23.02.2012 12:06 | Meine Presse Merkliste 0

Weltbank-Chef: "Goldpreis ist ein Riesenproblem"

10.11.2010 | 12:49 |   (DiePresse.com)

Die Verwendung von Gold als alternative Anlagemöglichkeit sei ein Warnsignal, sagt Robert Zoellick. Es bedürfe einer Lösung durch die Politik. Eine Rückkehr zu einem starren Wechselkurs-System will er nicht.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

In der Debatte um die Zukunft des globalen Währungssystems hat sich Weltbank-Präsident Robert Zoellick gegen einen Gold-Standard ausgesprochen und damit seine früheren Äußerungen präzisiert. "Ich plädiere nicht dafür, zum 19. Jahrhundert zurückzukehren, als die Geldversorgung an Gold gekoppelt war", sagte Zoellick am Mittwoch in Singapur. Da sei er von Kritikern missverstanden worden, sagte Zoellick laut "Financial Times".

Allerdings unterstreicht Zoellick die Bedeutung des Goldpreises für das internationale Währungssystem. "Es gibt ein Riesenproblem, und ich will, dass die Leute dieses wahrnehmen", sagte Zoellick zum Thema Gold. Es sei wichtig, dass die Regierungen der G20 über die Währungen hinaus blickten und sich auch auf volkswirtschaftliche Fundamentaldaten stützten. Die Märkte würden Gold bereits als alternative Anlagemöglichkeit nutzen, weil das Vertrauen schwinde. Gold sei so eine Absicherung gegen Ungewissheiten. "Das bedeutet, dass es ein Problem gibt, das einer Lösung bedarf."

Goldpreis auf über 1400 Dollar gestiegen

Zoellick sieht den hohen Goldpreis  - er schnellte am Dienstag erstmals über 1400 Dollar je Feinunze - als Indikator dafür, dass sich die Welt auf ein neues monetäres System zuwende, in dem der Dollar nur mehr eine von mehreren Reservewährungen mit flexiblen Wechselkursen sei.

Der Preis für Gold ist mittlerweile auf ein Rekordhoch von mehr als 1400 Dollar (1004 Euro) je Feinunze geklettert, vor allem wegen der Sorgen über die Dollar-Schwäche.

Zoellick will neues Wechselkurssystem

Zoellick hat sich bereits zu Wochenbeginn in einem Gastbeitrag für die "Financial Times" für ein neues System internationaler Wechselkurse ausgesprochen, in dem auch ein neuer Gold-Standard definiert werden sollte. Dieses System könnte das in den 1970er Jahren gescheiterte Bretton-Woods-Abkommens über feste Wechselkurse ersetzen, sagte Zoellick.

An diesem System müssten wahrscheinlich der Dollar, der Euro, der Yen, das britische Pfund und der chinesische Renminbi beteiligt sein. "Auch sollte das System in Betracht ziehen, Gold als einen internationalen Bezugspunkt für Markterwartungen zu Inflation, Deflation und künftigem Währungswert zu nutzen. Laut Lehrbuch gilt Gold zwar als altes Geld, doch die Märkte nutzen Gold heute als alternative Form von Geldanlagen", schrieb der Weltbank-Präsident.

"Bretton Woods III"

In Singapur bekräftigte Zoellick, die Weltwirtschaft bewege sich nach seiner Auffassung in Richtung eines "Bretton Woods III"-Systems. Das heutige System freier Wechselkurse bezeichnet er dabei als das "Bretton Woods II"-System. In der Volkswirtschaft wird das nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführte und Anfang der 70er Jahre gescheiterte System fester Wechselkurse als Bretton-Woods-System bezeichnet. Es basierte auf dem US-Dollar als Ankerwährung, die mit Gold hinterlegt war.

Ökonomen halten einen Gold-Standard mehrheitlich für falsch. Ein Argument ist, dass die Geldmenge dann wegen der Endlichkeit der Goldvorräte nur begrenzt steigen könne, was zu Deflation führen würde. Derzeit werfen sich weltweit mehrere Länder gegenseitig vor, die eigene Währung schwächen zu wollen, um der Exportwirtschaft Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

44 Kommentare
 
1 2
Gast: Hans v. Gauther
11.11.2010 14:32
0 0

Dollar zu Gold

@Digital
Nicht eine Unze für einen Dollar, sonden 35 Dollar für eine Unze!!!

Antworten Digital
12.11.2010 00:12
0 0

Re: Dollar zu Gold

Danke für diese wichtige Korrektur, die in der Geschwindigkeit passierte. Digital

census
11.11.2010 14:27
1 0

Gold als alternative Anlagemöglichkeit sei ein Warnsignal?!!

Aber nur für die Währungsspekulanten und Finanzjongleure die mit wertlosen Papierkram die Leute um ihr sauer verdientes Geld bescheißen!

Digital
11.11.2010 13:53
0 0

Bretton-Woods nicht "gescheitert"

In dem Artikel wird fälschlich behauptet, die Währungsordnung von Bretton-Woods wäre in den 1970-ern "gescheitert".
Nein, sie wurde durch einen Federstrich des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon zwecks Finanzierung des US-Vietnahmkrieges im August 1971 abgeschafft um den ungezügelten Dollar-Druck zu ermöglichen.
Basis der Währunsgordnung von Bretton-Woods war, dass die USA jederzeit für einen US-Dollar eine Feinunze Gold in bar auszahlen würden. So machten sie den USD zur Leitwährung.

Nur: Je mehr sie (Papier)Dollars zur Finanzierung ihrer Kriegsführungen, vor allem gegen Vietnamen, druckten, um weltweit Güter und Leistungen zu beziehen und Vasallenregime zu finanzhieren - umso mehr liefen sie "Gefahr", dass andere Regierungen nach dem Muster von De Gaulles Frankreich die Papier- und Buchgeld-Dollars gegen US-Gold einlösten. De Gaulle misstraute den USA - zu Recht! - auch und ließ die französischen Goldbestände in den USA ("Fort Knox") nach Frankreioch zurück holen. Danach getraute sich das kein einziges westeuropäisches Land mehr - weil gegen jede solche Regierung durch die US-Propagandamaschinerien von Hollywood angefangen eine Riesenkampagne inszeniert wurde. (Der Sturz von De Gaulle und dessen Ersatz durch den Rothschild-Generaldirektor Pampidou wird auf US-Intrigen zurück geführt.- Zudem hatte De Gaulle 1967 beim israelischen Überfall auf die arabischen Nachbarstaaten den Israelis Waffenlieferungen verweigert!).

Digital
11.11.2010 13:41
0 0

Kein Wunder!

Nachdem durch das wilde Banknotendrucken zur Finanzierung des US-Staatshaushaltes und der Finanzierung des Handelsbilanzdefizits das Vertrauen in die US-Papierwährung schwindet - flüchten die Leute und Anleger eben (auch) ins Gold! Sogar der Chedfökonom der Deutschen Bank gab jüngst zu, dass er auch teilweise in Gold anlegt. Vor 10 Jahren hätte sich der Mann das nicht zu denken, geschweige denn zu sagen gewagt.
Nein, die USA haben sich durch ihre Kriegsabenteuer und dafür die hohen Staatsausgaben selbst in diese Lage gebracht. Die eigene Realwirtschaft wurde längst qualitativ wie quantitatiov herunter gewirtschaftet (am Sichtbarsten bei der Autoindustrie) und mit Ausnahme von Rüstungsgütern und Hollywood-Junk "produzieren" sie kaum mehr international wettbewersfähige Güter. Und der "Export" von den inzwischen berüchtigten "Wertpapier-Derivaten" der Marken Lehman Bros, Goldman-Sachs et al stößt nicht einmal mehr bei den Ölscheichs auf Begeisterung. Deshalb müssen denen ja enorme Mengen für sie ohnedies unnötiger wie unbrauchbarer Rüstungsgüter aufgenötigt werden. Warum? Die sollen dort schon dann für die USA-Kriegstreiber zur Benutzung zur Verfügung sein, wenn der Krieg gegen den Iran ausgebrochen wird. Die heutige Propagandatrommel dafür ist genau die gleiche wie jene mit den "Massenvernichtungswaffen des Saddam Hussein, die in 45 Minuten Westeuropa erreichen" - aber leider nie existierten...

quernuss
11.11.2010 11:34
0 0

Fordert Weltbank-Chef Zoellick zwischen den Zeilen ein Goldverbot?

http://www.quernuss.com/2010/11/fordert-weltbank-chef-zoellick-zwischen.html

Gast: Peter Meyer
11.11.2010 11:33
0 0

Karnevalserwachen

konnte man schon zu Nikolaus 2006 sehen:

youtube.com/user/damepeme

Der Schmelzpunkt von Gold liegt bei 1064,18°C.

Nach dem Abkühlen ist es wie neu :-)

Gast: Peter Meyer
11.11.2010 11:20
0 0

It´s all about confidence, stupid

Als Trigger lebhafter öffentlicher Diskussionen auf den Marktplätzen empfehle ich einen Blick in den R€$€T-Shop auf www.goldvertrauen.de

Let´s get loud!

Schweigemarsch nach Berlin und Brüssel?

T-Shirt-Party?

Wenn Deine starke Brust es will, stehen alle Druckmaschinen still ...

Gast: Dr. Gold
11.11.2010 08:47
2 0

Was er will ...

... wird bald niemandem mehr interessieren, denn Gold ist das Geld der Gelder und reagiert nach Fakten und nicht nach Wünschen einzelner selbst ernannter oberste Weltbank Fuzzis oder irgendwelchen Theorien.

Klar ist natürlich, sobald sich Gold remonetarisiert und wie schon hunderte Jahre zuvor, wieder zur Weltwährung wird, sind Zentralbanken und Weltzentralbanken und die daran hängenden Posten überflüssig.

Sobald das die Leute behirnen dass Gold das ultimative Geld ist, ist das derzeitige ZB System so schnell hinweggefegt und landet im Abfluss der Geschichte samt deren Wichtigtuer die diesen Institutionen vorstehen und deren Hauptaufgabe auch darin bestand, den Goldpreis so zu manipulieren, dass sich kein Signal aufbaut.

Aber diese Zeiten sind nun bald vorbei ....

Gast: Thomas Völker
11.11.2010 07:19
2 0

Quo Vadis?

Die Argumentation von Zoellick ist völlig hirnverbrannt. Ausweitungen der Geldmenge gereichen IMMER dem Erstinverkehrbringer zum Vorteil, da dieser zu alten PReisen am Markt kauft. Die Zeche bezahlen alle anderen und die Sparer, die verarmen.

Zudem wird ständig Gold gefördert, die Geldmenge würde also sowieso steigen. Nur: Bei einer Goldgedeckten Währung kann man nicht mal eben "aus Luft" 500 Milliarden generieren - die Geldmengenerweiterung wäre also begrenzt. Das will aber weder Politik noch der gute Herr Zoellick. Wieso nicht? WEM nützt dies?

Gast: Markus Trullus
10.11.2010 18:00
2 3

ganz einfach

warum? weilst Gold in den Hosensack stecken kannst und ab die post, nur weg hier, wenn alles zusammebricht... und das kommt wie das Amen im gebet!!!!

enzo
10.11.2010 16:23
0 0

Das Gold ist nicht das Problem

Den wenn die Staaten es für notwendig halten gibt es ganz einfach "" Zwangsenteignung " wie 1933 in den USA und ebn so ab 1939 in Österreich.

Antworten Gast: Fleischer
10.11.2010 19:30
3 0

Re: Das Gold ist nicht das Problem

wo ist das Problem - wir sind doch nun alle vorgewarnt - und die langen Predigten zum anonymen Kauf sind ja nicht völlig umsonst - übrigens ist Silber ohnehin das bessere Gold

1 0

Re: Re: Das Gold ist nicht das Problem

Silber hat Vorteile, ist aber aufgrund der geringeren Wertdichte recht unhandlich.

Antworten Antworten Ameeon
10.11.2010 22:46
0 0

Re: Re: Das Gold ist nicht das Problem

Mein Zahnartz ist da anderer Meinung.

Boris
10.11.2010 16:23
1 3

Es ist eine historische Erfahrung

wenn die US kontrollierte Weltbank etwas vorschlägt oder meint (in de facto 100% der Fälle steckt eine Riesensauerei dahinter) , dann war man immer mit der Annahme des spiegelbildlichen Gegenteils gut bedient.

Vorausgesetzt man hatte Interesse an Fakten.

In diesem Fall scheint (die Ausnahme der Regel) ein Korn Wahrheit in der Aussage zu stecken.

Faktum ist - der Globo kommt und und in seiner Gewichtung werden Gold und andere Rohstoffe den wesentlichen Anteil im Warenkorb stellen. Den Dollar wird es dann als intern. Verrechnungswährung nicht mehr geben - hoffentlich. Denn dann haben wir auch die den Globus aussaugenden Rothschilds und den Rest der Meschpoche von unserem Buckel.


Gast: Eurrora
10.11.2010 16:10
0 0

Nicht der Goldpreis ist das Riesenproblem,

sondern der Dollar ,welcher ständig nachgedruckt wird und daher in den Keller rasselt. Das Problem der USA ist,das nur einige WENIGE bestimmen wo es lang geht und dieselben sich erfreuen ,die Weltbürger bei der Nase herum zu führen.

Antworten Gast: a b
10.11.2010 16:21
0 0

Re: Nicht der Goldpreis ist das Riesenproblem,

entschuldung heißt das im fachjargon

Gast: geologischer EM-Fan
10.11.2010 16:04
1 0

Goldstandard existiert längst

und das seit tausenden Jahren Menschheitsgeschichte..nicht dabei zu vergessen ist *SILBER*, das als Geldmetall in der Geschichte meist gebräuchlicher war als Gold.

Bei uns früher war AG in den Fünfer- & Zehnerschillingen, in den USA im Dollar, in China bis die 40er Jahre usw..

Diese Tatsache -EM`s als GELD- wurde letztes Jahrhundert lediglich zunehmend bewusst negiert bzw. mit Macht zurückgedrängt..
USA Anfang der 70er..

Sobald FIATgeld wieder mal stärker kriselt bzw. wg. der Zinseszins-Geldvermehrungs-Exponentialkurve der GeldVERMEHRUNG zwangsläufig zu kollabieren beginnt, als GELDSYSTEM, kommt diese verflixte Eigenschaft der EM`s als *EIGENTLICHES GELD* wieder hoch...ähnlich wie bei einem Vulkanausbruch..;-)

Ob das wem passt oder nicht

Gast: erwinius
10.11.2010 16:02
1 2

desinfoterminator

da sieht man wieder die "wahren" Fachleute, von wegen Produktionskosten von 150 Euro und von wegen jede Menge vorhanden.
Wetten, daß in den meisten Zentralbanken gar kein Gold mehr lagernd ist!!!
Besser wäre es, wenn sich der Herr desinfoterminator Zugang zu den wirklichen Beständen verschaffen würde, dann braucht er den Namen"desinfo" nicht mehr in seinem Nick verwenden

0 0

…tadelloser Salto rückwärts


Im Erdkern gibt es so viel

Gold das man die Erde mit einer 4m dicken Schicht überziehen könnte.
Und es ist nur eine Frage der Zeit bis man es fördern kann. Und ausserdem füllen sich die Lagerstätten nach ca. einer Generation wieder. Wer also eine Mine hat ist besser dran als die USA mit der FED. Wollen wir das?
Nein? Also….

Antworten Gast: geologischer EM-Fan
10.11.2010 15:35
2 1

Re: Im Erdkern gibt es so viel

der Erdkern (Zentrum) ist in ca. 6000 km Tiefe, und bis jetzt sind die tiefsten Bohrungen bis ca. 12 (ZWÖLF) km gelungen...und spätestens dann, wenn mit *bester* Zukunftstechnologie der Erdkern mit seiner FLÜSSIGEN Magma erreicht werden könnte, stellt sich die Frage mit welchem unzerstörbarem GESTÄNGE dann dieses Gold z.B. auf die Erdoberfläche geholt werden könnte..

So, werter Hr. Dieter Zakel, MA, SIE sind dran mit realistischen Erklärungen..;-)

Antworten Antworten Gast: geologischer EM-Fan
10.11.2010 15:52
0 1

Re: Re: Im Erdkern gibt es so viel

..sorry; ergänzende Korrektur meines Kommentars; der hoch goldhaltige innere Erdkern (ca. 1200 km Durchmesser) selbst ist fest, zwischen Kern & Erdkruste befindet sich ein 2900 km mächtiger Erdmantel, und diese sind goßteils in Form FLÜSSIGEN Gesteins..

Die Erdkruste ist nur 50 - 70 km dick.


Antworten Antworten Antworten Gast: isaak Newton
11.11.2010 15:20
1 0

Re: Re: Re: Im Erdkern gibt es so viel

Die Idee, das Gold würde sich im Mittelpunkt sammeln, stimmt nicht, weil dort Schwerelosigkeit herrscht. Es wäre daher auf ein riesiges Volumen verteilt, in dem es in leicht erhöhter Konzentration vorkommt.
Das Gold fällt eben nicht ganz hinunter....

 
1 2

Erstmals in Österreich

  • Sichern Sie sich jetzt die Jahresvorschau des renommierten Magazins "The Economist", erstmals mit Österreichschwerpunkt aus der Wirtschaftsredaktion der "Presse".

    Für "Presse"-Abonnenten statt 6,90 nur 4,90 Euro.