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Börsenaufsicht lässt Stronach-Rückzug platzen

27.06.2010 | 18:28 |  (Die Presse)

Die kanadische Börsenaufsichtsbehörde zwingt den Autozulieferkonzern Magna, die für Montag geplante Abgabe der Kontrollmehrheit durch den österreichischen Firmengründer Frank Stronach zu verschieben.

Wien (ag). Knalleffekt in Ontario: Die kanadische Börsenaufsichtsbehörde zwingt den Autozulieferkonzern Magna, die für Montag geplante Abgabe der Kontrollmehrheit durch den österreichischen Firmengründer Frank Stronach zu verschieben.

Bisher hält Stronach mit seiner Stiftung nur 0,6 Prozent des eingezahlten Kapitals, verfügt aber durch Besserstellung seiner Aktien über eine Kontrollmehrheit von 66 Prozent der Stimmrechte. Diese komplizierte Struktur macht Magna für Börsianer weniger interessant, die Hereinnahme von Partnern wird erschwert.

Schweren Herzens entschloss sich der 78-jährige Stronach, seine Sonderstimmrechte und damit die Kontrolle als dominierender Aktionär abzugeben – dafür aber 863 Millionen US-Dollar (704 Millionen Euro) zu kassieren. Den Vorsitz des Aufsichtsrats wollte er behalten, auch seine lukrativen „Consultingverträge“ mit dem Konzern sollten bis 2014 weiterlaufen. Geplant war, den Deal auf einer für Montag anberaumten außerordentlichen Hauptversammlung zu besiegeln. Er schien übrigens schon vorher gelaufen zu sein: Mit Stand Donnerstag hatten bereits 67 Prozent der „normalen“ Aktionäre per Briefwahl für die neue Struktur gestimmt.

Doch in den letzten Wochen hatten andere Aktionäre vehement gegen die „Abfindung“ Stronachs protestiert. Deren Berechnung sei nicht nachvollziehbar, wahrscheinlich sei sie zu hoch und schädige die Firma. Dieser Meinung hat sich nun die Börsenaufsicht angeschlossen.

Sie zwingt Magna, für die Aktionäre ein neues Rundschreiben mit zusätzlichem Material über die Berechnung zu verfassen und es der Behörde vorab zu senden. Dafür bekommt die Firma bis zum 31. August Zeit. Magna reagierte prompt. Ein Sprecher gab bekannt, dass die Aktionärsversammlung auf unbestimmte Zeit verschoben werde und gelobte Zusammenarbeit mit der Aufsicht.


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