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Brasilien beginnt Ölförderung vor der Küste

16.07.2010 | 06:41 |   (DiePresse.com)

Aus einem knapp 5000 Meter tief liegenden Ölfeld will Brasilien bis zu 13.000 Barrel Öl pro Tag fördern. Präsident Lula da Silva sagt, bei der Sicherheit sei nicht gespart worden.

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Brasiliens staatlicher Ölkonzern Petrobras hat am Donnerstag vor der Atlantikküste des südamerikanischen Landes mit der Ausbeutung von Ölvorkommen in großer Meerestiefe begonnen. Aus einem knapp 5000 Meter tief liegenden Ölfeld vor der Küste des Bundesstaates Espírito Santo sollen zunächst 13.000 Barrel (159 Liter) Öl pro Tag gefördert werden, wie Petrobras mitteilte. Bis Ende 2010 würden mehrere Bohrlöcher mit einer Plattform verbunden und die Förderung dann bei bis zu 100.000 Barrel am Tag liegen.

Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva betonte anlässlich des Förderbeginns: "Es ist logisch, wenn das Öl Brasilien gehört, wollen wir auch, dass 190 Millionen Brasilianer vom Ölgeld profitieren." Er verteidigte die Investitionen in die Erforschung und Förderung der Vorkommen und kritisierte zugleich den Umgang mit der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko. "Was dort passiert ist, war kein Unfall, sondern ein Desaster."

Riesige Ölvorkommen

Es habe Geld gespart werden sollen und deswegen sei weniger Sicherheitstechnik als notwendig installiert worden. "Wir haben Technologie, und so Gott will, werden wir es nicht erlauben, dass so etwas hier passiert"", sagte Lula einige Stunden bevor der BP-Konzern meldete, dass das Ölleck vor der US-Küste erstmals seit Monaten habe abgedichtet werden können.

Vor der Küste Brasiliens wurden in den vergangenen Jahren riesige Ölvorkommen entdeckt, die aber in erheblicher Tiefe von einigen tausend Metern und unter einen dicken Salzschicht liegen. Die Förderung gilt als teuer. Die Regierung verspricht sich aber Milliarden-Einnahmen. Allein im "Tupi"-Feld werden schätzungsweise fünf bis acht Milliarden Barrel Öl vermutet.

(APA)

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9 Kommentare

Gast: Isobel
16.07.2010 11:36
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Anlass zur Sorge?

"Wir haben Technologie, und so Gott will, werden wir es nicht erlauben, dass so etwas hier passiert"...

ja genau, wie wärs denn mit ein wenig Selbstverantwortung, etwas aus dem BP-Debakel zu lernen? Die grenzenlose Gier zu zügeln, und endlich den Verstand um Alternativen zu bemühen, die ebenfalls für Konjunktur sorgen können? Keine gute Idee?

Schade, das würde ich - so man sie schon bemühen will - unter einer göttlichen Eingebung verstehen. Aber da ist man nicht nur taub, wie mir scheint, sondern auch stumm und blind. Etwas mehr Kreativität und Kooperation, und endlich Schluß mit der blinden Zerstörungswut . - das wäre mein Wunsch! (Und hier: Ausbau der Öffentlichen, so dass man aufs Mineralöl so gut als möglich verzichten kann und eben zu Fuß gehen oder Rad fahren, ganz naiv gesagt).

Das Kostbare an den Meeren dieses Planeten ist sicherlich nicht das Öl, da dort drunten liegt.
Hier hilft kein Nachheilen, hier ist achtsame Vorsorge angebracht, meine ich! Es gibt viele gute Ideen und es ist an der Zeit, sie umzusetzen.


Antworten Gerald
16.07.2010 15:15
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Re: Anlass zur Sorge?

Die Alternative hieße: Noch mehr Urwald zu roden, um Zuckerrohr für Bio-Treibstoff anzubauen.

Da ist es besser man bohrt in der Tiefsee nach Öl, auf die Gefahr hin, dass alle 50 Jahre mal irgendwo so eine Insel in die Luft fliegt. Ich denke aber, die Ölfirmen werden aus dem BP-Debakel un den Milliardenkosten für BP gelernt haben und in Zukunft weit mehr wert auf Sicherheit legen, man lernt schließlich aus Fehlern. Die Katastrophe der Exxon Valdez hatte ja auch die Vorschrift für Zweihüllen-Tanker zur Folge.

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Brasilien

Na super, die Sicherheit + Brasilien ist ja weltweit ein Heuler .........
Jetzt haben wir Europäer endlich noch mehr würdige Nachfolger gefunden, die USA ist's ja schon lange, nun kommen auch die bisher ausgebeuteten Länder als neue Ausbeuter dazu. Rücksichtslos auf alles und jedes - ganz wie die Mutter der "Entdecker + Urausbeuter + Ausrotter" - toll!
Und das alles bei immer stärker wachsender Bevölkerung (steigert das BIP, eh klar) - die Zukunft ist tiefschwarz und umwelttot.

Gast: eswirdnieaufhören
16.07.2010 08:34
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wahnsinn pur

unfassbar, dass die dortige regierung bohrungen bei 5000m zulässt. das bohrloch im golf liegt gerademal 150 meter tief und eine sanierung dauerte monate. bei 5000m gibt es nichtmal gerätschaften die soweit runter können - es können nichtmal kameraaufnahmen ohne extreme vorkehrungen gemacht werden.
es ist wirklich bedauerlich was die menschheit inzwischen alles in ihrer gier nach geld macht. und dass die brasilianer viel vom dem geld aus dem öl sehen werden darf jetzt mal locker bezweifelt werden.
wenn man bedenkt was die brasilianer ihrer umwelt schon angetan haben - die rodung der urwälder, der bergbau und jetzt auch noch ölbohrungen. und von all dem hat die bevölkerung am wenigsten profitiert.

Antworten Gast: Tintifaxx
16.07.2010 09:15
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Re: wahnsinn pur

Ich stimme Ihnen absolut zu, aber man muss auch bedenken, dass die Umweltzerstörung im Namen des Öls nur deswegen erfolgt, weil wir dieses Öl kaufen. Der eigentliche Antrieb hinter dieser Maschinerie der Gier sind unsere Autos...

Re: Re: wahnsinn pur

da liegst du ziemlich daneben. Öl bzw. seine Nebenprodukte ist in vielen alltäglichen Produkten enthalten. Mit der Maschinerie der Gier (jedoch der oberen "Eliten") liegst du richtig.

Gast: GastA
16.07.2010 07:44
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Na Bravo !

13.000 Barrel (159 Liter)
Bitte fallweise die Artikel korrekturlesen!

Gast: Otto F. Krammer
16.07.2010 07:36
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"Wenns dem Esel zu gut geht, tanzt er auf dem Eis"

Da würde ich nicht gerne wohnen, wenn dabei so ein Malheur passiert, wie in USA.
Nur wegen des Benzin für das Statussymbol Automobil werden Risken eingegangen, welche verglaichbar sind, mit einem GAU.
Warum arbeitet nicht die vernünftige Welt an der
Gewinnung von Umweltenergie,obwohl dies weltweit möglich erscheint?
Ein schrittweiser Ausstieg aus dem Erdöl ist machbar, nur muss damit konsquent begonnen werden.
Insbesondere Brasilien, welches sich am Sonnengürtel befindet, hätte alles Antun, sich
mit Sonnenkraftwerken zu beschäftigen und das riskante Tiefseebohren unterlassen, es läuft auch nicht davon, dass man fürchten müsse es nicht einzufangen.
In Südamerika, wo sich die größten Tagbaustätten für Lithium befinden, gäbe es keine Not an Energiespeichern, die sollten diese Gelegenheit nützen und nicht an einer
veraltenden Technologie festhalten.