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Deutsche Anwälte: Swift-Abkommen verfassungswidrig?

05.08.2010 | 14:02 |   (DiePresse.com)

Der Austausch von Kontodaten verletze das informelle Selbstbestimmungsrecht, außerdem könnten zum Beispiel die Daten aller Bayern wegen eines Verdächtigen Münchners angefordert werden.

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Wenige Tage nach dem Inkrafttreten hat der Deutsche Anwaltverein verfassungsrechtliche Bedenken gegen das Swift-Abkommen zwischen der EU und den USA angemeldet. Der Austausch von Kontodaten verletze in der aktuellen Praxis unter anderem das informationelle Selbstbestimmungsrecht, erklärte der Vorsitzende des DAV-Ausschusses Informationsrecht, Helmut Redeker, am Donnerstag in Berlin. Kritik an dem Abkommen hatte bereits der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar geäußert.

Weitergabe an fragwürdige Staaten

Redeker monierte, bisher gebe es für die europäischen Behörden bei der Prüfung einer Anforderung nur Vorschriften hinsichtlich des Verfahrens, nicht aber hinsichtlich des Inhalts. Darüber hinaus sei die Weitergabe der Daten auch an dritte Länder vorgesehen, ohne dass sie in irgendeiner Weise eingegrenzt würden. Das betreffe auch solche Staaten, "die selbst keine demokratische Ordnung haben" und in denen ein rechtsstaatliches Verfahren nicht gesichert sei, erklärte Redeker. "Dies, verbunden mit dem weiten Anwendungsbereich, lässt das Abkommen verfassungsrechtlich nicht akzeptabel erscheinen."

Keine saubere Abgrenzung

Schaar hatte "schwerwiegende Datenschutzmängel" an dem Abkommen festgestellt. Bei der Übermittlung von sensiblen Finanzdaten zur Terrorfahndung würden "unverzichtbare und bewährte Standards unterlaufen". Weder der Umfang der Datenübermittlung noch die Kriterien für den Datenzugriff seien sauber eingegrenzt. Die vorgesehene Speicherungsdauer von fünf Jahren sei unverhältnismäßig und die Datenschutzkontrolle lückenhaft.

Das EU-Parlament hatte dem Abkommen nach zähen Verhandlungen mit den USA Anfang Juli zugestimmt. Es trat am Sonntag in Kraft und soll den internationalen Kampf gegen den Terrorismus unterstützen.

Ein Verdächtiger, alle Daten

US-Behörden werden auf Anfrage komplette Datenpakete aus dem Land oder der Region übermittelt, in der eine verdächtige Person vermutet wird. Bei einem Verdächtigen aus München könnten etwa die Namen sämtlicher Kontoinhaber aus Bayern in den Händen der US-Fahnder landen.

Die USA dürfen die Datenpakete fünf Jahre lang speichern. Die EU will binnen fünf Jahren ein eigenes System zur Analyse der Finanzdaten aufbauen. Danach müssten keine Informationen mehr nach Washington übermittelt werden.

SWIFT ist ein in Belgien ansässiger Finanzdienstleister, der täglich Millionen Transaktionen zwischen 8.000 Banken weltweit abwickelt.

(Ag.)

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7 Kommentare
Gast: Geckomuck
10.08.2010 20:09
0 0

Big Brother laesst Gruessen

Weltweite vernetzung von daten ohne persoenlichkeitsrechte oder selbstbestimmung ueber die intimsten daten fuer alle autoritaeten der welt die sich verschworen haben. Jeder der sich auflehnt ist verdaechtig etwas verbrochen zu haben oder mit dem terrorrismus oder kinderschaenderei zu tun zu haben. (Totschlag argumente fuer alles und jedes gegen jeden der noch die werte der alten welt vertritt.)

Schoene neue welt

1884 ist schon lange her!

Welcome to the future!

Gast: Gerhard Huber
06.08.2010 22:23
0 0

Swift-Abkommen verfassungswidrig?

Alles nur Lügen der Politik. Unter dem Deckmantel des Terrors kann man alles verstecken, das glauben zumindest die Politiker. Die deutschen Politiker verraten und verkaufen das deutsche Volk. Was mit Volkverrätern passiert, ist allen bekannt. Der Tag der Abrechnung wird kommen. Was macht da der Datenschutzbeauftragte?? Lolll, was brauchen wir solche Pfeifen, die auch noch unsere Steuergelder verprassen...weg mit dem Datenschutzbeauftragten und Innenminister. Diese Politiker sind keine Volksvertreter, sondern nur noch VOLKSVERRÄTER!!!

Gast: Bravbürger
06.08.2010 14:42
1 0

Vorwand

Die ganze Terrordiskussion ist auch Vorwand Personen und Länder auszuspionieren. Das hier ist wieder ein Beweis.
Wer hat denn die Taliban seinerzeit aufgepäppelt?
Das waren die Amerikaner!

Gast: Deutscher Bürger
06.08.2010 12:00
2 0

Das ist Hochverrat!

Die Verantwortlichen dürfen sich ihrer Verantwortung und Strafe nicht entziehen ...

Antworten Gast: "Oberlehrer" - bitte nur ironisch gemeint!
06.08.2010 22:32
0 1

Re: Das ist Hochverrat!

Nein, das ist "nur" Landesverrat, wenn ich
Sie - sind mir unbekannt - aber jetzt zur
Tötung eines Regierungsmitgliedes wegen
der Genehmigung dieses Datenklaus auf=
fordern würde, käme das einer Aufforde=
rung zum Hochverrrat gleich!
Na ja, wir wollen mal die Kirche im Dorf
lassen, unsere Politiker begehen nämlich
Eidbruch gegen ihren "Souverän" am
laufenden Band, wofür sie längst vor Gericht gehörten, da spielt dieser Daten=
verrat eine untergeordnete Rolle!
Gute Nacht, Deutschösterreich, deine
selbstgewählten Politiker haben dich
schwer betäubt und rauben den schla=
fenden Bürger jetzt völlig aus! Das gibt
ein böses Erwachen!

ASTRO-WOLF
06.08.2010 11:50
1 0

In Wahrheit ist alles ganz anders!

Noch vor Monaten galt die SWIFT-Geschichte als erledigt. Brüssel hat stolz verkündet, dass man KEINE DATEN europäischer Kontoinhaber an die USA weiter leiten wird.

Und jetzt? „Das Abkommen enthält insbesondere im Hinblick auf den Rechtsschutz und den Datenschutz deutliche Verbesserungen gegenüber dem Interimsabkommen“, sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin.

Dabei ist doch ohnehin egal, welchen Rechtsstatus wir nach außen offiziell haben - denn JEDER "Geheimdienst" (= FINANZAMT) holt sich ohnehin jene Bankdaten von uns "Terroristen", die er gerade braucht.


Gast: Kibietz
05.08.2010 15:53
3 0

EU wird zum 53. US-Bundesland

Mehr als die Hälfte des Weges ist bereits gegangen,
Ein europäischer Superstaat wurde geschaffen jetzt müssen die Amis nur mehr die Verwaltung unter Ihre Kontrolle bringen und das gelingt Ihen ja bisweilen ganz gut.