Der börsenotierte Online-Glücksspielkonzern bwin fusioniert nun doch mit der britischen PartyGaming. Die beiden Unternehmen gründen zu diesem Zweck eine neue Gesellschaft nach Europäischem Recht (SE), die ihren Sitz auf Gibraltar haben wird. bwin wird an der neuen Gesellschaft, die noch keinen Namen hat, mit 51,6 Prozent und PartyGaming mit 48,4 Prozent beteiligt sein.
Die Fusion soll im ersten Quartal 2011 abgeschlossen sein. bwin wird sich anschließend von der Wiener Börse zurückziehen, die neue Gesellschaft wird nur noch an der Londoner Börse notiert sein, teilte bwin am Donnerstag ad hoc mit.
Kein Pflichtangebot an Aktionäre
Der geplante Zusammenschluss von bwin mit PartyGaming sieht kein Pflichtangebot an die bwin-Aktionäre im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes vor, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Kernaktionäre beider Gesellschaften hätten sich verpflichtet, in den jeweiligen außerordentlichen Hauptversammlungen, die für das erste Quartal 2011 geplant sind, für den Zusammenschluss zu stimmen. Die Verschmelzung solle dann "bald" nach den Versammlungen durchgeführt werden. Die Aktien von bwin stiegen nach der Ankündigung um mehr als 25 Prozent.
Chefs der neuen Gesellschaft, einer auf Gibraltar ansässigen SE, wird bwin-Co-CEO Norbert Teufelberger und PartyGaming-Boss Jim Ryan. Finanzdirektor wird der PartyGaming-CFO Martin Weigold, die Funktion des Chief Operating Officer (COO) soll der bisherige COO bei bwin, Joachim Baca, übernehmen. Weiters werde nach Durchführung des Zusammenschlusses ein "neuer und unabhängiger" Aufsichtsratschef bestellt.
Der Co-Chef von bwin, Manfred Bodner, soll in das Kontrollgremium der neuen Gesellschaft wechseln und werde für die Markenintegration sowie die strategischen Verkaufsthemen zuständig sein.
Marken bleiben erhalten
Darüber hinaus entsenden sowohl bwin als auch PartyGaming eine jeweils gleiche Anzahl geschäftsführender und nicht geschäftsführender Vertreter in die jeweiligen Gremien der gemeinsamen Gesellschaft.
Auch nach dem Zusammenschluss von bwin und PartyGaming bleiben die eigenständigen Marken der beiden Unternehmen bestehen "und entsprechend regionaler und produktspezifischer Kritierien aufgeteilt", sagte bwin-Co-Chef Manfred Bodner der APA. In den USA werde man im Poker-Bereich eher die Marke PartyGaming forcieren, in Europa die Marke bwin.
Die neue Gesellschaft, die aus Lizenz-Gründen in Gibraltar sitzen wird, werde mit "großer Wahrscheinlichkeit" in den Londoner Leitindex FTSE 100 kommen. Technisch gesehen werde das neue Listing auf die bestehende Notierung der PartyGaming aufgesetzt, erläuterte Bodner, der der neuen Gesellschaft vorerst für drei Jahre als Verwaltungsrat zur Verfügung stehen wird.
(APA)
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