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„Basel III“ gefährdet bis zu 46.000 Jobs

21.07.2010 | 18:21 |   (Die Presse)

Laut IHS könnten die Banken die Kreditvergabe um 20 Prozent zurückfahren.

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Wien (höll). Strengere Eigenkapitalvorschriften für die Banken würden auch die Realwirtschaft empfindlich treffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch präsentierte Analyse des Instituts für Höhere Studien (IHS) im Auftrag der Wirtschaftskammer. Weil die Banken mehr Eigenkapital vorhalten müssen, könnten weniger Kredite vergeben werden. Im schlimmsten Fall würden die Institute das Kreditvolumen um bis zu 20 Prozent zurückfahren, warnt IHS-Chef Bernhard Felderer: „Der realwirtschaftliche Schaden wäre beträchtlich.“

Die neuen Regeln könnten dazu führen, dass das Bruttoinlandsprodukt in fünf Jahren um 2,49 Prozent niedriger ausfällt. Dies würde wiederum den Verlust von bis zu 45.900 Arbeitsplätzen bedeuten. Die Studie basiert auf der Befragung von sieben Banken, die in Summe 55 Prozent der österreichischen Finanzbranche abdecken. Seit Monaten laufen die Banken gegen die neuen Vorschriften – im Fachjargon Basel III genannt – Sturm. Erst am Wochenende hatte die Bank Austria eine Studie präsentiert, wonach die heimischen Institute jährlich bis zu 9,6 Mrd. Euro brauchen könnten, wenn alle derzeit diskutierten Steuern und Auflagen kommen. Allein bei den Banken würden deswegen bis zu 10.000 Jobs gefährdet sein.

Felderer und Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl fordern daher, Basel III zu einem späteren Zeitpunkt einzuführen, sonst wäre der ohnehin nur schwach vorhandene Wirtschaftsaufschwung gefährdet. Ursprünglich sollten die Regeln Ende 2012 in Kraft treten. Doch weltweit setzen sich die Regierungen für eine Verschiebung ein. Für keine gute Idee hält Felderer die Einführung einer Bankensteuer in Österreich. Denn nun sei es wichtiger, dass die Institute ihr Eigenkapital erhöhen, um für künftige Krisen gewappnet zu sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.07.2010)

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2 Kommentare
Gast: Kein Parteiloser
23.07.2010 12:02
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Basel III gefährdet Jobs

Der 4. Absatz ist für mich absolut unverständlich. Kappen von höheren Risikofaktoren? Bessere Konditionen? Gerade Basel II und Basel III führt doch dazu, dass die Kredite teurer werden. Die Kondition richtet sich nach dem Risiko. Geringes Einkommen - hohe Zinsen. Hohes Einkommen - gute Bonität - niedrige Zinsen. Dieses System führt dazu, dass die reichen wieder mal immer mehr bekommen und die Armen nichts merh investieren können (keine Startwohnung für Jungverdiener, keine Wohnungseinrichtung für jene, die erst zu arbeiten beginnen usw. usw.)
Kleingewerbler, die kurzfristig einen Überbrückungskredit brauchen, werden in den Konkurs getrieben, große Konzerne, die die Gewinne je nach Bedarf in jene Länder verschieben, wo es gerade am günstigsten für sie ist, ziehen aus diesem System noch einen Nutzen. Hier ist eigentlich der Wurm drinnen und damit gebe ich Felderer vollkommen recht.

Gast: Parteiloser
22.07.2010 11:06
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Wir haben eine Schuldenkrise, ein Zurückfahren des Kreditvolumens um 20% ist auf jeden Fall erforderlich!

Unsere Schuldenkrise in Europa hat die Staaten befallen, die Unternehmen, aber auch einen Teil der Menschen.

Es wäre doch nur sinnvoll, wenn die Staaten endlich mit der Schuldenrückzahlung beginnen würden und damit deren Schuldenkrise wirksam bekämpfen. Wenn es brauchbar gemacht wird, und sich die Parteibonzen nicht mehr so exzessiv bedienen, dann hat es keine Auswirkungen auf ein reales Wirtschaftswachstum.

Es wäre auch nur sinnvoll, wenn die Unternehmen endlich die Eigenkapitalquote nach oben bringen könnten. In diesem Fall hängt das hauptsächlich von den gesetzlichen Regeln ab und wäre wieder in der Verantwortung der Regierung. Die Regierung bräuchte dann nur noch für ein Marktumfeld zu sorgen, welches Gewinne möglich macht, dann gehen auch die EKQ nach oben. Diese Notwendigkeit würde den Kreditbedarf automatisch senken. Das würde aber eher Wirtschaftswachstum bedeuten!

Bei den Privaten wäre es in der Verantwortung der Banken die Kredite nur vernünftig zu vergeben. Die höheren Risikofaktoren sind zu kappen. Das kann aber leicht kompensiert werden, indem die Banken brauchbarere Konditionen anbieten. Geld ist heute viel zu teuer, treibt daher die Menschen in die Zinseszinsfalle, bzw. verhindert eine Investition, weil diese nicht leistbar ist.

Es sind die Banken und die Staaten, welche schlecht für die Volkswirtschaft sind und zu viel an realwirtschaftlicher Leistung absaugen. Das hat mit Basel III kaum was zu tun.

Die Parteibonzen versagen, inkl. WKO und IHS