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Nach China: Auch Japan giert nach Euro-Anleihen

11.01.2011 | 10:55 |   (DiePresse.com)

Nach China stützt auch Japan die Euro-Zone: Die Regierung will mehr als ein Fünftel der von der Euro-Zone geplanten Papiere erwerben. Der europäische Rettungsfonds will Ende Jänner mit der Kapitalaufnahme starten.

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Japan will mit einem verstärkten Aufkauf europäischer Staatsanleihen zur Eindämmung der Schuldenkrise in der Euro-Zone beitragen. Die Regierung "denkt darüber nach", mehr als 20 Prozent der von der Euro-Zone geplanten Staatsanleihen zu erwerben, kündigte der japanische Finanzminister Yoshihiko Noda am Dienstag in Tokio an. Die EU-Finanzminister und der Internationale Währungsfonds (IWF) hatten Ende November 2010 ein Paket von 85 Milliarden Euro für das hoch verschuldete Irland beschlossen.

Die im Zuge der Schuldenkrise aufgelegte Rettungsfonds - auch bekannt als European Financial Stability Facility (EFSF) - will dafür Ende des Monats erstmals am Kapitalmarkt Geld aufnehmen. Den Rest stemmen IWF, Irland selbst und Nicht-Euro-Staaten. Auch China hatte unlängst angekündigt, zur Stabilisierung des Euro noch mehr Staatsanleihen europäischer Schuldensünder aufzukaufen.

Vorläufer für umstrittene Euro-Anleihen?

Die Emission dürfte ein Volumen von drei bis fünf Milliarden Euro haben. Insgesamt soll der Rettungsfonds 17 Milliarden Euro für die Unterstützung des Inselstaats einsammeln.

Die Länder der Euro-Zone treten damit erstmals als gemeinsamer Emittent auf. Einige Analysten sehen die Papiere daher als möglichen Vorläufer für die umstrittenen Euro-Bonds, wie "Financial Times Deutschland" berichtet. Skeptiker warnen dem Bericht zufolge, dass die EFSF-Papiere den Anleihen der einzelnen Euro-Staaten Konkurrenz machen und sie sogar verdrängen könnten.

Japan greift auf Währungsreserven zurück

Es sei für Japan "angemessen", Bereitschaft zu zeigen, dem europäischen Rettungsfonds zu helfen, unter den Marktteilnehmern "etwas Vertrauen zu gewinnen", wurde Noda von der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zitiert. Seine Regierung beabsichtige, für den geplanten Kauf der Euro-Anleihen auf die eigenen Währungsreserven zurückzugreifen.

Japans Währungsreserven beliefen sich nach Angaben des Finanzministeriums zum Ende Dezember auf 1,096 Billionen Dollar. Das sind 4,8 Milliarden Dollar weniger als im Vormonat.

 

(Ag.)

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2 Kommentare
Gast: Dr. H. MA
12.01.2011 18:28
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Es existieren zu viele Interessen, die verhindern werden, dass der Euro scheitert. Allein die Chinesen sitzen auf Milliarden von Euro und werden alles tun, damit das Schlimmste vermieden werden kann. Das Scheitern des Euro kann mit Ausnahme weniger starker Länder keiner verkraften also wird man weitermachen und hoffen, dass es sich irgendwie "ausgeht".

Gast: 1. Parteiloser
11.01.2011 11:23
0 1

Eine rein symbolische Handlung!

Wer Japan nun formell 20% eines 85 Mrd. Euro Anleihenvolumens zeichnet, dann sind das 17 Mrd. Euro. Es entspricht dann weniger als 2% des gewaltigen Schuldenvolumens der Euro Länder.

Bemerkenswert ist aber auch, dass Japan selbst 200% des BIPs an Staatschulden hat. Das sind knapp 2.000 Mrd. Euro. Auch das laufende Defizit von Japan ist nicht ohne und betrug 2009 etwa 200 Mrd. Euro.

Ich würde meinen, dass es sich nur Buchungen handelt, welche nicht wirklich relevant sind. Ich würde auch meinen, dass die Aktion alleine dazu dient die Investoren zu beruhigen. Investoren, welche in erhöhter Sorge um das verwaltete Geld sind, obwohl diese Investoren eigentlich schon Panik haben müssten, wenn es um die Rückzahlungsfähigkeiten der Schuldner geht. In diesem grausamen Spiel werden die Gläubiger zusammen mit den Schuldner bankrott gehen. In diesem grausamen Spiel wollen sich beide Seiten das eigene gewaltige Versagen von den Menschen der Realwirtschaft bezahlen lassen. Ein Ablassen des gemeinsamen Raubes der Menschen, welche sinnvolle realwirtschaftliche Leistungen erbringen, kommt für diese Versager offensichtlich nicht in Frage.

Das größte jemals begangene Wirtschaftsverbre.chen kennt keine ethische Diskriminierung, da stecken alle ganz tief drinnen. Diese aktuelle symbolische Handlung kann vielleicht die offizielle Bankrotterklärung verzögern, verhindern aber niemals.

Wie lange geht es noch?

Hobbyökonom