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Geithner erteilt Europa Rat

27.05.2010 | 18:23 |   (Die Presse)

KONJUNKTUR. Der US-Finanzminister lobt den milliardenschweren Rettungsschirm für krisengebeutelte Euroländer – und fordert den Abbau der stark erhöhten Defizite.

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Wien (hie/Reuters).Seit Mittwoch ist US-Finanzminister Timothy Geithner zu Besuch in Europa. Sein Aufenthalt dauert nur wenige Tage, die er aber effizient nützt. Und zwar, indem er Europa Ratschläge gibt, wie die krisengebeutelte Gemeinschaft ihren Weg aus dem Schlamassel finden könnte. Da fielen anerkennende Worte für den 750-Milliarden-Rettungsschirm für überschuldete Euroländer – für Geithner „ein gutes Programm mit den richtigen Elementen“. Auf das Lob folgte sogleich die Schelte: „Was die Märkte sehen wollen, sind Handlungen“, so der Finanzminister am Mittwoch nach einem Gespräch mit seinem britischen Amtskollegen George Osborne.

Geithner hat sich für seine Europareise noch mehr vorgenommen: Mit dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat er dessen Worten zufolge „ein intensives Gespräch über all die Fragen der Finanzmarktregulierung“ geführt. Man wolle „unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Strukturen herausarbeiten, wie wir gemeinsame Lösungen schaffen können, und da sind wir heute ein gutes Stück vorangekommen“, so Schäuble. Geithner sprach sich für einen Defizitabbau in „unterschiedlichen Geschwindigkeiten“ aus, gleichzeitig müssten die Länder aber auch ihr Wachstum fördern. Medienberichten zufolge will er den EU-Staaten empfehlen, die europäischen Banken einem Stresstest nach US-Vorbild zu unterziehen.

Wenn Geithner nach Hause kommt, erwartet ihn reichlich Arbeit. Denn der am Mittwoch veröffentlichte wirtschaftsausblick der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ortet nach wie vor erhebliche Risiken für die US-Konjunktur. Die für die USA ungewöhnlich hohe Quote an Langzeitarbeitslosen könnte zu dauerhaft höherer Arbeitslosigkeit führen, die Ausfallquoten für Immobilienkredite seien hoch und würden wahrscheinlich weiter ansteigen. Unklar sei auch, ob das Produktionswachstum selbsttragend sei und wie sich die rückläufigen Effekte der Krisenpakete auswirken. Nicht zu vergessen das Defizit, das heuer zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen und 2011 auf neun Prozent sinken soll.

 

Gute Aussichten für die US-Wirtschaft

Das hindert die OECD nicht daran, optimistisch auf die US-Konjunktur zu blicken. Die Organisation der 31 Industriestaaten hat ihre Prognose im Vergleich zum Novemberausblick für heuer von 2,5 Prozent auf 3,2 Prozent angehoben. 2011 soll die US-Wirtschaft um weitere 3,2 Prozent zulegen. Der Euroraum soll um 1,2 Prozent statt 0,9 Prozent wachsen, 2011 sollen es 1,8 Prozent sein.

Den USA kommt ihre am Binnenkonsum orientierte Wachstumsstrategie zugute. Die Sparquote sei in den vergangenen drei Quartalen zugunsten des privaten Konsums zurückgegangen, so die OECD. Während die Triebfeder der US-Wirtschaft nach und nach anzieht, „hungern wir nach Exporten“, sagt Bernhard Felderer, Chef des Instituts für Höhere Studien, zur „Presse“. Da kommt der schwache Euro nicht ungelegen. „Der Euro könnte auf eine Parität zum Dollar sinken und es wäre kein größeres Problem für uns. Das Lamentieren über den schwachen Euro ist schwer verständlich.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.05.2010)

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5 Kommentare

Wirtschaftswachstum USA

Welch tolle Zahlen die USA wieder einmal präsentiert!
Wachstum 3,2 %. Eine Menge Holz.
Soweit ich weiss ist der stärkste Anteil der US Wirtschaft der Konsum mit nahezu 70% Anteil am BIP. Dieser ist nach wie vor schwach, dh. kein oder nur ein sehr geringes Wachstum.
Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass er Rest der Wirtschaft (30%) alleine für das Wachstum von 3,2% der Gesamtwirtschaft wächst. Das heisst nichts anderes als das dieser Bereich (diese 30%) um über 10% wachsen.
Wo kommt das Wachstum her? Ist es substantiell? Wie hoch ist das Wachstum der "Finanzindustrie".
Hat jemand Antworten fuer mich???

seltsame amerikaner

Stimmt genau

Nur weil einiger Länder (komischer weise immer die südlichen) auf täufel komm raus defizite erwirtschaften heißt dass nicht dass andere länder (die, die was am Weltmarkt zu bieten haben) daran schuld sind.
Jeder der produklte mit gutem preis leistuns verhältnis produziert wird diese auch los werden.
Die idioten die glauben ihre wirtschaft unter vernachlässigung der exportwirtschaft sanieren zu können werden einfahren.
Ich denke, dass ein hoch bewerteter Euro (vorallem gegenüber dem dollar) uns nur nachteile bringt und wir es so machen sollten wie die chinesen.
Währung abwerten.
Das macht urlaube außerhalb europas zwar teurer aber dafür stärkt es die exportwirtschaft enorm. Ist zwar ein bisschen merkantilistisch aber was solls.
Bevor die Chinesen den ganzen handelsüberschuss einsacken ist es doch alle mal besser wen der uns zu gute kommt

Ps: eigentlisch sollten die Amerikaner ihr prepotentes post 9/11 pseudopatriotishes Mundwerk halten.
Die erwirtschaften ja schließlich seit jahren aufgrund blanker unfähigkeit ein rekord deffizit nach dem anderen.
Oder ist es vl das, warum sie sich jetzt einmischen
ps:
deren AAA rating ist eine Frechheit

Gast: FindeBäcker
27.05.2010 20:50
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Nua a Göd nua a Göd ......

Unsere amerikanischen Freund wollen natürlich die europäische Realitätenkuh weitermelken. Da kommt echtes Geld raus. Nicht bloß vorrübergehendes Monopoly Papier. Die Fonds die bei unseren Unternehmen Geld und Finger drinnen haben sind ja nicht von Pappe. Ansonsten täte man sich in Übersee schwer den Nach bzw. Tastendruckdollar im Wert zu halten und die Amis könnten bald das Papiergeld in der Scheibtruhe zum Bäcker bringen für ne Semmel. Irgendwie ist das ganze nur mehr ein großes Pokerspiel, bei dem jeder blufft. Denn in Wahrheit haben alle nichts in der Hand. Deshalb müsste man das Spiel wechseln.
Vielleicht zum beliebten österreichischen Kartenspiel Hosn obi.

Gast: RT
27.05.2010 20:45
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geithner declared war against german measures on further restrictions of derivatives

econd wave of economic depression: panic selling on wallstreet

every day after the closure of european exchanges the presidential working group on financial markets, the plunge protection team, comes in buying derivatives to updraft the market
using federal reserve money.

one week since germany instituted measures against credit default swaps.

historical watershed:
first time in decades that a major power has violated the "so called" rules of financial globalisation which always dictate that hot money/speculation/derivatives reign supreme.

there is a good sign that schäuble is escalating the german counterattack against derivatives.
us/geithner is not pleased and declared war against german measures.
http://www.youtube.com/watch?v=zVryPHJZokw

Gast: Ingo
27.05.2010 20:23
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Rat oder Befehl

Ich denke weniger Rat, als vielmehr Befehl!

Hobbyökonom