Wieder ein Knalleffekt rund um die Ermittlungen der Justiz gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und seinen Freund und Trauzeugen Walter Meischberger: Die Wiener Wochenzeitung "Falter" veröffentlicht in ihrer am Mittwoch erscheinenden Ausgabe die Abhörprotokolle der Ermittler von Telefongesprächen der im Buwog-Skandal Beschuldigten Grasser, Meischberger und Ernst Karl Plech.
Die Dokumente sind Teil einer parlamentarischen Anfrage, die die Grüne Abgeordnete Gabriela Moser heute Dienstag früh im Präsidium des Nationalrats eingebracht hat. Die Protokolle dürfen daher laut "Falter" nach dem Mediengesetz veröffentlicht werden, da sie Teil von drei parlamentarischen Anfragen geworden sind, die dem Magazin vorliegen.
"Bin jetzt supernackt"
Grasser gibt Meischberger demnach am Telefon ausführliche Tipps, wie er vor den Behörden aussagen soll. Meischberger selbst sagt laut Protokoll einmal zu Grasser, "Da bin ich jetzt supernackt", weil er offenbar nicht weiß was er bei der Justiz als Leistung für eine Provision der Porr angeben soll. Grasser rät ihm, "da würd ich halt ein bisschen eine Recherche machen". Meischberger solle im Internet über die Projekte des Baukonzerns nachlesen. Meischberger kontert, "da sag ich lieber nix".
Grasser, Meischberger und Plech haben im Zusammenhang mit den Buwog-Ermittlungen und anderen bekanntgewordenen Provisionszahlungen stets alle Vorwürfe zurückgewiesen, dass es sich dabei um Korruption und nicht um Honorare für Beratung handeln könnte. Laut Grassers Anwalt Manfred Ainedter ging es bei dem von den Ermittlern aufgezeichneten Gesprächen Grassers mit Meischberger nur um den harmlosen Rat eines Freundes.
"Falter"-Homepage geht in die Knie
Das Interesse an den Telefonaten zwischen Karl-Heinz Grasser, Walter Meischberger und Ernst Karl Plech war riesig: Die Homepage der Wochenzeitung "Falter" war am Dienstagnachmittag zeitweise nicht erreichbar.
(APA)
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