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Irland in der Krise: "Der hässlichste Gaul Europas"

23.11.2010 | 13:35 |   (DiePresse.com)

Unfertige Bungalows und Bauskelette: 620 Geistersiedlungen gibt es in Irland. Und ein weiteres Problem wird bekannt: Jenes der streunenden Pferde.

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Die irischen Banken verspekulierten sich mit überteuerten Immobilien, der Staat musste sie mit Milliarden stützen. Die Ratingagenturen erwägen daher nach der EU-Rettungsaktion für Irland eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit. Fitch warnt, es gebe eine große Unsicherheit über weitere Verluste im Bankensystem des Landes - etwa im Geschäft mit Hypotheken für Immobilien.

Auch Immobilien-Experten warnen einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) zufolge davor, dass ein anhaltender Preissturz von Gewerbeimmobilien, privaten Häusern und Wohnungen die Belastungen für die irische Staatskasse weiter anwachsen lassen könnte. Ein Ende des Bebens am irischen Immobilienmarkt sei jedenfalls nicht abzusehen.

Das Überangebot sei riesig, schreibt die "FTD". Demnach stehen in Irland insgesamt rund 300.000 Neubauten leer. Die Lage würde der von Spanien ähneln. Die Immobilienkrise brachte auch die irischen Banken - wie Anglo Irish, Allied Irish oder Nationwide - in Bedrängnis. Sie hatten sich seit Jahren mit kurzfristigen Krediten für ihre langfristigen Immobiliendarlehen refinanziert. Nach der Lehman-Pleite im September 2008 sahen sie sich über Nacht mit eingefrorenen Kreditmärkten konfrontiert. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Geschäftsmodell den Immobiliensektor bereits zu einem Fünftel der Wirtschaftsleistung Irlands aufgebläht, berichtet die "FTD".

Geistersiedlungen prägen die Landschaft

Die "Frankfurter Rundschau" berichtet unter dem Titel "Die Ruinen des Reichtums" davon, dass "Geistersiedlungen" und "Geisterpferde" die Landschaft in Irland prägen würden: "Nicht etwa, weil der Landstrich entvölkert wäre. Sondern weil es nach dem irischen Wirtschaftsboom und seinem abrupten Ende mehr Neubauten als Bewohner gibt. Das Institut für Raumordnung der Uni Maynooth hat überall in der Grafschaft Leitrim "Geistersiedlungen" ausgemacht: leerstehende Neubauten, unfertige Bungalows, Bauskelette. Die Gerippe blieben übrig, als die Banken zusammenbrachen und das Baugewerbe starb".

In Irland sei lange gedankenlos am Bedarf vorbeigebaut worden - so als sei die ganze Insel ein riesiges Monopoly-Spiel, heißt es in dem Bericht weiter. "Je mehr ich mich mit der Sache beschäftige, desto mehr frage ich mich: Was, zum Teufel, war da los?", sagt Rob Kitchin vom Institut für Raumordnung in Manooth. Er hat allein in der Grafschaft Leitrim, der bevölkerungsärmsten in Irland, 21 Geistersiedlungen gezählt. Eine Geistersiedlung definiert er als Bauprojekt mit zehn oder mehr Häusern, von denen mindestens die Hälfte unfertig oder unbewohnt ist. 620 gebe es davon in ganz Irland.

"Wir werden viele Pferde töten müssen"

Neben den Geistersiedlungen gibt es aber auch ein anderes Phänomen zu beobachten: Jenes streunender Pferde. Das Immobilien- und Schulden-Desaster hat laut "Spiegel Online" eine bisher kaum beachtete Folge: Mehr als 20.000 Pferde seien auf der Kriseninsel überflüssig geworden. Manche von ihnen würden in der Landschaft frei herumirren, ausgesetzt von ihren Besitzern.

Bei 70 Prozent der bei ihm eingehenden Anrufe würde es um das Thema Pferd gehen, sagt der Tierschutzinspektor Conor Dowling. Dann stehe wieder irgendwo ein Pferd auf der Kreuzung, oder neben der Autobahn. "Wir haben ein gewaltiges Problem", sagt er. Seine Ställe seien voll von Pferden, die keiner mehr wolle, berichtet "Spiegel Online". "Kaum einer wagt es laut zu sagen, aber wir werden viele dieser Tiere töten müssen", so Dowling.

Aus Pferden wurden Spekulationsobjekte

Der Wohlstand der 4,5 Millionen Iren drückte sich auch in der Anzahl der Pferde aus. Nirgendwo in Europa leben pro Kopf der Bevölkerung mehr Sport- und Freizeitpferde. So gelangten "Spiegel Online" zufolge hochgezüchtete Rennpferde in die Hände normaler Bürger. Man hoffte, nebenbei Geld zu machen: Aus Pferden wurden Spekulationsobjekte wie Immobilien. Aus vielen Bauernhöfen wurden so Gestüte.

Das ging gut, bis der Immobilien-Crash kam. Viele Züchter machten zunächst weiter, als wäre nichts passiert. Und nun können sie kaum mehr für das Futter der Pferde sorgen. "Es ist eine Schande", sagt Tierschützerin Orla Aungier.

"Der hässlichste Gaul Europas"

Wenn es um die Beschreibung der irischen Wirtschaftslage geht, wird oft vom Tod des "keltischen Tigers" geschrieben. Stattdessen fühle man sich "wie der hässlichste Gaul" Europas, klagte ein Anrufer in einer irischen Radiosendung, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

(Red.)

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98 Kommentare
 
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Gast: indie_viduum
29.11.2010 12:32
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20.000??

Leider ist das alles so nicht ganz richtig, siehe:
http://www.kobuk.at/2010/11/qualitaetsmedien-erliegen-dem-spin-einer-irischen-ngo/

Gast: Don Quichote
24.11.2010 11:47
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Wie in Irland, ...

... so in Griechenland, Madeira etc. etc. Jeder Griechenland-Segler weiß von riesigen halbfertigen Geisterhäfen zu erzählen, wo bestenfalls noch der Klabautermann anzutreffen ist, wo sündteueres technisches Equipment - zum Teil noch verpackt und für jedermann zugänglch - seit Jahren vor sich hin gammelt, alles auf Kosten der Nettozahler. In Madeira wurden Straßen gebaut, über die wir mit unseren Nettozahler-Ohren nur so schlackern können und auf denen maximal 5 Autos am Tag fahren. Nicht genug damit, bezahlen wir auch eine der größten Eu- Mannschaften, die sich eigentlich um die sinnvolle Verwendung der Steuermitteln kümmern sollte. Denkste. Die kümmern sich nur um sich selbst. Wann kommt endlich einer mit dem Vorschlaghammer und haut in diesen Sauhaufen drein? Wer befreit uns von dem widerwärtigen Gelichter, das sich auf unsere Kosten so breit gemacht hat? Wie dumm und wie dekadent muß eine Gesellschaft sein, die diese Leute auch in ihre Ämter noch wählt?

Gast: pour le merite
24.11.2010 09:45
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Dasselbe wird in ganz Europa passieren....

Die EU Bonzen und Bankster werden, nachdem sie
die europäischen Völker völlig zerrüttet,
überall Unfrieden und Zwietracht gesät und
einen gigantischen Schuldenberg angehäuft haben....

einfach locker lässig zurücktreten und die Menschen sich selber überlassen.

Lassen wir es deshalb nicht soweit kommen!

Werfen wir die EU Bande vorher hinaus!

Antworten Murray
24.11.2010 10:53
0 0

Re: Dasselbe wird in ganz Europa passieren....

Es sind nicht die EU-Bonzen, sondern die irischen Bonzen, die das Desaster zu verantworten haben. Zumindest das kommt im Artikel gut rüber: die Staatspartei hat nichts mehr zu verteilen - abgesehen von den Staatsschulden.
Wenn Sie Nägel mit Köpfen machen wollen, müssen Sie schon alle Bonzen hinauswerfen...

Fipo1
24.11.2010 09:24
0 0

Da geht er hin.....

.... der Traum vom vereinten Europa, der Wirtschaftsmacht mit einer einzigen Währung. Ausgetrickst von Spekulanten (vorwiegend amerikanischen) und schon bald überrannt und übernommen von Russen und Chinesen, die mit ihren mächtigen staatlich gelenkten Volkswirtschaften längst vor unseren Toren stehen. Alle diese Rettungsaktionen für Griechenland und Irland und vielleicht auch schon bald für Portugal und Spanien sind nur mehr sinnlos nachgeworfenes Geld. Wir stehen bald vor der größten Geldentwertung seit 1930. Und was die sogenannten Bankexperten - allen voran ein Nowotny - von sich geben, ist nur mehr parteipolitisches Gebrabbel und traurige sowie verlogene Begleitmusik des europäischen wirtschaftlichen Unterganges. Griechenland und Irland waren nur der Anfang.

Gast: Vogel Strauss
24.11.2010 08:25
0 0

Schön wärs

wenns bei uns auch so weit wäre: Regierung baba! Leider kommt nix besseres nach!

Gast: ceterum censeo
23.11.2010 23:58
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Einige Jahre Pferdeleberkäs mit Erdäpfelpürre essen

und des wird schon wieder!

Gast: Vergelter/Bioniker
23.11.2010 23:10
0 0

Geldhortung der Reichen

Die tiefste Ursache der Krise ist die Geldhortung der Reichen. Dem kann begegnet werden durch Regionalgeld mit Umlaufgebühr. Beispiel "Chiemgauer" in Südbayern.

Antworten Murray
24.11.2010 09:48
0 0

Re: Geldhortung der Reichen

Das ist völliger Unsinn - aber durchaus nobelpreisverdächtig. Ein Regionalgeld bedeutet nichts weiter als eine Abzocke der Konsumenten, deren Angebot stark eingeschränkt wird. "Schwundgeld" haben wir sowieso, das brauchen wir nicht extra einführen.
Und die Mär vom "Geldhorten" ist nichts weiter als eine steinzeitliche Denkweise. Zum einen nehmen die Sparquoten global ab statt zu, zum zweiten gibt es so etwas wie Marktmechanismen: horten die Menschen Geld, dann steigt ceteris paribus dessen Kaufkraft, damit auch der Anreiz, es auszugeben. So what?

Gast: gast
23.11.2010 22:01
0 0

BIM BIM



und baba !

Gast: Byrd1
23.11.2010 20:19
3 1

Die Iren sind uns voraus.

Als Kärntens Staatspartei das Bundesland in den Ruin getrieben hat - haben sie die Kärntner gleich nochmal gewählt ...

2 0

Lesen Sie die volle Wahrheit ueber Irland.......

Laut der Gesellschaft Germany Invest einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesregierung, vorgelegten Zahlen v Mai 2010 betrug die Aussenverschuldung Irlands

1.611 Mrd E U R O !

Da jedoch die Staatsverschuldung Irlands nur 64%/ Anfang des Jahres !/ vom BIP 163 Mrd Euro. also etwa 100 Mrd Euro betraegt, muss die Bankenverschuldung in etwa 1.500 Mrd EURO betragen, damit noch fuerchterlicher als Island!!!
Jetzt wissen Sie auch warum Herr Ackerman nach Bruessel gereist ist um dort fuer die Deutschen Banken zu sprechen!

Gast: GAST
23.11.2010 19:36
0 0

Tag 2 - jeden Tag wird es kritischer !

Auch Tag 2 nach Irland steigen die Renditen von Portugal und Spanien unaufhörlich weiter. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Portugal am Ende ist. Kein Wunder wenn die dt.Bundesregierung heute öffentlich von einer äußerst ernsten Lage beim EUR spricht.

Griechenland und Irland waren bei einem Zins von 7% k.o.

Portugal aktuell 7,01% und Spanien auch schon hohe 4,90%

http://markets.ft.com/markets/bonds.asp

Der Markt ist brutal und die Ereignisse (Portugal) kommen wohl schneller, als viele es für möglich halten.

Antworten TheDalien
23.11.2010 22:57
0 0

Re: Tag 2 - jeden Tag wird es kritischer !

Der Nowottny in der ZIB 2 war nur mehr ein nervöses Häufchen Elend all die Lügen zeigen jetzt doch psychische Spuren, vor allem da die Offenbarung der EU kurz vor der Türe steht.

Gast: Ansteckungsgefahr
23.11.2010 19:26
6 0

Seltsames in der EU und in der Presse

standen nicht gerade hier immer die absoluten Lobhudelartikel über Irland - wie super, wie toll, wie klass ?
Möglichkeit A) Wer hat die bezahlt ?
Möglichkeit B) Journalisten sind noch unfähiger in ihren Jobs als die Volksweisheit meint.

@Zensor; unbedingt wegzensurieren, denn was ein ordentlicher Journalist ist durchschaut und hinterfragt zwar nix, aber Unangenehmes oer Unbezahltes zensieren - das kann er.

Antworten Gast: Huni
23.11.2010 23:43
0 0

Re: Seltsames in der EU und in der Presse

"standen nicht gerade hier immer die absoluten Lobhudelartikel über Irland - wie super, wie toll, wie klass ?"

Hier ja. In irischen Zeitungen: Nein.

Wrtschaftsforscher und Politiker lesen ja keine ausländischen Zeitungen......In irischen Zeitungen steht schon länger das es probleme gibt...

1 0

Re: Seltsames in der EU und in der Presse

Sie haben es erkannt, gerade wurde meine Antwort auf Ihren Kommentar geloescht, weil ich mir erlaubt habe zu schreiben d zur Zeit die Tuerkei im Powerplay sei!

2 0

Kein Grund zur Panik

Aber auch kein Grund den Iren weiter Geld nachzuschießen. Da es ja nicht darum geht, die halbfertigen Objekte fertig zu bauen, und dann zu vermieten, oder verkaufen. Es braucht sie einfach niemand, auch wenn sie fertig sind. Also wofür weiter Geld vernichten. Laßt sie einfach pleite gehen, das ist natürlich hart, und trifft viele Deutsche Banken, aber das Geld ist bereits vernichtet.

Wozu noch weiteres Geld vernichten? Dadurch entsteht erst recht ein Schneeball Effekt, der dann auch andere Länder mit reißt.

Gast: deruser
23.11.2010 18:15
7 2

the end

Die EU räumt Österreich systematisch aus! In spätestens 3 Jahren sind auch wir Pleite, also raus aus der EU oder Unterhgang und was Pröll verzapft ist alles nur Lüge da er nur für Banken und Konzerne politik macht aber auf das Volk schei..t.

Antworten TheDalien
23.11.2010 22:58
2 0

Re: the end

Wenn die Haftungen Irlands und wohl auch Portugals schlagend werden SIND wir Bankrott!

Antworten Gast: Denka09
23.11.2010 20:30
0 8

Am De-fakto Konkurs von Kärnten

ist auch die EU schuld, gell. Und die riesigen Defizite der letzen Jahre hat die EU uns gemacht und nicht KHG, Molterer und Pröll, gell. Und und und...

Antworten Antworten Gast: gast
23.11.2010 22:04
1 0

Re: Am De-fakto Konkurs von Kärnten



geh, sozi, fahr ma doch mit deinem kärnten ab !!
rechnen habts ihr linxkasperl nie können, brauch ma ned, zahln eh die andern !
hier gehts um andere dimensionen !

Antworten Antworten Inomine
23.11.2010 21:33
1 0

Re: Am De-fakto Konkurs von Kärnten

mann, sie haben aber so von gar nichts eine ahnung ...

Antworten wogi77
23.11.2010 18:52
7 1

Re: the end

zum pleite machen brauchen wir die eu nicht - das schaffen wir ganz alleine! oder sind die 200 mrd. schulden die wir haben über nacht entstanden. wir (und 2/3 von europa) leben weit über unseren verhältnissen - bald zahlen wir die zeche - bald! unser schuldenberg hat ziemlich wenig mit der eu zu tun. wir leisten uns 26 sozialversicherungen, 9 fette landesverwaltungen, von den subventionen an die baulobby, bauern usw. gar nicht zu reden.

Antworten Antworten Inomine
23.11.2010 21:36
0 1

Re: Re: the end

bitte lernen´s geschichte - dann würdens auch wissen, wieso gerade die eu und ihre vorgänger-vereine und globale ngo´s die hauptschuld daran tragen - das ist realy ein wenig komplizierter als sie denken ...

Antworten Gast: Idefix1
23.11.2010 18:34
2 1

Der erste Schritt zum EU-Austritt ist das Volksbegehren

Ihrer Raus -aus-der-EU-Meinung können Sie Nachdruck verleihen:

www.eu-austritts-volksbegehren.at

 
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