EU-Parlamentarier wettern gegen Glühbirnenverbot

22.12.2010 | 18:31 |   (Die Presse)

Seitdem die Europäische Union beschlossen hat, Mindestgrenzen für die Energieeffizienz von Lampen einzuführen, hat auch die Glühbirne ausgedient. Genau das erregt immer wieder die Gemüter auch am Mittwoch.

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Wien/Ag/Nst/Go. Die Glühbirne galt jahrzehntelange als das unumstrittene Leuchtmittel schlechthin. Doch seitdem die Europäische Union beschlossen hat, Mindestgrenzen für die Energieeffizienz von Lampen einzuführen, hat auch die Glühbirne ausgedient. Schrittweise wird sie nun vom Markt genommen; ab September 2012 dürfen keine herkömmlichen Glühbirnen mehr verkauft werden.

Genau das erregt immer wieder die Gemüter – auch am gestrigen Mittwoch. Führende EU-Parlamentarier hatten sich in der deutschen „Welt“ dafür ausgesprochen, das Glühbirnenverbot der EU zu kippen. Unter anderem der Vorsitzende des Industrieausschusses, Herbert Reul. Er plädiert dafür, das Verbot „unverzüglich außer Kraft zu setzen“.

Im gleichen Atemzug fordert Reul, den Verkauf von Energiesparlampen einzustellen: „Die Kommission muss überprüfen, ob die als Alternative vorgesehene Energiesparlampe aufgrund der nachgewiesenen Gesundheitsgefahren überhaupt noch vertrieben werden darf.“ Der Politiker stützt sich auf ein Gutachten des deutschen Umweltbundesamtes. Dieses teilte im Dezember mit, dass „Quecksilber die Achillesferse der Energiesparlampen ist“. Gehe eine Lampe zu Bruch, könnte das Schwermetall in die Raumluft gelangen.

Die EU-Kommission erteilte dem Appell des Politikers umgehend eine Abfuhr. „Die Kommission kann Gesetze nicht bloß wegen einer Studie ändern“, wie die Sprecherin von EU-Energiekommissar Günther Oettinger sagt. Nachsatz: „Außerdem basiert unsere Gesetzgebung auf eigenen wissenschaftlichen Studien.“ Hinzu komme, dass die Kommission ohnedies strengere Grenzwerte für den Quecksilberanteil in Leuchtkörpern vorgelegt hätte. Diese sollen ab 2013 gelten.

 

LED gilt als die Zukunft

In den vergangenen Jahren waren Energiesparlampen immer wieder kritisiert worden. Schließlich würde ihre Herstellung nicht nur aufwendiger sein, sondern auch mehr Energie verbrauchen. Zudem müssen die Lampen als Sondermüll entsorgt werden. Dennoch: Energiesparlampen haben eine wesentlich längere Lebensdauer und verbrauchen um bis zu 80Prozent weniger Energie als eine herkömmliche Glühbirne. Letztere wird spöttisch oft als Wärmekraftwerk bezeichnet, da nur fünf Prozent der Energie auch tatsächlich in sichtbares Licht verwandelt werden.

Der Industrie war stets unterstellt worden, die Umsetzung des Glühbirnenverbots beschleunigt zu haben. Da die Branche die Kosten für die Entwicklung der Energiesparlampe noch rechtzeitig zurückverdienen müsse. Schließlich sitzt der Energiesparlampe bereits die nächste Technologie – die Light Emitting Diode (LED) – im Nacken. Die LED ist zwar noch deutlich teurer als eine Glühbirne, verbraucht aber viel weniger Strom. Und: Im Idealfall muss sie bloß alle zehn Jahre getauscht werden. Bis dato ist ihr Anklang aber gering: In Österreich wurden heuer etwa 100.000Stück verkauft. Die Zahl der abgesetzten Glühbirnen dürfte in diesem Jahr rund 24Millionen Stück erreichen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.12.2010)

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8 Kommentare
Gast: Otto F. Krammer
23.12.2010 07:37
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Im Gegensatz zur Sparlampe, hat die LED wirklich höhere Lebensdauer

und noch wesentlich mehr Spareffekt.
Aber das haben die Lichtkünstler in Brüssel nicht bedacht, dass die LED, die eigentliche Spar- KLichtquelle darstellt und haben anstatt dessen uns diese Quecksilberlampe auf das Auge gedrückt.
Übrigens: Eine gute alte Glühbirne kann in Vielem durch nichts ersetzt werden, wie zB. als Wärmequelle, als elektrischer Widerstand, als Sonderlichtquelle, als Ersatzteil historischer Geräte, etc., daran haben diese Brüsseler auch nicht gedacht, dass durch dieses voreilige Verbot eine kulturell-wirtschftliche Verarmung eintreten wird.
Eine Verschleuderung von Vorksvermögen, so zu sagen!
Aber, das war schon mit dem voreiligen Tagesfahrlicht auch so.
Hysterische unbedachte Handlungsweise, zum Schade der Volkswirtschaft, Störung der kulturellen Entwicklung und dann schnelle
gegenteilige Handlungsweise, paranoide!

Re: Im Gegensatz zur Sparlampe, hat die LED wirklich höhere Lebensdauer

Sie haben vollkommen recht was die Gühbirne und sogenannte Sparlampe betrifft.. Noch dazu wo der Spareffekt in keiner Form den postulierten Werten entspricht. Was Ihre Aussage zum Tagfahrlicht betrifft, nehme ich an dass Sie Bahnfahrer oder mit
Chaffeur unterwegs sind. Jeder Autofahrer kennt die Vorteile des eingeschalteten Lichtes bei Tag, bei den unterschiedlichsten Verhältnissen.
Die schwachsinnig Expertise, dass die Motorradfahrer nicht mehr zu unterscheiden sind, hat den Herrn Faymann mit seiner beschränkten Weitsicht, dazu veranlasst die gute Lösung wieder abzuschaffen.

Gast: Hugo Wiener
22.12.2010 23:30
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Bitte UBA Gutachten lesen!!

Ich empfehle jedem, dass vierseitige (!!) UBA Gutachten, verziert mit 5 Fußnoten, herausgegeben vom UBA, aber ohne Anführung eines Autors zu lesen.
Es wurden ZWEI (!!) Lampentypen getestet, es wurde ein Richtwert der für die Beurteilung von langanhaltender (!!) Innenraumbelastungen durch Quecksilber überschritten. Sobald die Lampe entfernt wurde, war die Bleastung weg.

Wenn eine Diskussion, bitte mit Fakten und Quellen, die nicht in der Form sind wie dieses UBA Papierl.

Gast: Gast
22.12.2010 21:57
2 0

Es wär ja direkt lustig,

wenn es nicht so teuer wäre,

- einen gewaltigen Beamtenapparat aufzubauen, der sich solche Schwachsinnigkeiten ausdenkt, unser Leben überreguliert und damit unsere Freiheiten einhschränkt.

Nur um dann ebendieses wieder in Frage zu stellen.

Wir haben euch satt, selbstgerechte Steuergelderprasser

Gast: Überdrüber
22.12.2010 21:56
1 0

Keine Stromsparlampe

Ich habe mich bis zu meinem Lebensende mit
Benötigten Glülampen eingedeckt. Ich denke nicht
daran die blödheiten der EU mitzumachen.

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Vielleicht sollte man auch Handys verbieten

interessante WDR Doku - Blutige Handys -

http://www.youtube.com/watch?v=c7P9Cw-zMS0

Gast: 1. Parteiloser
22.12.2010 19:23
3 0

Das wird den EU Bonzen auch keine Erleuchtung bescheren!

Die Versager werden trotzdem Karotten zum Obst erklären und sich mit Gurkenradien beschäftigen. Einen Nutzen für die Gesellschaft werden diese Totalversager in Brüssel niemals schaffen.

Antworten Gast: Jimy Glitschi
22.12.2010 19:49
0 0

Re: Das wird den EU Bonzen auch keine Erleuchtung bescheren!

So isses !!!

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