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Portugal: Wirtschaft wird 2011 nahezu stagnieren

13.07.2010 | 17:18 |   (DiePresse.com)

Die Wirtschaft des krisengeschüttelten Landes wird nur um 0,2 Prozent wachsen. Bisher war die Regierung von 0,8 Prozent Wachstum ausgegangen. Erst am Vormittag wurde Portugals Kreditwürdigkeit erneut herabgestuft.

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Das krisengeschüttelte Portugal hat seine Wachstumsaussichten für 2011 deutlich nach unten geschraubt und dem Stagnationsniveau angenähert. Man gehe nun für das nächste Jahr von einer wirtschaftlichen Expansion von nur noch 0,2 Prozent aus, teilte die Zentralbank am Dienstag in Lissabon mit. Im Frühling lag die Prognose der "Banco de Portugal" noch bei 0,8 Prozent.

2011 droht Portugal eine Rezession

In ihrem Sommerbericht erwartet die Notenbank für das Land im laufenden Jahr ein Wachstum von 0,9 (Frühlingsbericht: 0,4) Prozent. Die Chancen einer Rezession stünden bei 15 (2010) sowie 50 Prozent (2011). Negativ auf die Wachstumsaussichten wirkt sich den Angaben zufolge vor allem der Konsum aus.

Für den privaten Konsum wird 2011 in Folge der Sparmaßnahmen zur Sanierung des Staatshaushalts ein Rückgang von 0,9 Prozent erwartet. Der öffentliche Verbrauch soll im selben Zeitraum sogar um 1,4 Prozent zurückgehen. Portugal hatte im vergangenen Jahr ein Rekord-Haushaltsdefizit von 9,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Kreditwürdigkeit Portugals herabgestuft

An den internationalen Finanzmärkten wächst die Sorge um die Kreditwürdigkeit Portugals. Die Rating-Agentur Moody's stufte daher am Dienstag die Bonität portugiesischer Staatsanleihen um zwei Noten von AA2 auf A1 herunter. Eine schlechtere Bewertung der Bonität macht es für ein Land schwerer, über die Ausgabe von Staatsanleihen an Geld zu kommen. Eine schlechtere Note lässt üblicherweise die Zinsen steigen, die das Land für das geliehene Geld zahlen muss. Schon im April hatte die Rating-Agentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Portugals herabgestuft.

Mit der Einstufung als "A1" gilt die Anlage in portugiesische Staatsanleihen immer noch als sicher, sofern keine unvorhergesehenen Ereignisse auftreten. Im Vergleich dazu waren die Anleihen Griechenlands von mehreren Agenturen dagegen auf "Ramschstatus" herabgestuft worden. Moody's hatte die Note für Griechenland Mitte Juni um gleich vier Stufen von "A3" auf "Ba1" gesenkt.

"Verspätete Reaktion"

Minister Fernando Teixeira dos Santos erklärte am Rande eines EU-Finanzministertreffens in Brüssel, die Herabstufung sei zu erwarten gewesen, da Moody's die Kreditwürdigkeit von Portugal zwölf Jahre lang unverändert gelassen habe. "Es handelt sich meiner Meinung nach um eine verspätete Reaktion im Vergleich zu anderen Ratingagenturen".

(Ag.)

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