Ratingagentur stuft Spanien herab - Euro fällt

28.05.2010 | 22:49 |   (DiePresse.com)

Die Eurokrise geht weiter. Nach Griechenland gerät nun Spanien immer mehr unter Druck. Der Euro fiel nach der Herunterstufung. Auch die New Yorker Börse weitete ihre Verluste aus.

Drucken Versenden
 
A A A
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

New York/Madrid (höll). Die Meldung kam am Freitag um 19 Uhr: Die Ratingagentur Fitch stufte die Kreditwürdigkeit Spaniens von der Bestnote „AAA“ um eine Stufe auf „AA+“ herab. Dabei hatten alle Experten in den vergangenen Wochen Sparbemühungen von Spanien gefordert – kaum macht das Land damit Ernst, wird die Kreditwürdigkeit herabgestuft. Denn das Sparen würge das Wirtschaftswachstum ab, lautet die Begründung von Fitch.
 
Der Euro, der sich zuletzt erholt hatte, fiel nach der Ratingentscheidung wieder unter 1,23 Euro. Auch die New Yorker Börse weitete seine Verluste aus. Investoren befürchten, dass sich die Schuldenkrise in Europa verschlimmern und es einen zweiten Fall Griechenland geben könnte. „Damit kehrt der Sturm zurück an die Märkte“, sagte der Experte Sterling Smith vom US-Hedgefonds „Country Hedging“. Ratingagenturen entscheiden darüber, zu welchen Konditionen Konzerne,

Banken und auch Länder auf den Kapitalmärkten Geld leihen können – je schlechter ein Rating, desto höher sind die Zinszahlungen. Bereits Ende April hatte Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit von Spanien um eine Note gesenkt. Damit ist das Land aber noch weit von der Einstufung Griechenlands entfernt. In Schulnoten ausgedrückt hat Spanien nun keinen Einser mehr, sondern ein „2 plus“. Zum Vergleich: Deutschland und Österreich verfügen über das beste Rating (AAA).

Seit Tagen steht Spanien wegen eines Konflikts über eine Arbeitsmarktreform im Blick der Börsianer. Arbeitgeber und Gewerkschaften können sich nicht auf eine Liberalisierung des Arbeitsrechts einigen. Die Reform gilt als Schlüssel zur Wiederherstellung der spanischen Wettbewerbsfähigkeit – und damit auch zu Wirtschaftswachstum und Haushaltskonsolidierung.
Gewerkschaften drohen mit Generalstreik
Sollte die sozialistische Regierung eine Strukturänderung gegen den Willen der Gewerkschaften umsetzen, drohen diese mit einem Generalstreik.
 
Am Donnerstag hatte das Parlament in Madrid mit nur einer Stimme Mehrheit das Sparpaket der Regierung verabschiedet. Dieses sieht zusätzliche Einsparungen von rund 15 Mrd. Euro bis 2011 vor. Zur Eindämmung der Schuldenkrise werden die Beamtengehälter um durchschnittlich fünf Prozent gesenkt und die Renten eingefroren. Minister und Bürgermeister bekommen bis zu 15 Prozent weniger Geld. Zudem werden die öffentlichen Investitionen um rund sechs Mrd. Euro gekürzt und 300 Mio. Euro bei der Pflegeversicherung gespart. Mit den Einschnitten will Spanien seine enorme Neuverschuldung von zuletzt 11,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2013 auf den zulässigen Höchstwert von 3,0 Prozent drücken.

Am Freitag senkte die Regierung in Madrid die Wachstumsprognosen für die nächsten Jahre nach unten. Sie befürchtet zudem, dass die Arbeitslosenquote von 20 Prozent weiter steigen wird.

Mehr zum Thema:

("Die Presse" Printausgabe vom 29. Mai 2010)

 
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

  • EZB: "Kreditversicherer könnten Ratingmarkt erobern"

    Bild: (c) Reuters (Gonzalo Fuentes) Kreditversicherer sollten Ratingagenturen Konkurrenz machen, sagt Christian Noyer, EZB-Mitglied und französischer Notenbankchef. Die Firmen würden über das notwendige Wissen sowie Erfahrung verfügen.

  • Leerverkäufe: Sündenbock oder Wurzel allen Übels?

    Bild: (c) AP (Richard Drew) Seit Mitte Mai sind bestimmte riskante Börsengeschäfte mit Aktien und Euro-Anleihen auch in Deutschland verboten. Für Kritiker sind Leerverkäufe "Massenvernichtungswaffen", Börsenprofis sehen sie als Sündenböcke.

  • Euro rutscht in Richtung "fairer Wechselkurs"

    Bild: (c) AP (MATTHIAS RIETSCHEL) Gerüchte um eine bevorstehende Rückstufung Frankreichs und Italiens ließen am Dienstag den Euro neuerlich abstürzen. Als größeres Problem wird allerdings die europäische Schuldenkrise gesehen.

  • Kommentar: Der Euro und die fahrlässige Krida

    Die Eurostaaten werden ihre Sanierungsprogramme noch einmal nachjustieren müssen. Wir nicht: Wir haben noch keines.

  • Banken-Probleme wegen Hellas-Bonds

    Bild: (c) REUTERS (JOHN KOLESIDIS) Die Vorstände könnten wegen der Griechenland-Hilfe vor Gericht gezerrt werden. Juristen zufolge müssen die Generaldirektoren damit rechnen, von ihren Aktionären geklagt zu werden.

  • Länderratings in Gefahr: Euro fällt auf 1,21 Dollar

    Bild: (c) AP (Michael Probst) Marktgerüchte über Rating-Abstufungen von Italien und Frankreich haben einen Kursrutsch ausgelöst. Eine Stabilisierung des Euro ist nicht in Sicht.

  • Leitl zum Euro: "Wir waren vorher zu teuer"

    Bild: (c) Reuters (Herwig Prammer) Österreich profitiere von einem schwachen Euro, sagt Wirtschaftskammer-Chef Leitl. Auslöser der Wirtschaftskrise seien "nicht ein paar gierige Finanzhaie". Schuld sei die "Unfähigkeit der Politik".

  • PIGS-Anleihen bringen Frankreich unter Druck

    Bild: (c) REUTERS (JACKY NAEGELEN) Haushaltsminister François Baroin schwört seine Landsleute angesichts der Schuldenexplosion auf ein heftiges Sparprogramm ein und will die Abhängigkeit des Landes von den internationalen Märkten verringern.

  • Griechenland könnte im Juli neue Anleihen begeben

    Bild: (c) REUTERS (John Kolesidis) Im Juli laufen einige kurzfristige Anleihen der Griechen aus. Das Land wird dann erstmals seit dem Hilfspaket versuchen, wieder Geld auf den Finanzmärkten aufzunehmen.

  • EZB-Chef Trichet in Wien: „Wir drucken kein Geld“

    Bild: (c) AP (Michael Probst) In der Europäischen Zentralbank machen sich Unstimmigkeiten über den Kauf von Anleihen verschuldeter Staaten breit. Trichet: Die EZB kaufe Anleihen nur auf dem freien Markt und nicht den nationalen Regierungen ab.

  • EZB-Chef: "Der Euro ist eine zuverlässige Währung"

    Bild: (c) REUTERS (Heinz-Peter Bader) Der Euro sei für europäische und nicht-europäische Investoren sehr wichtig, betont EZB-Chef Jean-Claude Trichet. Den europäischen Stabilitätspakt will Trichet "entschieden verteidigen".

  • Frankreich: "AAA-Rating zu halten ist schwierig"

    Bild: (c) REUTERS (Jacky Naegelen) Der französische Budgetminister Francois Baroin bezeichnet die Beibehaltung der höchsten Rating-Stufe für sein Land als Herausforderung. Zuletzt wurde Spanien am Freitag auf AA+ herabgestuft.

  • Euroraum: In Spanien spitzt sich die Krise zu

    Madrid / Bild: (c) REUTERS (ANDREA COMAS) Regierung und Gewerkschaften vertagen die Gespräche über eine Arbeitsmarktreform. Investoren befürchten, dass sich die Lage in Europa verschlimmern und es einen zweiten Fall Griechenland geben könnte.

  • Spanien weniger kreditwürdig: "Das verschärft die Krise"

    Bild: (c) AP (Ferdinand Ostrop) "Das Timing könnte nicht schlechter sein", kritisiert der deutsche Ökonom Michael Burda die Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Fitch. Er fordert mehr Wettbewerb unter den Ratingagenturen.

  • "Täglich neue Verfallserscheinungen der EZB"

    Bild: (c) AP (Daniel Roland) Deutsche Bundesbanker kritisieren, dass französische Banken ihre Griechen-Anleihen an die EZB verkaufen und ihre Bilanzen von Schrottpapieren säubern. Von einem "französischen Komplott" ist die Rede.

  • Spanien behält sein Fitch-Rating für ein Jahr

    Bild: (c) REUTERS (ANDREA COMAS) Die Ratignagentur Fitch wird ihre Bewertung für Spanien für die nächsten zwölf Monate nicht verschlechtern. Denn das Schuldenniveau sei im internationalen Vergleich niedrig und das jüngst vergebene "AA+" flexibel.

  • Leitartikel: Wie viel EU braucht Europa?

    Die Eurokrise ruft wieder Herolde einer stärkeren EU-Vertiefung auf den Plan. Etwas mehr Realitätssinn wäre schön. Europa sollte aufhören, von einem Bundesstaat zu träumen, den keiner will.

  • Frankreich vergleicht Euro-Rettung mit Nato-Bündnisfall

    Bild: (c) EPA (Ian Langsdon) Der Euro-Rettungsschirm sei "in den EU-Verträgen ausdrücklich verboten", sagt der französische Europaminister Pierre Lellouche. De facto seien die EU-Verträge damit verändert worden.

  • EZB: 'Euro überlebt zweites Griechenland nicht'

    Bild: (c) EPA (Marc Mueller) Das spanische EZB-Mitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo warnt vor den starken Schwankungen des Euro. Innerhalb der EZB stößt er damit auf Widerstand. Die Euro-Schwäche biete Chancen zur Ankurbelung der Wirtschaft.

  • Die „Griechen“ Amerikas

    Bild: (c) AP (Rich Pedroncelli) Die Mehrzahl der US-Bundesstaaten kämpft mit einem chronischen Defizit. Besonders betroffen sind Kalifornien und Texas. Nur zwei Bundesstaaten schreiben indes schwarze Zahlen: Montana und North Dakota.

  • Geithner erteilt Europa Rat

    KONJUNKTUR. Der US-Finanzminister lobt den milliardenschweren Rettungsschirm für krisengebeutelte Euroländer – und fordert den Abbau der stark erhöhten Defizite.

  • Ackermann: 'Große Anleger brauchen keine Talkshows'

    Bild: (c) EPA (Boris Roessler) Es gelte das richtige Maß an Regulierung zu finden, sagt Deutsche Bank-Chef Ackermann. Von einem Krieg zwischen Märkten und Staat zu sprechen, sei nicht zuträglich: "Märkte sind Signalsysteme".

  • Analyse: Eine tiefe Kluft trennt die Eurozone

    Sind die Forderungen nach einer Wirtschaftsregierung begründet?

  • China besorgt über Investitionen in Europa

    China Europa / Bild: (c) REUTERS (John Kolesidis) China hat etwa 630 Milliarden Dollar seiner Währungsreserven in Euro-Anleihen investiert. Nun hat das Land Bedenken über diese Investitionen geäußert, will sie aber nicht zurückfahren.

  • Der fatale Crash einer Kirchen-Sparkassa

    Bild: (c) REUTERS (MARCELO DEL POZO) In Spanien wird die kleine Sparkassa Cajasur notverstaatlicht, der IWF schickt eine ungewohnt scharfe Warnung an Madrid – und die Aktienkurse gehen weltweit auf Talfahrt.

  • Spanien führt Reichensteuer ein

    Bild: (c) REUTERS (Juan Medina) In den nächsten drei Jahren will Spanien seinen Haushalt um 65 Milliarden Euro entlasten. Dazu soll in den kommenden Wochen eine Steuer für Reiche mit mehr als einer Million Euro eingeführt werden.

  • IWF-Chef: "Keine Bedrohung für Euro"

    Bild: (c) AP (Nelson Antoine) Der Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, sieht trotz des sinkenden Euro-Kurses keine Bedrohung für die Währung. Es würde nach Griechenland keinen Domino-Effekt geben.

  • "Spanisches Harakiri" schockt Europas Börsen

    Bild: (c) AP (Ferdinand Ostrop) Die Verstaatlichtung der Sparkasse Cajasur am Wochenende offenbart die größte Schwachstelle im spanischen Bankensystem: Die Sparkassen. Zudem verunsichert das schlechte IWF-Zeugnis für Spanien.

  • Eurokrise: Angst vor globalem Flächenbrand

    Bild: (c) AP (ROB GRIFFITH) Auch in den USA wächst die Skepsis über das milliardenschwere Rettungspaket. Finanzminister Geithners Optimismus schwindet offenbar. Republikanische Abgeordnete wollen den Einsatz von US-Steuergeldern verhindern.

  • Grasser: 'Griechische Staatspleite einziger Weg'

    Bild: (c) APA (Robert Jaeger) Das "Glutnest Griechenland" sei so lange diskutiert worden, bis das ganze Haus gebrannt habe, sagt Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Athen hätte einen Euro-Austritt mit Schuldennachlass aushandeln sollen.

  • Van Rompuy will europäische Anleihe

    Bild: (c) REUTERS (Francois Lenoir) Der ständige EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy wirbt für die Idee einer gemeinsamen Euro-Anleihe. Die Reaktionen auf seinen Vorschlag sind aber "nicht enthusiastisch".

  • Barroso: Der Euro ist nicht das Problem

    Bild: (c) EPA (ETTORE FERRARI) Die Überschuldung der Mitgliedstaaten sei schuld an der Krise, so der EU-Kommissionspräsident. Die Länder halten sich nicht an die Verträge. Um das durchzusetzen, will er mehr Macht für die Kommission.

  • Das Leben mit dem weichen Euro

    Bild: Montage DiePresse.com/Bilderbox.com Schon seit der Einführung sind die Experten mit dem Kurs eigentlich nie zufrieden. „Die Presse“ verrät, wie man sein Vermögen vor der drohenden Inflation schützt.

  • IWF: Defizite nicht zu schnell abbauen

    Bild: (c) Reuters (Tobias Schwarz) IWF-Chef Strauss-Kahn warnt Deutschland und Frankreich davor, das Wirtschaftswachstum durch zu raschen Schuldenabbau abzuwürgen.

  • Meinung: Abgestumpft im Alltagssumpf

    Das große Krisengetöse übertönt das leise Knirschen im Gebälk der Institutionen und Strukturen der Republik.

  • Hyperinflation: Wenn ein Ei 100 Mio. kostet

    Bild: (c) APN (Thomas Kienzle) Die Sorge bezüglich einer Hyperinflation steigt. Helfen würde sie aber nicht nur dem Staat, sondern auch dem privaten Schuldner – so er die Kreditraten noch bedienen kann. Der Verlierer ist der Sparer.

  • Sachwerte schlagen „Papier“-Vermögen

    Wer sich gegen hohe Teuerung schützen will, hat dazu noch ein bisschen Zeit. Es schadet aber nicht, sich schon jetzt Gedanken zu machen, wie man sein Erspartes im Fall des Falles ins Trockene bringt.

  • Fed: Europäische Schuldenkrise bedroht US-Wirtschaft

    Bild: (c) EPA (Shawn Thew) "Sollten sich die Probleme in Europa ausweiten, dürften US-Banken größere Verluste erleiden", warnt Fed-Gouverneur Daniel Tarullo. Er sieht auch den globalen Aufschwung gefährdet.

  • „Griechenland wegen Raubüberfall geschlossen“

    Ein erneuter Generalstreik legte am Donnerstag Griechenland lahm. Tausende Demonstranten zogen vor das Parlament in Athen und warfen den Abgeordneten den „Raub“ der Pensionszulagen vor.

  • EU-'Task Force' sucht Lösung für Schuldenkrise

    Bild: (c) AP (Yves Logghe) Am Freitag legt der deutsche Finanzminister sein Maßnahmen-Paket einer ranghohen Expertengruppe vor. Geplant sind scharfe Sanktionen gegen Defizitsünder.

  • Ökonom: "Der Euro ist noch immer überbewertet"

    Bild: (c) AP (Matthias Schrader) Der deutsche Wirtschaftsforscher Sinn übt scharfe Kritik am Euro-Rettungspaket. Statt desolate Staaten zu retten, sollte man sie in die Insolvenz gehen lassen.

  • Griechen rüsten trotz Pleite-Gefahr auf

    Bild: (c) EPA (Horst Pfeiffer) Griechenland wäre fast in die Staatspleite geschlittert. Nun werden Pensionen und Gehälter gekürzt. Am Aufrüstungsprogramm ändert sich nichts. Neben U-Booten und Panzern wird auch der Kauf von Kampfflugzeugen erwogen.

  • Kritik an Verbot: 'Leerverkauf gutes Instrument'

    Bild: (c) AP (Michael Sohn) Der deutsche Finanzminister Schäuble verteidigt das deutsche Verbot ungedeckter Leerverkäufe. Kritiker widersprechen: "Spekulation macht Probleme sichtbar, sie ist nicht die Ursache".

  • "Kurs unter Parität Vorbote eines Euro-Kollaps"

    Bild: (c) EPA (Daniel Dal Zennaro) Ein Kurs unter der Euro-Dollar-Parität wäre ein "Vorbote, dass der Euro-Raum zusammenbricht", sagt UniCredit-Experte Michael Rottmann. Er rechnet mit einer Stabilisierung des Euro zwischen 1,10 und 1,20 Dollar.

  • 'Griechen lösen Schuldenproblem schneller als Deutsche'

    Bild: (c) EPA (Orestis Panagiotou) Griechenland werde seine Schuldenlast bis 2013 auf 60 Prozent des Bruttoinlandprodukts senken - Deutschland erst 2028, sagt das Schweizer IMD. Japan ist laut der Studie erst 2084 so weit.

  • Griechen-Hilfe: 'Es ging um Rettung der Banken'

    Bild: (c) AP (Michael Probst) Beim Rettungsschirm ging es darum, "Banken vor Abschreibungen zu bewahren", sagt der deutsche Ex-Bundesbank-Chef Pöhl. Die Banken hätten an den Kosten der Rettung beteiligt werden sollen, so Pöhl.

  • Beschwichtigung: "Der Euro ist sicher"

  • Experte: "Deutsche Staatskrise vorprogrammiert"

    Bild: (c) AP (Matthias Schrader) Der deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn wirft Kanzlerin Merkel vor, zu wenig für die Interessen Deutschlands getan zu haben. "Wir stürzen uns in ein unkalkulierbares Abenteuer", beurteilt er den Euro-Rettungsschirm.

  • Eurokrise: Jetzt müssen die Schulden weg

    Bild: (c) BilderBox (Erwin Wodicka) Mit einem Riesenrettungspaket konnte die EU vorerst die Finanzmärkte beruhigen. Die Euroländer sind mit sieben Billionen Euro verschuldet. Es gibt drei Optionen, das zu ändern.

  • Ökonomen: "Euro ist nicht so leicht zu knacken"

    Bild: (c) APA (Robert Jaeger) Das Euro-Stabilisierungspaket sei ein wichtiges Signal an die Finanzmärkte, sagen IHS-Chef Felderer und Wifo-Chef Aiginger. Sie glauben nicht, dass die Haftungen von bis zu 13 Mrd. Euro für Österreich schlagend werden.

  • Tabubruch: EZB kauft Staatsanleihen

    Bild: (c) DiePresse.com  (Sara Gross) Die 16 Notenbanken der Euro-Zone kaufen zum ersten Mal seit Einführung des Euro Staatsanleihen von Euro-Ländern. Am Montag wurden erste derartige Geschäfte abgewickelt. Der Schritt ist heftig umstritten.

  • EU und IWF schnüren 750-Mrd.-Euro-Paket

    Bild: (c) AP (Michael Probst) Österreich übernimmt bis zu 13 Mrd. Euro Haftungen für einen Fonds, der ein Übergreifen der griechischen Krise auf Portugal und Spanien verhindern soll. Die EZB erklärt, erstmals auch Staatsanleihen zu kaufen.

  • Was man um 750 Mrd. Euro kaufen könnte

  • Staatsbankrott: Wenn Länder pleite gehen

    Bild: (c) EPA (Str) Die drohende Zahlungsunfähigkeit großer Nationen gefährdet auch die kleinen. Aber was bedeutet es für Bürger, Gläubiger und Staat, wenn ein ganzes Land in Konkurs geht? Hier eine Übersicht.

  • Griechen-Krise: Wie sie jeden betrifft

    Bild: (c) APA (Herbert Neubauer) Die Griechenland-Hilfe wird Österreich bis zu zwei Milliarden Euro Kosten. Doch wie spürt man die Folgen der Krise im Alltag? Ein Überblick.

  • EU: Schärfere Sanktionen gegen Defizitsünder

    Schaeuble / Bild: (c) Www.BilderBox.com (Www.BilderBox.com) Die Taskforce, der die Finanzminister der 27 EU-Staaten sowie Vertreter der Europäischen Zentralbank und der EU-Kommission angehören, hat sich auf schärfere Sanktionen gegen Defizitsünder geeinigt.

  • Mehr
75 Kommentare
 
12 3
Arethas
30.05.2010 20:33
0

Liebe "Presse"-Mitarbeiter

auch "Ratignagentur" ist verschrieben...


Helmut Magnana
30.05.2010 12:43
0

Mit Nur-Sparen allein kommt man nicht weiter!

Aufgenomme Kredite (oder zumindest deren Zinsen) können nur dann zurück gezahlt werden, wenn man die dafür nötigen Summen verdient. Auf Staatsebene bedeutet dies eine deutliche Erholung der Konjunktur. Nur Sparen allein wäre aber so, als ob man in einem Auto das Gaspedal ausbaut und durch eine zweite Bremse ersetzt; mit so einem modifizierten Vehikel käme man nie vom Fleck...

Worauf es also ankommt, das wäre sowohl INTELLIGENT zu sparen als auch gleichzeitig INTELLIGENT zu produzieren. Nur befinden sich die europäischen Länder insgesamt derzeit in einer Art Schockstarre. Die Losung lautet: Wir haben in der Vergangenheit alle weit über unsere Verhältnisse gelebt; ab nun müssen wir uns kasteien, unsere Häupter mit Asche bestreuen und am besten gar nix mehr tun...

Doch damit allein wird´s niemals besser. Wenn wir nicht dazu übergehen, die Probleme der Gegenwart und Herausforderungen der Zukunft OFFENSIV in Angriff zu nehmen, geraten wir in eine Abwärtsspirale, die uns mit ihrem gefährlichen Sog immer mehr in den Abgrund zieht...

Antworten Arethas
30.05.2010 20:34
0

Re: Mit Nur-Sparen allein kommt man nicht weiter!

In der Spirale sind wir schon längst.

Gast: Die Paten
30.05.2010 08:36
0

Ein Schuldeingeständnis

von Rating-Terroristen?

Arethas
29.05.2010 23:49
1

Preese-Genderwahn

leest dohch die erste Zeiel goregtur...

"Die Ratignagentur Fitch wird seine Bewertung..."
die Ratingagentur ist immer noch weiblich

Gast: Juvenal
29.05.2010 22:08
1

Quis custodiet ipsos custodes?

Zeit für eine Abstufung bei Fitch & Co.

Oder raten die in neun Monaten Spanien doch als "Junk" – wie beim letzten Schlamassel?

nasenbaerli
29.05.2010 16:16
2

Paradox

Da sieht man, wie obstrus die Ratingagenturen arbeiten und bewerten. Es ist völlig egal, ob ein Land weiterhin Geld mit vollen Händen ausgibt oder sich zum Sparen entschliesst. Da kommt wieder der Götze Wachstum zum Vorschein,das allein seligmachende Wachstum. Auch dann, wenn dieses auf Pump ist. Fürwahr, hiemit hat sich Fitch mehr als disqualifiziert. Diese leute mögen sich andere Jobs suchen.

Gast: CyHit
29.05.2010 15:37
1

Selbstläufer

Spanien verkündet Ende der Rezession (07.05.2010) in der Archivbox.
Frage? Wos is! Also von der Rezession zum Aufschwung und zurück in 20 Tagen. Diese Meldungen schwirren uns jetzt seit 2 Jahren um die Ohren. Eigentlich viel länger aber wurst is.
Wir alle wissen, da stimmt etwas nicht.
Aber was ist es. Ist es eine "Verschwörung" einiger, inklusive Dummheit aller anderen, oder einfach nur Dummheit und Ahnungslosigkeit von allen, ohne "Verschwörung eben. Ein Selbstläufer halt. Das überfordert leider meinen Verstand, ändert aber nichts an den Folgen.

Antworten rman
30.05.2010 09:29
0

Keine Verschwörung, nur eine natürliche Entwicklung.

Die Exponentialfunktion strebt gegen unendlich. Aufgrund des Zinseszinseffekts folgen die Schulden (ja, natürlich auch die Staatsschulden) der Exponentialfunktion.
Wenn in einem endlichen System (wie unser Planet es nun mal ist) etwas gegen unendlich strebt (die Geldmenge = Schuldenmenge, aufgrund der "genialen" Konstruktion unseres Geldsystems) dann kann das auf Dauer nicht gut gehen. Ist einfach ein Naturgesetz.
http://www.youtube.com/watch?v=Sqwd_u6HkMo
http://wirtschaft.wikispaces.com/Warum+Zins+abgeschafft+werden+mu%C3%9F

Druven
29.05.2010 15:17
3

Da fühlt man sich gleich besser

wenn man weiß, dass sein Schicksal von der Meinung von Leuten abhängt, die sich Namen wie Moody's, Finch und Brown Brothers Harriman geben.
Ist Win Thin eigentlich sein richtiger oder nur der Künstlername mit dem er an der Börse seine Auftritte absolviert?
Wäre interessant ob einer der Herren jemals eine produzierende Fabrik von innen gesehen hat bevor sie Typen Tipps geben, wie sie genug verdienen um garantiert nie eine produzierende Fabrik von innen zu sehen.
Da werden 40 Mio Spanier, die darauf angewiesen sind, dass Fabriken produzieren aber ihren Gönnern zu dank verpflichtet sein, dass sie sich noch AA+ nennen dürfen, wenn sie für Moody's zum produzieren in die Fabrik latschen.

hw
29.05.2010 14:34
1

schön

"..Denn das Schuldenniveau sei im internationalen Vergleich niedrig.."

schön, dass dies mal so neben bei jemand erwähnt!

"..55 Prozent des Bruttoinlandsprodukts niedrig.."

!

Antworten PERSIL
30.05.2010 10:51
0

Re: schön


Wenn eine Durchschnittsfirma 55% Verschuldung vom Umsatz hat, ist sie pleite!

Was wollen uns die immer reindrücken?

Es kommt außerdem hauptsächlich auf die Neuverschuldung an, denn dann kann man schnell auf 60 oder 70% sein.


realize
29.05.2010 13:16
3

ratingagenturen

sind die europäischen politiker so dumm, oder steckt das größte wirtschaftsverbrechen in diesem neuen jahrtausend dahinter. wie kann europa AMERIKANISCHE private ratingagenturen akzeptieren? warum gibt es keine eigenen? die usa will die wirtschaftsmacht nummer eins werden und ist, wie wir ja alle aus der vergangenheit wissen , skrupellos und zu jedem verbrechen bereit, um dies auch zu erreichen. wenn die europäer den amis weiter so in den ars.. kriechen, wird es bald finster, hier in europa.

Antworten hw
29.05.2010 13:37
1

Re: ratingagenturen

die EU als wirtschaftsmacht gibts ja nicht so langen, und viele europäer(!) wünschen sich diese nicht einmal, obwohl es keine alternative gibt, wenn man wirtschaftlich gegen den rest der welt a bissl was ausrichten will.
nur gute produkte alleine ist zuwenig, viel zu wenig.

Antworten Antworten Gast: Und genau dieses Denken ist unser Untergang!
29.05.2010 18:39
3

Re: Re: ratingagenturen

Wir sollten eben NICHT versuchen "wirtschaftlich gegen den rest der welt a bissl was ausrichten will."

Wir sollten auf die Globalisierung pfeifen und unser Süppchen wieder selber kochen!
Über kurz oder lang bleibt uns eh nichts anderes übrig!

Hat schon mal wer überlegt, was ist, wenn alle Produktionen in 2- oder 3-Welt-Länder abgewandert sind!
Dann können wir diese Produkte nicht mehr kaufen, weil wir pleite sind!
Dann müssen wir erst wieder unsere Dinge selber produzieren!
Denn das Firmenabwandern kann nicht ewig weitergehen!
Irgendwann ist schluss!

hw
29.05.2010 12:30
1

grund

"..Denn das Sparen würge das Wirtschaftswachstum ab.."

die begründungen waren auch schon mal besser.
naja macht ja nix. gibts wieder günstige aktien ;-)

Dekkard
29.05.2010 11:59
5

Und wann werden die USA herabgestuft?!?

Rating Agenturen: manipulative und parteiische Verbrecher.

Antworten Sonnenburg
29.05.2010 12:33
0

Re: Und wann werden die USA herabgestuft?!?

Richtig erkannt Fitch-Ratings sind aber nach diesem offensichtlichen parteiischen Rating nun nur mehr eher eine Belastung für den Mistkübel als für den Euro!

http://www.sgresearch.com/PUBLICATION/en/992335CAC08215DBC12576C8002C6860.pub?download=true

Man muss sich nur das Balkendiagramm - erstellt von der OECD - ansehen und begreift rasch, dass Fitch offensichtlich schwerste Probleme hat und vermutlich im Euro short ist, aber den Euro kratzt eben kein Fitchrating mehr.

Verbrechern ist es objektiv gesehen was Fitch mit offensichtlichen Fehlratings macht. Aber als Verbrecher kann man Fitch erst nach einer VERURTEILUNG z. B. wegen Missbrauchs der Marktstellung aus niederen betrügerischen Beweggründen sprechen. NOCH muss man bei Fitch von MUTMASSLICHEN Verbrechern sprechen.

Sonst aber haben sie rundum recht. Fitch wertet nur jene herab, die als konkursfähig gelten. Spanien würde sowieso im Fall des Falles von Deutschland aufgefangen - nicht nur allein mal wegen Mallorca, das bei deutschen Immobilienhändlern längst als deutsches Bundesland betrachtet wird.

Fitch hat AIG meiner Meinung nach VORSÄTZLICH nicht rechtzeitig abgestuft, da Fitch und andere Ratingagenten noch ihre Müllpapiere verkaufen wollten. Der Nachweis wäre möglich, jedoch nur wenn die USA mitspielen. Eine Hand wäscht eben die andere und daher werden auch die 10 Pleitestaaten der USA nicht abgestuft und schon gar nicht die als konkursunfähig groß geltende USA, die längst ein Junkrating verdienen würde.

Beenie
29.05.2010 11:38
4

Wenn die Börsenkurse fallen:

Wenn die Börsenkurse fallen,

regt sich Kummer bei fast allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten den Absturz los,
den sie brauchen, echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft’s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut.

Soll man das System gefärden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der Bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen,
fämgt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bietten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

Kurt Tucholsky, 1930, veröffentlicht in “Die Weltbühne”

Antworten der__mann
29.05.2010 12:12
1

genial!

herrlich diese parallelen -- bin schon gespannt wann und ob der krieg kommt.

wäre eh lässig - unsere generation hat eh keinen krieg erlebt.

Antworten Antworten Helmut Magnana
29.05.2010 13:12
2

Re: genial!

Solche historischen Parallelen findet man öfter, als man glaubt! Die Frage bleibt, warum derartige Sachverhalte so wenig an "kollektiver Erinnerung" ins allgemeine Volksgedächtnis Eingang finden? Einige Jahrzehnte nach 1945 hat´s ja noch einigermaßen funktioniert, da hatten die Verantwortlichen tatsächlich "aus der Geschichte gelernt". Doch dann sind diese Erinnerungen wieder verblaßt, und neunmalkluge Yuppies glaubten allen Ernstes, sie müßten die Finanzwirtschaft "neu erfinden". Daß jedoch alles und jedes ganz spezielle Regulierung braucht, haben dies Leute leider nie begriffen...

Antworten Antworten hw
29.05.2010 12:33
1

Re: genial!

im irak gibts sicher auch noch bedarf für ihre spezies.
aber bitte gebens vorher im außenministerium eine erklärung ab, dass man nicht nach ihnen suchens soll.

i hab nämlich keine lust blödheiten auch noch zu finanzieren.

Antworten Antworten Antworten der__mann
29.05.2010 12:37
1

Ich bin

Pazifist, sonst wäre ich schon in einem Kriegsgebiet, wenn ich Krieg toll finden würde.

Antworten Antworten Antworten Antworten hw
29.05.2010 12:57
0

Re: Ich bin

man hätte sie glatt ernst nehmen können ;-)

Antworten Antworten Beenie
29.05.2010 12:22
0

Re: genial!

Lässig?!

Was bitte soll daran lässig sein, wenn im Namen der Hochfinanz als Marionetten derer, junge Männer einen sinnlosen Tod sterben werden?

"Wann" genau ist unklar.

"Ob" ist zu vernachlässigen!

Antworten Antworten Antworten der__mann
29.05.2010 12:34
0

Wer

Gegen wen ist vor allem noch unklar.
Meine feindesliste ist schon geschrieben.

Porschefahrer stehen ganz oben. :-)

im ernst - es wäre schrecklich sollte es echt passieren.

 
12 3

Umfrage

JobNavi3
  • Jobsuche




    >> zur Detailsuche

Mehr Jobs auf Karriere.DiePresse.com »

AnmeldenAnmelden