Fitch senkt trotz Rettungsschirm Irlands Bonitätsnote

09.12.2010 | 15:26 |   (DiePresse.com)

Fitch hat die Iren als erste Ratingagentur aus der höchsten Bewertungsgruppe "A" gestuft. Das Rating lautet nun "BBB+".

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Auch mit dem Euro-Schutzschirm im Rücken verliert Irland an den Finanzmärkten an Kreditwürdigkeit. Die Ratingagentur Fitch verpasste dem hoch verschuldeten Land am Donnerstag eine deutlich schlechtere Bonitätsnote, was für die Regierung in Dublin die Refinanzierung abermals verteuern dürfte.

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Fitch führt Irland als erste Agentur nicht mehr in der höchsten Bewertungsgruppe A auf. Die Agentur stufte den Inselstaat um drei Noten auf "BBB+" herunter und begründete dies mit den zusätzlichen Kosten für die Restrukturierung des angeschlagenen Bankensystems und schlechteren wirtschaftlichen Aussichten.

Keine weitere Herabstufung in Aussicht

Erst Anfang Oktober hatte Fitch die Kreditwürdigkeit des Inselstaates gesenkt. Anders als damals stellte die Agentur diesmal aber keine weitere Herabstufung in Aussicht: Der Ausblick sei stabil. Vor allem wegen der ausufernden Kosten für den Bankensektor war Irland nach langem Zögern jüngst unter den Rettungsschirm der Europäischen Union geschlüpft, um eine weitere Abwärtsspirale in der Schuldenkrise zu vermeiden. Die Republik erhält Hilfen der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) von 85 Milliarden Euro.

Irland selbst steuert davon 17,5 Milliarden Euro bei und will mit einem Sparpaket binnen vier Jahren seinen Haushalt um rund 15 Milliarden Euro entlasten, um den hohen Schuldenberg abzutragen. Der Sparhaushalt 2011 der Regierung hatte am Dienstag die erste Hürde im Parlament genommen. Insgesamt sind mehrere Abstimmungsrunden angesetzt.

 

(APA)

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15 Kommentare

Nicht verwunderlich,

denn der vielgerühmte EU-Rettungsschirm erinnert doch frappant an den Baron Münchhausen, wie er sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen hat - neue Schulden (+ Garantien) zur Begleichung der alten Schulden. Aber auch die Kettenbriefe und Pyramidenspiele funktionieren nach einem ähnlichen System.

Gast: Oko
09.12.2010 20:13
0

fitch mody madoff

da geht ums geld
und nicht um die Bonität einer person oder eines staates

das sind alles schätzungen, wie vor kosten als die erste bank plötzlich 7 €uro gekostet hat

nun kostet sie wieder 33 €uro

haben da die rätingagenturen ein eigenartiges spiel betrieben

wenn ja, in welchem auftrag ???????

Gast: Haubenkoch
09.12.2010 20:00
0

die blaue haube gefällt mir.....

.....gibt´s die bei uns auch?

Fitch

wieso können andauernd die Privaten machen was sie wollen.da zieht einer etwas aus dem hut und alle schreien -ja das ist die weisheit............

andererseits-so kann man binnen stunden die bevölkerung ein schönens stück ärmer machen-länger arbeiten,weniger gehalt,keine zulagen,und trotzdem mehr schulden.............(und keiner regt sich auf-oder gar kein widerstand)

und mehr schulden heißt-gürtel enger schnallen-billiger ,härter,länger und vor allen für kost und logis arbeiten-der moderne sklave ist geboren.

dafür machen wenige MILLIARDEN NETTO GEWINNE dann von den Schlössern zum Pöbel herab.Andere grinsen hat vom auto heraus.......

besser Fitch als Fidschi-Inseln

Sie haben das mit dem Grinsen falsch verstanden:

Wenn sie Pleite sind oder nahe daran, dann kann es ihnen doch wurscht sein, wer das Ihren Gläubigern ausplaudert, damit sie ihnen die Daumenschrauben ansetzen, oder?

Es sei denn, sie haben überhaupt nicht mehr vor, ihre Schulden zurückzuzahlen, weil sie entweder schon auf den Fidschi-Inseln sitzen (ohne Auslieferungsabkommen?) oder gar nichts dagegen haben, demnächst in U-Haft zu landen (Konkursverschleppung).

Nebenbei: Sie werden es nicht glauben, aber die pösen Ratingagenturen setzen fallweise die Bonität auch HINAUF, weshalb momentan so Länder wie Australien, China oder Indien für die wehleidigen Jammereien von Austriaken nur Kopfschütteln übrig haben.

Re: Fitch

sorry-korrektur

dafür machen wenige MILLIARDEN NETTO GEWINNE ,die dann von den Schlössern-Villen zum Pöbel herab lachen und frech winken.Andere grinsen halt vom auto heraus.......

Gast: Ösi
09.12.2010 16:30
0

Alles voll Politiker-realistisch?

Da frag sich noch einer, wo die Dummen herkommen!
Wirtschaft kaputt, die Gehälter und Löhne hoffnungslos überzogen, die Banken krachen wegen ihrer Superspekuklationen und der Staat hat sein Geld beim Fenster rausgehaut.
Jetzt kommt die Rettung und man spart in 4 Jahren 15 Milliarden ein!
Hahaha! Guter Witz! Wenn es um blosse 15 Milliarden ginge, dann wären wohl die 17 + 85 Milliarden nicht notwendig.
Und die tollen Haftungen: wir schicken Geld nach Griechenland und Irland! Das ist KEINE Haftung, da wird geblecht, Genossen!

lg
Ösenpower

Antworten Gast: Vergläserung wirkt
09.12.2010 18:06
0

Realistisch! Und zwar TOTAL!

Bis zum 32.Wort des Postings könnte man meinen, Ösenpower spricht aus eigener Erfahrung.

Wer im Glashaus sitzt...

Re: Realistisch! Und zwar TOTAL!

Ich habe nachgezählt.
Stimmt! ;D

Irland selbst steuert davon 17,5 Milliarden Euro bei und will mit einem Sparpaket binnen vier Jahren seinen Haushalt um rund 15 Milliarden Euro entlasten, um den hohen Schuldenberg abzutragen.

Aha, dann warten wir da lieber erst einmal die Vollzugsmeldung ab, gell!

Re: Irland selbst steuert davon 17,5 Milliarden Euro bei und will mit einem Sparpaket binnen vier Jahren seinen Haushalt um rund 15 Milliarden Euro entlasten, um den hohen Schuldenberg abzutragen.

So würde ich auch sagen :)

Als Unbedarfte eine Frage?
Wie ist das eigentlich mit den Rückzahlungen?
Wird IRE und GRE das geborgte Geld auch wieder abzahlen. Mit Zinsen und so..?
Oder haben hier die Nettozahler einfach nochmal um einiges tiefer in die Taschen greifen dürfen?

Antworten Antworten Gast: Info
09.12.2010 20:10
0

Re: Re: Irland selbst steuert davon 17,5 Milliarden Euro bei und will mit einem Sparpaket binnen vier Jahren seinen Haushalt um rund 15 Milliarden Euro entlasten, um den hohen Schuldenberg abzutragen.

Vielleicht das Buch des amerikanischen Ökonomen und Wirtschaftshistorikers Murray N. Rothbard: Das Schein-Geld-System lesen. Besser noch gratis im Original unten auf der wikipedia-Seite zu Rothbard "What has government done to our money?" lesen, denn die deutsche Übersetzung ist schwach. Da wird einem gleich klar, wieso Gold auf 1400 Dollar/Unze steht. Zu Griechenland kann man nur Max Merkel zitieren: Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen. Das Geld ist natürlich weg. Wie verkündete doch Präsident Mitterand triumphierend in französischen Fernsehen: Der Vertrag von Maastricht ist wie Versailles ohne Krieg! Die Folgen werden die nämlichen sein.

Re: Re: Re: Irland selbst steuert davon 17,5 Milliarden Euro bei und will mit einem Sparpaket binnen vier Jahren seinen Haushalt um rund 15 Milliarden Euro entlasten, um den hohen Schuldenberg abzutragen.

Danke für den Tipp.
"Lesen bildet", sagte mein Grossvater.. ;)

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Info
11.12.2010 14:09
0

Re: Re: Re: Re: Irland selbst steuert davon 17,5 Milliarden Euro bei und will mit einem Sparpaket binnen vier Jahren seinen Haushalt um rund 15 Milliarden Euro entlasten, um den hohen Schuldenberg abzutragen.

P. S.: Der einzige Vorteil der deutschen Version: Im Nachwort wird die Entwicklung seit Rothbards Tod behandelt. Im Internet gibt es Videos von Rothbard-Vorträgen. Schaun Sie sich das an.

Gast: Dirlewanger
09.12.2010 15:53
0

Na und?

Mir doch wurscht.

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