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Euroraum: In Spanien spitzt sich die Krise zu

30.05.2010 | 18:29 |   (Die Presse)

Regierung und Gewerkschaften vertagen die Gespräche über eine Arbeitsmarktreform. Investoren befürchten, dass sich die Lage in Europa verschlimmern und es einen zweiten Fall Griechenland geben könnte.

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Madrid (Reuters/APA). Nach der jüngsten Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens dürfte die Schuldenkrise in Europa auch in der kommenden Woche das beherrschende Thema an den Börsen sein. Investoren befürchten, dass sich die Lage in Europa verschlimmern und es einen zweiten Fall Griechenland geben könnte. Der Mai war auf vielen europäischen und amerikanischen Aktienmärkten der verlustreichste Monat seit mehr als einem Jahr.

Am Freitagabend stufte die Ratingagentur Fitch die Bonität Spaniens um eine Stufe auf „AA+“ zurück und begründete dies damit, dass sich das Wirtschaftswachstum aufgrund der massiven Sparpläne deutlich verlangsamen werde. Der deutsche Wirtschaftsökonom Michael Burda kritisierte am Sonntag das Verhalten der Ratingagenturen. „Das verschärft die Krise“, sagte Burda.

Die Regierung in Madrid hat am Wochenende die Verhandlungen mit den Gewerkschaften über eine Reform des Arbeitsmarktes um sieben Tage bis kommenden Sonntag verlängert. Eine Einigung ist nicht in Sicht. Die Reform gilt als Schlüssel zur Wiederherstellung der spanischen Wettbewerbsfähigkeit – und damit auch zu Wirtschaftswachstum und Haushaltskonsolidierung.

Die Unternehmer verlangen eine Lockerungen des Kündigungsschutzes, wogegen die Gewerkschaften Widerstand angekündigt und mit einem Generalstreik gedroht haben. Die sozialistische Minderheitsregierung will den Umbau notfalls im Alleingang beschließen. Da sie im Parlament auf die Unterstützung anderer Parteien angewiesen ist, dürfte ihr das aber schwer fallen.

 

Kritik an Regierung in Madrid

Geschieht nichts, droht Spanien ein ähnliches Schicksal wie Griechenland. Allerdings ist die Wirtschaft des Landes sehr viel größer. Eine Krise in Spanien würde sehr viel schwerere Folgen für die Euro-zone und die Weltwirtschaft haben. Die Arbeitslosenquote in der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone liegt bei 20 Prozent.

Ökonomen kritisierten zuletzt immer wieder den Arbeitsmarkt in Spanien. Er schütze Arbeiter mit unbefristeten Verträgen, während Zeitarbeitskräfte benachteiligt würden. Der drastische Sparplan der spanischen Regierung kostet Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero immer mehr Anhänger. Nach einer Umfrage für die Zeitung „El Mundo“ rangieren die regierenden Sozialisten (PSOE) in der Wählergunst inzwischen 10,5 Punkte hinter der konservativen Volkspartei (PP). Mit 45,6 Prozent der Stimmen käme diese im Parlament sogar auf eine absolute Mehrheit. Die Sozialdemokraten können dagegen nur 35,1 Prozent der Stimmen auf sich verbuchen.

Knapp 59 Prozent der Spanier haben nach der Umfrage eine schlechte oder sehr schlechte Meinung von der Regierung. Fast drei Viertel sind zudem überzeugt, dass Zapatero im Kampf gegen die Schuldenkrise kein klares Konzept hat, sondern nur improvisiert.

Auch Portugal steht wegen seiner Schulden im Fokus der Finanzmärkte. Am Samstag demonstrierten Zehntausende gegen die Sparmaßnahmen der Regierung. Erst am 13. Mai waren in Lissabon Steuererhöhungen und Gehaltskürzungen beschlossen worden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.05.2010)

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20 Kommentare
Gast: pour le mèrite
31.05.2010 17:22
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Arbeitsmarktreform auf spanisch:

Von 10 Spaniern machen

4 Leute Siesta,
3 streiken,
2 sind arbeitslos

...und einer schreibt Schnorrbriefe an Deutschland.

WER STÜTZT DIE STAATEN

Nachdem nun wir alle für unsere Grosszügigkeit bei der Rettung der Banken mit einem massiven Schub bei der Refinanzierung der Staaten bezahlen dürfen stellt sich für mich nun die Frage wer rettet die Staaten und die Bürger.
Vor zwei Jahren wurde uns die Notwendigkeit der Bankenrettung mit der Rettung unseres Lebensstandards erklärt, heute sehen wir, dass es den Banken zwar wieder besser geht, allerdings sind nun ganze Staaten in Bedrängnis. Und nicht nur die PIIGS, sondern auch Oesterreich und Deutschland.
Wie gehts weiter meine Herren Politiker und Wirtschaftsweisen? Wo sind die Exitstrategien, die wir erwarten dürfen.

Gruss

Gast: DCWorld
31.05.2010 13:33
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Aussichten sind düster

Spanien ist das nächste Griechenland. Trotz aller Sparanstrengungen glaubt wohl niemand mehr, dass ein Land seine Schulden zurück zahlen kann.

Die Ratingagenturen geben nur das wieder, was nicht zu verheimlichen ist. Das Problem dabei, die Ratingagenturen hätten vorher warnen müssen und nicht erst nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Für Spanien sind die Aussichten düster:
http://start-trading.de/spanienkrise.htm

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Re: Aussichten sind düster

wie lange es wohl dauert, bis österreich auf eine BIP-verschuldung von spanien kommt?

Gast: smilefile
31.05.2010 12:58
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..und sollte es nicht ganz so klappen...

...wie es die spanische Regierung vorgesehen hat,....ja dann hilft die Europäische Gendarmarie gegen die eigene Bevölkerung gerne und nachhaltig aus....

http://www.politgauner.de/html/eu_gewalt.html

So ein Zufall aber auch..

Da versucht Spanien seine Schulden in Griff zu kriegen, und mitten in den Bestrebungen stufen "unabhängige" RAs das Land herunter. Hätte es weitergemacht so wie bis dato, hätte man es auch heruntergestuft. Wie man's macht, macht man's falsch. Die Amis zeigen wieder einmal ihre hässliche Fratze.

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Re: So ein Zufall aber auch..

raten können sie eh, heißt aber noch nicht wirklich, dass die zinsen steigen.

und wenn, vielleicht ist es ein bärendienst an den USA von den rating argenturen, denn wenn die anleihen lukrativer sind als die US, dann hat die USA ein problem.

was einen nicht umbringt macht einen nur stärker!

Gast: heino
30.05.2010 19:27
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wie üblich?

tolle überschrift....
krone here we come.

meine letzten diesbezüglichen kommentare wurden nicht veröffentlicht. mal sehen ob es diesmal geht.

Gast: rating
30.05.2010 17:55
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Mhhh?

Sitzen nicht alle Ratingagenturen in den USA?? Komisch, dass sie gerade immer nur europäische Staaten herunterraten..... Mir fallen da auch viele Amerikanische Staaten ein, die eine hohe Verschuldung aufweisen und die USA gesamt stehen ja auch nicht gerade gut da.....

Shoot the messenger!

klaro, die spin-doctors der regierungen geben nun den rating agenturen die schuld and die von den politikern gemachten schuldenbergen.

noch vor 2 jahren hats ja genau das gegenteil geheissen, die rating agenturen haben versagt bei den zockern und schrottpapieren.

es gibt nur ein heilmittel; die ganzen hohlkoepfe im parlament muessen raus und durch andere hohlkoepfe ersetzt werden.

Offensichtlich versprechen sich die ...

... mächtigen Ratingagenturen einen Vorteil von einer Krise in einer Europa und setzen alles daran Europa zu desavouieren.

Ein weiterer Punkt...

... für die USA im Wirtschaftskrieg gegen Europa. Zuvor hatte man geglaubt, man müsse erst die Türkei in die EU "hineindrücken", um sie hinreichend instabil zu machen. Nun geht alles viel schneller.

Antworten Gast: gast
30.05.2010 22:25
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Re: Ein weiterer Punkt...

Dir Türkei ist medikament gegen kolaps die europa...Aber zug ist schon vobei!! Wir wollen dises kaspel verein, veralterde(pleite) Europa kein mitgiled sein.. sucht euch, weitere GR,RO,BG, ect..

Gast: pour le mèrite
30.05.2010 15:54
2 0

Völlig belanglos, das Gezettere.

Der Euro wird weich wie Butter, bevor er dann aufgegeben wird.


Antworten Gast: rai
31.05.2010 00:43
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Re: Völlig belanglos, das Gezettere.

Deutschland,Frankreich oder Griechenland wer verflussigt sich zu erst???

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Re: Völlig belanglos, das Gezettere.

amerikaner?

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Re: Re: Völlig belanglos, das Gezettere.

Nei typischer Raunzer, wahrscheinlich FPÖ Sympatisant

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Re: Re: Re: Völlig belanglos, das Gezettere.

die machen das aber auch nur damit sie gegen den status quo sind, den einige FPÖler leben ja ganz gut in der EU.

Gesundbeter

Ratingagenturen, die in der Rolle des Gesundbeters ihre Aufgabe sehen würden, könnten sich gleich selbst abschaffen. Dass ein Sparprogramm die Immobilienkrise und Sparkassenkrise verschärfen wird, muss irgendwie auch kundgetan werden, und sei es auch, dezent verpackt, im schlechteren Rating.

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so ein zufall

"..Das Timing könnte nicht schlechter sein.."

da spanien einen sparkurs ankündigt, in der unternehmenswelt heißt das businessplan, müßte eigentlich das rating "raufgestuft" werden.

mit 55% staatsverschuldung, ich meine da gibts schlimmere länder. auch in den USA.

Hobbyökonom