Spanien führt Reichensteuer ein

26.05.2010 | 10:48 |   (DiePresse.com)

In den nächsten drei Jahren will Spanien seinen Haushalt um 65 Milliarden Euro entlasten. Dazu soll in den kommenden Wochen eine Steuer für Reiche mit mehr als einer Million Euro eingeführt werden.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Das hoch verschuldete Spanien will mit einer Reichensteuer einen Teil seiner Haushaltsprobleme lösen. Die Regierung werde Besserverdienende in den kommenden Wochen bitten, einen größeren Beitrag zu leisten, sagte Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero am Mittwoch vor dem Parlament in Madrid. Details wollte er nicht nennen. Medienberichten zufolge soll die Steuer ab einem Eigenkapital von einer Million Euro greifen.

Mehr zum Thema:

Angesichts des massiven Haushaltsdefizits will die Regierung binnen drei Jahren den Haushalt um 65 Milliarden Euro entlasten. Zu den Sparmaßnahmen gehören unter anderem niedrigere Löhne im öffentlichen Dienst und eine Kürzung der Sozialausgaben. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone will ihr Haushaltsdefizit von 11,2 Prozent im vergangenen Jahr bis 2013 wieder unter die EU-Obergrenze von drei Prozent senken.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

9 Kommentare
Gast: Zooropa
26.05.2010 14:05
0

Die sind am Ende

Und wir bald auch. Und das ist gut so. Sehr gut sogar, denn nur dann kann es wieder aufwärts gehen. Mit frischem Personal.

Gast: Roland Wieser
26.05.2010 13:53
0

Guet Entscheidung!

So entfremdet sind Politiker dem Wähler, dass sie nur dann seinem demokratischen Willen gehorchen, wenn er unumgänglich ist!

Demokratie hat bereits ausgedient. Ihre Säulen wurden zerstört. Wie ein zerfallenes Symbol aus vergangenen Zeiten. Der Volkswille existiert nur mehr am Papier. Ganze Kontinente werden nach dem Willen einzelner Mächtiger mit ihrem Schwarm von Lobbisten gelenkt. Wohlstand spaltet sich in Glanz und Not!

Ein guter erster Schritt für Spanien. Ein wenig Hoffnung. Ein kleiner Schritt Richtung fairer ausgeglichener Einkommensverteilung und ein Lab für die finanzielle Not!

Interessant

Ein schöneres Haus kostet in Spanien schon ca. 1 Mio. Ist man da reich? Nein, man hat ein eben ein schönes Haus in besserer Lage, sonst nichts.

Müssen diese Leute jetzt jedes Monat einen Teil des Hauses an den Staat abliefern?

Die "Reichen" werden


dann eben dorthin gehen, wo es eine derartige Steuer nicht gibt.

Die Sozialisten sind überall auf der Welt gleich naiv.

Das ist nur Medienpropaganda fürs gemeine Wahlvolk !


Antworten Gast: Roland Wieser
26.05.2010 14:03
0

Re: Die

Man sollte es drauf ankommen lassen.

Unseren Staat finanziert ohnehin der Mittelstand und Reiche nur sehr wenig Steuern zahlen, wäre eine Abwanderung dieser Gruppe finanziell kein Problem.

Zuvor wäre aber noch eine ordentliche Geldausfuhrabgabe ideal :-)

Wenn man dann noch den Erwerb von Immobilien an den Hauptwohnsitz einer Person knüpft, so rasseln unsere Immobilienpreise deutlich nach unten und viele Jungfamilien können sich endlich wieder ein Dach über dem Kopf leisten :-)


Antworten Antworten Gast: exil
27.05.2010 14:00
0

Re: Re: Die

die Reichen und der Mittelstand"zahlen eh nur sehr wenig Steuern"? Woher haben sie diese Information? Sie meinen also die Billakassiererin mit Ihren 20,000 Euro brutto im Jahr zahlt so arg viel Steuern ja? Schon mal was von progressivem Steuersystem gehoert? In Wirklichkeit zahlen der Grossteil der Menschen kaum was wenn man noch dazu beruecksichtig was an Transfers wieder zurueckkommt. Vielleicht sollten alle Staatsbuerger am Ende des Jahres eine Abrechnung bekommen (soviel einbezahlt und soviel gekostet -inklusive Polizei, Strassen, eben alles aufgeschluesselt) und die die dann einen roten Betrag stehen haben , so wie wahrscheinlich Sie alter Klassenkaempfer, sollen sich freuen von anderen Leuten leben zu duerfen und einfach mal den Mund halten.

"Socialism works great until you run out of other people's money" M Thatcher

Da könnt ma grad neidig werden über solche Sozis

Was haben unsere nicht was die haben?
Die chochones von den Stieren oder was?

Gast: catz
26.05.2010 11:29
0

Schuldenkrise = Wettbewerbsfähigkeitskrise

Man hat sich Jahrzehnte lang fehlende Wettberbsfähigkeit mit dem Ausgleich durch Staatschulden erschlichen. Und dann kam noch die Tatsache dazu, dass viele Regionen in den letzten Jahren in der Produktivität stark aufgeholt haben. Viele Entwicklungsprogramme waren ein Schuss ins eigene Knie. Anstatt sich einen Absatzmarkt aufzubauen hat man einen Konkurrenten aufgebaut. Natürlich ist man in den meisten Ländern der Welt nicht mehr bereit ein Zulieferer von Billiggütern von Europas Gnaden zu sein bzw. den Wohlstand Europas auf eigene Kosten zu tragen.
Die Produktivität in Europa alleine reicht aber nicht aus um den Wohlstand zu halten oder gar die Schulden (für den Wohlstand der Vergangenheit) abzubezahlen. Da man keinen Ausweg mehr weiß holt man sich das fehlende Geld kurzfristig von den Reichen da man sie für die Profiteuere der Politik der Vergangenheit hält. Bis eben die Reichen verarmt sind oder was wahrscheinlicher ist, abgewandert sind.
Kreatives Schuldenmangement sieht anders aus.
Man muss alle an den Schulden beteiligen. Genauso wie man alle am Wohlstand beteiligen sollte.

Antworten Gast: gast
26.05.2010 12:24
0

Re: Schuldenkrise = Wettbewerbsfähigkeitskrise

gute analyse .. kompliment

AnmeldenAnmelden