiert haben.

AUF EINEN BLICK

Die Skepsis, dass mit dem 750-Mrd.-Euro-Rettungsschirm die Probleme Europas gelöst wären, wächst. Harsche Kritik übt nach ifo-Chef Hans-Werner Sinn auch der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, Dennis Snower. Er schlägt eine Schuldenkommission für jedes Land vor.

Inden USA wächst indes der Widerstand, dass das Land über den IWF für das Europaket mitzahlen muss.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.05.2010)

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76 Kommentare
 
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Gast: eric
26.05.2010 12:09
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Sparzwänge

Wenn nun alle Staaten Europas gleichzeitig Sparen kann das die Konjunktur Europas stark gefährden. Sogar langfristig, da Zukunftsausgaben wie etwa in die Infrastruktur nicht stattfinden.
Andererseits wird in der EU viel Importiert. Das würde die vom Export abhängigen Staaten Asiens schwer treffen. Das widerum schwächt die europischen Exporte für Investitionsgüter in diese Länder, wenn die Unternehmen dort ihre Produktionsanlagen nicht mehr auslasten können. Ein globales Wirtschaftsdebakel wäre vorprogrammiert. Ich denke die Welt will gar nicht wirklich dass der "Kunde" Europa spart. Man will ja weiterhin auf Kosten der Schulden Europas wachsen. Daher wird man in Asien den Europäern weiter Kredite zum Konsum geben und nebenbei Alibimäßig ein paar Investitionsgüter abkaufen (die man sich eigentlich selber machen könnte). Egal wie hoch verschuldet Europa ist. Einer muss ja auf Kosten der Zukunft jetzt konsumieren und wenig produzieren damit andere das Gegenteil machen können. Es lebt sich gut auf Kosten von Europas Zukunft. Aber auch dies kann Machtkalkül sein.

Gast: Maxi
25.05.2010 20:53
3 0

Verkehrte Welt

Ich habe in dieser Zeitung schon viele tiefgründige Kommentare und Berichte gelesen. Bei diesem greife ich mir als Abonnent an den Kopf. "... das das Euro-Virus auch die USA und die Weltwirtschaft anstecken könnte." und "... dass die US-Wirtschaft in den europäischen Strudel hineingezogen..." Unkommentiert eine möglicherweise geäusserte Meinung so zu veröffentlichen, spitze. Dazu könnte man vieles Ironische anmerken, ich nehme mir dafür aber keine Zeit. Wo gab es eine große Immoblienkrise? Wo sind in den letzten drei Jahren die meisten Banken insolvent gegangen? Wieviele? Wo wurden massenhaft Schrottpapiere produziert (ABS, MBS, CDO)? Wer ist der größte Schuldner der Welt? (Ein Tipp, im CIA Factbook ist die Reihenfolge schön sichtbar.) Wo sitzen die Rating Agenturen mit ihren privaten Meinungen? Wo gab es Kredite mir null Eigenkapital? Wer hat die Zinsen sehr niedrig gehalten? Wer hat den Glass Steagull Act aufgehoben? (Viele weitere Fragen ...) Im großen Puzzle kann man natürlich verschiedene Schattierungen sehen, doch man sollte versuchen das Wesentliche zu erkennen. Und es scheint mir, es wird versucht davon abzulenken.

Gast: Dr. Gold
25.05.2010 17:32
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Nicht das € Virus ist es sondern ...

... das Geldsystem Virus namens FIAT MONEY.

Da es von England ausging, nach Amerika wanderte und von dort im letzten Jahrhundert die Welt eroberte, wird alles FIAT Geld den gleichen Weg in Richtung 0 (NULL) gehen. Mag sein, dass kleinere 'Währungen' wie die NOK durch die de facto Erdöldeckung sich etwas anders entwickeln, das ist aber in diesem aufziehenden Jahrhundert Orkan nicht leicht abzuschätzen.

Das einzige was diese 'Währungen' wirklich als Zahlungsmittel aufrecht hält, nämlich das Vertrauen (dass ich Morgen noch das Gleiche für den Schuldschein bekomme) wird gerade zerrüttet. Und durch das 'Nachdrucken' sog. 'Rettungsschirme' sogar beschleunigt.

Leider nur ganz wenige Leute aus der Politik haben nun endlich begriffen warum dieser Niedergang kommen muss wie hier:

http://www.frank-schaeffler.de/sites/default/files/2010_05_21_persoenliche_erklaerung_0.pdf

Wir sind im Kondratieff Winter und wenn wir es nicht schaffen unser Geldsystem wieder auf stabile Beine zu stellen, wird sich dieser immer und immer wieder wiederholen (40 - 80 Jahre)

Und einige die schon über Jahrhunderte wissen wie das Spiel funktioniert, werden sich zugunsten aller Anderen immer mehr und mehr daran bereichern und wie man heute ja nur zu gut sieht, sogar in der Lage sein ganze Völker in die Schuldsklavenschaft zu verbannen.

Also dieser Virus ist nicht unheilbar und ist nicht Schicksal, sondern systemimminent und ziemlich leicht zu durchschauen.


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Kassandra

Es ist aber so, dass eine Krise auch herbeigeredet werden kann, speziell durch Schwarzmalerei sogenannter Experten und Journalisten. Nichts ist in der Wirtschaft wichtiger als Optimismus, nicht schädlicher als Kassandra-Rufe.

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Wie wär's zur Abwechslung mal mit Realismus?

Realistisch betrachtet: Die Exponentialfunktion strebt gegen unendlich. Aufgrund des Zinseszinseffekts folgen die (Staats-) Schulden der Exponentialfunktion. Das System muß zusammenbrechen. Das ist Mathematik.
http://wirtschaft.wikispaces.com/Warum+Zins+abgeschafft+werden+mu%C3%9F

VERRATEN UND VERKAUFT

Seit nunmehr über 20 Jahren werden die Menschen in A und D für dumm verkauft. Aber sie wählen immer wieder die selben Politiker. Warum? Weil sie es nicht besser wissen.
Seit dem Fall des eisernen Vorhanges hat sich die "sozial Marktwirtschaft" in einen oligarchisch strukturierten Kaptialismus verwandelt. Die EU vertritt mit seinen Lobbyisten die Grossunternehmen. Kleine und mittelständische Betriebe werden aus dem Wirtschaftskreis gedrängt, indem völlig absurde Regeln aufgestellt werden, die für kleine Betriebe das Wirtschaften unrentabel machen.
Unterstützt von der Polit-Elite wird Kapital in den Händen weniger akumuliert und die Mittelschicht wird ausgeblutet. Übernahmen von mittelständischen Unternehmen werden zu mehr als 90% über Banken finanziert, und die Veräusserungsgewinne sind nicht mehr zu versteuern.
Das System ist krank, und wird über kurz oder lang in dieser Form keine Existenzberechtigung mehr haben.
Gespart wird nach dem Motto "Wasch mich aber mach mich nicht nass".
Lösungsvorschläge:
1. Erhöhung des Pensionsantrittsalters auf 68 Jahre.
2. Bekenntnis zur ASVG Pension und Schaffung einer einheitlichen Pension für ALLE.
3. Schliessung aller Steuerlücken (Stiftungen etc.) und Wiedereinführung der Erbschaftssteuer ab einem Wert von 500.000 Euro
4. Änderung des Föderalismus. (Weg mit den Landeskaisern)
5. Investition in Ausbildung und Forschung
6. Schluss mit versteckter und offener Subvention
Nur ein Anfang

Antworten Gast: Markus Trullus
27.05.2010 08:44
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Re: VERRATEN UND VERKAUFT

ZT einig. Nur ihre Wut auf Stiftungen versteh ich nicht. Die sind Steuervermindert, solange sie Stiftung sind und damit den ihnen vorgegeben zweck erfüllen, der eben nicht in der bereicherung der "Reichen" liegt. Greifen diese nähmlich zu, kommt die volle Steuer. Ansonsten unterstützen sie Kunst, F&E, global soziales usw. weiß schon, linke diktion meint, das sein nur alibis. Bitte aber mal genauer hinschauen, bevor beschuldigungen dahinrasseln. Und die Sache mit den Ländern- accor- gehören samt kaiser abgeschafft...

Re: Re: VERRATEN UND VERKAUFT

Ich würde Ihnen 100% Recht geben, wenn dieses Stiftungen einen sozialen Zweck erfüllen würden, aber dem ist leider nicht so.

Gast: unbeteiligter
25.05.2010 14:54
0 0

In der Krise hat sich sehr deutlich ..........

gezeigt, welches Rezept dagegen helfen könnte:

Immer das Gegenteilt dessen tun, was Brüssel, der ORF und der Standard wollen oder fordern.

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Re: In der Krise hat sich sehr deutlich ..........

Sie haben nur noch SPÖVP vergessen, dann ist Ihre Aussage komplett!

Leider dürften Sie aber nur der einsame Rufer in der Wüste sein! Alle anderen dürften den Absturz ja richtig genießen!

Gast: 123
25.05.2010 14:44
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Interessenpolitik

Soll das heißen die USA dürfen für Konjunkturprogramme weiter Schulden machen aber Europa nicht? Wenn man sich da nicht in den USA durch die Hintertür einen Wettbewerbsvorteil herausschinden will. Es ist ja so einfach man macht konkurierende Standorte schlecht, um die Anleger und ihr Geld ins eigene Land zu holen. Dabei wäre gerade im Land der privaten wie staatlichen Megaschulden eine Ausgabenbremse angesagt. Aber Sinn für die Realität war noch nie eine stärke der neuen Welt

Alles Lug und Trug !

Von wegen spanische Ängste. Der Berufshandel, diese Diebe, drücken verabredungsmässig mit Ihrer Shortselling-Macht die Aktien-Kurse. Und damit die kleine Depotbesitzer nicht darüber verrückt werden, wird irgend ein fadenscheiniger Grund vorgeschoben. Als ob die der Untergang einer kleine Sparkasse irgend eine Bedeutung hätte.
Der Rückgang ist von den herrschenden Kreisen diesseits und jenseits des Atlantiks längst terminiert und gemeinsam in Szene gesetzt. Im Ergebnis: Die systematische Ausplünderung der Aktiendepots. Die Typen sollte man in Ketten leben.
Banker ist das Synonym für hochbezahlte, gemeingefährliche Psychopathen. I hope you will soon jump, you fuckers!

Gast: netter gast
25.05.2010 11:46
0 3

geldregime

Internationale Kapitalinteressen
versuchen Macht über Staaten zu bekommen .
Staatsinteressen müssen gegenüber Kapitalinteressen souverän sein .

Während der Staat (im Positiven) die Interessen des Einzellnen in einer Gemeinschaft vertritt ,
vertritt das Kapital nur die Interessen der Erhaltung und Vermehrung des Kapitals .

Antworten Gast: Markus Trullus
27.05.2010 08:40
0 0

Re: geldregime

Ja, stimmt. Nur: wessen Kapital? zu 80% das Kapital von Pensionsfonds, Lebensversicherungen, Banken (Kleinanlegern) und Versicherungen im Allgemeinen; nicht gerade die "fetten Fische", sondern sie und ich... Diese Wahrheit traut sich niemand sagen, dennoch ist das die Realität...

Antworten Gast: Azona
25.05.2010 13:54
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Re: geldregime

@ netter gast

Hast du das von www.linksfraktion.de abgeschrieben ??

Gast: Zarewitsch
25.05.2010 11:02
3 0

Der einzige Unterschied unserer Demokratie zur absoluten Monarchie

ist, daß viele Menschen heute glauben, sie hätten tatsächlich die Möglichkeit bei den wichtigsten Entscheidungen mitbestimmen zu dürfen.

Aber alles, was über den Gemeindebauhausmeister hinaus geht, bleibt ihnen verwehrt. Dafür haben sie das Recht, ein Leben lang Steuern und Abgaben zu zahlen in einer Höhe, die historisch einzigartig ist, ohne die Gewißheit zu haben, jemals einen einzigen Cent davon später einmal wiederzusehen.

Re: Der einzige Unterschied unserer Demokratie zur absoluten Monarchie

na dann stellen Sie sich mal den Kanzler Faymann als alleiniger Herrscher von Österreich auf Lebenszeit vor.

Wäre das für Sie besser als die jetztige Demokratie?

Euro ist futsch

Die Brusseler Mafia hat uns die Banane gut verkauft :
Inzwischen ist alles doppelt so teuer, die Krise hat noch nicht einmal begonnen.
Jim Jubak ist nicht der einzige der pessimistisch scheint :
http://articles.moneycentral.msn.com/Investing/JubaksJournal/euro-crisis-is-tip-of-the-iceberg.aspx |
Brussel weiss nicht was zu tun ist, und die EZB ist genauso ueberfragt.
Die Misstaende in Spanien, Griechenland, Italien und Portugal waren ja bekannt, warum wurde nicht frueher Alarm geschlagen ?
Spanien, Portugal und Griechen waren die Hoechstempfaenger unserer Steuergelder, durch Korrpution wurde alles verbraten. Eigene Initiativen gibt es in 'Siesta' gewohnten Laendern nicht. Italien ist nahe am Sumpf. Es wird untragbar fuer uns diese Bananenrepubliken zu halten.
In diesem Punkt gebe ich Grasser recht.
In Sachen BUWOG und anderes mache ich zwischen den Politikern der Sueeuropaeischen Laendern und Grasser einen par Vergleich.

Gast: Balsam
25.05.2010 10:58
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systemfehler ohne ende - und kein ende in sicht

nach griechenland kommen die nächsten beunruhigenden nachrichten aus dem seit längerem krisengeschüttelten spanien. auch dort sind massenweise kredite uneinbringlich und die staatsschulden drohen immer mehr zu steigen. aus diesem grund hat der euro übers wochenende weiter nachgegeben. all diese länder die nicht zum "kernkreis" der europäischen wirtschaft zählen haben doch ihre wirtschaftwachstum in den letzten jahren lediglich durch schulden der privaten und öffentlichen sektoren finanziert. wielange kann sowas wohl gut gehen. all diese länder haben keinen substanziellen wirtschaftlichen grundstock. erschwerend kommt hinzu, dass diese grundsolide wirtschaft in ländern wie deutschland, ö , benelux oder skandinavien in den letzten 10 jahren immer mehr ausgehöhlt wurde. unter der parole - geht raus, investiert im ausland und nicht mehr im eigenen land, dort ist eh nix mehr zu holen, hat die heimische wirtschaft dieser länder gelitten während in die anderen milliarden reingepumpt wurden.

Re: systemfehler ohne ende - und kein ende in sicht

Spanien hat eine niedrigeren Verschuldungsgrad als Österreich.

Re: Re: systemfehler ohne ende - und kein ende in sicht

Der Verschuldungsgrad allein sagt gar nichts, entscheidend ist, ob die Gläubiger noch daran glauben, dass der Staat seine Schulden bedienen kann. Den USA glaubt man das auch bei 100 % BIP-Verschuldung, den Spaniern kaum bei der Hälfte!
Wenn die vorher gehätschelten Banken Angst bekommen und ihr Geld wieder sehen wollen, so sind sie plötzlich böse "Spekulanten", weil dann sichtbar wird, dass der Staat gar nicht zurückzahlen kann, das Vertrauen der Geldgeber in den Keller stürzt und noch mehr Leute ihr Geld sofort wieder haben wollen! Das kann der Staat noch weniger usw. usw. bis zum bitteren Ende!

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Re: Re: systemfehler ohne ende - und kein ende in sicht

Also ich weiß nicht ob das richtig ist. Allerdings ist das leicht möglich. Schließlich haben die Spanier ein Gebirge an Unterstützungsgeldern bekommen, die die Nettozahler aufbringen mußten und sich daher auch verschuldet haben!

Gast: Vergelter-Öko-Spiritualist
25.05.2010 10:34
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Reiche profitieren

Während der EU-Krise haben die Reichen ihre Vermögen enorm vergrößert. Siehe dazu die aktuelle Forbes-Liste.
Dem kann begegnet werden durch Einführung von Regionalgeld mit Umlaufgebühr. Durch diese Umlaufgebühr wird ein extremes Horten von Geld (seitens der Reichen) verhindert. Siehe dazu
www.humane-wirtschaft.de

Glücklicherweise wählen immer mehr Menschen antikapitalistische Parteien. Dies wird sich auch bei der Wahl in den Niederlanden (9. Juni) zeigen.

Re: Reiche profitieren

Reicher geworden sind in dieser Zeit nur wenige und die meist deshalb, weil sie Produkte anbieten konnten, die sich gut verkaufen lassen. Die meisten sind ärmer geworden, so haben z. B. Besitzer österreichischer Aktien seit dem Beginn der Krise etwa die Hälfte ihres Vermögens verloren!

Gast: E. Zimmermann
25.05.2010 10:28
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Das Gemeinwohl ist für Politiker nicht wichtiger, als für jede privatwirtschaftliche Heuschrecke

Es geht ihnen in erster Linie um ihre eigene Karriere, Machtzuwachs und natürlich um fette Diäten und andere Schmankerl, wie z.B. Mehrwertsteuerfreien Autokauf.

Wir brauchen Gesetze, die die Macht der Politiker massiv einschränken. Das Volk sollte über sein Leben selber entscheiden. Und wir sollten schnell handeln, bevor sie alles kaputt gemacht haben.

Re: Das Gemeinwohl ist für Politiker nicht wichtiger, als für jede privatwirtschaftliche Heuschrecke

genau, weil das Volk ja mehr an das "Große Ganze" denkt als an sich selbst.

 
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Hobbyökonom